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• Perspektiven 2005
• Austritt aus dem kommunalen Arbeitgeberverband
• BAB-Maut belastet Bundes-, Landes- und Kreisstraßen
• Regelung der allgemeinen Rechtsverhältnisse
• Die CDU-Kreistagsfraktion trauert um Linus Barth
• Tsunami-Koordinationsprojekt
• Haushaltsreden 1991 - 2005 (Word-Datei, 0,4 MB)
• Erneut zusätzliche Belastungen
• CDU-Kreistagsfraktion besichtigt Stift Sinsheim
• Auswirkungen der Autobahnmaut
• "Ausgaben in der Erziehungshilfe werden
eher noch ansteigen"
• Wie bewährt sich Hartz IV?
• Übergabe des Ehrenrings an Landrat Dr. Jürgen Schütz
• Tagfahrt des Ausschusses für Soziales, Schulen und Kultur
• Eckwerte für den Haushalt 2006
• CDU-Kreistagsfraktion tagt auf der Jugendburg in Rotenberg
• Tagesbetreuungsausbaugesetz - Stellungnahme von Kreisrat Martin-Heinrich Bitzel
• Neue Strukturen beim GRN - Stellungnahme von Kreisrat Karl Klein
• Gewerkschaft ver.di wird ihrer Aufgabe und Verantwortung nicht gerecht!
• Ländlicher Raum hat auch in Metropolregion seine Bedeutung
• Anbindung der Schwarzen Brücke rückt in nahe Zukunft
• Stellungnahme der CDU-Kreistagsfraktion vom 18.10.2005
• Sozialpolitische Gespräche mit Vertretern der Liga der freien Wohlfahrtverbände
• CDU-Kreistagsfraktion besichtigt Pilgerhaus in Weinheim-Lützelsachsen
• Die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, FWV und FDP
• CDU-Kreistagsfraktion führt sozialpolitische Gespräche
• Haushaltsrede 2006
• Anträge der CDU–Kreistagsfraktion zur Konsolidierung der Kreisfinanzen
• Fünf Leitsätze zur „großen Politik“
• CDU begrüßt den Bau der Martinschule in Ladenburg
• Mensa in Wiesloch geplant
• Kinder- und Jugendhilfenetzwerk Leimen hat Vorbildcharakter
• CDU-Kreistagsfraktion zu Besuch bei der Dr. Ehrhart-Schott-Schule
• Gemeinsame Presseerklärung der beiden CDU-Kreistagsfraktionen
• Kreisräte zu Gast bei "Heidelberger"
• Stellungsnahme des Fraktionsvorsitzenden Bruno Sauerzapf
• Stellungsnahme der CDU-Fraktion zu TOP7 der Kreistagssitzung
• Ziele künftiger CDU-Politik im Rhein-Neckar-Kreis
• Schreiben an die Bundeskanzlerin, den Vizekanzler, die Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktionen von CDU und SPD, die Abgeordneten im Rhein-Neckar-Kreis
• Die Bürger zahlen die Zeche
• Die Verwaltungsstrukturreform ist ein Erfolgsmodell
• Kündigung des öffentlich-rechtlichen
Vertrags im Bereich der Abfallwirtschaft
• Landeskreisehrenmedaille
in Silber für Martin-Heinrich Bitzel
• CDU-Kreistagsfraktion tagt in St. Thomas
• Pressemitteilung der Fraktionsvorsitzenden im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises
• Haushaltsrede von Fraktionsvorsitzenden Bruno Sauerzapf am 12. Dezember 2006
• Rede von Bürgermeister Werner Knopf zur Martinsschule am 12.12.2006
• CDU fordert europaweiten Wettbewerb zur Erzielung von Marktpreisen bei der Abfallverbrennung
• Konsequente Haltung führte zum Erfolg
• Hat sich Hartz IV bewährt?
• Eingliederungshilfe im Rhein-Neckar-Kreis
• Demografische Entwicklungen im Rhein-Neckar-Kreis
• Lebensmittelüberwachung im Rhein-Neckar-Kreis
• Sitzung des Kreistags am 22. Mai 2007: Die Verwaltungsstrukturreform ist ein Erfolgsmodell
• CDU-Kreistagsfraktion tagt im Waldklassenzimmer im Walldorfer Hochholz
• Eckwerte 2008 – eine neue Hoffnung
• Für eine Weiterentwicklung der Gesundheitszentren im Rhein-Neckar-Kreis
• Gedankenaustausch zum Thema „Erneuerbare Energien“
• Ländlichen Raum attraktiv machen
• Eckwerte 2009
• CDU-Kreistagsfraktion zu Besuch im Großkraftwerk Mannheim
• Stellungnahme der CDU-Kreistagsfraktion zur Gründung der „Jugendeinrichtung Stift Sunnisheim GmbH“
• Kreishaushalt 2009 eingehend diskutiert
• Errichtung eines sozialpädagogischen Gymnasiums am Standort Wiesloch
• Mit solider Finanzpolitik die Zukunft sichern
• Herausforderungen annehmen und meistern
• Die CDU garantiert Finanzpolitik
• Kreistagswahl 2009 - Herausforderungen meistern
• „Anpfiff ins Leben“ –ein Leitbild ganzheitlicher Nachwuchsförderung
• Perspektiven 2009 - Rechenschaftsbericht
• Bruno Sauerzapf als CDU-Fraktionsvorsitzender einstimmig wiedergewählt
• Eckwerte 2010
• CDU – Kreistagsfraktion bildet neuen Vorstand
• CDU im Kreistag: Aufgabenerfüllung hat Vorrang
• Stefan Dallinger ist der Kandidat der CDU-Kreistagsfraktion
• Herausforderungen, Möglichkeiten und Chancen 2010
• Der neue Landrat heißt Stefan Dallinger
• Urkunde dem künftigen Landrat überreicht
Perspektiven 2005
Die finanzielle Situation des Rhein-Neckar-Kreises
ist mehr als besorgniserregend. CDU-Kreistagsfraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf wies auf die derart verschlechterte Finanzlage des
Bundes, Landes, der Kreise und Gemeinden hin, die kaum eine solide
Finanzpolitik zulasse. Ursächlich für die schlechte Finanzlage
und die Erhöhung der Kreisumlage um 3.9 Punkte sind neben wegbrechenden
Einnahmen beim Finanzausgleich und der Gewerbesteuer die extrem
steigenden Belastungen bei der Sozial- und Jugendhilfe. „Wir
haben in erster Linie kein Einnahmen- sondern ein Ausgabenproblem,
da die Aufwendungen ungebremst ansteigen“, so Sauerzapf. Die
Erfüllung der freiwilligen Leistungen rückt somit leider
in weite Ferne. Helfen können hier nur Wirtschaftswachstum,
erhöhte Steuereinnahmen und sinkende soziale Lasten. Nichts
desto trotz müsse man sich auf die eigenen Aufgaben konzentrieren,
wie die Verwaltungsreform, die Gesundheitseinrichtungen und den
Öffentlichen Nahverkehr. Die Verwaltungsstruktur in BW wird
durch die Verwaltungsreform umfassend verschlankt, reformiert und
gebündelt. Die Verwaltung wird schneller, schlagkräftiger
und kostengünstiger.
Bei Bildung und Erziehung, wies Sauerzapf darauf
hin, dass man das attraktive Schulwesen des Rhein-Neckar-Kreises
auf hohem Stand halten muss. Denn nur gute Bildungspolitik bewirkt
Zukunftschancen für nachwachsende Generationen. Sorgen bereiten
ihm aber die Gesundheitseinrichtungen des Kreises, schließt
man doch hier im Haushaltsjahr 2004 mit einem Betriebsverlust von
ca. 4 Millionen Euro ab. Trotz des Verlustes darf aber keinesfalls
die zukünftige Qualität der Kreiskrankenhäuser sinken.
Das die CDU den ernsthaften Willen besitzt, die Gesundheitseinrichtungen
des Kreises zu erhalten, zeigen die geplanten Investitionszuweisungen
des Rhein-Neckar-Kreises, diverse Umbaumaßnahmen und Sanierungsmaßnahmen
in Schwetzingen, Weinheim und Sinsheim zu stützen und zu fördern
und die angemahnte notwendige Strukturreform.
Der ÖPNV dagegen weist eine hervorragende
Bilanz auf. Der Verkehrsbund Rhein-Neckar ist einer der erfolgreichsten
Nahverkehrssysteme. Allerdings steht der öffentliche Nahverkehr
vor einem Umbruch. Die Europäische Kommission beabsichtigt
öffentliche Dienstleistungsaufträge im Personenverkehr
zukünftig auszuschreiben zu lassen, was zu einem kontrollierten
Wettbewerb führen soll. Zwar ist beim Schienenpersonennahverkehr
eine derzeitige Ausschreibung noch nicht möglich, da Infrastruktur
und Betrieb nicht in einer Hand liegen, aber dieses neue Wettbewerbsrecht,
auch wenn es mit viel Arbeit verbunden ist und eine große
Herausforderung darstellt, muss umgesetzt werden. Dies ist aber
gleichzeitig auch eine Chance, den ÖPNV noch wirtschaftlicher
und effektiver durchzuführen.
Austritt aus dem kommunalen Arbeitgeberverband
Die CDU–Kreistagsfraktion hat den Austritt
aus dem kommunalen Arbeitgeberverband uneingeschränkt mitgetragen.
Dies erklärte Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf. Denn wichtiges
Ziel ist die Erhaltung der Arbeitsplätze insbesondere bei den
Gesundheitseinrichtungen. des Kreises. Wegbrechende Einnahmen und
steigende Ausgaben machen diese Aufgabe sehr schwierig. Deshalb
sind auch Veränderungen bei den Personalkosten unumgänglich.
Den es bestehen unterschiedliche Regelungen bei Beamten und Angestellten
und Arbeiter bei der Arbeitszeit und den Sonderzahlungen. Diese
Unterschiede führen zu Ungerechtigkeiten und stören den
Arbeitsfrieden. Die finanziellen Voraussetzungen haben sich drastisch
verschlechtert. Bei den Gesundheitseinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises
entstehen erhebliche Defizite in Millionenhöhe, und bei den
Gewerkschaften ist keine Bereitschaft zu erkennen, eine Erhöhung
der Wochenarbeitszeit auf das Niveau der Beamten - die 41-Stunden-Woche
- zu akzeptieren. Der Kommunale Arbeitgeberverband hat bei den Verhandlungen
auf Bundesebene bei dieser Frage sehr wenig Wirkung erzielt. Deshalb
trug und trägt die CDU – Fraktion in vollem Umfang die
Entscheidung, aus dem Kommunalen Arbeiterverband zum 31.12.2004
auszutreten.
Zu den Zielsetzungen erklärte der Fraktionsvorsitzende,
dass gleiche Arbeitszeitregelungen bei allen Bediensteten unabdingbar
sind, denn der Rhein-Neckar-Kreis und insbesondere die Gesundheitseinrichtungen
müssen zukunftsfähig werden. Alle Umfragen beweisen die
Bereitschaft der Bundesbürger, eher eine Verlängerung
der Arbeitszeit als Einschränkungen bei den Vergütungen
zu akzeptieren. Diese Entscheidung trägt dazu bei, die Arbeitsplätze
zu erhalten und ist eine vertretbare Lösung sowohl für
den Kreis als auch für seine Gesundheitseinrichtungen auch
für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Denn ansonsten müssten
die Defizite der Kreiskrankenhäuser über die Kreisumlage
von den Gemeinden finanziert und über höhere Gemeindesteuern
(Grund- und Gewerbesteuer) an die Bürgerinnen und Bürgern
weitergegeben werden. Dies ist keine realistische Alternative.
BAB-Maut belastet Bundes-, Landes- und Kreisstraßen
Das Aufkommen beim LKW-Verkehr hat durch die BAB-Maut
in den ersten Monaten des Jahres 2005 auf Bundes-, Landes- und Kreisstraßen
augenscheinlich zugenommen. Wie Bruno Sauerzapf, Vorsitzender der
CDU-Kreistagsfraktion, mitteilte, hat die CDU-Kreistagsfraktion
den Antrag gestellt, das Straßenbauamt zu beauftragen, an
den durch das erhöhte Aufkommen des Schwerlastverkehrs auf
Bundes-, Landes- und Kreisstraßen nach Einführung der Maut
auf BABs zusätzlich belasteten Ortsdurchfahrten Verkehrszählungen
durchzuführen und die Ergebnisse dem Ausschuss für Umwelt und
Technik vorzulegen.
Auf dieser Basis könnten Maßnahmen zur Reduzierung
des Schwerlastverkehrs koordiniert und durchgeführt werden.
Regelung der allgemeinen Rechtsverhältnisse - Stellungnahme
von Kreisrat Karl Klein
Die CDU-Fraktion begrüßt ihren Vorschlag,
Herr Landrat, sich mit den Arbeitsverhältnissen der Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer an den neuen Tarifvertrag öffentlicher Dienst
anzulehnen und die regelmäßige Arbeitszeit für Vollbeschäftigte
auf 40 Stunden zu vereinbaren.
Dazu ist es notwendig, dass wir heute
- den Kreistagsbeschluss vom 19.10.2004 anpassen und
- ihn auch noch so rechtzeitig fassen, dass zum 01. April,
wie im neuen Tarifvertrag öffentlicher Dienst vorgesehen,
eine Sonderzahlung von 100,00 € an die Bediensteten erfolgen
könnte.
Dies erklärt auch die etwas kurze Frist an
die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer des Rhein-Neckar-Kreises
zur Annahme dieses Angebotes. Es ist erfreulich, dass bereits über
60 % der Angestellten der Kernverwaltung dieses Angebot angenommen
haben. Bei den Bediensteten des GRN ist die Bereitschaft unterschiedlich,
an einigen Einrichtungen gering.
Der nun vorliegende Beschlussvorschlag macht aber
nun auch für jede Arbeitnehmerin und jeden Arbeitnehmer des
Rhein-Neckar-Kreises ganz konkret deutlich, dass zum einen Klarheit
für die Bediensteten geschaffen und zum anderen der Rhein-Neckar-Kreis
sich wieder auf die Tarifgemeinschaft zubewegt, ein Betritt zum
kommunalen Arbeitgeberverband nicht ausgeschlossen ist.
Auch dies begrüßt ausdrücklich
die CDU-Fraktion.
Es hätte eigentlich nur noch eines bedurft:
Die Annahme der in der Tarifeinigung auf landesbezirklicher
Ebene möglich vorgesehene wöchentliche Arbeitszeit von
bis zu 40 Stunden. Ich glaube dann wären heute alle Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmer des Rhein-Neckar-Kreises, denn diese sträuben
sich nicht grundsätzlich gegen eine 40-Stunden-Woche, der Landrat
und wohl auch fast alle Kreisräte zufrieden. Leider ist dem
aber bis heute nicht so. Die Gewerkschaft verdi hat mit einer 40-Stunden-Woche
grundsätzliche Probleme. Würde sie auf landesbezirklicher
Ebene einer solchen Regelung zustimmen, würde dies gleichzeitig
einer bundesweiten Anpassung auf Bundes- und Kommunaler Ebene gleichkommen
und die derzeit laufenden Tarifverhandlungen mit den einzelnen Ländern
wären ebenso vorbelastet.
Diese generelle Haltung schlägt sich nun leider
auch negativ auf die derzeitige Tarifgestaltung mit den Arbeitnehmerinnen
und Arbeitnehmern des Rhein-Neckar-Kreises nieder, obwohl ich ausdrücklich
das besondere Engagement der Vertreter der Gewerkschaft verdi, des
Gesamtpersonalrates des GRN und der Direktoren nach einer gemeinsamen
Kompromisslinie würdigen will. Die Gespräche letzter Woche
waren sehr offen, sehr sachlich und von gegenseitigem Verständnis
geprägt. Dafür möchte ich allen Beteiligten herzlich
danken.
Gerade bei diesen Gesprächen war aber festzustellen,
dass insbesondere auch die Bediensteten des GRN die besondere Lage
begriffen und grundsätzlich gegen eine 40-Stunden-Woche nichts
einzuwenden haben. Wichtig erscheint den Bediensteten die Rückkehr
in die Tarifgemeinschaft, das auch mit Unterstützung der CDU-Fraktion,
aber unter der Öffnung auf die 40-Stunden-Woche.
Diese brauchen wir auch dringend unter folgenden
Gesichtspunkten:
- Der Kreishaushalt 2004 ist mit 6,6 Mio. € defizitär.
Im Kreishaushalt 2005 tun sich bereits gleiche Zahlen auf. Der
GRN schreibt 2004 mit ca. 3,6 Mio. € rote Zahlen und schiebt
bereits ca. 9 Mio. € Verlustvorträge vor.
- Die Bediensteten des Rhein-Neckar-Kreises sollen nicht weniger
verdienen, sie sollen dafür 1,5 Stunden in der Woche mehr
arbeiten. Sie sollen die vereinbarten Sonderzahlungen erhalten
und an der allgemeinen Tarifentwicklung auch zukünftig
teilnehmen.
- Wir müssen alle generell wieder mehr und länger
arbeiten, um damit die Arbeitskosten zu senken. Freizeit und
Urlaub mit weniger Geld schafft halt mal nicht mehr an Wirtschaftswachstum,
das wir aber dringend brauchen.
Mit dem nun vorliegenden Angebot an die Bediensteten
pickt sich der Rhein-Neckar-Kreis auch nicht die Rosinen aus dem
neuen Tarifvertrag öffentlicher Dienst heraus. Dieser ist unstreitig
ein großer Fortschritt für den öffentlichen Dienst.
Er ist aber
- zum einen nicht billig, er belastet den Rhein-Neckar-Kreis
mit den Sonderzahlungen 2005 und 2006 mit je 1 Mio. €,
sofern alle Bediensteten zustimmen und
- zum anderen drückt er sich bezüglich der Arbeitszeit
und
der Unkündbarkeit von Arbeitsverträgen um die Verantwortung
und die Notwendigkeiten unserer Zeit herum.
Es kann in einer Tarifgemeinschaft öffentlicher
Dienst auf Dauer nicht sein, dass
Bundesbedienstete 39 Stunden die Woche
Ostdeutsche 40 Stunden die Woche
Kommunalbedienstete 38,5 Stunden die Woche
Bundes-, Landes- und Kommunalbeamte 41 und mehr Stunden in der Woche
arbeiten dürfen.
Man braucht deshalb kein Prophet zu sein um vorauszusagen:
Aufgrund der Tatsache, dass
- der Bundes- und viele Länderhaushalte sich am Rande der
Verfassungsmäßigkeit bewegen bzw. gedrillt werden
und
- viele Kommunen keine gesetzesmäßigen Haushalte
mehr vorlegen können,
einfach kein Spielraum mehr bleibt.
Deshalb, und da bin ich aufgrund vieler Gespräche
mir sicher, werden die Kommunen den kommunalen Arbeitgeberverband
auffordern, den Tarifvertrag hinsichtlich der Arbeitszeit zu kündigen
und über die Öffnungsklausel die 40-Stunden-Woche einfordern.
Viele werden deshalb, nicht aus Sympathie gegenüber dem Landrat
sondern aus eigener Not heraus dem Rhein-Neckar-Kreis folgen.
Ich darf deshalb den Bediensteten versichern,
- mit diesem Beschluss heute verfolgen wir auch das Ziel zurück
zur Tarifgemeinschaft
- das vorliegende Angebot ist fair und aufgrund der Haus-
haltssituation erforderlich
- es sichert ihr Einkommen und den Arbeitsplatz
- sie unterstützen unser Bemühen zur Konsolidierung
der Haushalte.
Gleichzeitig möchte ich die Personalräte
und auch verdi bitten, sich diesem Erfordernis zu öffnen. Angesichts
der stark defizitären Haushalte, der Sicherung des Einkommens,
einer lediglich geforderten Mehrarbeit von 1,5 Stunden in der Woche
und von weit über 5 Mio. Arbeitslosen würde wohl auch
kaum jemand andere Maßnahmen verstehen.
Deshalb stimmen wir dem vorliegenden Beschlussantrag
nach sorgfältiger Abwägung auch zu.
Die CDU-Kreistagsfraktion trauert um Linus Barth
Ganz unerwartet hat uns am 18.04.2005 unser lieber Kreistagskollege
Linus Barth im Alter von 55 Jahren verlassen. Linus Barth war für
die CDU bereits seit 1989 im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises und
Mitglied in vielen Ausschüssen. Durch seine einzigartige Art,
Themen anzusprechen und zu diskutieren, aber auch auf Probleme einzugehen
und nach Lösungen zu suchen, wurde Linus Barth schnell ein
fester Bestandteil der CDU-Fraktion und war weit über die Fraktions-
und Ortsgrenzen von Sinsheim-Steinsfurt hinaus angesehen und geschätzt.
Der Verlust von Linus Barth wird bei uns eine große Lücke
hinterlassen.
Die CDU-Kreistagsfraktion spricht allen Angehörigen ihr tiefstes
Beileid aus und wird Linus Barth als einen lieben, hilfsbereiten
und engagierten Menschen in Erinnerung behalten. Linus du wirst
uns fehlen.
Tsunami-Flutopfern in Indien langfristig helfen:
Rhein-Neckar-Kreis will Spendengelder bündeln
Gemeinsame Aktion mit Dossenheimer Verein „Hilfe
zur Selbsthilfe – Dritte Welt e. V.“
An einer langfristig angelegten Hilfs- und Aufbauleistung im Zusammenhang
mit der Tsunami-Katastrophe in Südostasien will sich auch der
Rhein-Neckar-Kreis partnerschaftlich beteiligen. Dazu haben die
Vorsitzenden der im Kreistag vertretenen Parteien, Bruno Sauerzapf
(CDU), Helmut Beck (SPD), Gustav Bylow (FW), Hans-Ulrich Sckerl
(Grüne) und Dr. Heinz Bahnmüller (FDP) jetzt zusammen
mit Landrat Dr. Jürgen Schütz einen Förderantrag
des Vereins „Hilfe zur Selbsthilfe – Dritte Welt e.V.“
aufgegriffen, der Kindern, Jugendlichen und Familien aus vier vom
Tsunami betroffenen Fischerdörfern der Distrikte Thope, Kottiyam,
Monvila und Alappuzha im südindischen Bundesstaat Kerala wieder
eine Lebensperspektive geben soll. Konkret benötigt werden
dazu rund 46.000 Euro, mit denen im Rahmen eines Großprojektes
die Kosten für die Unterbringung und Versorgung von 100 Kindern
und Jugendlichen getragen werden sollen.
Nachdem bei dem bewundernswert hohen Engagement der Bevölkerung
bisher vor allem Thailand, Indonesien und Sri Lanka im Blick lagen,
ist es den Verantwortlichen des Rhein-Neckar-Kreises wichtig, ein
Projekt an der Westküste Südindiens zu unterstützen.
Auch dort hat der Tsunami vielfachen Tod und große Zerstörungen
gebracht. Für eine Wiederaufbauhilfe will der Kreis vor allem
Spendengelder bündeln, betonten die Fraktionsvorsitzenden.
Im Blick hat man dabei auch etwa in Gemeinden aufgelaufene Spenden
bzw. Spenden von Menschen, die sich gerne engagieren wollen, aber
noch kein geeignetes Ziel gefunden haben oder befürchten, dass
gespendetes Geld nicht ausschließlich dem gewünschten
Zweck zugeführt wird. Mit dem Dossenheimer Verein „Hilfe
zur Selbsthilfe – Dritte Welt e. V.“ und dessen Vorsitzenden
Helmut Merkel hat man einen Partner, der „absolute Gewähr
dafür bietet, dass die Hilfe vor Ort ankommt“, so die
Fraktionsvorsitzenden.
In Indien arbeitet der überparteiliche und überkonfessionelle
Verein, der sich seit über 25 Jahren erfolgreich dem Ziel widmet,
schulische und berufliche Ausbildung von Jugendlichen in der Dritten
Welt zu fördern, mit dem Verein Jugend Dritte Welt e. V. zusammen,
der zum Orden der Salesianer Don Boscos gehört und sich für
Jugendliche an sozialen Brennpunkten in der ganzen Welt engagiert.
Das Gesamtprojekt, das insgesamt 4.700 Kinder und jugendliche Menschen
im Alter von 5 bis 20 Jahren sowie 180 Fischerfamilien in vier Dörfern
drei Jahre lang unterstützen soll, besteht aus verschiedenen
Komponenten. Dazu zählen der Neubau von Häusern für
obdachlose Familien oder die Reparatur von beschädigten Häusern
ebenso wie der Ausbau von bestehenden Wohnheimen und Ausbildungswerkstätten
zur Aufnahme von Flutwaisen und die Einrichtung von Förderkursen
und Abendklassen zur Wiedereinschulung von Kindern und Jugendlichen.
Im Rahmen des Gesamtprojektes wollen sich „Hilfe zur Selbsthilfe
Dritte Welt e. V.“ und der Rhein-Neckar-Kreis an den Kosten
für die langfristige Unterbringung von 100 Jugendlichen in
einem Wohnheim beteiligen. Das umfasst auch Mittel für Kleidung
und Ernährung, Schulgebühren, medizinische Behandlung,
psychologische Hilfen sowie Förderkurse zur Wiedereingliederung
in die Schule. Dafür entstehen monatliche Kosten von 38 Euro
pro Person, das einjährige Engagement für 100 Jugendliche
braucht also insgesamt 45.600 Euro. Die Salesianerprovinz Bangalore
hat eine Zusage zur Folgekostenfinanzierung für die medizinische
und psychologische Betreuung der Tsunami-Opfer gegeben.
„Wir wollen mit unserem Spendenaufruf ein gemeinsames Zeichen
humanitärer Solidarität setzen, zumal der Förderantrag
der schulischen und vor allem beruflichen Bildung junger Menschen
dient und deren soziale und wirtschaftliche Situation langfristig
verbessern helfen wird,“ unterstreichen die Initiatoren.
Spenden erbittet der Rhein-Neckar-Kreis auf sein Girokonto Nr. 24201
bei der Sparkasse Heidelberg (BLZ 672 500 20), Stichwort „Tsunami.“
Für Spendenbescheinigungen bitte genaue Adresse angeben.
Erneut zusätzliche Belastungen für den Rhein-Neckar-Kreis
und seine Gemeinden
Das neue Tagesbetreuungsausbaugesetz zeigt zwei
Seiten einer Medaille, so erklärte der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion
Bruno Sauerzapf. Die Zielsetzung des Gesetzes, Kinder unter drei
Jahren ganztägig in Kindertagesstätten zu betreuen, kommt
vor allem vielen alleinerziehenden Müttern und Vätern
zugute und ist daher zu begrüßen. Die andere Seite der
Medaille sieht aber auch Pflichten für die Landkreise und die
Gemeinden vor, die Finanzierung ist keinesfalls gesichert. Der Bund
will Einsparungen im Zuge von Hartz IV als Gegenfinanzierung, die
vollkommen ungesichert sind. Selbst wenn die sehr optimistisch prognostizierten
Entlastungen eintreten, besteht immer noch ein Gefälle der
Stadtkreisen zu Lasten der Landkreise und somit des Rhein-Neckar-Kreises.
Die gute Regel „wer bestellt - bezahlt“ gilt auch in
diesem Fall nicht. Allein der Aufwand im Rhein-Neckar-Kreis wird
auf 5 – 10 Millionen € geschätzt. Wer soll das bezahlen?
Nach Kreisrat Martin Bitzel ist nunmehr der Kreis
gefordert, einen Stufenplan für eine Versorgungsquote von 20
% bis zum Jahre 2010 zu verabschieden, wobei die Gemeinden mit ins
Boot genommen werden müssen. Dies ist eine Aufgabe, die insbesondere
im finanziellen Bereich von den Gemeinden und Kreisen nicht allein
geschultert werden kann.
CDU-Kreistagsfraktion besichtigt Stift Sinsheim

Nach Auflösung des Landeswohlfahrtsverbandes Baden, ist seit
dem 1. Januar diesen Jahres, der Rhein-Neckar-Kreis zusammen mit
dem Kreis Karlsruhe neuer Träger der Jugendeinrichtung Stift
Sinsheim. Aus diesem Grund nutzte auch die CDU-Kreistagsfraktion-
so deren Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf- die Möglichkeit
das Jugendstift zu besichtigen und kennenzulernen.
Fachmännisch begleitet u.a. mit Fraktionssprecher
Jugendhilfeausschusses Martin Bitzel wurden die Kreisräte bei
dem Rundgang durch die einzelnen Ausbildungsstätten von dem
Geschäftsführer Werner Deusch und. dem Verwaltungsleiter
Bernhard Kovar des Stiftes. So konnten die einzelnen Werkstätten
in den Bereichen Metall, Holz, Farbe und Nahrung besichtigt werden
. Zum Stift Sinsheim gehören interne und externe Wohn- und
Tagesgruppen, Ein-Zimmer-Wohnungen, diverse Ausbildungsbetriebe,
ein Werkstudio, eine Sonderberufsschule sowie eine Schule für
Erziehungshilfe. Neben den breitgefächerten schulischen Angeboten
können auch anerkannte Ausbildungsberufe erlernt werden. Auch
nach dem Aufenthalt im Stift wird den Jugendlichen die Möglichkeit
der individuellen Nachbetreuung geboten.
Zur Zeit kommen etwa ¼ der betreuten männlichen
Jugendlichen aus dem Rhein-Neckar-Kreis. Der Aufenthalt im Stift
bewirkt bei diesen Jugendlichen eine förderliche Distanz zu
ihrem herkömmlichen Umfeld, das von erheblichen sozialen, familiären
und psysischen Problemen geprägt ist. Durch pädagogischen
und therapeutische Maßnahmen werden gezielt das Selbstwertgefühl
und Selbstbewusstsein dieser Jugendlichen gestärkt.
Sinn und Zweck dieser Einrichtung ist es, den Betroffenen
dabei zu helfen, neue Perspektiven zu entwickeln und ihrer persönlichen
u. sozialen Konflikte selbst zu meistern. Dazu ist eine vertrauensvolle
Beziehung der Jugendlichen zu ihren Erziehern, die eng mit den Ausbildern
und Lehrern kooperieren, unerlässlich. Von diesem guten Verhältnis
zwischen Ausbildern und Auszubildenden konnte sich die Fraktion
bei ihrem Besuch nachhaltig überzeugen. Besonders beeindruckt
waren die Kreisräte auch von den gepflegten Zustand der Gebäuden
und Ausbildungsplätzen. Nicht zu unterschätzen für
das Wohl der Entwicklung der Jugendlichen ist sicherlich auch die
idyllische Lage des Stiftes, das sich auf einer Anhöhe am Randes
von Sinsheim befindet, ländlich aber dennoch stadtnah.
Wie sind die Auswirkungen der Autobahn-Maut auf die Bundes-,
Landes- und Kreisstraßen?
Genau mit dieser Frage, wendete sich die CDU-Kreistagsfraktion
mit einem Antrag an das Landratsamt des Rhein-Neckar-Kreises. Inhalt
des Antrages war die Beauftragung des Straßenbauamtes, auf
Bundes-, Landes- und Kreisstraßen, Verkehrszählungen
durchzuführen, um zu erfahren ob der Verkehr auf diesen Straßen
durch Einführung der BAB – Maut für Schwerlastverkehr
zugenommen hat.
Leider wurde dieser Antrag abgelehnt. Man schloss zwar nicht aus,
dass zur Vermeindung einer finanziellen Belastung, Halter und Fahrer
von mit Maut belegten Nutzfahrzeugen sich alternativer Routen bedienen,
dies aber aufgrund der Wegzeitrelation nur bei Kurzstrecken oder
staubedingten Sperrungen der Autobahn in Anspruch nehmen würden.
Des Weiteren könne man alleine mit der Durchführung von
Verkehrszählungen keine sichere Aussage über mögliche
Belastungsveränderungen von einzelnen Straßen machen.
Eine deutlichere Aussage über ein geändertes Nutzungsverhalten
würde nach Meinung des Landratsamtes, nur eine umfassende Verkehrsuntersuchung
im großräumigen Stile, bringen, die aber mit einem erheblichen
finanziellen Aufwand verbunden sei. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt
würden aber keine Mittel zur Durchführung zusätzlicher
Verkehrszählungen zur Verfügung stehen. Vor diesem Hintergrund
dürfte es, um zu einer ersten Näherungsaussage zu kommen,
vollkommend ausreichend sein, die Ergebnisse der regelmäßigen
Verkehrszählungen an klassifizierten Straßen einer Bewertung
zu unterziehen. Auch würde man dann die Überwachung der
Verkehrsentwicklung auf den Bundesfernstraßen, die das Bundesministerium
für Verkehr, Bau und Wohnungswesen im Jahr 2005 durchführen
wird, zur Beurteilung der Gesamtsituation miteinbeziehen. Diese
Zählungen bzw. die Überwachung selbst, soll im Zeitraum
von Mai bis September 2005 vollzogen werden. Sobald dann diese Zähldaten
vorliegen, kann eine erste Grobbewertung einer zusätzlichen
Belastung von Bundes-, Landes- und Kreisstraßen aufgrund der
Vermeidung von Mautgebühren vorgenommen werden. Die CDU-Kreistagsfraktion
geht davon aus, dass diese Thematik nicht nur im Rhein-Neckar-Kreis
ein Problem darstellt, und man auf die zukünftige Entwicklung
gespannt sein kann.
"Ausgaben in der Erziehungshilfe werden eher noch ansteigen"
- CDU-Kommunalpolitiker im Gespräch mit katholischen Erziehungsberatern
Rhein-Neckar. Im Jahr 2005 gibt der Rhein-Neckar-Kreis
22,8 Mio. Euro für die Jugendhilfeleistungen aus. Fünf
Jahre zuvor waren es noch 14,5 Mio.
Euro. Grund genug für die Kommunalpolitische Vereinigung (KPV)
der CDU Rhein-Neckar nach Lösungen zu suchen, wie die Erziehungshilfe
in Zukunft ausgerichtet sein soll. Denn allein der Jugendhilfe-Haushalt
überfordert schon heute die Leistungsfähigkeit der mitfinanzierenden
Kreisgemeinden. Das
Resultat: Nach Abzug der Kreisumlage sind vor Ort nur noch bedingt
Investitionen möglich. Zusammen mit Mitgliedern der CDU-Kreistagsfraktion
fand deshalb im Heidelberger St. Paulus-Kinderheim ein Treffen mit
Vertretern der Arbeitsgemeinschaft katholischer Einrichtungen in
der Erziehungshilfe statt.
"Die Ausgaben in der Erziehungshilfe werden
in den nächsten Jahren eher noch ansteigen", sagte KPV-Kreisvorsitzender
Christian Jung (Neckargemünd) zur Begrüßung. Gründe
hierfür seien die zunehmende Zahl von Alleinerziehenden, Single-Haushalten
und die Kürzungen bei den Sozialleistungen, aber auch eine
"Verrohung und Gewaltbereitschaft in der Gesellschaft und den
Familien, wenn diese überhaupt existierten". Hinzu käme
die noch steigende Bevölkerungsentwicklung in der Metropolregion
Rhein-Neckar. Im Vordergrund der Erziehungshilfe von Kindern und
Jugendlichen stehen fast immer massive Auffälligkeiten in der
Schule, Schulschwänzen, Aggression oder Depression.
Gründe dafür sind familiäre Konflikte, Ehestreitigkeiten,
Trennung meist in Kombination mit Gewaltbereitschaft und völlige
Überforderung. Noch eine Stufe dahinter findet man dann psychische
Erkrankungen, Trennungsprobleme, drohende Arbeitslosigkeit und manchmal
auch Suchtverhalten, Straffälligkeit oder eine tief sitzende
Ablehnung des Kindes. Das Gefühl, völlig in der Erziehung
und in der Gesellschaft versagt zu haben hindert die Eltern paradoxer
Weise daran, sich rechtzeitig Hilfe zu holen. Die Probleme werden
verdeckt, so lange es geht.
Nach Meinung von Thomas Burger, Leiter des Heidelberger
St. Paulusheims, fristet die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen
in diesem Zusammenhang bundesweit ein absolut randständiges
Dasein. "Selbst wenn es die Jugendhilfe überhaupt nicht
gäbe, wären die finanziellen Sorgen der Kreise und Städte
nur hinter dem Komma ein kleines bisschen kleiner", sagte Burger.
Die gesellschaftliche Wirkung dessen, was Kinder- und Jugendhilfe
bewirke, sei deutlich größer als deren Kosten vermuten
lasse. Doch in diesem Zusammenhang gebe es eine Tendenz der Jugendämter,
richtigen Jugendhilfemaßnahmen eine Reihe von kostengünstigeren
Maßnahmen vorzuschalten.
"Zahlreiche Studien belegten allerdings, dass
Maßnahmen nur dann effektiv sind, wenn sie frühzeitig
beginnen und möglichst die ganze Familie in die Hilfe einbezogen
wird. Zudem weiß man, dass Kinder, die zuerst in einer Psychiatrie
waren, anschließende Jugendhilfemaßnahmen häufiger
abbrechen, als andere Kinder", stellte Burger heraus. Die neuen,
niederschwelligen Hilfeformen würden zwar kurzfristig die Haushalte
der Kreise und Städte entlasten, mittelfristig aber zu einem
starken Anstieg der Kosten führen.
Der Jugendhilfe-Experte empfahl des Weiteren, dass Schulbehörden
und Jugendämter aufhören sollten, sich gegenseitig die
Verantwortung für soziale Probleme im Umfeld von Schule zuzuschieben.
Er plädierte für integrierende
Lösungsmodelle: Soziales Training, soziale Gruppenarbeit und
Tagesgruppen müssten in den Schulen ausgebaut werden. Dann
hätten auch niederschwellige Angebote ihren Sinn, weil dort,
wo die Probleme auf treten, auch Instrumente zur Verfügung
stehen, um schnell und unbürokratisch reagieren zu können.
Kreisrat Manfred Helm (Walldorf) dankte den Mitgliedern
der Arbeitsgemeinschaft für Erziehungshilfe für die erhaltenen
Informationen und ihre Arbeit. Der Rhein-Neckar-Kreis plane in den
kommenden Jahren einen weiteren Ausbau der sozialen Gruppenarbeit.
Das gleiche gelte für den Einsat z intensiver sozialpädagogischer
Einzelbetreuung und der Familientherapie, um eine Fremdunterbringung
zu verhindern. Auch der verstärkte Einsatz sozialpädagogischer
Familienhelfer zum Ausgleich von familiären Defiziten müsse
erwogen werden. Kreisrat Martin H. Bitzel (Hirschberg) hält
auch die Prävention durch Antigewaltprogramme sowie die Schulung
von Eltern und Lehrern auf verschiedenen Ebenen für ein Mittel,
um mittelfristig Kosten zu senken. Dabei gelte es ebenso zu berücksichtigen,
dass die ländlichen Bereiche im Landkreis weniger betroffen
seien. "Brennpunkte im Kreis sind Gemeinden mit verstärktem
Zuzug von Ausländern und Rückkehrdeutschen,"
stellte Bitzel fest. Die Strukturkommission des Kreises habe zur
Haushaltskonsolidierung bereits pauschale und individuelle Kürzungen
bei freiwilligen Ausgaben vorgenommen. Bei den Erziehungsberatungsstellen
konnten Kosten durch neue Aufgabenstellung gemindert werden.
Kreisrat Helmut Mehrer (Brühl) ergänzte,
das Vertrauen und die Achtung, die Eltern ihren Kindern in den ersten
Lebensjahren entgegenbringen würden, sollten auch das Lehrer-Schüler-Verhältnis
prägen. "Für den Erfolg dieser Beziehung und insbesondere
ihrer eigenen Kinder tragen die Eltern weiterhin Verantwortung.
Sie sollten sich nicht zurückziehen, wenn es um den Erfolg
und das Glück der ihnen anvertrauten jungen Menschen geht",
sagte Mehrer.
Bürgermeister und Kreisrat Hans-Dieter Weis (Dielheim) vertrat
abschließend die Auffassung, dass die finanziellen Sorgen
noch größer wären, wenn es überhaupt keine
Jugendhilfe gäbe. "Wenn ich in meiner Gemeinde die wenigen
freiwilligen Leistungen sehe, so leisten wir uns auch im Bereich
der offenen Jugendarbeit ein Projekt, welches gerade für Jugendliche,
die sich nicht in Vereinen binden wollen, sehr wertvoll ist. Ich
bin mir sicher, dass wir uns hierdurch langfristig Kosten ersparen",
betonte Weis. Prävention müsse sehr früh ansetzen.
Die Erfolge seien aber nicht immer messbar. Wenn sich aber die finanzielle
Situation nicht verbessere, könnten auch in Dielheim die Mittel
für die Jugendarbeit nicht mehr garantiert werden.
Wie bewährt sich Hartz IV?
Leimen. Aus Presseberichten aus ist zu entnehmen,
dass bundesweit die Arbeitsgemeinschaften zur Vermittlung von Langzeitarbeitslosen
immer mehr in die Kritik geraten. Gefordert wurde eine schnellere
und bessere Vermittlung. Nach Meinung der CDU-Kreistagsfraktion
wäre diese Aufgaben in der Zuständigkeit der Stadt- und
Landkreise mit eigenem Ermessungsspielraum wesentlich besser aufgehoben
gewesen. Im Haushaltsplan 2005 des Rhein-Neckar-Kreises wurden die
Auswirkungen von Hartz IV neutral ohne zusätzliche Mittel des
Kreises veranschlagt. Die CDU-Kreistagsfraktion – so ‚Fraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf hat deshalb den Antrag gestellt, über folgende
Punkte in der nächsten Sitzung des Ausschusses für Soziales,
Schulen und Kultur zu berichten:
• Wie ist die Zusammenarbeit zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis
und den Arbeitsagenturen?
• Liegen dem Sozialdezernat Erfahrungsberichte bereits gebildeter
Arbeitsgemeinschaften vor?
• Werden die Haushalte 2005 und 2006 durch Hartz IV belastet?
Übergabe des Ehrenrings an Landrat Dr. Jürgen
Schütz
Bei der Übergabe des Ehrenrings an Landrat
Dr. Jürgen Schütz hielt Bruno Sauerzapf im Auftrag des
Kreistags folgende Ansprache:
„Am 14. Juni 1945 horcht die Welt auf.
• Die Reanimation der Sozialdemokratischen
Partei Deutschlands steht an. Sie wird ein Tag später in Berlin
neu gegründet.
• Die Tageszeitungen melden, dass die Produktion
des Volkswagens, besser bekannt als der Käfer“ wieder
aufgenommen wurde.
• Das Fraternisierungsgebot wird gelockert.
Demzufolge erhalten britische Besatzungssoldaten in Deutschland
die Erlaubnis, mit kleinen Kindern zu sprechen
• Der deutsche Maler und Bildhauer Jörg
Immendorff wird geboren.
Und in der Klinik St. Elisabeth erblickt ein Büblein das Licht
der Welt, das unmittelbar danach nach Weinheim verbracht wird und
welches das Erstgeborene im Hause Schütz ist.
Heute, 60 Jahre später, ist dieses Büblein
• seit 19 Jahren Landrat des Rhein-Neckar-Kreises
und damit des größten Kreises in Baden-Württemberg
und
• Vorsitzender des Zweckverbandes Verkehrsverbund
Rhein-Neckar und
• Präsident des Landkreistages Baden-Württemberg,
zuvor dessen Vizepräsident
und als solcher feiert er heute mit uns seinen
60. Geburtstag.
- 60 Jahre ist wirklich eine lange Zeit,
- 60 Jahre, das sind zwei Generationen, sechs Hundeleben,
zweimal der 30jährige Krieg und fünf tausendjährige
Reiche, eine wirklich lange Zeit.
- 60, das ist ein Schock, aber nur für die,
die in den alten Begriffen noch zu rechnen gelernt haben, also fünf
Dutzend
Einen solchen Schock, wie wir ihn heute gemeinhin
haben, wenn uns etwas besonderes schreckt, meine ich heute nicht,
denn ein 60. Geburtstag ist beileibe nichts Schockierendes, sondern
im Gegenteil, etwas ganz Erfreuliches, und darum freuen wir uns,
dass wir dabei sein können.
Lieber Jürgen, ich heiße dich willkommen
im Kreise der „echten Sechziger“. Ich darf dich so nennen,
weil es im Spannungsfeld zwischen
• „Geburtstagskind“ und
• „Jubilar“
keinen vernünftigen Begriff gibt, der so recht auf dich und
das Ereigniss passen würde.
Ein „Kind“ bist du freilich nicht mehr, aber auch beim
Jubilar sperrt sich die Zunge, weil du den Höhepunkt deines
Wirkens und Schaffens sicher noch vor dir hast und in dem Alter
bist, in dem Adenauer noch 12 Jahre warten musste, bis er Kanzler
der Bundesrepublik werden konnte.
Die Kreisrätinnen und Kreisräte gratulieren
dir herzlich zu deinem 60igsten.
• Wir gratulieren einer Persönlichkeit,
– wie die RNZ so treffend beschrieb -, die während ihrer
Amtszeit zur absoluten Integrationsfigur des Rhein-Neckar-Kreises
wurde.
• Wir gratulieren einem nicht immer bequemen Landrat, der
zielorientiert, geradlinig und nachhaltig die Interessen des Kreises
vertritt.
• Wir gratulieren einem echten Kurpfälzer, der natürlich
gutes Essen, Wein und Kunst zu genießen weiß.
Landrat Dr. Jürgen Schütz hat 4 Hauptschwerpunkte gesetzt:
• Bei der Zukunftssicherung durch Investitionen für Bildung
und Erziehung
• Durch Profil des Rhein-Neckar-Kreises mit Kunst und Kultur
• Durch die Förderung intelligenter Verkehrssysteme insbesondere
dem Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs.
• Durch Sicherung der Krankenversorgung mit neuen Strukturen
bei den Gesundheitseinrichtungen
Außerdem verdienen drei weitere Punkte erwähnt
zu werden:
1. Dr. Jürgen Schütz hat die Integration der drei ehemaligen
Landkreise im Sinne seines Vorgängers Albert Neckenauer konsequent
vollendet.
2. Er hat den Stellenwert des Rhein-Neckar-Kreises
in der Region und im Land Baden-Württemberg wesentlich vergrößert
und die regionale Zusammenarbeit maßgeblich mitgestaltet..
3. Jürgen Schütz hat sich um den Rhein-Neckar-Kreis
verdient gemacht.
Die Kreisrätinnen und Kreisräte danken
Dr. Jürgen Schütz für seinen unermüdlichen Einsatz
für die Menschen im Rhein-Neckar-Kreis.
Wir danken ihm dafür, dass er Visionen in
die Realität umsetzte und wir danken ihm für die Hartnäckigkeit
mit der er ohne Rücksicht auf Parteiangehörigkeit des
Rhein-Neckar-Kreises vertritt.
Wir danken Dr. Jürgen Schütz für
jahrzehntelange vertrauensvolle Zusammenarbeit.
Wir danken auch seiner Ehefrau Gisela Schütz,
die ihm immer eine wertvolle Stütze ist und nicht nur hinter
ihm, sondern ihm auch zur Seite steht.
Lieber Jürgen, der Kreistag hat am 15. März
2005 einstimmig beschlossen, dir den Ehrenring des Kreises zu überreichen.
Nicht wegen des Geburtstages, sondern auf Grund deiner Leistungen.
Der griechische Philosoph Sophokles hat vor 2.400
Jahren folgenden Ausspruch geprägt: "Das Beste ist, gerecht
zu sein, das Schönste die Gesundheit und das Angenehmste, wenn
man immer erreicht, was man will." Deshalb wünsche ich:
• das beste für deine Amtsführung
• das Schönste für dich und deine Familie und
• das Angenehmste für unseren Rhein-Neckar-Kreis.
Darum lieber Jürgen, bleibe möglichst
lange 60.

CDU war mit dabei – Tagfahrt des Ausschusses für Soziales, Schulen und Kultur
Am Dienstag, dem 05. Juli 2005 fand im Rahmen des Ausschusses
für Soziales, Schulen und Kultur eine Besichtigung der Schulen
in der Trägerschaft des Rhein-Neckar-Kreises statt. An dieser
Tagfahrt nahmen auch die Ausschussmitglieder der CDU-Kreistagsfraktion
teil, um sich ein genaues Bild über den Sachstand der Schulen
des Rhein-Neckar-Kreises zu machen. Auf dem Besichtigungsprogramm
standen das Berufsschulzentrum Schwetzingen, Wiesloch, Sinsheim,
Weinheim und die Martinsschule in Ladenburg.
Im Berufsschulzentrum Schwetzingen stand die Besichtigung der
Neuen Sporthalle und die Erläuterung der neuen Baumaßnahme „Erweiterung
der Carl-Theodor und Erhart-Schott-Schule“ an. Im Berufschulzentrum
Wiesloch wurde die Aufstockung der Johann-Philipp-Bronner Schule
besichtigt. Direkt im Anschluss fuhr man nach Sinsheim und besichtigte
dort die neuen Werkstätten. Eine wahre Musterschule bot sich
den Kreisräten in Sinsheim. Die Berufsschule verfügt über
die neuste Ausstattung und kann den Schüler die bestmöglichste
Ausbildung bieten, was eine Führung durch den Schulkomplex
klar belegte. Beeindruckt ging es weiter ins Berufsschulzentrum
Weinheim, in dem die neuen Kfz- und Metallwerkstätten in Augenschein
genommen wurden. Auch hier fand man eine erstklassige Ausstattung
vor. Angesprochen wurde hier lediglich die Raumproblematik der
Helen-Keller-Schule, der es an Platz mangelt. Diverse Kurse und
Klassen sind im ganzen Schulkomplex verteilt, was eine optimale
Ausbildung erschwert. Des Weiteren fehlt es lauf Auskunft der Schulleitung
an Fach-, Aufenthalts- und Klassenräumen. Ein Problem mit
dem sich der Ausschuss die nächste Zeit beschäftigen
muss. Als letzte Station stand der Besuch der Martinsschule auf
dem Programm. Schulleiter Gredel empfing die Kreisräte und
leitete selbst die Führung durch die Schule. Er wies direkt
auf die Probleme hin und zeigte anhand von Beispielen wie dringend
ein Neubau bzw. Umbau der Martinsschule ist. Die Problembereiche
liegen ganz klar im Platzbedarf, sanitäre Einrichtungen und
vor allen in der Ausstattung. Gerade für behinderte Menschen
sollte das Bestmöglichste vorhanden sein, um Ihnen eine annähernde
Gleichbehandlung in Sachen Bildung zu ermöglichen. Aus diesem
Grund werden in den nächsten zwei Jahren ca. 9 Millionen Euro
in den Neubau der Martinsschule investiert. Eine Investition die
Sinn macht.
Am Schluss des Besichtigungstages kam man zu dem Ergebnis, dass
der Rhein-Neckar-Kreis über ein überdurchschnittlich gutes
Schulwesen verfügt, was aber nicht heißen soll, dass man
sich auf dem bereits Erreichten ausruhen kann. Der Kreis wird weiterhin
angehalten, in das Schul- und Bildungswesen zu investieren. Denn
schließlich sind diese Investitionen wegweisend für
eine gute Ausbildung und einen starken Rhein-Neckar-Kreis.
Eckwerte für den Haushalt 2006
Neubau der K 4229 Weinheim – hessische
Landesgrenze
Bei der Kreistagssitzung am 26. Juli 2005 gab Fraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf folgende Stellungnahme für die Kreistagsfraktion
ab: „Vorgestern
blicken wir zurück: Vorgestern war die Welt noch einigermaßen
in Ordnung. Der Hebesatz der Kreisumlage lag von 1996 bis 2002
noch in einem einigermaßen für die Kreisgemeinden erträglichen
Bereich zwischen 24,5 und 26,7 Punkten. Im Jahre 2002 begann mit
einem Frost die heutige Eiszeit. Die freie Verfügungsmasse
ist verschwunden. Es sind 2002 Haushaltsfehlbeträge in Höhe
von 2,3 Mio. € und 2003 in Höhe von 5,8 Mio. € entstanden.
Gestern
Gestern – im Jahre 2004 – stieg der
Haushaltsfehlbetrag auf 6,8 Mio. €. Die Kreisumlage stieg
um volle 4 Punkte. Das zu breite finanzielle Tal der Tränen öffnete
sich. Heute
Das Hauhaltsjahr 2005 zeigt trotz erheblicher Erhöhung der
Kreisumlage um weitere 3,9 Punkte auf nicht für möglich
gehaltene 33,6 Punkte ein trauriges Bild. Es wird erneut ein
Fehlbetrag von nahezu 7 Mio. € erwartet.
Morgen
Und morgen stehen wir erneut vor dem Phänomen, dass die
Kreisumlage eine Straße ist, die nur in eine Richtung und
ständig bergauf geht. Für 2006 ist eine weitere Erhöhung
um 1,5 Punkte vorgesehen. Eine Entwicklung, welche die Investitionsfähigkeit
der Kreisgemeinden mit wenigen Ausnahmen stranguliert. Es stellen
sich zwei Fragen:
Ist diese Steigerung hausgemacht -
oder hat sie andere Gründe?
Wo liegen die wahren Ursachen der Misere
1. Frage: Ist diese Steigerung hausgemacht?
Diese Frage ist mit einem glatten „Nein“ zu beantworten. Wir
haben in den vergangenen Jahren alles getan, was möglich
war. Wir haben:
- Die Personalkosten reduziert,
- die Sachkosten eingefroren,
- freiwillige Leistungen gekürzt,
- Einrichtungen des Kreises zentralisiert,
- die Investitionen auf das Notwendige reduziert.
Das Ergebnis ist eindeutig: Die Ursachen können nicht in
unserem Einflussbereich liegen. Also stellen wir die
2. Frage: Was sind die Hauptursachen für diese
Entwicklung?
Verwaltungshaushalt
Die Ursachen liegen
in der Entwicklung des Verwaltungshaushaltes. Das ungebremste
Ansteigen der sozialen Leistungen übersteigt
die finanziellen Möglichkeiten des Kreises und der gesamten Republik. Bundestag,
Bundesrat und Bundesregierung bestimmen die Art und die Höhe dieser Leistungen,
die Stadt- und Landkreise bezahlen. Es fehlt im Grundgesetz das Konnexitätsprinzip
wie es in der Landesverfassung verankert ist. Damit einher geht ein beispielloser
Verfall der kommunalen Investitionsfähigkeit. Die sozialen Lasten nehmen
jeglichen finanziellen Spielraum.
Ein krasses Beispiel ist die Zusammenlegung von
Arbeitlosen- und Sozialhilfe. Eine an sich richtige Maßnahme. Es wurde
jedoch im Gesetzgebungsverfahren schlampig gearbeitet, und bei der Umsetzung
bestehen erhebliche Mängel.
- Das zugrunde liegende Zahlenmaterial war
schlichtweg falsch. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften ist wesentlich
höher
als erwartet.
- Doppelzuständigkeiten der Arbeitsagenturen und der Sozialhilfeträger
sind Gift für eine gute Zusammenarbeit. Die Arbeitsgemeinschaften konnten
und können daher nicht funktionieren. Dies hat auch der überparteiliche
Ombudsrat verlauten lassen. Korrekturen sind dringend notwendig. Der Rhein-Neckar-Kreis
hat am 28. Juni 2005 angeboten, die Eingliederung der Langzeitarbeitslosen
zu übernehmen, wenn Entscheidungsmöglichkeiten bestehen und die
Kosten von der Arbeitsagentur übernommen werden. Bisher von dort keine
Antwort.
- Die von der Bundesregierung zugesagte Entlastung von 2,5 Milliarden € wurde
bisher und wird auch künftig nicht realisiert. Hinzu kommt, dass Mittel,
die bisher nicht eingespart wurden, für weitere an sich wünschenswerte
aber nicht finanzierbare Maßnahmen – wie Ganztagsschule und Tagesbetreuungsausbaugesetz
ausgegeben. Auf deutsch gesagt: Das Geld wurde noch nicht eingespart, dafür
aber dreimal ausgegeben.
- Das Land hat von den 132 Millionen €, die für die Übernahme
der Kosten der Unterbringung an die Stadt- und Landkreise fließen sollen,
100 Mio. € für den Landeshaushalt kassiert.
- Die Betroffenen klagen über umständliche Behördenwege und über
geringere Leistungen.
- Dem Bundeshaushalt fehlen 8, eher 10 Mio. €.
- Dem Kreishaushalt fehlen 4, eher 6 Mio. €.
Fazit: Jeder hat mehr Ausgaben und keiner erhält mehr. Ein weiterer
Konstruktionsfehler – zumindest in der Öffentlichkeitsarbeit.
Wir fordern deshalb die Abschaffung der dualen Zuständigkeiten
von Kreis und Arbeitsagentur und die Verlagerung dieser Aufgabe auf die Kreisebene,
weil sie sowohl für die Betroffenen als auch für die öffentlichen
Haushalte die wesentlich bessere Lösung ist. Weg mit der Doppelzuständigkeit.
Die Leistungen des Arbeitslosengeldes II müssen aus einer Hand gewährt
werden.
Die Aufwendungen für die Jugendhilfe steigen
zwar weiter, jedoch bei weitem nicht mehr als in den vergangenen Jahren. Positiv
vermerken wir, dass der Kostenanstieg bei den Jugendhilfeleistungen durch
innovative und präventive Maßnahmen gebremst wurde. Der Kostenanstieg
flacht merklich ab.
Die Einnahmequellen sprudeln immer spärlicher,
die Steuerquellen drohen auszutrocknen. Das Aufkommen an der Grunderwerbsteuer
sinkt, der Finanzausgleich wird geringer. Eigene Steuerquellen stehen nicht
zur Verfügung.
Hinzu kommt, dass die Prognosen für den Haushalt 2006
auf einigen wackligen Beinen stehen.
- Die Entwicklung des Finanzausgleichs ist noch nicht abschätzbar.
- Die Auswirkungen des SGB II – Arbeitslosengeldes II – sind
ungewiss, wobei nur eines gewiss ist, dass sie den Kreishaushalt zusätzlich
belasten werden.
- Bei den Kosten des ÖPNV ist noch nicht absehbar, wie sich die neuen
Urteile und Wettbewerbsbedingungen der Europäischen Union auswirken
werden.
- Beim GRN müssen wir künftig ausgeglichene Ergebnisse erwarten
aber noch Verluste aus der Vergangenheit ausgleichen.
Was können wir noch tun?
Wir werden die Strukturen bei den Gesundheitseinrichtungen ändern.
Wir werden die Effizienzrendite bei der Eingliederung der
Sonderbehörden realisieren.
Was könnte noch getan werden?
Wir könnten freiwillige Leistungen in sozialen und
weiteren Bereichen komplett einstellen und damit das ehrenamtliche Engagement
deutlich schwächen.
Wir könnten die Förderung des ÖPNVs einstellen
und damit den Verkehr auf die Straßen verlagern.
Wir könnten die Investitionen einstellen mit verheerenden
Folgen für unsere Schulen und die Verkehrsstruktur.
Dann bliebe nur noch eines übrig. Wir müssten den Kreistag auflösen
und die Kreispolitik für beendet erklären. Will jemand von uns diese
Entwicklung, die niemand verstehen könnte???
Der Vermögenshaushalt
Die Konsequenz der Entwicklung des Verwaltungshaushaltes, in dem keine Investitionsrate
mehr erwirtschaft werden kann ist, dass die notwendigen Investitionen nur über
Kredite realisiert werden können.
Die Eckwerte 2006 sehen den Einstieg und die Fortsetzung unverzichtbarer Investitionen
vor.
Bei den Berufs- und Sonderschulen stehen von 2002 – 2009 erhebliche Investitionen
in Höhe von über 44 Mio. €. an: Für die Berufsschulzentren
in Schwetzingen, Wiesloch und Sinsheim sowie für den Neubau der Martinsschule
in Ladenburg. Der Kreis reagiert damit auf die weitere Differenzierung des beruflichen
Schulwesens, den steigenden Fachraumbedarf und den gestiegenen Anforderungen
bei den Sonderschulen für Schwer- und Schwerstbehinderte.
Beim ÖPNV sind 2,4 Mio. € für die Finanzierung
der S-Bahn Rhein-Neckar, den weiteren Ausbau der OEG-Strecke Bergstraße
und den Ausbau der Schwarzbachtalbahn vorgesehen. Ein Investitionsvolumen,
das mit Bundes-, Landes-, Kreis- und Gemeindemitteln einen dreistelligen Millionenbetrag
erreichen wird.
Dass dies notwendig ist, ist unbestritten.
Beim Straßenbau
muss gleichermaßen das Straßennetz ausgebaut werden, denn außer
der Beförderung von Personen auf Straßen und Schienen müssen
auch Güter auf Straßen zur Erhaltung und zum Ausbau des Wirtschaftsstandorts
Rhein-Neckar befördert werden. Deshalb sind der Ausbau und der Neubau von
Straßen notwendig. Folgende Entscheidungen stehen an:
- Neubau der K 4229 Weinheim – hessische Landesgrenze
- Ausbau der K 4277 zwischen Weiler und Waldangelloch
- Beseitigung zweier schienengleicher Bahnübergänge auf der K
4144 in Schwetzingen
- Neubau eines Brückenbauwerks in Neu-Edingen
Investitionen, die zwar nicht die Höhe der Investitionen des ÖPNVs
erreichen, jedoch auch im dreistelligen Millionenbereich liegen werden. Drei
der geplanten Maßnahmen sind nicht umstritten, diesen Planungen und Investitionen
stimmen wir zu.
Bei der geplante Verbindungsstraße Weinheim-hessische Landesgrenze
bestehen nur in Hemsbach unterschiedliche Auffassungen. Zwei Bürgerinitiativen
stehen sich gegenüber, die eine will diese Straße und die andere
will nicht diese Straße, sondern eine andere westlich der Autobahn. Diese
Trasse hat jedoch gravierende Nachteile. Sie hat
- nicht die gleiche Verkehrsbedeutung,
- entlastet die Städte und Gemeinden wesentlich geringer,
- beansprucht mehr Flächen,
- erfordert mehr Mittel,
- ist nicht planfestgestellt.
Wir fordern mehrheitlich die planfestgestellte Straße aus folgenden
Gründen
- Die planfestgestellte Trasse wurde aus 14 Varianten ausgewählt. Die
Abwägung wurde nach allen Gesichtspunkten durchgeführt und von
den Verwaltungsgerichten geprüft. Der Planfeststellungsbeschluss ist
rechtsbeständig.
- Die planfestgestellte Straße ist Bestandteil der Flächennutzungspläne
von Weinheim, Hemsbach und Laudenbach
- Die planfestgestellte Straße hat einen eigenen Verkehrswert, verknüpft
die Bundesstraße 3 mit der Bundesstraße 38 a und verbessert die
Verkehrsinfrastruktur im nördlichen Kreisbereich.
- Die planfestgestellte Straße verbindet zwei Landkreise und zwei
Gemeinden und ist keine Gemeindeverbindungs-, sondern eine Kreisverbindungsstraße.
- Die planfestgestellte Straße ist eine Entlastungsstraße für
Weinheim, Hemsbach und Laudenbach. Die Ortsstraßen in Weinheim, Hemsbach
und Laudenbach werden bis zu 70 % vom Durchgangsverkehr in den Hauptverkehrsstraßen
entlastet.
- Die planfestgestellte Straße verläuft bahnparallel und ist
daher landschaftsschonend. Eine realistische Alternative besteht nicht. Ein
optimaler Lärmschutz ist gewährleistet.
- Wenn die planfestgestellte Straße nicht gebaut werden soll, dann
wird es in den nächsten 30 Jahren keine Verbesserung der Straßenverkehrsinfrastruktur
geben.
- Zur endgültigen Lösung ist die Verlegung des Autobahnanschlusses
in Hemsbach und die Verknüpfung mit der neuen Kreisstraße notwendig.
Kurz gesagt, ohne Kreisstraße keine Verlegung des Autobahnanschlusses.
Noch eine Bemerkung zum Bürgerwillen einer Bürgerinitiative. Die
geplante Straße hat eine erhebliche volkswirtschaftliche Bedeutung für
den gesamten Raum. Der weitaus größere Bevölkerungsteil von
Weinheim und Laudenbach fordert diese Straße. In Hemsbach sind die Meinungen
geteilt. Die eine Bürgerinitiative ist gegen und die andere für die
Straße. Aber eines haben die Initiativen gemeinsam. Beide fordern eine
Straße. Die Alternativtrasse westlich der Autobahn hat die bereits aufgeführten
gravierenden Nachteile. Im übrigen würde ein neues Verfahren Jahrzehnte
in Anspruch nehmen und die dringend notwendige Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur
auf den St. Nimmerleinstag hinausschieben.
Noch ein Wort zum „Schildbürgerstreich“. Es wäre tatsächlich
ein Schildbürgerstreich, diese Maßnahme nicht unverzüglich
in Angriff zu nehmen. Denn a us Verantwortung für die Menschen und deren
Arbeitsplätze im nördlichen Kreisteil muss diese Straße unverzüglich
gebaut werden. Denn Kreispolitik ist keine Gemeindepolitik. Kreispolitik ist
Politik für den gesamten Raum.
Den halbherzigen Antrag der Grünen, einen Sperrvermerk im Haushaltsplan
zu verfügen, müssen wir deshalb ablehnen. Der Mittelbereitstellung
stimmen wir mehrheitlich zu. Unser Kollege Volker Pauli wird für die Minderheit
in unserer Fraktion sprechen.
Eines darf natürlich nicht fehlen. Einige Anmerkungen zur geplanten
Erhöhung der Kreisumlage.
Wir können und werden heute nicht über die Kreisumlage 2006 entscheiden.
Wir erwarten, dass die geplante Erhöhung um 1,5 Punkte eine Maximalforderung
ist, die nach unten korrigiert werden muss. Denn die Eckwerte basieren auf Annahmen,
die sich bis zur Haushaltsverabschiedung hoffentlich nach unten bei den Ausgaben
und nach oben bei den Einnahmen verändern können.
Die Eckwerte-Prognosen nehmen wir zur Kenntnis.
Den geplanten Investitionen für das Jahr 2006 – insbesondere bei den
Schulen, dem ÖPNV und dem Straßenbau - stimmen wir zu.
Herr Landrat, verehrte Kolleginnen und Kollegen,
bei den Eckwerten bleibt nur eines übrig: Wir ertragen Sie und
hoffen auf Besserung, denn – ich zitiere den Landrat - was zuletzt stirbt,
ist die Hoffnung.“
CDU-Kreistagsfraktion tagt auf der Jugendburg in Rotenberg
Am Samstag, dem 23.07.2005 traf sich die CDU-Kreistagsfraktion
zur Fraktionssitzung in dem schönen Städtchen Rotenburg,
welches bekanntlich zu Rauenberg gehört, auf der Jugendburg,
um die Tagesordnung der bevorstehenden Kreistagssitzung zu besprechen.
Freundlich wurden die Kreisräte vom Rotenburger Ortsvorsteher
Herrn Norbert Menges begrüßt, welcher die Anwesenden
kurz über die Geschichte Rotenburgs informierte. Im Anschluss
begrüßte der Bürgermeister von Rauenberg und Kreistagskollege
Herr Frank Broghammer alle CDU-Kreisräte und hieß diese
herzlich willkommen. Nun konnte man zur Tagesordnung übergehen
und der Vorsitzende Bruno Sauerzapf übergab das Wort an die
jeweiligen Ausschussvertreter. Kreisrat Heinrich-Martin Bitzel
teile die Ergebnisse aus dem Jugendhilfeausschuss mit, der sich
intensiv mit dem Thema Tagesbetreuungsausbaugesetz (TAG) beschäftigt
hatte. Er teilte mit, dass beabsichtigt wird, dieses Thema bis
zum 01.10.2010 aufzuschieben, da momentan noch keine solide Finanzierung
des TAG besteht. Kreisrat Wolfgang Androsch, CDU-Fraktionssprecher
für den Ausschuss Umwelt und Verkehr, informierte über
den Sachstand Öffentlicher Personen- und Nahverkehr. Des Weiteren
sprach er die geplanten Baumaßnahmen im Bezug auf Kreisverbindungsstraßen
an. Diese Maßnahmen sollten dringend auf den Weg gebracht
werden, so Androsch, ginge es doch hier um die Zukunft des Straßennetzes
des Rhein-Neckar-Kreises. Der CDU-Fraktionssprecher des Ausschusses
für Soziales, Schulen und Kultur, Herr Kreisrat Werner Knopf,
berichtete über die Tagfahrt zu den Berufsschulen des Rhein-Neckar-Kreises,
zu der das Landratsamt eingeladen hatte. Hier konnten sich die
Kreisräte überzeugen, dass der RNK über ein ausgezeichnetes
Berufsschulsystem und über eine erstklassige Ausstattung verfügt.
Für den GRN – Ausschuss, der sich mit der Zukunft der
Kreiskrankenhäuser beschäftigt, sprach Bruno Sauerzapf.
Er teilte mit, dass die Umwandlung des Eigenbetriebes GRN in einer
gemeinnützige GmbH zum 01.01.2006 der einzig richtig Weg ist.
Auf Grund der hohen Defizite mancher Kreiskrankenhäuser, ist
die Umwandlung die Chance endlich wieder eine „Schwarze Null“ zu
erreichen. Eine gGmbH ist handlungsflexibler und hat im Konkurrenzkampf
eine bessere Überlebungschance. Für den Verwaltungs-
und Finanzausschuss ergriff Herr Kreisrat Oscar Schuster das Wort.
Er informierte über die finanzielle Lage des Kreises und die
Jahresrechnung 2004. Zum Schluss informierte Kreisrat Rainer Beetgen
noch über den Architektenwettbewerb bezüglich der Martinsschule
in Ladenburg. Er geht davon aus, dass Ende 2005 ein Ergebnis vorliegt
und dann auch rasch mit dem Bau begonnen werden kann.
Gegen 13.30
Uhr endete die Fraktionssitzung der CDU-Kreistagsfraktion. Dank
geht an die Stadt Rotenberg für den freundlichen Empfang
und die zur Verfügungsstellung der Räumlichkeiten.

Tagesbetreuungsausbaugesetz
Bei der Sitzung des Kreistags vom 26. Juli 2005 gab Kreisrat
Karl Klein folgende Stellungnahme für die CDU-Fraktion ab:
„Das zum 01. Januar 2005 in Kraft getretene Tagesbetreuungsausbaugesetz,
kurz TAG genannt für die Tagesbetreuung für Kinder unter 3
Jahren und Schulkinder hat bereits zweimal in diesem
Jahr den Jugendhilfeausschuss (JHA) beschäftigt.
Da der Bundesrat wegen der unklaren
Finanzierung und des Eingriffs in dieZuständigkeit
der Länder und Kommunen als Jugendhilfeträger seine
Zustimmung zum TAG verweigerte, übrigens auch SPD regierte
Länder, hat die Bundesregierung und die Mehrheit
des Bundestages die Aufspaltung des TAG in einen zustimmungspflichtigen
und einen zustimmungsfreien Teil beschlossen.
Das Gesetz heißt nunmehr nur noch „ Gesetz
zum qualitätsorientierten undbedarfsgerechten
Ausbau der Tagesbetreuung für Kinder“ ohne
die vorgesehene Ergänzung „ und zur Weiterentwicklung
der Kinder- und Jugendhilfe“. Damit sind weitere Änderungen
bzw. Verbesserungen zur Kinder- und Jugendhilfe einer gesonderten
späteren Beschlussfassung vorbehalten.
Über diese allgemeine Entwicklung des TAG im
parlamentarischen Bereich mit den Stellungnahmen des Landkreistages,
des Gemeindetages und der Länder wurde der JHA von
der Verwaltung sehr ausführlich informiert und die vorhandenen
Betreuungsplätze für die Tagesbetreuung für Kinder
unter 3 Jahren in den Gemeinden im RNK zum 31.12.2004 erfasst.
Für das gebührt der Verwaltung unserDank.
Bei
dieser Erfassung zeigten sich sehr unterschiedliche
Angebote in den einzelnen Gemeinden.
Der angestrebte Mindeststandard nach
dem TAG
von 20 % wurde nur bei wenigen kleinen Gemeinden erreicht.
Auch die Bedarfsprognose für das Jahr 2010 für
den RNK bringt nur einen Anteil der Deckung
der Plätze am Bedarf von 63,79 % das sind 726 fehlende Plätze.
Das Ziel
des TAG der Ausbau der Kindertagesbetreuung
zu einem bedarfs-gerechten Angebot für Kinder
unter 3 Jahren ganztägig in Kindertageseinrichtungen und
in der Kindertagespflege zu betreuen, kommt gerade alleinerziehenden
berufstätigen Müttern und Vätern sowie
kinderreichen Familien zugute und ist daher sehr zu begrüßen.
Je nach Bedarf sollen diese Angebote auch von in der Ausbildung auf
den verschiedenen Ebenen befindliche Eltern genutzt werden, außerdem
zählen sie auch zu den Maßnahmen zur Eingliederung
in Arbeit.
Dies ist die gute Seite der Medaille, die andere
Seite betrifft die Finanzierung unddie
Pflichten für die Landkreise und die Gemeinden.
Der Bund erwartet dabei, dass die Kommunen von der aus Hartz
IV prognostizierten Entlastung von 2,5 Milliarden
Euro ab 2005 jährlich anwachsend 1,5 Milliarden
Euro für den Ausbau der Kinderbetreuung für
die unter Dreijährigen einsetzen.
Darüber sollen die örtlichen
Träger der
Jugendhilfe jährlich über den Stand des Ausbaus
in einer Bilanz an den Bund berichten.
Da die Einnahmen
aus Hartz IV vollkommen ungesichert
sind und nach wie vor das Gefälle zwischen Stadt- und Landkreisen
bestehen bleibt, ist eine solide Finanzierung des
TAG auf Dauer nicht zu sehen.
Nach Berechnungen des Gemeindetages würden
die Kosten für den Ausbau der Tagesbetreuung für unter
Dreijährige in altersgemischten Gruppen für
20 % der betroffenen Kinder allein in Baden-Württemberg einen
Zusatzaufwand von rund 500 Millionen Euro jährlich
erzeugen.
Allein der Aufwand im RNK wird auf bis zu 10 Millionen
Euro geschätzt.
Wer soll das bezahlen?
Dieses Rahmengesetz des
Bundes verletzt die gute Regel „ Wer
bestellt, derbezahlt“.
Nun scheint
man die „ Finanzierungsgiftzähne
des Gesetzes „ bei der Verabschiedung erkannt
zu haben, den es lässt eine großzügige
zeitliche Übergangsregelung für den stufenweise
Ausbau der Kinderbetreuung für die unter Dreijährigen
bis 2010 zu.
Und genau diese Option
des § 24 a SGB VII,
auszuüben, schlägt der Jugendhilfeausschuss dem
Kreistag vor: Die Bereitstellung eines bedarfsgerechten
Betreuungsangebotes für Kinder im Alter unter 3 Jahren
und im schulpflichtigen Alter längstens bis zum 01.10.2010
zu verschieben.
Die Zeit ist notwendig um
die Verantwortung für die Kleinkindbetreuung auf
die Städte
und Gemeinden zu übertragen, ähnlich wie die Aufgabenwahrnehmung für
die Angebote an Kindergartenplätzen. Damit
wird auch die Kleinkindbetreuung auf gemeindlicher Ebene angesiedelt,
allerdings ohne Rechtsanspruch wie bei den Kindergartenplätzen.
Die CDU-Fraktion verlangt, dass die Gemeinden
im Rahmen ihrer Selbstverwaltung den jeweiligen Bedarf
und die gebotenen Ausbaustufen festlegen.
Dies erfordert
eine enge Zusammenarbeit zwischen
Kreis und Gemeinden bei der vom Gesetz geforderten Bestands- und
Bedarfserhebung.
Der vorgeschlagene Verfahrensablauf und
die Umsetzungsschritte im
Rhein-Neckar-Kreis werden von der CDU-Fraktion unterstützt.
In enger Abstimmung mit den Städten und Gemeinden eine Bestandserhebung ab September
2005 durchzuführen und die Bedarfsplanung vorzubereiten.
Dabei gehen wir davon aus, dass die jeweiligen Planungen und
Ziele mit den Ausbaustufen bis zum Jahre 2010 erreicht werden.
Auf das Jugendamt und den Jugendhilfeausschuss wird
eine Menge Arbeit zukommen. Der Bund schreibt den Landkreisen und
kreisfreien Städten bestimmte Verwaltungsverfahren vor, die
einen erheblichen Verwaltungsaufwand mit sich bringen
und organisatorische Vorkehrungen in großem Ausmaß bedeuten.
Für die Umsetzung vor Ort und für
die Argumentation in den Gemeinden ist es natürlich
von großer Relevanz, in welcher Finanzsituation
sich der Kreis und die jeweilige Kommune befindet. Hier ist zu
prüfen, wie die konkreten Finanzauswirkungen dann
durch Hartz IV aussehen.
Ob der Kreis und die Gemeinden
dies alleine schultern können?
Zur Zeit ist die Finanzierung nicht gesichert.
Die dem Gesetz zugrunde gelegte Finanzierungsgrundlage
ist unseriös.
Kurz gesagt: Die Zielrichtung
ist in Ordnung, die Finanzierungsgrundlage nicht akzeptabel.
Die CDU-Kreistagsfraktion stimmt
deshalb dem Beschlussvorschlag die Option zur Verschiebung auszuüben,
zu.“
Neue Strukturen beim GRN
Bei der Sitzung des Kreistags vom 26. Juli 2005 gab Kreisrat
Karl Klein folgende Stellungnahme für die CDU-Fraktion ab:
„Der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises hat heute über
eine grundlegende betriebliche Neuausrichtung seiner Gesundheitseinrichtungen
zu beraten und zu entscheiden, um auch zukünftig unter enorm
sich verändernden Rahmenbedingungen seiner Aufgabe und Verantwortung
in der Krankenhausversorgung gerecht zu werden.
Dringend notwendig ist dies allein aus folgenden Gründen:
- Der Kostendruck im öffentlichen Gesundheitswesen hält
unvermindert an. Die Folge der politisch seit mehr als 10 Jahre
vorgegebenen Budgetdeckelung und die eingeführten DRG-Abrechnungen
hinterlassen in der deutschen Krankenhauslandschaft tiefe Spuren,
Spuren in Form tief roter Betriebsergebnisse, hauptsächlich
bei kommunalen Krankenhäusern. Dies mit der Folge einer
gewaltigen Privatisierungswelle oder der Schließung
ganzer Krankenhaustandorte.
- Hinzu kommt, dass die EU-Kommission verstärkt die kommunalen
Krankenhäuser ins Visier nimmt und die hohen Steuersubventionen
anprangern. Noch herrscht diesbezüglich etwas Ruhe an der Front.
Doch diese ist sehr trügerisch, wie wir auch schon in anderen
Bereichen erfahren haben und heute infolge dessen mit Bündelausschreibungen
im ÖPNV reagieren.
- Diese Entwicklungen gehen auch nicht am Rhein-Neckar-Kreis
vorbei. Unsere Gesundheitseinrichtungen schreiben seit dem
Jahre 2001 rote Zahlen, der Rhein-Neckar-Kreis schiebt inzwischen
Verlustausgleiche von ca. 7,6 Mio. € vor
sich her, wir schließen das Jahr 2004 mit einem Defizit von
3,5 Mio. € ab und auch die Hochrechnung für das Jahr 2005
zeigt unter bereits etwas veränderten Rahmenbedingungen noch
ein Defizit von ca. 1,5 Mio. €.
Wir müssen uns deshalb schnellstens bewegen und der allgemeinen
Entwicklung im Gesundheitsbereich Rechnung tragen. Dies waren auch
die Gründe, weshalb die CDU-Fraktion am 05.10.2004 die Einrichtung
einer Strukturkommission beantragt hat. Uns ging es nicht einfach
nach dem Motto, rote Zahlen, sparen, schließen bzw.
verkaufen. Sondern es ging uns darum, wie unter den sich
verändernden Rahmenbedingungen
der Rhein-Neckar-Kreis seiner ländlich ausgerichteten Gesundheitsversorgung
gerecht werden kann. Die gebildete Strukturkommission hat nun seit
dieser Zeit eine ganz hervorragende Arbeit geleistet. Dafür
möchte ich mich im Namen der CDU-Fraktion bedanken beim
- Herr Landrat und seiner Kreisverwaltung, dass Sie die
Initiative mit aufgegriffen und sehr forciert unterstützt
haben,
- den Direktoren und bei den leitenden Chefärzten für
die Erarbeitung der umfangreichen Arbeitsgrundlagen, die vorgeschlagenen
Einzelmaßnahmen
und für die Bereitschaft, über die eigene Grenze und Schatten zu
springen,
- bei den leitenden Chefärzten und den Personalräten
für die offenen und angenehmen Gespräche,
- bei den einzelnen Fraktionen für das gezeigte Miteinander
an der Sache orientierten Zusammenarbeit.
Ich glaube, die Ergebnisse zeigen, auch wenn sie nicht nur angenehm
sind, dass man auch in der Politik noch was bewegen kann. Es geht,
wenn man nur gemeinsam will. Dies sachorientierte Zusammenarbeit
würde ich mir auch mal auf Bundes- und Landesebene wünschen.
Ich glaube, dann kämen wir vorwärts und aus der allgemeinen
Depressionsstimmung heraus.
Die CDU-Fraktion hat in der Sitzung des Betriebsausschusses am
06.07.2005 den erarbeiteten Maßnahmen und Empfehlungen für
die einzelnen Betriebsbereiche zugestimmt. Wichtig war der CDU-Fraktion
dabei besonders, dass wir auch an der zukunftsorientierten Versorgungsstruktur Krankenhaus-Reha-Pflege im
erforderlichen und wirtschaftlich vertretbaren Rahmen festhalten.
Dies erfordert zahlreiche strukturelle Maßnahmen in den einzelnen
Krankenhäusern, Reha-Einrichtungen und Pflegeheimen.
Sorgenkind Nr. 1 ist sicherlich das Kreiskrankenhaus Eberbach.
Aufgrund seiner Randlage und seines dünn besiedelten
Einzugsgebietes im ländlichen Raum ist und bleibt es strukturell
defizitär. Der neue Betrieb Gesundheitseinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises
muss deshalb Strukturen umbauen, für die Erhaltung einer Grund-und
Notversorgung, einer sinnvollen Ergänzung mit den medizinischen
Fachabteilungen am Kreiskrankenhaus Sinsheim und der Ausrichtung
als medizinisches Versorgungszentrum, als Zentrum verschiedener Fachärzte.
Dies muss Vorgabe für den Rahmen des Gesellschaftsvertrages
geben, um der ländlichen Versorgungsstruktur zumindest eine
Chance zu geben.
Die Rehabilitationseinrichtungen als freiwillige Aufgabe des
Rhein-Neckar-Kreises wollen wir erhalten. Sie müssen eng an
die Kreiskrankenhäuser gegliedert sein, um die vollen wirtschaftlichen
Synergieeffekte zu erreichen. Allerdings ist durch die Betriebsleitung
bzw. durch die Geschäftsführung uns noch nachzuweisen,
dass dies mit weiteren Investitionen z.B. am Krankenhaus Schwetzingen
betriebswirtschaftlich besser, als am jetzigen Standort Hockenheim
geleistet werden kann. Allerdings bringt uns auch hier das Festhalten
an alten Standortentscheidungen und Standards nicht weiter.
Im Bereich der Pflegeheime konzentriert sich die Aufgabe des
Rhein-Neckar-Kreises hauptsächlich auf die Pflege der Mehrfachbehinderten,
während die allgemeine Pflege mehr auf private Pflegeheime übergeht.
Diese arbeiten allerdings mit positiven Betriebsergebnissen. Was
diese fertig bringen, müssen wir mit neuen Betriebsstrukturen
ebenso fertig bringen, so dass die Kreispflegeheime in bisheriger
Form weitergeführt werden können. Allerdings gehört
dazu auch, dass bisherige Zuschüsse einzelner Standortgemeinden
weiter gewährt werden.
Der im Jahre 1996 eingerichtete Eigenbetrieb GRN bedarf nun
einer weitergehenden Betriebsform, der einer gGmbH. Dies haben
eindeutig die durchgeführten Strukturuntersuchungen gezeigt.
Zum einen bedingt der
- eingetretene Wettbewerb mit enormem Kostendruck,
- die damit einhergehende Ausdünnung der Krankenhauslandschaft,
- der Zwang zur Konzentration der Fachärzte,
- die zunehmende Tendenz der ambulanten Versorgung,
- die zunehmende Anzahl privater Kliniken und medizinischer
Versorgungszentren
eine flexible Betriebsform, die Beteiligungen auch an
einzelnen Betriebszweigen erlaubt und ermöglicht. Und zum anderen bedarf
die bisherige Organisation unserer Gesundheitseinrichtungen zwingend einer Änderung.
Unsere Gesundheitseinrichtungen sind ein Wirtschaftsunternehmen, das zentrale
Vorgaben braucht. Es bedarf eines verantwortlichen Geschäftsführers,
zentraler Aufgabengliederungen im Bereich Finanzen, Controlling, Medizincontrolling,
EDV, Personalsteuerung, Einkauf, Apotheke und Marketing.
Entscheidend ist aber, dass der Betrieb eine Leitung erhält,
die selbständig Entscheidungen treffen kann und nicht in Einzelentscheidungen
von kommunalen Gremien abhängig ist. Denn allein die Umwandlung
in eine gGmbH verschafft dem Betrieb noch keinen unternehmerischen
Vorteil. Wenn der Betriebsformwechsel nicht mit der Bereitschaft
des kommunalen Trägers verbunden ist, sich zurückzunehmen
und die Instrumentarien einer neuen Betriebsform zur Geltung kommen
zu lassen, wird man den künftigen gesundheitspolitischen Herausforderungen
der DRGs nicht gerecht werden können. Die immer stärkere Ökonomisierung
des Gesundheitswesen verlangt im Krankenhaus nach einem entsprechend
ausgebildeten Management. Dadurch können Kosten gesenkt, Arbeitsplätze
gesichert und die Position im allgemeinen Krankenhausmarkt gestärkt
werden.
Wichtig ist deshalb, dass wir diesen Weg gehen, den bisherigen
GRN weiter verselbständigen, auf eigene Füße stellen
und in vielerlei Hinsicht flexibler gestalten. Mit einem Betriebsausschuss
von 33 Mitgliedern arbeitet kein noch so großes Wirtschaftsunternehmen.
Wir, hier im Kreistag, sind gefordert, mit dem noch auszufertigenden
Gesellschaftsvertrag den Rahmen vorzugeben und die Aufgaben mitzugeben,
die ländliche
Versorgungsstruktur aufrecht zu erhalten, trotzdem in der großen
Konkurrenz zu bestehen, wirtschaftlich den laufenden Betrieb so
auszurüsten, dass auch Investitionen ohne größere
Zuschüsse finanziert werden können.
Diesbezüglich hilft uns auch der Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die
Grünen nicht weiter. Wir können und dürfen nicht von Anfang an,
diesem Betrieb organisatorische, bürokratische oder finanzielle Betonklötze
an das Bein hängen. Generell muss ein Betrieb auch Gewinne machen dürfen,
um seine Bediensteten ordentlich bezahlen, Arbeitsplätze zu sichern und
betriebserhaltende Investitionen tätigen zu können.
Darüber hinaus möchte ich für die CDU-Fraktion,
aber ich glaube auch für die meisten Fraktionen hier im Kreistag
in Anspruch nehmen, dass wir, die politischen Entscheidungsträger
unserer Aufgabe und Zusicherungen bisher gerecht wurden. Wir stehen
zu dem Gesundheitskonzept
- Krankenhaus, Reha, Pflege
- zu den bisherigen Betriebsbereichen Sinsheim mit dem schwierigen
Standort Eberbach, Schwetzingen und Weinheim und
- zu unserem Personal, das sicherlich sehr gute Arbeit leistet.
Dennoch schreiben wir auch unter etwas schon veränderten
Bedingungen im Jahre 2005 immer noch ein Defizit von ca. 1,5 Mio. €.
Ich hätte mir bisher gewünscht, und ich glaube dies ist
keine überzogene Forderung, dass zur Konsolidierung des Haushaltes
das Personal und auch die Gewerkschaft ver.di ein Stück dazu
beigetragen hatte. Mit der angepeilten 40-Stunden-Woche hätten
wir dieses finanzielle Ziel erreicht und zugleich Ruhe und Zufriedenheit
in die Einrichtungen zurück gebracht. Schließlich, und
nun möchte ich die Bediensteten des GRN direkt ansprechen, es
geht um ihre Arbeitsplätze. Wir, die CDU-Fraktion sind gerne
bereit, ein Stück der großen Verantwortung für unsere
Gesundheitseinrichtungen an die Hauptverantwortungsträger, an
die Geschäftsführung
und an das Personal abzugeben. Wir müssen aber gleichzeitig
auch die Bereitschaft und den Willen erkennen, dass diese mit dieser
großen Gesamtverantwortung auch zukunftsgerecht und verantwortlich
umgehen.
Abschließend darf ich für die CDU-Fraktion erklären,
dass wir der Umwandlung des Eigenbetriebs GRN in eine gemeinnützige
GmbH zum 01.01.2006 grundsätzlich zustimmen. Dem endgültigen
Beschluss stimmen wir zu, sobald der Gesellschaftsvertrag ausgearbeitet,
die Aufgabenabgrenzung getroffen und die steuerlichen Auswirkungen
feststehen.
Dem gestellten Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die
Grünen
können wir nicht zustimmen. Eine mögliche Vertretung des
Personals im Aufsichtsrat hängt wesentlich von ihrer Bereitschaft
zur Eigenverantwortung ab. Dies können wir allerdings bis zum
heutigen Zeitpunkt noch nicht so recht erkennen.“
Gewerkschaft ver.di wird ihrer Aufgabe und Verantwortung nicht gerecht!
Die Haltung der Gewerkschaft ver.di gefährdet Arbeitsplätze
und einzelne GRN Gesundheitseinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises.
Die Vertreter der Gewerkschaft ver.di haben die Zeichen der Zeit
nicht erkannt und beherrschen nicht das „1 x 1“, denn
die Rechnung
höhere Löhne plus kürzere Arbeitszeit
= mehr Arbeitsplätze
ist und bleibt falsch und beschert uns eine hohe Arbeitslosigkeit.
Auch ein permanentes Wiederholen macht die Rechnung nicht richtig.
Das Gegenteil ist der Fall. Die Rechnung führt zu Insolvenzen
von Betrieben und zu mehr Arbeitslosigkeit. Diese Auffassung vertrat
der Fraktionsvorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion Bruno Sauerzapf.
Gleiches droht auch einzelnen GRN - Gesundheitseinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises,
wenn sich kein ausgeglichenes Betriebsergebnis erreichen lässt. Die Krankenhäuser,
Reha-Einrichtungen und die Pflegeheime schließen das Jahr 2004 mit einem
Verlust von ca. 3,8 Mio. € ab. Dies, obwohl der Rhein-Neckar-Kreis für
den laufenden Betrieb, bereits ca. 2,9 Mio. € subventionierte. Die Verluste
der Jahre 2001 bis 2003 von ca. 7,8 Mio. € hat der Rhein-Neckar-Kreis über
den allgemeinen Haushalt noch auszugleichen. Dieser schließt im Jahre 2004
selbst mit einem Fehlbetrag von ca. 6,8 Mio. € ab.
Die Kommunen, die über eine drastisch steigende Erhöhung der Kreisumlage
dies zusätzlich finanzieren sollen, haben selbst defizitäre Haushalte.
Karl Klein, Sprecher der CDU-Kreistagsfraktion für den Bereich Kreiskrankenhäuser
und Gesundheitseinrichtungen führte aus, dass die Betriebsverluste Folge
der gesetzlichen Reform in der Krankenversicherung, der seit Jahren bestehenden
Budgetdeckelung der Krankenkassen und die Einführung neuer Abrechnungssysteme
in den Krankenhäusern sind. Der Betriebsleitung, dem Betriebsausschuss und
dem Kreistag sind keine Fehler vorzuwerfen.
Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter leisten eine engagierte und gute Arbeit.
Dennoch treten anhaltende Betriebsverluste auf, die durch strukturelle Maßnahmen
zu beseitigen sind. Solche haben die CDU-Kreistagsfraktion mit gutem Erfolg beantragt.
Dennoch bedarf es auch zum Ausgleich der auftretenden Betriebsverluste die Bereitschaft
des Personals zur Mitarbeit und zur Mehrarbeit, denn ca. 75 % der Betriebskosten
betragen allein die Personalkosten. Wer angesichts dieses Sachverhaltes und den
erwirtschafteten Betriebsdefiziten steigende Löhne bei gleicher Arbeitszeit
fordert, wird wahrlich seiner Aufgabe und Verantwortung nicht gerecht.
Der Rhein-Neckar-Kreis beabsichtigt an seinen Gesundheitseinrichtungen – 4
Kreiskrankenhäuser, 3 Reha-Zentren, 5 Pflegeheime - festzuhalten. Notwendig
sind allerdings ausgeglichene Betriebsergebnisse. Sicherlich würden in der
Region Mannheim/Heidelberg/Rhein-Neckar-Kreis keine medizinischen Notstände
ausbrechen, wenn es von insgesamt 17 Krankenhäusern zwei weniger in der
Trägerschaft des Rhein-Neckar-Kreises geben würde. Gleiches gilt für
die Reha-Einrichtungen, für die es keine gesetzliche Verpflichtung gibt.
Der Rhein-Neckar-Kreis beabsichtigt zudem nicht den Abbau von Arbeitsplätzen.
Ebenso sollen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter nicht weniger verdienen, sondern
dafür lediglich in der Woche 1,5 Stunden mehr arbeiten. Die übrigen
Tarifbestimmungen des öffentlichen Dienstes finden auch in der Betriebsform
einer gGmbH Anwendung. Wer unter diesen Voraussetzungen nicht bereit ist, den
notwendigen und geforderten Eigenanteil zu erbringen, kann auch keine Verantwortung
in einem Aufsichtsrat übertragen werden.
Die CDU-Kreistagsfraktion bedauert ausdrücklich diese Entwicklung und die
Haltung der Gewerkschaft ver.di. Im Interesse unserer Gesundheitseinrichtungen
und der über 2.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hätten wir uns
eine konstruktivere Mitarbeit gewünscht. Der Kreistag ist nun gehalten,
die gebotenen und notwendigen Maßnahmen zu beschließen. Die Mitarbeiterinnen
und Mitarbeiter der Gesundheitseinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises fordern
wir zum Umdenken auf. Schließlich geht es um den Erhalt der Gesundheitseinrichtungen
des Rhein-Neckar-Kreises und der hier gebotenen Arbeitsplätze.
Ländlicher Raum hat auch in Metropolregion seine Bedeutung
Gemeinsames Treffen der CDU-Kreistagsfraktionen in Mudau/Entwicklungschancen
beleuchtet.
Die gemeinsamen Treffen der beiden CDU-Fraktionen
in den Kreistagen des Neckar-Odenwald- und Rhein-Neckar-Kreises
haben inzwischen schon Tradition. Schon über 10 Jahre trifft
man sich jährlich
einmal zum Gedankenaustausch. Diesmal konnte CDU-Fraktionsvorsitzender
Karl Heinz Neser (Obrigheim) die Kollegen aus dem Rhein-Neckar-Kreis
zur Tagung im Hohen Odenwald begrüßen; an der Tagung
nahmen auch Landrat Dr. Achim Brötel und der Kreiskämmerer
des Rhein-Neckar-Kreises Alfred Ehrhard teil.
Der Müll hatte
vor über 10 Jahren die beiden Landkreise
und CDU-Fraktionen zusammengeführt, als der Rhein-Neckar-Kreis
in einer Notsituation seinen Müll auf der Deponie Sansenhecken
deponieren konnte; im Müllbereich arbeitet man auch noch heute
zusammen. Durch den Verkehrsverbund und die S-Bahn gibt es nun
eine weitere Zusammenarbeit; hier ist eine Verknüpfung mit
dem Tourismus in der Rhein-Neckar-Region denkbar. Gerade die Nutzer
der Seniorenkarte sind hier eine wichtige Zielgruppe, die zudem
ständig wächst. Diese Entwicklungspotentiale des ländlichen
Raums für Arbeit und Arbeitsplätze gelte es zu nutzen,
so die übereinstimmende Meinung der beiden CDU-Fraktionen.
Die beiden Vorsitzenden Bruno Sauerzapf (Leimen) und Karl Heinz
Neser (Obrigheim) wollen daher einen Antrag in die Verbandsversammlung
des neuen Verbandes Rhein-Neckar einbringen, um die Entwicklung
des ländlichen Raums in der neuen Europäischen Metropolregion
zu sichern; man dürfe nicht nur die Zentren sehen, sondern
auch den ländlichen Raum.
Am Beispiel der Gemeinde Mudau im
Hohen Odenwald stellte Bürgermeister
Dr. Norbert Rippberger die besonderen Probleme dieses Entwicklungszentrums
im ländlichen Raum dar. Lediglich 4% der Gemarkungsfläche
sind besiedelt, die etwas über 5.000 Einwohner verteilen sich
auf 9 Ortsteile mit Mudau als Hauptort (2.200 Einwohner); für
die Infrastruktur stellen sich daher ganz andere Bedingungen als
im Verdichtungsraum. Dennoch hat die Gemeinde eine gute Grundausstattung
und macht man sich neuerdings die S-Bahn mit Veranstaltungsprogrammen
nutzbar; mit dem Schnellbus aus Eberbach kommen am Wochenende zahlreiche
Besucher aus dem Rhein-Neckar-Raum, um den Odenwald zu entdecken.
Neben der Landschaft sind es die Ausgrabungen in Schlossau und
die Reste des Odenwaldlimes, die großes Interesse finden.
Nach einer Ortsrundfahrt besichtigten die beiden Fraktionen die
römischen Ausgrabungen in Schlossau, die sachkundig von Dr.
Rabold von der Archäologischen Denkmalpflege erläutert
wurden.
Den Abschluss bildete Schloss Waldleiningen , das seit 1961
als psychosomatische Klinik genutzt wird. Dieses oft kaum bekannte „Juwel
des Odenwaldes“,
im 19. Jahrhundert als Jagdschloss der Fürsten von Leiningen
im englischen Windsorstil erbaut, wurde vom ärztlichen Direktor
Dr. Stefan Gelbhaar vorgestellt.


Rhein-Neckar-Kreis stellt mit der Aufnahme in das
Investitionsprogramm die Weichen
Anbindung der Schwarzen Brücke rückt in nahe Zukunft
Das Sandhäuser Rathaus war am vergangenen Samstag Tagungsort der CDU-Kreistagsfraktion. Hausherr Bürgermeister Georg Kletti, selbst 5 Jahre lang Mitglied im Kreistag, hieß seine ehemaligen Kollegen herzlich willkommen und stellte ihnen zunächst die gastgebende Gemeinde in Wort und Bild vor. Zentrales Thema des Besuchs war die Entlastung der Sandhäuser Bahnhofstraße vom Durchgangsverkehr aus St. Ilgen kommend.
Sauerzapf zufolge ist die Maßnahme Teil des Investitionsprogrammes, das der Ausschuss für Umwelt und Technik des Rhein-Neckar-Kreises in den nächsten Tage beraten wird. Die Planung sieht die Anbindung an der höchsten Stelle der Schwarzen Brücke vor; auf Leimener Seite soll die Zufahrt mittels einem Kreisverkehr erfolgen.
Damit erfüllt sich für Sandhausen ein lange gehegter Wunsch, freute sich Bürgermeister Kletti, und vor allem die Anwohner der Bahnhofstraße können dann aufatmen. Denn sie sind es, die die negativen Auswirkungen der nach neuesten Schätzungen täglich runden 8000 Fahrzeuge, die die Bahnhofstraße allein aus St. Ilgen kommend in Richtung Heidelberg und Walldorf passieren, am eigenen Leib spüren.
Bereits in den achtziger Jahren hatte man die Dringlichkeit einer Verbindung zwischen Umgehungsstraße und Bahnhofstraße erkannt. Basierend auf einem Verkehrsgutachten, das unterschiedliche Varianten einer Prüfung unterzog, kristallisierte sich die jetzige Variante als die beste Lösung hervor, zumal diese Trassenführung eine weiterer Wohnbebauung zwischen Leimbach und dem Gebiet nördlich der Bahnhofstraße berücksichtigt und ermöglicht. Nachdem das Regierungspräsidium der Maßnahme grundsätzlich Zustimmung erteilt hatte, galt es, in den Anliegergemeinden Leimen und Sandhausen die Zustimmung der jeweiligen Gemeinderäte einzuholen und mit der Verabschiedung von Bebauungsplänen die rechtlichen Grundlagen zu schaffen. Nachdem diese Hürden genommen waren, lagen die notwendigen weiteren Schritte nun in der Verantwortung des Rhein-Neckar-Kreises, da dieser laut Regierungspräsidium Kostenträger der voraussichtlich rund 2,7 Millionen Euro teuren Maßnahme ist.
Allerdings sei die Aufnahme in den Haushalt nicht mit dem Baubeginn gleichzusetzen, erläuterte Bruno Sauerzapf. Das Jahr 2007 markiere den Startschuss für den Beginn der konkreten Planungen, zuvor gilt es noch, die derzeit laufenden Verhandlungen zum Grunderwerb erfolgreich über die Bühne zu bringen.
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Voll besetzt war der Sitzungssaal im Rathaus anlässlich der Sitzung der CDU-Kreistagsfraktion. |
Stellungnahme CDU-Kreistagsfraktion – GRN –
- Kreistagssitzung, Dienstag, 18.10.2005
Sehr geehrter Herr Landrat, liebe Kolleginnen und Kollegen, meine sehr geehrten Damen und Herren,
nach der grundsätzlichen Zustimmung des Kreistages am 26.07.2005 zur Umwandlung des Eigenbetriebes GRN in eine GRN-Gesundheitszentren Rhein-Neckar GmbH sind heute die dazu notwendigen Ausführungsbeschlüsse zu fassen. Diese sind sicherlich, was den abzuschließenden Gesellschaftsvertrag, die Personalüberleitung und die Bestellung des Vorsitzenden der Geschäftsführung der neuen Gesellschaft betrifft, von großer Bedeutung und Wichtigkeit. Bereits in dieser Kreistagssitzung habe ich darauf hingewiesen, dass eine solche Neuausrichtung unserer Gesundheitseinrichtungen unverzichtbar ist, da der Kostendruck im öffentlichen Gesundheitswesen auch in den kommenden Jahren unvermindert anhalten und tiefe Spuren in der deutschen Krankenhauslandschaft hinterlassen wird. Wir dürfen sicher sein, dass wir erst am Anfang dieses Umstrukturierungsprozesses stehen und der neuen Gesellschaft große und schwierige Aufgaben bevorstehen. Die Verweildauertage in den Krankenhäusern wird noch weiter zurückgehen, das ambulante Behandeln zunehmen, die große Anzahl bestehender Facharztpraxen in unserem Raum werden sich allein aus dem Zwang zur Kosteneinsparung zu medizinischen Zentren konzentrieren. Alles mit der Folge, dass erhebliche Überkapazitäten in den Krankenhäusern entstehen und zu hohen Betriebsdefiziten führen. Das deutsche Krankenhausinstitut hat uns bei unserem Seminar in Schwetzingen vorgerechnet, dass die Anzahl der Krankenhausbetten bis zum Jahre 2015 um weitere 30 % zurückgehen. Gerade diese Zahl und die bestehende große Konkurrenzsituation von Krankenhäusern um uns herum, sollten nicht nur den Landrat, die Mitglieder des Kreistages und die Direktoren wachrütteln, sondern auch das Personal in unseren Gesundheitseinrichtungen. Es geht um den Erhalt unserer bisherigen Gesundheitseinrichtungen, um den Erhalt der Arbeits- und Ausbildungsplätze. Hinzu kommt, dass unsere Gesundheitseinrichtungen seit dem Jahre 2001 rote Zahlen schreiben, der Rhein-Neckar-Kreis Verlustausgleiche von ca. 7,6 Mio. € vor sich herschiebt, wir das Jahr 2004 mit einem Defizit von ca. 3,8 Mio. € abgeschlossen haben und auch das Jahr 2005 ca. 1,3 Mio. € Defizit aufweist. Dies trotz einem bereits geleisteten Betriebs- und Investitionszuschuss von ca. 1,8 Mio. € und der Anpassung an die 1. Konvergenzphase und eingeleiteter Sparmaßnahmen in allen Einrichtungen. Auch die weiteren Konvergenzphasen werden keine finanzielle Besserstellungen bringen und wir werden auch niemanden finden, der zukünftig solche Defizite im Krankenhausbereich abdeckt. Der Rhein-Neckar-Kreis selbst hat im Jahre 2004 einen Fehlbetrag von ca. 6,8 Mio. € in seinem Haushalt und hat neben den Gesundheitseinrichtungen noch weitere berechtigte Infrastrukturerfordernisse. Und, der Rhein-Neckar-Kreis und jedes einzelne Mitglied des Kreistages ist auch bezüglich der Kreisumlage den ebenso finanziell klammen Kommunen zur Rechenschaft verpflichtet.
Mit diesen Ausführungen, meine sehr geehrte Damen und Herren, betreibe ich keine Schwarzmalerei, sondern stelle nur einmal bereits eingetretene Tatsachen fest. Diese Tatsachen und Zukunftsentwicklungen bestätigen, alle namhaften Krankenhausexperten, Verbände und auch unsere eigenen Erfahrungen der letzten Jahre. Wir müssen uns deshalb schnellstens bewegen und der allgemeinen Entwicklung im Gesundheitsbereich Rechnung tragen.
Die eingerichtete Strukturkommission hat in Zusammenarbeit mit den GRN-Betriebsleitungen und der Kreisverwaltung ihre Hausaufgaben gemacht. Der Kreistag steht trotz der Entwicklungen zu seinen 4 Kreiskrankenhäusern, 3 Reha-Zentren und 5 Pflegeheimen. Damit auch zu den hier gebotenen Arbeits- und Ausbildungsplätzen. Aber, meine sehr geehrten Damen und Herren, z.B. im Zollern-Alb-Kreis hielt ein solcher Grundsatzbeschluss nur mal exakt 1 Jahr. Dann zwangen weiter steigende finanzielle Defizite zur Aufgabe von Einrichtungen. Dies wollen wir im Rhein-Neckar-Kreis vermeiden, auch mit Hilfe unserer neuen Gesellschaft. Dies zeigt aber die bittere Ernsthaftigkeit der Lage.
Der dem Kreistag vorliegende Gesellschaftsvertrag trifft, nach dem unserer Antrag in der Betriebsausschuss-Sitzung Berücksichtigung und Einfluss in den Entwurf fand, unsere Zustimmung. Wichtig ist, dass der Betrieb eine zukunftsorientierte Versorgungsstruktur mit Krankenhaus-Reha-Pflege erhält und der Betrieb zentral ausgerichtet wird. Entscheidend ist, dass der Betrieb eine Leitung erhält, die selbständig Entscheidungen treffen kann und nicht in Einzelentscheidungen von kommunalen Gremien abhängig ist. Dennoch bleibt, und das war insbesonders der CDU-Fraktion wichtig, die politische Gesamtverantwortung des Kreistages in Grundsatzfragen, z.B. in der Schließung bzw. Schaffung von Gesundheitseinrichtungen. Unsere Gesellschaft bleibt gemeinnützig und ist nicht auf Gewinnerzielungsabsicht ausgerichtet. Ich glaube wir alle wären höchst zufrieden, wenn der laufende Betrieb und die notwendigen Investitionen finanziert werden könnten.
Mit dem Personalüberleitungs- und Dienstleistungsüberlassungsvertrag wird sichergestellt, dass keine Mitarbeiterin und kein Mitarbeiter schlechter gestellt wird. Auch wird die neue Gesellschaft Mitglied in der Zusatzversorgungskasse und sichert den Mitarbeitern eine gute Altersversorgung. Der neu zu wählende Betriebsrat gewährleistet auch die Mitbestimmungsrecht nach dem Betriebsverfassungsgesetz.
Die CDU-Fraktion war grundsätzlich gewillt, dem Personal ohne rechtliche Verpflichtung eine weitergehende Mitverantwortung im Aufsichtsrat einzuräumen. Dies haben wir von Anfang an zum Ausdruck gebracht und in den geführten Gesprächen mit den Personalratsvorsitzenden, den leitenden Chefärzten und gegenüber der Gewerkschaft ver.di bestätigt. Voraussetzung war unsererseits, dass auch die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter einen Beitrag zur Konsolidierung des GRN-Betriebes leisten. So bedauern wird ausdrücklich die zwischenzeitlich eingetretene Entwicklung und insbesonders die Haltung der Gewerkschaft ver.di. Streiks und Forderungen nach Tariferhöhungen bringen uns in dem defizitären Gesundheitsbetrieb nicht weiter. Vielmehr erschweren sie die Ausgangslage und gefährden nach unserer Ansicht mittelfristig einzelne Gesundheitseinrichtungen und damit gleichzeitig Arbeits- und Ausbildungsplätze. Es muss doch endlich begriffen werden, dass die öffentlichen Haushalte bis zur Gesetzes- und Verfassungswidrigkeit verschuldet sind und es nichts mehr zu verteilen gibt. Wenn die Gewerkschaft ver.di bei ihren Veröffentlichungen und Streikaufrufen redlich und verantwortlich handeln würde, hätte sie gleichzeitig daneben stehend das Betriebsdefizit dieser Einrichtungen mit veröffentlicht. Wer, meine sehr geehrten Damen und Herren, unter diesen Tatsachen nicht bereit ist, einen notwendigen und geforderten finanziellen Eigenanteil zu erbringen, kann auch beim besten Willen nicht erwarten, dass einem freiwillig betriebliche Mitverantwortung übertragen wird. Auch die CDU-Fraktion weiß, dass Tarifverhandlungen und die Einräumung von Aufsichtsratsitzen in einer Gesellschaft zwei Paar verschiedene Stiefel sind. Aber man erkennt gerade bei einem solch schwierigen Umstrukturierungsprozess und angesichts der finanziellen Schieflage des GRN sehr schnell, ob ein ernsthafter Wille besteht, mit einem eigenen Beitrag zur Konsolidierung beizutragen. So bedauere ich persönlich sehr, dass ein solcher bis zum heutigen Tage nicht angedeutet und zu erkennen war.
Uns hilft auch der gestrige Tarifabschluss zwischen dem Land Baden-Württemberg und den Beschäftigten in den Unikliniken nicht weiter. Einen solchen kann ich vielleicht aus dem Blickwinkel kommender Wahlen verstehen. Aber nicht angesichts der defizitären Finanzlage der Unikliniken und des Landeshaushaltes. Ich bin mir sicher, dass dieser Tarifabschluss zum Abbau von Arbeitsplätzen an den Unikliniken führen wird. Und damit ist keinem in den Unikliniken und auch nicht in unseren Gesundheitseinrichtungen gedient.
Ich erinnere, unser Antrag zur Einrichtung einer Strukturkommission mit der gleichzeitigen Bitte, auch an die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an einer Neuausrichtung der Gesundheitseinrichtungen mitzuarbeiten, ist über ein Jahr alt. Zahlreiche Sitzungen der Strukturkommission unter Beteiligung auch der Personalratsvorsitzenden fanden statt. Ebenso führte die CDU-Fraktion Gespräche mit den Personalratsvorsitzenden und den leitenden Chefärzten. Bis heute war kein Vorschlag bzw. Beitrag festzustellen, wie das Defizit abgebaut werden kann. Dies ist bedauerlich und wird der Gesamtverantwortung für einen Betrieb in keinster Weise gerecht. Streiks und das Festhalten an unbeweglichen Tarifstrukturen auf Kosten einer gesunden Betriebsstruktur lassen auch keine Gesamtverantwortung erkennen. Deshalb stimmen wir der vorgeschlagenen Besetzung des Aufsichtsrates mit 13 Mitgliedern des Kreistages zu, der eine klare Trennung der Verantwortlichkeiten vorsieht. Ein Vorschlag der CDU-Fraktion zur Besetzung ihrer Aufsichtsrats- und Stellvertretersitze liegt schriftlich vor.
Wir begrüßen darüber hinaus, dass Herr Rüdiger Burger zum Vorsitzenden der Geschäftsführung der „GRN-Gesundheitszentren Rhein-Neckar GmbH“ bestellt wird. Sie Herr Burger, haben wir nicht nur als einen ausgezeichneten Experten kennen und schätzen gelernt, dem wir diese Aufgabe und diese Verantwortung zutrauen, sondern auch als einen Mitarbeiter des GRN der mit viel Engagement und mit viel Herzblut an unseren Gesundheitseinrichtungen hängt. Wir trauen ihnen zu, zusammen mit Herrn Quitsch und Herrn Eiermann sowie allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern diese nicht leichte Aufgabe zu schultern und unseren Betrieb darauf auszurichten, sich in einem sehr konkurrenten Umfeld erfolgreich zu behaupten. Wir, die CDU-Fraktion wollen sie dabei unterstützen, Ihnen Vertrauen schenken und Sie im Aufsichtsrat und im Kreistag weiterhin konstruktiv begleiten.
Deshalb stimmen wir den Beschlüssen Ziff. 1 bis 7 zu und hoffen, dass wir damit heute eine gute und vor allen Dingen zukunftssichere Entscheidung für unsere Gesundheitseinrichtungen treffen.
Herzlichen Dank für Ihre Aufmerksamkeit.
CDU-Kreistagsfraktion führt sozialpolitische Gespräche mit Vertretern der Liga der freien Wohlfahrtverbände Rhein-Neckar
Im Oktober trafen sich Vertreter der Wohlfahrtsverbände Rhein-Neckar und Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion zum sozialpolitischem Gespräch. Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf begrüßte Herrn Ralf Baumgart als Vertreter der Liga der freien Wohlfahrtverbände, Herrn Lothar Baldus als Vertreter der AWO, Herrn Bernhard Ritz als Vertreter des Caritasverbandes, Herrn Hans-Martin Brück als Vertreter der Diakonie und Frau Herzog als Vertreterin des DRK. Folgende Themen standen zur Diskussion: Der Kreishaushalt 2006, die Schuldnerberatung, die Psychiatrischen Dienste, Auswirkungen des SGB II (Hartz IV), die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen, das Kindertagesstätten-Betreuungsgesetz sowie die Kommunalisierung der Behindertenhilfe. Der CDU-Sprecher des Ausschusses für Schulen, Soziales und Kultur, Herr Werner Knopf, teilte mit, dass im Kreishaushalt 2006 für die Liga der Wohlfahrtverbände ca. 370.000 Euro eingestellt sind. Man wird versuchen, diesen Ansatz zu halten, leisten die Wohlfahrtsverbände gerade im Bereich Prävention sehr gute Arbeit. Herr Brück berichtete über die Ehe-, Familien und Lebensberatungsstellen. Die Schwerpunkte der Beratung beziehen sich hauptsächlich auf private Probleme, Trennungs- und Scheidungsangelegenheiten. Private Probleme beinhalten hauptsächlich ALG II Angelegenheiten. Hier sind oft die Bescheide unverständlich bzw. nicht nachvollziehbar, was dann zu Unklarheiten führt. Schuld hieran, da waren sich alle einig, ist die getrennte Aufgabenerledigung durch Landratsamt und Arbeitsagenturen. CDU-Landtagskandidat Karl Klein sprach sich für eine klare Struktur aus und dass nur eine Behörde für die Ausstellung der Bescheide verantwortlich sein darf. Diese Meinung teilte die große Mehrheit der Anwesenden. Sauerzapf dankte zum Ende hin allen Beteiligten für ihr offenes Gespräch und merkte noch an: „Wir würden gerne mehr investieren und verteilen, wenn wir mehr hätten“.
CDU-Kreistagsfraktion besichtigt Pilgerhaus in Weinheim-Lützelsachsen
Für die CDU Kreistagsfraktion ist es wichtig, die einzelnen Einrichtungen vor Ort kennen zu lernen und bei diesen Besuchen, Anregungen und Hinweise aufzunehmen, um diese in die politische Arbeit einzubringen. So führte die CDU-Kreistagsfraktion mit dem Fraktionsvorsitzenden Bruno Sauerzapf und dem Fraktionssprecher des Jugendhilfeausschusses Martin H. Bitzel an der Spitze ein Gespräch mit dem Leiter des Pilgerhauses Thomas Diehl, der die Einrichtung vorstellte.
Seit 1850 hat sich das Pilgerhaus von „der Rettungsanstalt für verwahrloste Kinder“ zu einer hochqualifizierten Jugend- und Behindertenhilfeeinrichtung entwickelt. Die Angebote der Jugendhilfe wenden sich an Kinder, Jugendliche und deren Familien, die in besonders belastenden Lebenssituationen sind, so dass andere Hilfsangebote (z. B. Beratung, Therapie) alleine nicht ausreichen.
Michael Engel, Bereichsleiter der Jugendhilfe, erläuterte die verschiedenen Angebote beim Rundgang durch die Einrichtung. Es gibt zwei stationäre Wohngruppen für Kinder und Jugendliche im Alter von 7-14 Jahren. Die (teilstationären) Tagesgruppen haben einen regionalen Versorgungsauftrag u.a. im Verbund mit der stationären Erziehungshilfe sowie der Sonderschule für Erziehungshilfe „Peter-Koch-Schule“. Die enge Kooperation mit öffentlichen Schulen am Ort ist gewährleistet.
Seit 1981 hat sich das Pilgerhaus zusätzlich zu dem Arbeitsfeld Jugendhilfe der Arbeit mit behinderten Menschen geöffnet. Die Wohnangebote im Rahmen der Behindertenhilfe richten sich an erwachsene Menschen mit Lernschwierigkeiten (geistiger Behinderung) sowie an Menschen mit Mehrfachbehinderung, bei denen die geistige Behinderung im Vordergrund steht und eine Eingliederung in den Arbeitsprozess, z. B. Werkstatt für behinderte Menschen bzw. die Teilnahme an einer tagesstrukturierenden Maßnahme möglich ist. Es ist Teil der Eingliederungshilfe nach § 39 BSHG ff. und soll zur Normalisierung der Lebensbedingungen beitragen und ein selbstbestimmtes Leben im Rahmen der individuellen Möglichkeiten bieten.
Der jüngste, aber zwischenzeitlich größte Bereich des Pilgerhauses ist das Wohnangebot für erwachsene Menschen mit einer geistigen Behinderung. Mit der Inbetriebnahme des „Hector-Hauses“ im Juli 2005 wird sich der stationäre Wohnbereich auf insgesamt 98 Plätze vergrößern.
Zu diesem Verbund gehören die grundsätzlichen Leistungen der „Peter-Koch-Schule“, die sich nach dem Bildungsplan der Schule für Erziehungshilfe richtet und als staatlich anerkannte Schule die Bildungsgänge Grund- und Hauptschule und Förderschule anbietet. Ziel der schulischen Förderung ist die Wiedereingliederung in die Regelschule oder bei später Aufnahme der erfolgreiche Hauptschulabschluss.
Der Weg zum Pilgerhaus führt in der Regel über das Jugendamt, wo die Eltern für ihre Problemlagen mit ihren Kindern und Jugendlichen einen Rechtsanspruch auf Beratung haben. Bei der Auswahl der für ihre Kinder notwendigen Erziehung haben die Eltern ein Wunsch- und Wahlrecht. Alle Maßnahmen im Jugendhilfebereich werden durch die verschiedenen Jugendämter der Region in Anspruch genommen und finanziert. Durch die regionale Belegung ist auch eine enge Elternkooperation leichter zu realisieren. Diese Arbeit wird auf der Rechtsgrundlage des Kinder- und Jugendhilfegesetzes durchgeführt und finanziert.
Dazu konnte der Leiter des Jugendamtes Weinheim, Herr Heinrich Amann, detailliert Auskunft geben und lobte diese Einrichtung für ihre hervorragende Arbeit im Bereich der Jugend- und Eingliederungshilfe.

Die Vorsitzenden der Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, FWV und FDP (30. November 2005)
Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter unseres Eigenbetriebs GRN,
in Verbindung mit dem Beschluss des Kreistages, beim Eigenbetrieb GRN und in der Kernverwaltung die wöchentliche Arbeitszeit um 1,5 Stunden auf 40 Wochenstunden anzuheben, wurde bei vielen von Ihnen durch teilweise falsche und unvollständige Informationen eine gewisse Verunsicherung ausgelöst.
Bei eine Vielzahl von Gesprächen mit Ihnen konnten wir feststellen, dass die Einführung der 40-Stunden-Woche angesichts der angespannten Finanzsituation Ihre breite Zustimmung findet; es besteht jedoch Sorge um den Erhalt des Arbeitsplatzes.
Angesichts dieser Situation haben wir uns als Vorsitzende der Kreistagsfraktionen von CDU, SPD, FWV und FDP entschlossen, Ihnen den tatsächlichen Sachverhalt darzustellen.
Fakt ist, dass im Bereich des Eigenbetriebs GRN in den Jahren 2003 und 2004 trotz sparsamer Wirtschaftsführung ein Defizit von 6,2 MIO € entstanden ist, das sich mit Ablauf des Jahres 2005 auf voraussichtlich 8 MIO € erhöhen wird. Dieser Verlust ist vom Rhein-Neckar-Kreis als Träger der GRN-Einrichtungen auszugleichen; dies vor dem Hintergrund, dass der Kreis selbst seit Jahren einen defizitären Haushalt hat.
Angesichts dieser Tatsache musste geprüft werden, wie diese strukturbedingten Verluste in Zukunft möglichst vermieden werden können.
Übereinstimmung bestand in diesem Zusammenhang, dass sämtliche GRN-Einrichtungen erhalten bleiben und dadurch auch für die Zukunft eine flächendeckende Versorgung unserer Bevölkerung bei Krankheit und im Pflegefall garantiert ist. Darüberhinaus wurde festgelegt, keine betriebsbedingten Kündigungen auszusprechen, obwohl dies als Folge beschlossener Einsparungsmassnahmen durchaus möglich wäre.
Weiter hat der Kreistag für alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – also auch bei Neueinstellungen - die volle Übernahme der Ergebnisse des neuen Tarifvertrages für den öffentlichen Dienst zugesichert.
Zusammengefasst bedeutet dies:
- Erhalt der GRN- Einrichtungen,
- Keine betriebsbedingten Kündigungen bis zum Jahre 2010,
- Weiterbestehen des Mitgliedschaft in der Zusatzversor gungskasse (ZVK) auch bei Neueinstellungen,
- Pauschale Einmalzahlungen für die Jahre 2005 – 2007 in Höhe von jeweils 300,- €,
- Unveränderte Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld im Jahr 2005,
- Urlaubs- u. Weihnachtsgeld als zusammengefasste Sonderzahlung im Jahr 2006,
- Jährliche Sonderzahlung ab dem Jahr 2007 in Höhe von bis zu 90 % eines Monatsgehaltes.
Voraussetzung für diese Beschlüsse war allerdings, dass die Beschäftigten bereit sind, als Solidarbeitrag einer Anhebung der wöchentlichen Arbeitszeit auf 40 Stunden zustimmen, um damit auch einen wirksamen Beitrag zum Weiterbestand der GRN-Einrichtungen und damit zum Erhalt Ihres Arbeitsplatzes zu leisten.
Wir appellieren an Sie, liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Gesundheits- u. Pflegeeinrichtungen, dies bei Ihren künftigen Entscheidungen zu bedenken und sich dabei nicht durch einseitige und nicht sachgerechte Argumente beeinflussen zu lassen.
Als Fraktionsvorsitzende im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises stehen wir zu unseren Zusagen und zu den gefassten Beschlüssen. Es geht uns hierbei ausschliesslich um die Sicherung der GRN-Einrichtungen für unsere Bevölkerung und damit auch um den Erhalt Ihrer Arbeitsplätze.
Dazu stehen wir und dazu brauchen wir Ihre Unterstützung.
In diesem Sinne wünschen wir Ihnen und Ihren Familien eine friedvolle Abventszeit und ein fröhlich-besinnliches Weihnachtsfest.
Mit freundlichen Grüssen
(Bruno Sauerzapf) (Helmut Beck) (Gustav Bylow) (Dr. Heinz Bahnmüller)
CDU-Kreistagsfraktion führt sozialpolitische Gespräche
Im Oktober trafen sich Vertreter der Wohlfahrtsverbände Rhein-Neckar und Vertreter der CDU-Kreistagsfraktion zum sozialpolitischem Gespräch. Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf begrüßte Herrn Ralf Baumgart als Vertreter der Liga der freien Wohlfahrtverbände, Herrn Lothar Baldus als Vertreter der AWO, Herrn Bernhard Ritz als Vertreter des Caritasverbandes, Herrn Hans-Martin Brück als Vertreter der Diakonie und Frau Herzog als Vertreterin des DRK. Folgende Themen standen zur Diskussion: Der Kreishaushalt 2006, die Schuldnerberatung, die Psychiatrischen Dienste, Auswirkungen des SGB II (Hartz IV), die Ehe-, Familien- und Lebensberatungsstellen, das Kindertagesstätten-Betreuungsgesetz sowie die Kommunalisierung der Behindertenhilfe. Der CDU-Sprecher des Ausschusses für Schulen, Soziales und Kultur, Herr Werner Knopf, teilte mit, dass im Kreishaushalt 2006 für die Liga der Wohlfahrtverbände ca. 370.000 Euro eingestellt sind. Man wird versuchen, diesen Ansatz zu halten, leisten die Wohlfahrtsverbände gerade im Bereich Prävention sehr gute Arbeit. Herr Brück berichtete über die Ehe-, Familien und Lebensberatungsstellen.
Die Schwerpunkte der Beratung beziehen sich hauptsächlich auf private Probleme, Trennungs- und Scheidungsangelegenheiten. Private Probleme beinhalten hauptsächlich ALG II Angelegenheiten. Hier sind oft die Bescheide unverständlich bzw. nicht nachvollziehbar, was dann zu Unklarheiten führt. Schuld hieran, da waren sich alle einig, ist die getrennte Aufgabenerledigung durch Landratsamt und Arbeitsagenturen. CDU-Landtagskandidat Karl Klein sprach sich für eine klare Struktur aus und dass nur eine Behörde für die Ausstellung der Bescheide verantwortlich sein darf. Diese Meinung teilte die große Mehrheit der Anwesenden. Sauerzapf dankte zum Ende hin allen Beteiligten für ihr offenes Gespräch und merkte noch an: „Wir würden gerne mehr investieren und verteilen, wenn wir mehr hätten“.
Haushaltsrede 2006
Sehr geehrter Herr Landrat, verehrte Kolleginnen und Kollegen,
Zunächst zur „großen Politik“ fünf Bemerkungen unter der Überschrift:
Revitalisierung der kommunalen Selbstverwaltung
1. Es ist höchste Zeit, dass sich der Bund verfassungsrechtlich verpflichtet, den Gemeinden keine Aufgaben aufzubürden, ohne die entsprechenden Mittel bereitzustellen. Echte Handlungsspielräume der Kommunen sind wegen den hohen Belastungen mit gesetzlichen Pflichtaufgaben, die durch Landes- oder Bundesgesetze oder durch die EU ferngesteuert werden, nicht mehr vorhanden. Ein erster positiver Aspekt ist die in der Koalitionsvereinbarung vereinbarte Änderung von Art. 84 und 85 GG, nach der „Durch Bundesgesetz keine Aufgaben auf Gemeinden und Gemeindeverbände übertragen werden dürfen. Gleichzeitig müsste das Konnexitätsprinzip der Landesverfassung angepasst werden.
2. Es ist höchste Zeit, im Zuge der Föderalismusreform den Kommunen die Finanzmittel aufgabengerecht zuzuteilen. Die Erosion der finanziellen Basis einer kraftvollen Selbstverwaltung und die massive Beschneidung eigener Gestaltungsspielräume sind existenzielle Fragen, volkstümlich gesagt: "Ohne Moos nix los!".
3. Es ist höchste Zeit, Gemeinden und Landkreise an der Gesetzgebung zu beteiligen. Es ist ein „falsches System", dass die Kommunen zwar die meisten Bundesgesetze durchführen müssen, aber nicht am Zustandekommen beteiligt werden.. Diese Forderung hat verfassungsrechtliche Relevanz. Wir halten sie für äußerst wichtig. Es ist unzumutbar und unerträglich, dass bei Gesetzesvorhaben, die wie Hartz IV das soziale Klima ändern und die Städte und Gemeinden mit neuen Problemen und Aufgaben überhäufen, die Erfahrungen und Kenntnisse der Kommunen nicht eingebracht werden können. Unverbindliche Anhörungen genügen nicht. Durch die Beteiligung der Kommunen wird die Gesetzgebung lebensnäher und vollzugstauglicher.
4. Es ist höchste Zeit, dass Regelungen auf europäischer Ebene diese nicht weiter durch Bundes- oder Landesgesetze verschärft werden. Vieles wird mittlerweile auf europäischer Ebene geregelt. Vielen ist erst in den letzten Jahren bewusst geworden, dass die maßgeblichen Entscheidungen über die Existenz von Entsorgungsunternehmen, Abfallwirtschaft, Krankenhäuser, Altenheime, Sparkassen in Brüssel und Straßburg getroffen werden. Und Bund und Land verbiegen dies weiter durch eigene Regulierungen. Die Daseinsvorsorge darf Landkreise und Gemeinden nicht vollständig aus der Hand gewunden werden. Die Daseinsvorsorge ist wesentlicher Teil der kommunalen Selbstverwaltung.
5. Es ist höchste Zeit, dass öffentliche Dienstleistungssysteme reformiert und saniert werden.
- Die öffentlichen Dienstleistungssysteme leiden unter deutlichen Qualitätsmängeln zu Lasten der Bürgerinnen und Bürger
- Neue Formen von Kooperation und Arbeitsteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunen müssen gefunden werden, um die Effizienz, Effektivität und Qualität öffentlicher Dienstleistungssysteme deutlich zu erhöhen.
- An nahezu allen Dienstleistungen der öffentlichen Hand sind alle drei Ebenen des Bundesstaates beteiligt, sei es in gesetzgeberischer, finanzieller, aufsichtsführender oder operativer Verantwortung. Eine klare Zurechnung von Verantwortung ist nicht erkennbar.
Zur Finanzsituation
Der Verfall der Finanzkraft des Rhein-Neckar-Kreises setzt sich fort. 5 Magere Jahre liegen hinter uns. Hoffentlich geht es uns wie den alten Ägyptern, dass nur noch zwei magere Jahre vor uns liegen. Die finanzielle Lage ist mehr als prekär. Die Kreisumlage steigt und steigt. Die Verschuldung nimmt ständig zu. Hartz IV belastet den Haushalt 2006 erheblich.
Trotz der dramatisch schlechten Finanzlage der Landkreise und auch vieler Gemeinden setzt auch das Land seine Eingriffe in den kommunalen Finanzausgleich fort. In den Jahren 2005 und 2006 erfolgt durch das Haushaltsstrukturgesetz 2005 zusätzlich ein weiterer Entzug in Höhe von je 350 Mio. Euro. In den Beratungen der Finanzverteilungskommission wurde kein Konsens gefunden. Die Schwierigkeiten der öffentlichen Haushalte auf allen Ebenen sind nicht mehr über die Einnahmeseite zu lösen, schon gar nicht durch den Griff in die Taschen der Gemeinden und Landkreise. Dieses Problem ist nur durch eine mutige Rückführung des Ausgabenvolumens an die finanzielle Leistungskraft bzw. Anpassung der Ausgaben an die Einnahmen zu lösen. Hier gibt es für die große Koalition viel zu tun.
Was können wir selbst tun?
- Wir müssen den Verwaltungshaushalt nochmals durchforsten.
- Wir müssen unsere mittelfristige Finanzplanung fortschreiben.
Deshalb stellen wir den Antrag, die geplanten Investitionen innerhalb und außerhalb der mittelfristigen Finanzplanung in den Fachausschüssen im Laufe des 1. Halbjahres 2006 im Hinblick auf Notwendigkeit, zeitliche Reihenfolge und Folgekosten und wegen der bereits vereinbarten dreiprozentigen Mehrwehrsteuererhöhung eingehend zu prüfen und in den Fachausschüssen zu beraten. Prioritäten müssen wegen der Verschuldung des Kreises und der künftigen Entwicklung der Kreisumlage gesetzt werden. Für Investitionen sind die Möglichkeiten einer öffentlich – privaten Partnerschaft - neuhochdeutsch eines PPP-Modells - zu prüfen.
Angesichts des niedrigen Zinsniveaus und der niedrigen Baukosten ist dies von ganz besonderer Bedeutung, denn der Kreis ist Endverbraucher.
Effizienzrendite, Entbürokratisierung und Aufgabenkritik
Nach dem Verwaltungsreformgesetz haben die Landkreise dem Innenministerium zum 30. Juni 2007 über die erreichten Einsparungen zu berichten. Der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises hat der Kreisverwaltung aufgegeben nachzuweisen, ob die Zuweisungen des Landes und die Gebühreneinnahmen die für die eingegliederten Behörden entstehenden Kosten decken. Wir erwarten, dass bereits 2005 die notwendigen Einsparungen erfolgten.
Es müssen jedoch weitere Schritte unternommen werden. Entbürokratisierung heißt Aufgabenkritik. Die Fragen, die uns beschäftigen, lauten:
- Was kann der Staat leisten?
- Wie kann er das leisten?
Wie immer fällt es schwer, Taten folgen zu lassen. Warum ist das so? Hauptursache ist die zu perfekte Umsetzung des Europarechts durch die deutsche Gesetzgebung und Bürokratie. Aber auch im Landes- und Bundesrecht gibt es noch viel zu tun.
Im Vordergrund stehen folgende Fragen:
- Sind die Leitziele noch zeitgemäß?
- Passen sie zur derzeitigen Finanzlage?
- Können wir uns das alles noch leisten?
- Müssen neue Schwerpunkte gesetzt werden?
- Werden die anvisierten Ziele wirklich erreicht?
- Ist der Verwaltungsaufwand vertretbar?
Der Landkreis nimmt zur Erreichung dieser Ziele seit Jahren an Vergleichsringen teil, um die Effizienz der eigenen Verwaltung mit der anderer Landkreisverwaltungen zu vergleichen, um voneinander zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und Kennzahlen zu gewinnen, die ein faires Steuern zur Optimierung der Verwaltungsabläufe ermöglichen. Dies wird von uns nachhaltig unterstützt. Der Rhein-Neckar-Kreis hat sich in diese Entwicklung sehr früh, sehr breit und federführend, wie wir meinen, eingebracht.
Die CDU-Fraktion beantragt:
- Die Erkenntnisse und Erfahrungen zu nutzen. Hierzu sind die Erhebungen gemeinsam mit dem Kreistag zu werten und Ziele und Prioritäten zur sparsamen und effizienten Erfüllung der Kreisaufgaben festzulegen.
- Weitere Vergleichsringe – vorrangig bei den großen Budgets - zu initiieren, um die optimierte Aufgabenerfüllung der Verwaltungsspitze und den Kreisgremien nachvollziehbar darzustellen.
- Nachvollziehbare Entscheidungsgrundlagen für eine Aufgabenkritik zu erlangen und die Qualität der Verwaltungsleistungen zu dokumentieren.
- Die Kennzahlen im notwendigen Umfang zu aktualisieren und so die Zielerfüllung darzustellen.
- Grundladen zu schaffen, um die künftigen Produkthaushalte mit aussagefähigen Kennzahlen steuer- und nachvollziehbarer zu gestalten.
Die desolaten öffentlichen Finanzen erfordern eine Sensibilisierung aller Verantwortlichen und - speziell beim Landkreis mit der Umlagefinanzierung - auch ein nachvollziehbarer Mittelverwendungsnachweis gegenüber den Kreiskommunen. Der zunehmenden Kritik an den Kreisumlagesätzen kann durch ein qualifiziertes Benchmarking am Besten begegnet werden.
Diesem Antrag hat der Verwaltungs- und Finanzausschuss bereits zugestimmt. Wir erwarten nun von der Verwaltung, uns die Ergebnisse zur Diskussion und Entscheidung vorzulegen.
Außerdem stellen wir den Antrag, die Übertragung der „Gebäudebewirtschaftung“ der kreiseigenen oder angemieteten Liegenschaften zur Verbesserung der Effizienz auf eine bestehende GmbH zu prüfen. Wir bitten Sie, sehr geehrter Herr Landrat, diese Punkte auf die Tagesordnung einer der nächsten Sitzungen des Verwaltungsausschusses zu setzen.
Zur Kreisumlage
Der landesdurchschnittliche gewogene Kreisumlagehebesatz, der 2003 30,6 Punkte betrug, wird 2006 auf 36, 54 Punkte steigen. Davon wird auch der Rhein-Neckar-Kreis nicht verschont. Der Haushaltsentwurf ist mit heißer Nadel gestrickt und ausgepresst wird eine Zitrone. Einsparungen in großem Umfang sind nicht mehr möglich. Es ist eine Umlagenerhöhung um 1,5 Punkte vorgesehen. Durch die anhaltend negative Entwicklung bei Hartz IV müsste die Umlage um weitere 0,7 Punkte erhöht werden. Nur durch einmalige Gestaltungsmöglichkeiten bei der Umwandlung des Eigenbetriebs Gesundheitseinrichtungen in eine GmbH kann die Erhöhung auf 1,5 Punkte begrenzt werden. Die einzige Alternative bestünde darin, sich von den freiwilligen Leistungen zu verabschieden und nur noch Pflichtaufgaben zu erfüllen. Wer im Kreistag will dies? Deshalb gibt es zur Umlagenerhöhung in dieser Höhe keine wirklich realistische Alternative.
Neue Strukturen bei unseren Gesundheitseinrichtungen
Das System unseres Gesundheitswesens ist im Umbruch. Die vor Jahren verordnete Kostendeckelung schafft bei den Trägern von Gesundheitseinrichtungen zwischenzeitlich massive Finanzprobleme. Mit der Gesundheitsreform 2000 wurde das DRG-System, ein auf Fallpauschalen basierendes Vergütungssystem, für die Krankenhäuser eingeführt und das bisherige Pflegesatzsystem abgelöst. Die "Übergangsphase" ist vorbei. Seit 1. Januar 2005 wird nach DRG-Fallpauschalen abgerechnet. Die "heiße Phase" hat begonnen. Wie immer im Gesundheitsbereich ging das nicht ohne Holpern und Stolpern vonstatten. Zum Leidwesen des Rhein-Neckar-Kreises wurde die sogenannte Konvergenzphase auf Wunsch der Länder im Hinblick auf die bei den Universitätskliniken auf fünf Jahre verlängert. Das bedeutet, dass das neue Vergütungssystem erst 2009 im geplanten Umfang greifen wird. Diese Regelung geht eindeutig zu Lasten der Krankenhäuser der Grund- und Regelversorgung, um Kreiskrankenhäuser. Trotzdem sind die Krankenhäuser des Kreises im Vergleich zu anderen Häusern noch gut positioniert. Wir müssen aber weiter verändern und strukturelle Anpassungen vornehmen, weil sich die Krankenhauslandschaft unübersehbar gewandelt hat. Heute gilt es, entweder die Krankenhäuser für den Wettbewerb fit zu machen oder zu verkaufen bzw. zu schließen.. Das Defizit, das derzeit bei den Kreiskrankenhäusern ca. 3 - 4 Mio. € - jährlich beträgt, ist über steigende Kreisumlagen nicht mehr zu finanzieren. Besonders die Bevölkerung wäre betroffen, wenn das Leistungsangebot erheblich reduziert oder unter dem Zwang nicht zu finanzierender Defizite Klinikstandorte ganz aufgegeben werden müssten. Wie die aktuelle Entwicklung zeigt, ist das keine Schwarzmalerei. Es ist die Wirklichkeit. Die Krankenhauslandschaft dünnt sich aus, viele wurden bereits verkauft bzw. geschlossen.
Mit der Gründung der GmbH hat der Rhein-Neckar-Kreis bei der letzten Sitzung die Weichen für die Zukunft gestellt.
Was erwarten wir von der neuen GmbH?
- Wir erwarten, dass sich die GmbH in der Kliniklandschaft der Region gut positioniert und behauptet.
- Wir erwarten, dass unsere Gesundheitseinrichtungen und die ländliche Versorgungsstruktur erhalten bleiben.
- Wir erwarten flexiblere und schnellere Entscheidungen.
- Wir erwarten, dass dadurch die Arbeitsplätze unserer Bediensteten gesichert werden.
- Wir erwarten, dass die Bediensteten zur Sicherung der Arbeitsplätze durch die Bereitschaft zur Mehrarbeit von 1,5 Stunden in der Woche beitragen.
- Wir erwarten, dass künftig keine Subventionen aus dem Kreishaushalt notwendig werden.
- Wir erwarten, dass die Empfehlungen der Strukturkommission umgesetzt werden.
Noch ein Wort zu den Auseinandersetzungen wegen der 40-Stunden-Woche.
Falsch ist, dass die Sanierung unserer Häuser auf dem Rücken der Bediensteten ausgetragen wird.
Richtig ist, dass wir mit der Einführung der 40-Stunden-Woche die Arbeitsplätze in den Krankenhäusern auch für die Zukunft sichern.
Falsch ist, dass sich die Gewerkschaft bei den Tarifverhandlungen mit den Universitätskliniken voll durchgesetzt hat.
Richtig ist, dass zwar die 38, 38,5 oder 39-Stunden-Woche von den Universitätskliniken – für uns völlig unverständlich – akzeptiert wurde, jedoch ver.di dort auf die Einführung des neuen Tarifvertrags verzichtet, neue Entgelttabellen ausgehandelt werden und die Steigerung daraus auf 0,25 % gedeckelt wird. Dies alles nur, um die Einführung einer Regelarbeitszeit von 40 Stunden zu verhindern!!! Welch ein Erfolg!!!
Falsch ist, dass 83 % der Bediensteten gegen die Einführung der 40-Stunden-Woche sind.
Richtig ist, dass nahezu drei Viertel der Klinikbediensteten mit der Einführung der 40-Stunden-Woche einverstanden sind, wie eine Umfrage beweist. Übrigens: Mit dem Marburger Bund wurde für die Klinikärzte bereits die 40-Stunden-Woche vereinbart.
Richtig ist auch, dass Landrat und Kreistag, den Arbeitnehmern der neuen GmbH bei Einführung der 40-Stunden-Woche folgende Zusagen unterbreiten.
- Erhalt der GRN-Einrichtungen,
- Keine betriebsbedingten Kündigungen bis zum Jahre 2010,
- Weiterbestehen der Mitgliedschaft in der Zusatzversorgungskasse (ZKV), auch bei Neueinstellungen,
- Pauschale Einmalzahlungen für die Jahre 2005 – 2007 in Höhe von jeweils 300. - €
- Unveränderte Zahlung von Urlaubs- und Weihnachtsgeld im Jahr 2005,
- Urlaubs- u. Weihnachtsgeld als zusammengefasste Sonderzahlung im Jahr 2006,
- Jährliche Sonderzahlung ab dem Jahr 2007 in Höhe von bis zu 90% eines Monatsgehaltes.
- Anwendung des neuen Tarifvertrags öffentlicher Dienst.
Richtig ist auch , dass mit der 40-Stunden-Woche eine Gleichbehandlung aller Kreisbediensteten annähernd gewährleistet wird. Die Beamten müssen allerdings bereits heute schon 41 Stunden arbeiten. Goethe hat schon gesagt „Wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit“.
Bildung und Erziehung
Die Bildungspolitik steht vor der Bewährungsprobe. Der Kreis ist für die Sachmittel und für den Schulhausbau, zuständig und übernimmt erhebliche Anstrengungen. Diese Investitionen werden von unserer Fraktion in vollem Umgang mitgetragen.
Dabei muss der künftige Raumbedarf aller Kreisschulen von Grund auf abgeklärt werden:
- Wie wirkt sich die Verlagerung der beruflichen Ausbildung von den Betrieben auf die öffentlichen Schulen aus?
- Wie wirkt sich die demografische Entwicklung, die ein Absinken der Schüler erst ab 2012 prognostiziert, aus?
- Wie wirkt sich die Reduzierung der Schülerzahl auf die Zahl der Klassen aus?
- Wie wirkt sich die regionale Kooperation mit anderen Stadt- und Landkreisen auf die Klassen- und Schülerzahlen aus?
Der notwendige Neubau der Martinsschule geht in die Realisierungsphase. Gemeinsam mit unseren Partnern Mannheim, Heidelberg, und dem Landkreis Bergstraße, werden wir in regionaler Zusammenarbeit die neue Sonderschule für körperlich und geistig behinderte Kinder errichten.
Der Ausbau der Berufsschulzentren steht – mit Ausnahme von Weinheim – vor dem Abschluss. In der Helen- Keller-Schule in Weinheim herrscht Raumnot, und zwar hauptsächlich verursacht durch Schülerinnen und Schüler aus dem benachbarten hessischen Landkreis Bergstraße. Zur Lösung dieser Frage müssen weitere Gespräche mit dem Landkreis wegen einer Kostenbeteiligung geführt werden. Auch unsere Fraktion wird mit unseren Kollegen im Kreis Bergstraße Gespräche führen. Denn in der Metropolregion Rhein-Neckar ist Zusammenarbeit geboten.
Sozialhilfe und Jugendhilfe
Die hohen Ausgaben in diesem Sektor spiegeln die Problemlagen wider, die die Landkreise bewältigen müssen.
- Die Folgen der hohen Dauerarbeitslosigkeit.
- Die Folgen der Überalterung der Bevölkerung.
- Die Folgen des zwar guten aber sehr kostenintensiven Ausbaus der Eingliederung der Behinderten.
Bei den Aufwendungen für die Jugendhilfe stellen wir fest, dass sich die Steigerungsrate durch innovative und handlungsbedingte Maßnahmen deutlich abflacht. Ein äußerst positives Ergebnis, das dem Jugendamt des Kreises zuzuschreiben ist. Wie hoch diese Leistung einzuschätzen ist, erklärt sich aus dem Anstieg der Zahl gefährdeter Jugendlicher. Auf diese Entwicklung kann der Kreis keinen Einfluss nehmen. Hier sind die Familien und Schulen in der Pflicht. Der Kreis verantwortet die Reparatur der Mängel, die andere verursachen.
Für die an sich richtige Zielvorstellung, Arbeitslosen- und Sozialhilfe zusammenzuführen, wurde keine befriedigende Lösung gefunden. Sie wurde vielmehr zum Fiasko.
Treffend hat die FAX am 10. Dezember 2005 wie folgt skizziert: „Der Sturm der Entrüstung über vermeintlichen Sozialabbau geht einher mit rätselhaften Mehrausgaben in Milliardenhöhe für die alle Steuerzahler aufkommen müssen.“
Denn die Umsetzung von Hartz IV hat erhebliche Mängel: Wir haben darauf mehrfach hingewiesen und dies ausführlich dargelegt. und zwar
- erschwert die zentralistische Ausrichtung der Bundesagentur eine sozialpolitische Gestaltung und Ausschöpfung der Ressourcen auf Kreisebene,
- war die ursprüngliche Annahme bei den Bedarfgemeinschaften und viel zu niedrig und daher falsch,
- ist das EDV-System ist fehlerbehaftet und viele Bescheide waren falsch,
- haben die Vermittlungen von Langzeitarbeitslosen nicht zugenommen und
- ist die versprochene Entlastung 2,5 Mrd. € bei den Kommunen nicht angekommen.
Ein Silberstreifen zeichnet sich jedoch bereits ab. Die von der alten Bundesregierung vertretene Auffassung, dass die Kommunen bisher eine viel zu hohe Bundesbeteiligung erhalten haben und daher die Zahlungen für 2005 zurückzahlen sollten, ist zu nächst vom Tisch. Die neue Bundesregierung beschloss, für 2005 und 2006 die bisherige Regelung beizubehalten. Aber trotzdem heißt es weiterhin aufpassen.
Wie geht es mit dem ÖPNV weiter?
Schwerpunkt der freiwilligen Leistungen mit einem Fördervolumen von knapp 3 Mio. € ist der Öffentliche Personennahverkehr - eine Förderquote von etwa 30 % der Aufwanddeckungsfehlbeträge.
Die Rahmenbedingungen haben sich durch die Verordnung der Europäischen Kommission über öffentliche Dienstleistungsaufträge im Personenverkehr und das Urteil des europäischen Gerichtshofes wesentlich verändert.
- Es wird ein kontrollierter Wettbewerb durch Ausschreibungen vorgegeben. Dadurch sollen Wirtschaftlichkeit und Qualität des ÖPNV verbessert werden.
- Es soll garantiert werden, dass allen Verkehrsbetreibern der diskriminierungsfreie Zugang zum Markt und zu den möglichen Ausgleichszahlungen gewährleistet werden.
- Es sollen beim Schienenpersonennahverkehr die Kosten mit denen eines „durchschnittlich gut geführten Unternehmens“ vergleichbar sein, weil der Wettbewerb beim SPNV noch nicht eröffnet ist. Voraussetzung dazu wäre die Trennung von Fahrweg und Betrieb.
Dieses neue Wettbewerbsrecht muss umgesetzt werden. Das ist eine Herausforderung aber gleichzeitig die Chance, den ÖPNV wirtschaftlicher durchzuführen.
Die neuen MVV-OEG-Vereinbarungen setzen positive Maßstäbe. Leider sind die Verhandlungen mit der HSB, der Stadt Heidelberg und dem RNV in einer Sackgasse. Ende 2005 läuft der bisherige Vertrag durch die Kündigung des Rhein-Neckar-Kreises aus. Eine neue Vereinbarung ist nicht in Sicht, weil einerseits die EU-Ausschreibungsbedingungen sehr eng ausgelegt werden müssen und andererseits unsere Vertragspartner nicht bereit ist, die neuen Bedingungen zu akzeptieren.
Der Ausbau und die Finanzierung des ÖPNV sind Aufgaben der Solidargemeinschaft. Deshalb beteiligt sich der Rhein-Neckar-Kreis an den Aufwanddeckungsfehlbeträgen und an den Investitionskosten.
Die 1. Stufe der S-Bahn ist in Betrieb und zeigt hervorragende Ergebnisse. Als weitere Ausbauvorhaben stehen der zweigleisige Ausbau der MVV OEG-Strecke an der Bergstraße, der Ausbau der Rheintalstrecke und der Ausbau und die Elektrifizierung der Elsenztal- und Schwarzbachtalbahn an. Die Kosten des Gesamtprojektes-, Elsenztal- und Schwarzbachtalbahn belaufen sich auf 82,3 Mio. €. Der Kreis zahlt davon knapp 10 Mio. €. Der geplante S-Bahn-Anschluss ist für die künftige Entwicklung des Elsenz- und des Schwarzbachtals trotz erheblicher Kosten für den Kreis und die beteiligten Gemeinden unverzichtbar und löst für die Gemeinden neue Entwicklungsperspektiven aus. Maßnahmen die von unserer Fraktion voll und ganz mitgetragen werden.
Kreisstraßenbau
Über den Ausbau der Kreisstraße Weinheim-Hemsbach-Laudenbach haben wir in der vorletzten Sitzung entschieden. Die Straße steht nunmehr zur Realisierung an. Weitere Straßenbaumaßnahmen, wie der Weiterbau des Tunnels Neckargemünd, sind im Haushaltsentwurf veranschlagt. Alles Maßnahmen, die von uns unterstützt werden, um die vorhandenen Überlastungseffekte auf unseren Straßen abzubauen.
Neues von der Abfallwirtschaft
Die gute Botschaft zuerst: Wir haben Gebührenstabilität.
Es drohen jedoch Gefahren. Teilprivatisierung heißt die Devise. Abfälle aus anderen Herkunftsbereichen als Haushaltungen – wie Gewerbeabfälle und Baustellenabfälle - sollen künftig von den privaten Entsorgungsunternehmen entsorgt werden, und zwar ohne Rücksicht darauf, ob es sich um Abfälle zur Beseitigung oder Abfälle zur Verwertung handelt. Hinsichtlich der Privathaushaltungen soll alles beim alten bleiben. Der Abfall von Kleinerzeugern/Geschäftsmüll soll weiterhin kommunal entsorgt werden. Dabei wird der finanzielle Aspekt völlig unterbewertet. Zur Erinnerung: Die kommunalen Entsorgungsanlagen sind ursprünglich einmal für beide Abfallarten gebaut worden, für den Hausmüll und für den Gewerbeabfall. Anfang der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts war die Relation etwa 50 : 50. Heute haben wir im Kreis eine Relation von rd. 85 % Hausmüll und unter 15 % Gewerbeabfall. Damit werden Lasten vom Gewerbemüll auf die Bürgerinnen und Bürger verlagert. Denn klar ist, dass die Grundkosten für die reservierten Entsorgungsmengen in jedem Fall zu bezahlen sind. Sie sind und bleiben Grundlage der Gebührenkalkulation. Es ist auch keine vernünftige Strategie, Lasten der Bürgerschaft durch Vorgaben der EU in das neue Wettbewerbsrecht einzubringen. Dann würde die private Entsorgungswirtschaft sich die Rosinen herauspicken. Für die Landkreise bleiben nur noch die wirtschaftlich unattraktiven Abfälle übrig.
Die Bezeichnung "Teilprivatisierung der Abfallentsorgung" erweckt den Anschein, die öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträger hätten einen Nachholbedarf in Sachen Privatisierung. Dieser Eindruck ist schlichtweg falsch.
Der Rhein-Neckar-Kreis ist gut aufgestellt und hat das operative Geschäft auf eigene Gesellschaften übertragen. Es wurden knapp 500 Arbeitsplätze geschaffen und die betriebswirtschaftlich richtige Lösung durch Kooperation mit privaten Entsorgern betrieben.
Das Ende des Deponiezeitalters für unbehandelte Abfälle ist am 31. Mai 2005 eingetreten. Die Entsorgungspreise explodieren.. Mangels ausreichender Behandlungskapazitäten kommt es zu Engpässen. Zu den ungeklärten Fragen muss man die Entsorgung der nicht überlassungspflichtigen Gewerbeabfälle zählen. Durch langfristige Verträge ist die Entsorgungssicherheit des Rhein-Neckar-Kreises gewährleistet.
Die Zukunft des dualen Systems steht auf dem Spiel. Der Wettbewerb ist zwar eingeführt, jedoch wird nur unzureichend kontrolliert. Die Lizenzeinnahmen gehen zurück. Die verwertbaren Abfälle nehmen zu. Private Haushalte werden durch die Verpackungsgebühr und die nunmehr anfallenden Entsorgungskosten doppelt belastet. Die Länder sind aufgerufen, ihren Verpflichtungen nachzukommen und den Vollzug der Verpackungsverordnung verstärkt zu überprüfen.
Bei der Abfallwirtschaft ist entscheidend, die Entwicklung sorgfältig zu beobachten und rechtzeitig zu handeln. Dafür geben die AVR und ihre Tochtergesellschaften und deren Geschäftsführer Ehrhard und Rehberger beste Gewähr.
Leistungen des Rhein-Neckar-Kreises für die Menschen in der Region
Die Metropolregion Rhein-Neckar wird ab 1. Januar 2006 gebildet.
Wir sollten den Blick in die Zukunft richten.
Wir sind zur regionalen Zusammenarbeit gerüstet. Wir im Rhein-Neckar-Kreis haben in den vergangenen Jahren vieles für diese Zusammenarbeit bewirk:
- Bei der Abfallwirtschaft durch gegenseitige Vereinbarungen
- Beim Öffentlichen Personennahverkehr durch den Verbundtarif, die Einrichtung der S-Bahn und deren geplanten Ausbau.
- Beim Straßenbau durch regionale Straßenbaumaßnahmen
- Bei den Sonder- und Berufsschulen durch regionales Zusammenwirken.
- Bei den Gesundheitseinrichtungen durch Sicherung der Standorte
Künftig gibt es hier sicherlich noch vieles zu tun. Aber wir haben gute Voraussetzungen für die Metropolregion geschaffen.
Wie immer gehört mein besonderer Dank für die Aufstellung des Haushalts allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern des Kreises. Besonders danken wir Finanzdezernat unter Leitung von Herrn Kreiskämmerer Alfred Ehrhard. Sie alle haben in diesem Jahr unter äußerst schwierigen Bedingungen ihr Können und ihren Einfallsreichtum eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
Ganz ausdrücklich bedanke ich mich bei allen Fraktionen für die gute und kollegiale Zusammenarbeit. Wesentliche Entscheidungen wurden und werden gemeinsam getragen.
Wir stimmen dem Haushalt 2006, dem Haushaltsplan der Freiherr-von-Ulner’schen-Stiftung und allen Beschlussvorschlägen zu.
Anträge der CDU–Kreistagsfraktion zur Konsolidierung der Kreisfinanzen
Der Verfall der Finanzkraft des Rhein-Neckar-Kreises setzt sich fort, diese Auffassung vertraten die Kreisrätinnen und Kreisräte der CDU Rhein-Neckar. Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf vertrat die Auffassung, dass die finanzielle Lage mehr als prekär ist. Die Kreisumlage steigt und steigt. Die Verschuldung nimmt ständig zu. Dieser Tendenz kann nur durch eine mutige Rückführung des Ausgabenvolumens an die finanzielle Leistungskraft und Anpassung der Ausgaben an die Einnahmen gelöst werden. Für die große Koalition gibt es viel zu tun.
Auch auf Kreisebene muss gehandelt werden. Die CDU-Kreisrätinnen und Kreisräte fordern die Fortschreibung der mittelfristigen Finanzplanung. Diese muss auf Notwendigkeit, zeitliche Reihenfolge und Folgekosten geprüft und in den Fachausschüssen beraten werden. Prioritäten müssen wegen der Verschuldung des Kreises und der künftigen Entwicklung der Kreisumlage gesetzt werden. Für Investitionen sind die Möglichkeiten einer öffentlich – privaten Partnerschaft - eines PPP-Modells - zu prüfen. Ebenso wird der Vergleich der Aufgabenerfüllung und den damit verbundenen Kosten mit anderen Landkreisen gefordert. Außerdem wurde beantragt, die Übertragung der „Gebäudebewirtschaftung“ der kreiseigenen oder angemieteten Liegenschaften zur Verbesserung der Effizienz auf eine bestehende GmbH zu prüfen.
Fünf Leitsätze zur „großen Politik“
Die CDU-Kreistagsfraktion hat sich in einer Sondersitzung mit der „großen Politik“ beschäftigt. Wie Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf (Leimen) ausführte, wurden 5 Leitsätze zur Wiederbelebung der kommunalen Selbstverwaltung verabschiedet. Als wichtigste Forderung sehen die CDU-Kreisrätinnen und –Kreisrate, dass sich der Bund verfassungsrechtlich verpflichtet, den Gemeinden keine Aufgaben aufzubürden, ohne die entsprechenden Mittel bereitzustellen. Echte Handlungsspielräume der Kommunen sind wegen den hohen Belastungen mit gesetzlichen Pflichtaufgaben, die durch Landes- oder Bundesgesetze oder durch die EU ferngesteuert werden, nicht mehr vorhanden. Außerdem ist es höchste Zeit, im Zuge der Föderalismusreform den Kommunen die Finanzmittel aufgabengerecht zuzuteilen, volkstümlich gesagt: "Ohne Moos nix los!". Deshalb müssen Gemeinden und Landkreise an der Gesetzgebung zu beteiligt werden. Es ist ein „falsches System", dass die Kommunen zwar die meisten Bundesgesetze durchführen müssen, aber nicht am Zustandekommen beteiligt werden.. Unverbindliche Anhörungen genügen nicht. Durch die Beteiligung der Kommunen wird die Gesetzgebung lebensnäher und vollzugstauglicher.
Regelungen auf europäischer Ebene dürfen nicht weiter durch Bundes- oder Landesgesetze verschärft werden. Zudem müssen die öffentlichen Dienstleistungssysteme reformiert und Formen von Kooperation und Arbeitsteilung zwischen Bund, Ländern und Kommunenfunden werden, um die Effizienz, Effektivität und Qualität öffentlicher Dienstleistungssysteme deutlich zu erhöhen.
Nur wenn diese Forderungen erfüllt werden, so Bruno Sauerzapf, können Gemeinden und Landkreise die ihnen zugeordneten Aufgaben der Daseinsvorsorge und Daseinsfürsorge erfüllten.
CDU begrüßt den Bau der Martinschule in Ladenburg
In der Sitzung des Kreistags am 4. April 2006 gab dazu Bürgermeister und Kreisrat Werner Knopf folgende Stellungnahme ab:
Der Rhein-Neckar-Kreis ist gemeinsam mit den Städten Mannheim und Heidelberg sowie dem Kreis Bergstraße Träger der Martin-Schule in Ladenburg. Diese Schule wurde nach einer öffentlich-rechtlichen TOP 5
Vereinbarung mit den Beteiligten Partnern in den 70er Jahren in Ladenburg gebaut. Eigentlich eine Schule, die durch einen Neubau im üblichen Verständnis nicht anstehen würde.
Doch was ist geschehen? Während das heutige Schulgebäude in Ladenburg gebaut wurde für Kinder, die sowohl geistig und auch körperbehindert sind, gehört diese Gruppe heute nicht mehr zu dem 1. Klientel der Martins-Schule. Heute sind es in erster Linie Mehrfachbehinderte, die diese Schule besuchen – die zum großen Teil auf den Rollstuhl angewiesen sind und zum Teil sogar liegend unterrichtet werden müssen. Aus diesen Gründen wäre ein Umbau bzw. eine Erweiterung der heutigen Martin-Schule wegen dem erhöhten Platzbedarf dringend erforderlich.
Aber nicht nur durch den erhöhten Bedarf von den einzelnen Schüler, sondern auch durch die Vergrößerung der Schülerzahl, vor allem auch die Zunahme des Behindertengrades und die geänderten sonderpädagogischen Gegebenheiten ist dieser Neubau erforderlich. Wir alle kennen auch die Probleme des Feuerschutzes aus unseren Bereichen. Dass hier gerade bei diesen Kindern, die auf Hilfe angewiesen sind, erhöhte Anforderungen an den Feuerschutz und Brandschutzmaßnahmen gestellt werden, ist verständig.
Da dies in dem derzeitigen Standort nicht realisiert werden kann, hat der Kreistag einem Neubau der Martin-Schule in Ladenburg zugestimmt. Ladenburg deshalb, weil die bisherige Schule dort beheimatet war und weil Ladenburg im Blick auf alle 4 Partner sehr zentral liegt.
Weil wir allen mehrfachbehinderten Kindern auch die Chance geben möchten, soweit es überhaupt möglich ist, eine Schule zu besuchen, sind wir in der Verpflichtung, das Beste für diese Kinder zu schaffen.
Hierüber waren wir uns in der Vergangenheit im Kreistag einig und werden dies auch in Zukunft sein. Die CDU-Fraktion hat von Anfang an diese Bemühungen des Rhein-Neckar-Kreises unterstützt. Dass dies sehr schwierig war einen solchen Beschluss durchzustehen, ist nachvollziehbar. Wir wissen, dass es massive Interventionen des Landrates bei der ehemaligen Bildungsministerin Annette Schawan bedurfte, um diese Schule in das Förderprogramm des Landes Baden-Württemberg aufzunehmen. Hierfür gibt es keinen Präzedenzfall – es ist eine einmalige Schule und wir sind stolz darauf, dass wir diese im Rhein-Neckar-Kreis haben.
Einmalig ist auch die Kooperation zwischen den Gebietskörperschaften in diesem Raum. Eine Schule kann besser geführt werden, wenn sie entsprechende Kinderzahlen aufnehmen kann. Dass dies ein Präzedenzfall ist, der nach unserer Meinung auch auf viele weiteren Schularten ausgedehnt werden kann, wäre wünschenswert. Im vorliegenden Fall hat dies schon mehr als 30 Jahre Bestand und für alle Partner ist dies eine hervorragende Lösung zur Beschulung ihrer Kinder.
Ich möchte mich an dieser Stelle auch bei unseren Partnern bei dieser Schule, der Stadt Mannheim, der Stadt Heidelberg und dem Kreis Bergstraße recht herzliche bedanken. Dieses Beispiel könnte Schule machen.
Alle diese Gründe rechtfertigen den Neubau der Schule in Ladenburg.
Wir sind zuversichtlich, dass nach dem Kreis Bergstraße und heute dem Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises auch die Partner in Mannheim und Heidelberg der vorgelegten Vereinbarung zustimmen werden.
Die in § 5 der Vereinbarung vorgeschlagene Aufteilung der Baukosten auf die einzelnen Träger nach dem Stand der Schulstatistik vom Oktober 2005 finden wir gerecht. Hier müssen für die Kinder, die zum jetzigen Zeitpunkt die Schule besuchen, entsprechende Plätze geplant und vorgehalten werden. Dass bereits in diese Vereinbarung sämtliche Nebenkosten, so auch Bauzinsen und Zinsen für verspätet eingehende Zuschüsse entsprechend aufgeteilt werden, zeugt von einer guten Verwaltung.
Neue Wege geht man bei den Kosten den laufenden Schulbetriebes. Hier wird einmal entgegen der bisherigen Regelung aufgeteilt, in Direktaufwand und in Gemeinschaftsaufwand. Dem Direktaufwand sind die Kosten für die schwerst-, mehrfachbehinderten Schülerinnen und Schüler, auch die hierfür erforderlichen Personalkosten zuzuordnen. Somit werden die Kosten für die Schüler, die einen sehr hohen Betreuungsaufwand haben, dem betreffenden Schulträger zugerechnet. Die verbleibenden Kosten, die dann für die restlichen Schüler in etwa gleich sind, werden entsprechend der Schülerzahl aufgeteilt.
Neu in dem vorgelegten Entwurf ist auch der § 12 bei dem eine Kündigung oder Alternativmöglichkeit offengelassen wird. Wir meinen auch, dass im Vorfeld bereits alle Möglichkeiten geprüft werden sollen, um später das günstigste Betreibermodel zu verwirklichen. Sollte es Möglichkeiten geben im PPP Bereich einen Partner zu finden, der kostengünstiger die ganze Schule bauen und betreiben kann, dann wäre dies sicherlich auch für unseren Kreishaushalt von Vorteil.
Aber selbst wenn eine solche Lösung kommen sollte, ist man in unserer Fraktion der Meinung, dass Kündigungsmöglichkeiten und die sich daraus ergebenden Folgen in den Vertrag mit aufzunehmen sind. Insoweit vertauen wir der Verwaltung, dass sie letztendlich das Beste für unseren Rhein-Neckar-Kreis entscheidet. In diese Entscheidung muss aber der Kreistag einbezogen werden. Insgesamt stimmen wir also dem vorgelegten Vertragsentwurf zu. Wir bedanken uns bei der Verwaltung für diese guten Vorarbeiten und wünschen das auch die beiden restlichen Partner, die Stadt Heidelberg und die Stadt Mannheim diesem Vertragswerk so zustimmen.
Da eine solche Schule bisher noch nicht gebaut wurde und man daher nicht auf vergleichbarem Muster zurückgreifen konnte, war der Neubau der Martins-Schule in Ladenburg eine besondere Herausforderung für alle Architekten.
Wie es bei solchen großen Baumaßnahmen üblich ist, wurde vom Kreistag ein öffentlicher Teilnamewettbewerb durchgeführt. Hierzu wurden 30 Architekturbüros eingeladen. Ein Preisgericht hat hieraus die drei besten Arbeiten nochmals zur Ergänzung zurückgegeben und um eine Überarbeitung gebeten. Letztendlich hat die Jury nach nochmaliger Prüfung und Beurteilung aller eingereichten Arbeiten empfohlen, dem Architekturbüro Otto & Höfling-Otto aus Stuttgart, den Planungsauftrag für den Neubau der Martin-Schule in Ladenburg zu erteilen. Da hierbei wie bereits ausgeführt eine Jury gebildet wurde, in welcher auch Vertreter des Kreistages mitgearbeitet haben, wissen wir, dass der bestmögliche Entwurf nunmehr zur Ausführung kommt.
Wir freuen uns, dass unsere Anregungen auf Berücksichtigung eines optimalen Betriebsablaufes und der Vorlage eines Energiekonzeptes in die Bewertung Eingang gefunden haben. Wir wissen alle, welche Problem in Zukunft im Bereich Heizung und Beleuchtung auf uns zukommen. Insoweit ist es richtig, das wir rechtzeitig diese Punkte bei dem Neubau miteingebracht werden. Handelt es sich doch um eine Schule mit 10.600 qm Fläche und 43.000 cbm umbauten Raum – wahrlich schon um eine sehr große Schule.
Nachdem wir in einer Zeit, in der überall sparen angesagt ist und überall Haushalte zu restriktiven Verhalten nötigen, sind hier sicherlich einige Worte zu den Baukosten angebracht. Immerhin geht es um ein Investitionsvolumen von knapp 28 Millionen Euro, wenn man die Einrichtung mit einbezieht. Nach Abzug aller erwarteten Zuschüsse verbleibt ein Betrag von knapp 20 Millionen, welche die 4 kommunalen Partner aufbringen müssen. Dabei liegt der Anteil des Rhein-Neckar-Kreises bei 6 Millionen Euro zzgl. dem Erwerb des Grundstücks.
Ich habe bereits daraufhingewiesen, dass aus pädagogischen Gründen, aus Gründen der Mehrfachbehinderung von Schülern und neuen pädagogischen Konzepten, der Neubau dringend erforderlich ist. Wir wissen, dass Bildung eine Investition in die Zukunft ist – wir wissen aber auch, dass derzeit die Preise im Bau am Boden liegen. Viele Firmen kämpfen um Überleben und sind dankbar für jede Arbeit mit der sie beauftragt werden. Insoweit fällt diese Investition in eine Konjunkturdelle.
Man sollte daher auch in diesem Zusammenhang in die jeweiligen Verträge mitaufnehmen, vor allem wenn dies durch ein Generalunternehmer geschieht, dass möglichst viele Handwerksbetriebe aus unserer Region in die Ausschreibung miteingebunden werden. Dies wird sicherlich nur einen kleinen Tropfen auf dem angespannten Arbeitsmarkt bringen. Zum anderen ist es auch so, dass diese Investition in die Zukunft gerichtet wird. Es ist richtig, dass diese Schule für die nächsten - wahrscheinlich 30-40 Jahre - unsere Kinder aufnehmen wird. Insoweit ist es auch vertretbar, das Darlehen für diese Maßnahmen in Anspruch genommen werden. Bei den derzeit günstigen Zinskonditionen fällt uns dies leichter.
Noch ein Wort zu der weiteren Vorgehensweise. Es ist richtig, dass parallel zu der Weiterführung der Planungsleistungen auch einige weitere Realisierungsvarianten geprüft werden. Hier gibt es verschiedene Möglichkeiten – einmal den Bau nach Einheitspreisverträgen, der Betrieb in Eigenregie, dann der Bau durch einen Generalunternehmer ebenfalls Betrieb in Eigenregie dann den Bau und Betrieb durch einen Dritten für die nächsten 20-25 Jahren, eine sogenannte ÖPP-Lösung.
Nachdem die Jury uns einen Vorschlag erarbeitet hat, stimmen wir der Errichtung des Neubaus der Martin-Schule Ladenburg auf der Grundlage des überarbeiteten Wettbewerbsentwurfs des Architekturbüros OHO Stuttgart zu. Gleichzeitig stimmen wir auch der weiteren Erstellung einer ausführungsreifen Planung durch das Architekturbüro Otto & Höfling-Otto Stuttgart zu.
Mensa in Wiesloch geplant
Die Stadt Wiesloch – so Landtagsabgeordneter Karl Klein - plant derzeit für die Schulen ihrer Trägerschaft den Neubau einer Mensa. Diese soll im gemeinsamen Schulzentrum errichtet werden, dem auch die beruflichen Schulen des Rhein-Neckar-Kreises angegliedert sind.
Die CDU-Kreistagsfraktion sieht auch für die Schülerinnen und Schüler der beruflichen Schulen einen evtl. Bedarf für eine solche Einrichtung. Die Unterrichtszeiten gestalten sich bis zum späten Nachmittag. Deshalb ist – so der CDU-Antrag – von der Verwaltung kurzfristig zu prüfen, ob ein tatsächlicher Bedarf besteht und ein gemeinsamer Mensabetrieb mit den städtischen Schulen sinnvoll ist. Die CDU regt an, Gespräche mit der Stadt Wiesloch, den Schulleitungen der beruflichen Schulen und den Elternbeiräten zu führen und ggf. die notwendigen Entscheidungen vorzubereiten.
Kinder- und Jugendhilfenetzwerk Leimen hat Vorbildcharakter
Einen sehr guten Eindruck hatten die
CDU-Kreisrätinnen und Kreisräte
von den Einrichtungen des Friedrichsstiftes
in Leimen, dessen Leiter Bernd Niepert
die Einrichtung vorstellte. Begonnen
hat die Zusammenarbeit zwischen der Stadt
Leimen und dem Friedrichsstift mit der
Schaffung eines Jugendtreffs vor 8 Jahren
beim Leimener Sportpark. Mittlerweise
sind daraus 3 Treffs entstanden, verteilt über
das gesamte Stadtgebiet. Alle Kinder
und Jugendlichen können, ohne
irgendwelche Zugangsvoraussetzungen,
die vielfältigen Angebote der offenen
Jugendarbeit in Anspruch nehmen.
Ein weiteres Standbein ist die Schulsozialarbeit in
den Grund- und Hauptschulen Leimen und St. Ilgen in
Gruppen, für Einzelne in Gruppenarbeit und Einzelfallhilfe,
in enger Kooperation mit Lehrerinnen und Lehrern und
den Eltern. Zeitlich begrenzte Projekte kümmern
sich besonders um Schülerinnen und Schüler
im Übergang von Beendigung der Hauptschule und
dem Beginn der beruflichen Ausbildung, und um Schülerinnen
und Schüler aus Spätaussiedlerfamilien.
Offene Jugendarbeit, Schulsozialarbeit, der soziale
Dienst der Stadt Leimen, die Polizei, andere freie
Träger und der allgemeine soziale Dienst des Jugendamtes
Rhein-Neckar-Kreis treffen sich regelmäßig
im Kinder- und Jugendhilfenetz Leimen. Hier werden
Erkenntnisse über die Lage von Kindern, Jugendlichen
und Familien zusammen getragen und mit den jeweiligen
Ressourcen und Kompetenzen der Teilnehmer Hilfs- und
Unterstützungs-Angebote im Sozialraum Leimen erstellt.
Soziale Gruppenarbeit in Zusammenarbeit mit dem Kreisjugendamt runden
dieses spezielle Angebot ab. Ein Sozialarbeiter des
Kreisjugendamtes betreut Kinder oder Jugendlichen und
dessen Familie in einem auf den Einzelfall ausgemachten
Stundenumfang.
Die intensivste sozialpädagogische Hilfe des Friedrichstiftes
wird in den Wohngruppen für Kinder ab 10 Jahren
und Jugendliche durchgeführt. Sie wird eingeleitet
bei sehr schwierigen Mehrfachproblemlagen von Kindern,
Jugendlichen und deren Familien und bietet ein hochprofessionelles
familienergänzendes System an Hilfen an (Einzelfallhilfe,
Gruppenpädagogik, Elternarbeit, Alltagsstruktur)
rund um die Uhr.
Die Zusammenarbeit mit dem Friedrichsstift und der
Stadt Leimen charakterisierte Erster Bürgermeister
Bruno Sauerzapf mit dem Resümee „aus dem
kleinen Bäumchen Jugendarbeit ist mittlerweile
ein stattlicher Baum mit vielen Ästen und Verzweigungen
geworden“.
Abschließend bedankte sich Martin-Heinrich Bitzel,
der CDU-Sprecher im Jugendhilfeausschuss für die
einprägsamen Ausführungen des Leiters Bernd
Niepert.

CDU-Kreistagsfraktion zu Besuch bei der Dr. Ehrhart-Schott-Schule (Gewerbeschule) in Schwetzingen

Die CDU-Kreisrätinnen
und –Kreisräte unter Leistung
ihres Ausschusssprechers Werner Knopf
(Malsch) informierten sich über
den erfreulich raschen Baufortschritt
bei der Erweiterung der Gewerbeschule
Schwetzingen. Der Erweiterungsbau hat
3600 qm Gesamtfläche auf 4 Geschossen,
davon 2500 qm Nutzfläche (Unterrichtsräume).
Durch die bereits fertiggestellte Sporthalle
und den Erweiterungsbau bestehen sehr
gute räumliche Möglichkeiten
für die Berufsschule.
Der Stellv. Schulleiter
Werdan stellte zu dem die Berufsfelder
Holz, Metall/Elektro/KFZ und Körperpflege,
insbesondere auch die neuen Fachrichtungen
Mechatroniker, KFZ.-Mechatroniker. Die
Berufsschule unterrichtet über 850
Schülerinnen und Schüler:
Bruno Sauerzapf, Fraktionsvorsitzender,
unterstrich, dass der Rhein-Neckar-Kreis
mit den Ausbaumaßnahmen an den
Schulstandorten Weinheim, Wiesloch und
Schwetzingen beste Voraussetzungen für
die Ausbildungsberufe geschaffen hat
und noch schaffen wird. Denn „Bildung
ist der Rohstoff für eine gesicherte
Zukunft“, so der Fraktionsvorsitzende.

Gemeinsame Presseerklärung der beiden CDU-Kreistagsfraktionen des Neckar-Odenwald- und Rhein-Neckar-Kreises anlässlich
ihrer Tagung am 23. Juni in Wiesloch
Mit den Kreisfinanzen
und ihrer Abhängigkeit
von Entscheidungen des Bundes und Landes
befassten sich die beiden CDU-Kreistagsfraktionen
des Neckar-Odenwald- und Rhein-Neckar-Kreises
auf ihrer gemeinsamen Sitzung in Wiesloch.
Sorgen bereitet vor allem die Bundesebene.
Einerseits ging es um den Länderfinanzausgleich,
wo das Land Baden-Württemberg eines
der wesentlichen Geberländer ist
und den Kommunen und Landkreises Finanzmasse
entzieht. Nach dem jüngst zu Tage
getretenen Finanzgebahren einiger neuer,
aber auch alter Bundesländer werde
der horizontale Finanzausgleich immer
mehr als ungerecht empfunden: dort sei
inzwischen die Infrastruktur meist aufgebaut,
während hier den Gemeinden und Kreisen
durch gekürzte Finanzzuweisungen
des Landes das Geld zum Haushaltsausgleich
und zu Neuinvestitionen fehlt Weiter
werde ein überhöhter Personalbestand
vorgehalten, den man sich bei uns nicht
leisten könne. Darum sei eine Änderung
des Bund-Länder-Finanzausgleichs
und der Verwendung der Solidarpaktmittel
dringend geboten, erklärten die
beiden CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl
Heinz Neser (Obrigheim) und Bruno Sauerzapf
(Leimen).
Ungeklärt sei darüber
hinaus nach wie vor die endgültige
Finanzierung der Hartz IV-Reform, wo
die rot—grüne
Bundesregierung einmal mit Kosten von
14 Milliarden € geplant hat, nach
den jüngsten Berechnungen aber mit
28 Mrd. für dieses Jahr gerechnet
wird. Hier haben die Kommunen und Landkreise
die große Sorge, dass sie ab kommenden
Jahr in einem Maße zur Kasse gebeten
werden, wo finanzschwache Gemeinden ihren „Haushalt
buchstäblich an die Wand fahren“,
denn die von der neuen Regierung zugesicherte
Status Quo-Regelung läuft Ende dieses
Jahres aus. Weitere Belastungen erwartet
man von der Reduzierung der Regionalisierungsmittel
für den öffentlichen Personennahverkehr,
die auch die Finanzierung der so erfolgreich
angelaufenen S-Bahn Rhein-Neckar betrifft.
Kreisräte aus dem Rhein-Neckar-Kreis
und dem Neckar-Odenwald-Kreis zu Gast bei „Heidelberger“

Alle Jahre wieder trifft
sich die CDU-Kreistagsfraktionen des
Rhein-Neckar-Kreises mit der CDU-Kreistagsfraktion
des Neckar-Odenwald-Kreises für
einen Tag zum gemeinsamen Gedankenaustausch.
Die gemeinsamen Treffen werden aber auch
dazu genutzt, Betriebe in der Region
zu besichtigen und sich einen Eindruck
darüber zu verschaffen. Am Freitag,
dem 23.06.2006 war es mal wieder so weit.
Auf Initiative des CDU- Landtagsabgeordneten
Karl Klein wurde in diesem Jahr die Firma „Heidelberger“ in
Walldorf-Wiesloch besichtigt. Vielen
ist die Firma bestimmt noch unter ihrem
alten Namen Heidelberger Druckmaschinen
oder „Schnellpresse“ bekannt.
Freundlich wurden beide Fraktionen vom
Werksleiter Standort Wiesloch, Herrn
Stephan Plenz, empfangen. Herr Plenz,
Leiter Montage und Logistik, hieß alle
Kreisrätinnen und Kreisräte
aus dem Neckar-Odenwald und dem Rhein-Neckar-Kreis
recht herzlich willkommen und begann
sogleich mit einleitenden Worten über
den Betrieb. Nach der kurzen aber sehr
informativen Information ging es in das
Ausbildungszentrum. Dort wurde die Delegation
von Herrn Werner Bader, dem Leiter des
Ausbildungszentrums, empfangen. Mit einer
Anzahl von ca. 650 Auszubildenden gehört
das Unternehmen zu den führenden
Ausbildungsbetrieben in der Region, so
Bader. Hierüber zeigte sich Karl
Klein sichtlich erfreut, war und ist
doch die Schaffung von Ausbildungsplätzen
ein Schwerpunkt seines Wahlkampfes gewesen.
Im Anschluss bestand die Möglichkeit,
Gespräche mit den Auszubildenden
zu führen, wovon auch von den Kreisräten
reichlich gebrauch gemacht wurde. Danach
ging es dann in den Konferenzraum, in
dem Werksleiter Stephan Plenz einen beeindruckenden
Vortrag hielt. Seit der Gründung
1957 hat sich das Unternehmen mittlerweile
zur größten und modernsten
Druckmaschinenfabrik in der Welt entwickelt.
6000 Mitarbeiter zählt das Unternehmen
momentan und die Auftragslage ist zur
Zeit so gut, dass im Jahr 2006 noch einmal
400 Arbeitsplätze geschaffen werden
können. Die beiden Fraktionsvorsitzenden
Bruno Sauerzapf, vom Rhein-Neckar-Kreis
und Karl Heinz Neser, vom Neckar-Odenwald-Kreis,
sowie Landtagsabgeordneter Karl Klein
bedankten sich bei „Heidelberger“ und
Stephan Plenz für die interessanten
Einblicke in das Unternehmen und wünschten
dem Betrieb auch weiterhin viel Erfolg.

Bei der Sitzung
des Kreistags am 18. Juli 2006 gab
Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf
(Leimen) folgende Stellungnahme ab:
„Bei der heutigen Diskussion müssen
wir als erstes unsere selbst gesetzten
finanziellen Ziele in Erinnerung rufen:
Denn wir – das sind unsere Fraktion
und die weitaus überwiegende Mehrzahl
der Kolleginnen und Kollegen - haben
die Ziele,
- die Personalkosten mit
einem politisch definierten Leistungs-
und Qualitätsrahmen zu begrenzen,
- die Effizienzrendite aus
der Verwaltungsreform zu erwirtschaften,
- die Dienstleistungen der
Eigenbetriebe und Gesellschaften
des Rhein-Neckar-Kreises zu optimieren,
- die Investitionen im Hinblick
auf die Folgekosten zu überprüfen
und
- die Verschuldung zu begrenzen
und mittel- und langfristig zurückzuführen.
Von diesen Zielen sind wir teilweise
noch weit entfernt. Deshalb werde ich
das Jahr 2005 reflektieren, das laufende
Jahr dokumentieren und die Eckwerte 2007
kommentieren. Zusammenfassung:
- 2005 fielen trotz knapper
Kassen mutige Entscheidungen.
- 2006 greifen die Konsolidierungsmaßnahmen
- 2007 glimmt eine neue Hoffnung.
2005: Trotz knapper Kassen mutige
Entscheidungen
Erinnern wir uns. 2005 musste die Kreisumlage
um 3,9 auf 33,6 Punkte erhöht werden.
Ein Fehlbetrag von 0,6 Mio. € -
geringer als befürchtet – entstand,
der 2007 abgedeckt werden muss. Die mit
14,9 Mio. € geplante Neuverschuldung
reduzierte sich auf immer noch 8,7 Mio. €.
Trotzdem wurden vier mutige Entscheidungen
getroffen:
- Der Eigenbetrieb Gesundheitseinrichtungen
des Rhein-Neckar-Kreises wurde in
eine GmbH umgegründet, um effektiver
und damit wirtschaftlicher zu arbeiten,
die flächenhafte Versorgung zu
gewährleisten, im Wettbewerb mit
anderen Häusern zu bestehen
und deutliche Synergieeffekte zu
erzielen.
- Die von der Landespolitik durchgeführte
Verwaltungsreform musste umgesetzt
werden. Die CDU-Kreistagsfraktion hat
diese Reform begrüßt, weil
sie die Verwaltung verschlankt, reformiert,
bündelt und schnellere Entscheidungen
ermöglicht. Die geplante Effizienzrendite
konnte 2005 erwirtschaft werden.
- Der Nahverkehrsplan und das Bündelungskonzept
der Buslinien wurden beschlossen. Damit
wurde die Grundlage für den künftigen
Wettbewerb beim öffentlichen Personennahverkehr
geschaffen; denn künftig müssen
diese Linien ausgeschrieben werden.
- Die Grundsatzentscheidung für
den Bau der Kreisstraße Weinheim-Hemsbach-Laudenbach
wurde getroffen.
2006: Konsolidierungsmaßnahmen
greifen
Die Kreisumlage musste erneut um 1,5
Punkte auf die Rekordhöhe von 35,1
Punkte erhöht werden, damit der
Kreis handlungsfähig blieb. Eine
Entscheidung, die mit zusammengebissenen
Zähnen vom Kreistag ertragen und
genehmigt wurde. Das Haushaltsgeschehen
nimmt nach dem 1. Budgetbericht den geplanten
Verlauf. Ein Beweis, dass die eingeleiteten
Maßnahmen greifen
2006 stehen ebenso wichtige Aufgaben
an:
- Die Fortführung der Baumaßnahmen
für den Ausbau der beruflichen
Schulzenten in Wiesloch und Schwetzingen.
- Die Überprüfung des Raumproblems
für das Berufsschulzentrum Weinheim,
daraus resultierend erhöhter
Raumbedarf
- Die Entscheidung zugunsten des
Neubaus der Sonderschule Martinsschule
in Ladenburg, die in der Frühjahresssitzung
bereits getroffen wurde. Bemerkenswert
ist, dass diese Schule für die
Metropolregion mit den Stadtkreisen
Heidelberg und Mannheim sowie dem Landkreis
Bergstraße errichtet
wird.
- Die künftige Unterbringung der
Verwaltung in Heidelberg und in den
Außenstellen.
2007: Eine neue Hoffnung
Die Eckwerte 2007 sehen im Gegensatz
zu den Vorjahren keine Erhöhung
der Kreisumlage vor. Sie bleibt bei
35,1 Punkten. Durch das Mehraufkommen
bei der Kreisumlage von nahezu 40 Mio. € konnte
man zunächst davon ausgehen, dass
sogar eine Senkung möglich sein
müsste. Leider bleiben durch die
Systematik des kommunalen Finanzausgleichs
nur 10 % oder 4 Mio. € übrig,
die durch bereits feststehende Mehrausgaben
nahezu aufgefressen werden.
Ich will es mir und Ihnen ersparen erneut
auf das Konnexitätsprinzip und die
steigenden Belastungen aus den vom Bund
und Land aufgebürdeten erhöhten
Lasten näher einzugehen.
Zu den Eckwerten jedoch einige kritische
Anmerkungen:
- Der Stellenplan soll um 28,4 zusätzliche
Stellen aufgestockt werden. Die Anforderungen
der Budgetverantwortlichen wurden bereits
um 9 Stellen gekürzt. Den zusätzlichen
Stellen stehen wir kritisch gegenüber.
Wir werden in den Beratungen des Haushaltsplanes
2007 Vergleichs- und Kennzahlen hinterfragen
und erst dann zusätzliche
Stellen evtl. genehmigen.
- Die 1. Stufe der Realisierung der
Effizienzrendite wurde durch günstigere
Mietverhältnisse erreicht. Die
weiteren Stufen können nur dann
realisiert werden können, wenn
Personalstellen eingespart werden.
Die Entwicklung der Effizienzrendite
werden wir genau beobachten.
- Trotz der Tarifsabschlüsse im öffentlichen
Dienst halten wir an der 40 Stundenwoche
fest, weil diese Arbeitszeit für
jeden Bediensteten zumutbar ist und
wir sehr positiv vermerkt haben,
dass die Bediensteten dies im wesentlichen
akzeptieren.
- Die Anforderungen für den Erwerb
des beweglichen Vermögens werden
wir hinterfragen.
- Die Aufwendungen im Jugendhilfe-
und Sozialbereich steigen um 4 %.
Wir stellen dabei ausdrücklich fest,
dass wir mit der Arbeit und den Einsparungsbemühungen
der Verwaltung sehr zufrieden sind.
Trotzdem muss dieser Bereich permanent
beobachtet werden. Wir werden jedoch
im Jugendhilfe- und Sozialbereich von
Berlin fremdbestimmt und haben die
große Ehre oder vielmehr die
traurige Pflicht, nicht durchdachte
gesetzliche Vorschriften umzusetzen
Verschärfend kommt jedoch für
den Haushalt 2007 die Ungewissheit bei
Hartz IV auf uns zu. Im Prinzip ist die
Zusammenführung der steuerfinanzierten
Sozial- und Arbeitslosenhilfe richtig.
Dass diese Reform keine Reform, sondern
Murks ist, hat auch der Ombudsrat bemerkt.
Wir haben allerdings dazu kein Ombudsrat
benötigt und von Beginn an diese
Art der Zusammenführung äußerst
kritisch betrachtet. Denn die Umsetzung
von Hartz IV hat erhebliche Mängel:
- Die ursprünglichen Annahmen
bei den Bedarfgemeinschaften waren
falsch. Anstelle von prognostizierten
2,5 haben 3,6 Mio. Bedarfsgemeinschaften
ihre Ansprüche angemeldet. Die
ursprünglich veranschlagten Bundesmittel
in Höhe von 14,6 Mia. € reichen
bei weitem nicht aus, vermutlich werden
nahezu 28 Mia. € benötigt.
- Die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen
hat nicht zugenommen.
- Die Entlastung der Kommunen war
auf 2,5 Mia. € angelegt. Letztlich
werden die Kommunen mit 1,1 Mia. € zusätzlich
belastet, im Rhein-Neckar-Kreis mit
7 Mio. €.
- Die eingerichteten Arbeitsgemeinschaften
zwischen den Kreisen und den Arbeitsagenturen
waren von Beginn an zum Scheitern verurteilt.
Deshalb war es richtig, dass der Kreis
die Einrichtung von Arbeitsgemeinschaften
ablehnte.
- Die Bundesbeteiligung an den Unterkunftskosten
war auf 29,1 % fixiert. Für
das Jahr 2007 besteht noch keine gesetzliche
Regelung. Was auf uns zukommt, steht
noch in den Sternen. Sollte keine gesetzliche
Regelung getroffen werden, müssten
zusätzlich 12 Mio. € oder
3 Punkte Kreisumlage aufgebracht werden,
von wem – natürlich von
den Gemeinden, die ebenfalls unter
der Last der Aufgaben stöhnen.
- Auch die zum 1. August 2006 durchgeführten
zaghaften Korrekturen bringen keine
wesentlichen Einsparungen und Effizienzverbesserungen.
Denn sie beseitigen nicht das Grundübel:
die duale Zuständigkeiten von
den Kreisen und den Arbeitsagenturen.
Die Aufgabe muss in eine Hand. Wenn
dies bei den Kreisen nicht möglich
sein sollte, wäre die Zuständigkeit
der Arbeitsagenturen die zweitbeste
Lösung, jedoch besser als die
jetzige Aufgabenteilung. Ohne durchführbare
und neue gesetzliche Regelungen werden
die Kosten weiterhin ungebremst ansteigen.
Wir selbst können an diesen Vorschriften
zwar selbst nichts ändern, aber
wir werden uns bei der CDU-Bundestagsfraktion
und bei der Bundesregierung für
eine neue gesetzliche Regelung verwenden.
Festzustellen bleibt, dass die
Entwicklung von Hartz IV birgt derzeit
ein erhebliches Risiko birgt
Trotzdem sehen wir optimistisch dem
Haushaltsjahr 2007 entgegen. Denn wir
erwarten, dass der nunmehr begonnene
Aufschwung sich fortsetzt.
Dies ist auch notwendig, um die ehrgeizigen
Ziele 2007 zu realisieren:
- Der Eigenbetrieb Gebäudemanagement sollte
einrichtet werden.
- Bei unseren Schulen werden
14,5 Mio. € investiert: Schwerpunkte
sind das Berufsschulzentrum Schwetzingen
mit 2,5, das Techn. Gymnasium Wiesloch
mit 1,6 und die Martinsschule Ladenburg
mit 10 Mio. €.
- Beim Kreisstraßenbau werden
durch Investitionen von 10 Mio. € Schwerpunkte
gesetzt: Kernstadtumgehung Neckargemünd,
Kreisverbindungsstraße Weinheim – Hemsbach – Laudenbach,
Kreisstraße Weiler – Waldangelloch
und Querspange Leimen – Sandhausen.
Das Budget für den Straßenbau
sieht einen Zuschussbedarf von 2,7
Mio. € vor.
- Der Nahverkehrsplan muss
weiter umgesetzt werden: Ausschreibung
der Linienbündel beim Busverkehr,
Investitionen in Höhe von 3,5
Mio. € für die 2. Stufe der
S-Bahn und die Elsenz- und Schwarzbachtalbahn.
Das Budget für den ÖPNV
sieht einen Zuschussbedarf von 6,5
Mio. € vor – Mehr als das
Doppelte wie beim Kreisstraßenbau.
Drei Erwartungen sind mit den Eckwerten
2007 verknüpft.
- Die Erwartung, dass wir auch
künftig
unsere Zukunftsaufgaben erfüllen
können.
- Die Erwartung, dass Bund und
Land die kommunale Familie nicht
im Stich lassen und eine adäquate Finanzausstattung
gewährleisten.
- Die Erwartung, dass aus dem Lichtlein
Hoffnung eine kräftige Flamme
wird.
Kurzum, wir nehmen die Eckwerte 2007
zur Kenntnis und bestätigen sie als Grundlage
für die Aufstellung des Haushaltsplan-Entwurfs
2007. Endgültige Entscheidung werden
bei der Verabschiedung des Haushalts 2007
getroffen.“
Stellungnahme
der CDU-Fraktion zu TOP7 der Kreistagsitzung
v. 18.07.2006
Herr Landrat,
meine sehr verehrten Damen und Herren,
wenn ich heute die Ehre habe, für
die CDU-Fraktion zu sprechen, dann ernte
ich dabei Früchte, bei deren Aussaat
ich nur in geringem Maße selbst
beteiligt war. Ich war zwar wohl dabei,
als die CDU-Fraktion vor knapp zwei Jahren
den wegweisenden Antrag gestellt hat,
eine Strukturkommission für den
GRN einzurichten. Ein Antrag, der zwei
Ziele gleichermaßen verfolgte,
die lange Zeit widersprüchlich zu
sein schienen, nämlich
1. Rückführung des Defizits
des GRN auf Null und
2. die Erhaltung aller vier Kreiskrankenhäuser.
Die schwierige Arbeit in der Strukturkommission
selbst haben von unserer Seite, wie ich
finde vorbildlich, Kollege Karl Klein
und Kollege Bruno Sauerzapf, erledigt.
Und auch die anderen Fraktionen haben
dafür ihre Besten entsandt.
Gemeinsam mit der Spitze des GRN und
der einzelnen Einrichtungen wurden ebenso
mutige wie weitsichtige Beschlüsse
vorbereitet, vom zuständigen Ausschuss
dann getroffen und zu einem großen
Teil bereits umgesetzt. Dies alles konnte
nur geschehen, weil auch der größte
Teil der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter
des GRN die Zeichen der Zeit erkannt
haben und diese oft einschneidenden und
umwälzenden Umstrukturierungen mitgetragen
und mitgestaltet haben.
Mit dem heutigen Tag entledigt sich
der Rhein-Neckar-Kreis der Pflicht, auch
für weitere Jahre Verluste in beliebiger
Höhe aus dem GRN abzudecken.
Wurde mit dem Antrag auf Errichtung
der Strukturkommission die Wende eingeleitet,
so ist, jedenfalls aus Sicht des Rhein-Neckar-Kreises,
die Ziellinie mit dem heutigen Tag bereits überschritten:
Künftig keine Verluste mehr unter
Beibehaltung aller Krankenhausstandorte.
Und der Kreis lässt sich dieses
Ziel auch einiges kosten, übernimmt
er doch den Löwenanteil der bisher
aufgelaufenen Verluste des GRN in Höhe
von 8 Mio. Euro und schickt damit die
neue GmbH unbelastet ins Rennen.
Doch während für den Kreis
die Sache nun als erledigt betrachtet
werden darf, beginnt für den GRN
die raue Wirklichkeit. Die neue gemeinnützige
GmbH hat jetzt alle Freiheiten, damit
aber auch jegliche damit verbundene Verantwortung
für ihr Ergebnis übernommen.
Die Rückfall-Linie Rhein-Neckar-Kreis
gibt es nun nicht mehr.
Daher appelliere ich deutlich und unmissverständlich
an die Belegschaft: Rechnen Sie mit weiteren
Umstrukturierungen, rechnen Sie damit,
dass sich die Dinge ständig im Fluss
befinden und rechnen Sie damit, dass
wir erwarten, dass Sie diesen Entwicklungen
positiv gegenüberstehen und sie
mitgestalten.
Dann dürfen Sie Ihrerseits damit
rechnen, dass die verantwortlichen Gremien
auch weiterhin alles dafür tun werden,
Ihre Arbeitsplätze zu erhalten und
damit die flächendeckende Versorgung
der Bevölkerung des Rhein-Neckar-Kreises
mit Gesundheit und mit Pflege zu gewährleisten.
Dazu wird es zum Beispiel nötig
sein, die Zusammenarbeit innerhalb des
GRN weiter zu verbessern und noch stärker
als bisher Kontakt mit Partnern außerhalb
unserer Organisation aufzunehmen.
Meine sehr verehrten Damen und Herren,
es ist sicherlich nicht nur die Auffassung
der CDU-Fraktion im Kreistag, dass unsere
neue GmbH gut aufgestellt in die Zukunft
geht. Doch können wir lediglich
beeinflussen, was den inneren Betrieb
und die inneren Abläufe anbelangt.
Für das Störfeuer von außen
aber, die Gesundheitspolitik der
Bundesregierung insbesondere, gilt das keineswegs.
Das größte Risiko für
die Gesundheitseinrichtungen unseres
Kreises wohnt nicht im Rhein-Neckar-Kreis,
sondern sitzt in Berlin und ein bisschen
auch in Stuttgart. Und da ist die ständige
Alarmbereitschaft aller Beteiligten gefragt
- Entwarnung kann keine gegeben werden!
Ein Gutes hat dieses alles:
Es schweißt uns alle zusammen,
die wir Verantwortung tragen für den
GRN, und die Verantwortung tragen für
die Kranken und die Pflegebedürftigen
tragen innerhalb des GRN.
Liebe Kolleginnen und Kollegen, bei
meiner Begrüßung habe ich
darauf hingewiesen, wie unverzichtbar
für uns "da hinten" in
Eberbach und Umgebung unser Krankenhaus
ist.
Lange Zeit war es das finanzielle Sorgenkind
unter den Einrichtungen des GRN und ich
bin Realist genug, um zu wissen, dass
jedes Wohlwollen irgendwann einmal erschöpft
ist, wenn die Zahlen dauerhaft eine andere
Sprache sprechen.
Seit meinem Amtsantritt hat mich daher
die Furcht belastet, irgendwann einmal
könnte Schluss sein.
Große Angst hatte ich vor dem Tag,
an dem die Ergebnisse der Strukturkommission
bekannt würden.
Heute darf ich erleben, dass es gerade
die Strukturkommission war, die unserem
Krankenhaus in Eberbach zum rettenden
Ufer geholfen hat.
Und ich würde platzen, wenn ich
jetzt nicht „danke“ sagen
dürfte:
Danke der Strukturkommission, aber noch
viel mehr danke der Belegschaft oben
am Scheuerberg: Ihr seid die Besten!
Wieder einmal hat sich bewahrheitet,
was einer der großen Philosophen
unserer Zeit, Lothar Matthäus, allen
mitgibt, die in schwierigen Situationen
stecken. Wie kein zweiter brachte er
es auf den Punkt, indem er ausrief:
"Wir dürfen jetzt nur nicht
den Sand in den Kopf stecken!"
Die CDU-Fraktion stimmt den Vorlagen 11,
12 und 13 zu.
Ziele künftiger CDU-Politik im Rhein-Neckar-Kreis
Die
CDU-Kreisrätinnen und –Kreisräte
befassten sich mit den Zielen ihrer künftigen
Kreispolitik, wobei die Finanzierung der künftigen
Kreisaufgaben die Grundlage für jegliches
politisches Handeln ist. Man war sich darin einig, die
Personalkosten zu begrenzen, die Effizienzrendite
aus der Verwaltungsreform zu erwirtschaften, die
Gesellschaften des Rhein-Neckar-Kreises zu optimieren,
die Folgekosten von Investitionen zu überprüfen,
kurzfristig die Verschuldung zu begrenzen und mittel-
und langfristig zurückzuführen. Allerdings – so
Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf – spiele
die Musik wegen der vom Bund auferlegten nicht
mehr solide finanzierbaren sozialen Aufwendungen
nicht mehr im Kreis, sondern im Deutschen Bundestag.
Das Konnexitätsprinzip (wer bestellt, der
bezahlt) müsse strikt eingefordert werden.
Fraktionsvorsitzender
Sauerzapf fasste die anstehenden Aufgaben
zusammen: Patientenfreundliche Krankenhäuser
und bewohnergerechte Pflegeheime müssen
gewährleistet sein, um effektiver
zu werden und so die flächenhafte
Versorgung zu gewährleisten. Die
Verwaltungsreform muss weiterhin konsequent
umgesetzt werden, weil sie die Verwaltung
verschlankt, reformiert, bündelt
und schnellere Entscheidungen ermöglicht.
Deshalb muss die künftige Unterbringung
der Verwaltung in Heidelberg und in den
Außenstellen in Sinsheim, Wiesloch
und Weinheim effizient gelöst werden.
Die Baumaßnahmen für den Ausbau
der beruflichen Schulzenten in Wiesloch
und Schwetzingen und Weinheim müssen
realisiert werden. Der bereits beschlossene
Neubau der Sonderschule Martinsschule
in Ladenburg ist durchzuführen.
Der Aufbau eines Gesamtsystems
S-Bahn Rhein-Neckar steht klar im Fokus.
Die CDU spricht sich für die 2.
Stufte der S-Bahn in der Metropolregion
nach Homburg/Saar, Worms, Biblis, Darmstadt,
Sinsheim – Eppingen, Schwetzingen – Hockenheim – Karlsruhe
und auch Germersheim – Graben-Neudorf
aus. Es muss es gelingen, diese Anbindungen
an das S-Bahn-Netz auch zeitnah zu realisieren.
Ebenso ist ein verkehrsgerechter überörtlicher
Straßenbau (Kreisstraße Weinheim – Hemsbach – Laudenbach,
Tunnel Neckargemünd, Querspange
Leimen – Sandhausen) notwendig.
Bei der Abfallwirtschaft sind umweltfreundliche
und kostengünstige Lösungen
zu realisieren, wobei der Service erhalten
werden muss.
Es wurde deutlich, dass
die CDU-Kreisräte und –Kreisrätinnen
erwarten, dass Bund und Land die kommunale
Familie nicht im Stich lassen, eine adäquate
Finanzausstattung gewährleisten,
damit die Zukunftsaufgaben bewältigt
werden können, und aus dem Lichtlein
Hoffnung eine kräftige Flamme wird.
Schreiben an die Bundeskanzlerin, den Vizekanzler, die Fraktionsvorsitzenden der Bundestagsfraktionen von CDU und SPD, die Abgeordneten im Rhein-Neckar-Kreis vom 10.8.2006
Grundsicherungsleistungen nach
dem SGB II – Hartz IV
Sehr geehrte
Damen und Herren,
als Fraktionsvorsitzende im Kreistag
des Rhein-Neckar-Kreises mit 530.000
Einwohnern werden wir bei allen Haushaltsgesprächen
mit den Mängeln bei der Umsetzung
von Hartz IV konfrontiert.
Dass die Auswirkungen nach dem Zweiten
Sozialgesetzbuch (SGB II) im Vorfeld
falsch eingeschätzt wurden, dürfte
mittlerweile erwiesen sein.
Dass die negativen Auswirkungen die Haushalte
von Bund, Ländern und Kreise erheblich
belasten, ist unbestritten
Im Prinzip ist die
Zusammenführung
der steuerfinanzierten Sozial- und Arbeitslosenhilfe
richtig. Dass diese Reform keine Reform,
sondern mit vielen Mängeln behaftet
ist, hat auch der Ombudsrat festgestellt.
Wir haben von Beginn an diese Art der Zusammenführung äußerst
kritisch betrachtet. Denn die Umsetzung
von Hartz IV hat erhebliche Mängel:
- Die ursprünglichen Annahmen
bei den Bedarfgemeinschaften waren
falsch. Anstelle von prognostizierten
2,5 Millionen haben mittlerweile 4
Millionen Bedarfsgemeinschaften ihre
Ansprüche angemeldet. Die ursprünglich
veranschlagten Bundesmittel in Höhe
von 14,6 Milliarden € reichen
bei weitem nicht aus, vermutlich werden
2006 nahezu 28 Milliarden € benötigt.
- Die Vermittlung von Langzeitarbeitslosen
hat nicht zugenommen. Im Gegenteil,
die Zahl der Landzeitarbeitslosen steigt
und steigt.
- Die Entlastung der Kommunen war
auf 2,5 Milliarden € vorgesehen. Letztlich
werden die Kommunen mit 1,1 Milliarden € zusätzlich
belastet, der Rhein-Neckar-Kreis mit
bis zu 7 Millionen € als zusätzlichen
Mehraufwand..
Die eingerichteten Arbeitsgemeinschaften
zwischen den Kreisen und den Arbeitsagenturen
waren von Beginn an zum Scheitern verurteilt,
weil niemand weiß, wer eigentlich
das Sagen hat. Deshalb war es richtig,
dass der Rhein-Neckar-Kreis die Einrichtung
einer Arbeitsgemeinschaft ablehnte.
Auch die zum 1. August 2006 durchgeführten
zaghaften Korrekturen bringen vermutlich
keine wesentlichen Einsparungen und Effizienzverbesserungen.
Denn sie beseitigen nicht das Grundübel:
die dualen Zuständigkeiten von den
Kreisen und den Arbeitsagenturen. Die
Aufgabe muss in einer Hand liegen . Wenn
dies bei den Kreisen nicht möglich
sein sollte, wäre die Zuständigkeit
der Arbeitsagenturen die zweitbeste Lösung,
jedoch besser als die jetzige Aufgabenteilung.
Ohne durchführbare und neue gesetzliche
Regelungen werden die Kosten weiterhin
ungebremst ansteigen.
Die Bundesbeteiligung an den Unterkunftskosten
war auf 29,1 % fixiert. Für
das Jahr 2007 besteht noch keine gesetzliche
Regelung. Wie die künftige Regelung
aussieht, ist derzeit nicht absehbar.
Sollte keine neue Lösung gefunden
werden, würden die Kommunen mit
3,9 Milliarden € belastet. Allein
im Rhein-Neckar-Kreis müssten zu
den bereits vorhandenen Belastungen von
7 Millionen € zusätzlich 12
Millionen € aufgebracht werden.
Deshalb fordern wir, zumindest die Beteiligungsquote
des Bundes an den Kosten für Unterkunft
bei 29,1 % über das Jahr 2006 hinaus
zu belassen und bei der weiteren dringend
notwendigen Revision des SGB II die duale
Zuständigkeit zu beenden.
Mit freundlichen Grüßen
|
Bruno Sauerzapf |
Helmut Beck |
|
CDU-Fraktionsvorsitzender |
SPD-Fraktionsvorsitzender |
Die Bürger von Mannheim, Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis zahlen die Zeche
Bei den Diskussionen um eine eigene Müllverwertungsanlage des Rhein-Neckar-Kreises wurde bisher ein wichtiger Aspekt kaum angesprochen: Die Kosten. Nach den Pressemitteilungen der Mannheimer Versorgungs- und Verkehrsbetriebe (MVV) resultiert der hohe Gewinn des Unternehmens aus den Erträgen der Müllverbrennungsanlage auf der Friesenheimer Insel. Nach den Berechnungen der Abfallbeseitigungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises (AVR) zahlt der Rhein-Neckar-Kreis rund 4 Millionen € mehr für die Verwertungskosten als mit einer eigenen Anlage. Dies sind pro Einwohner über 8 € pro Jahr - für eine Familie mit einem Kind zwischen 30 und 35 jährlich. Dies zahlt nicht nur der Bürger im Rhein-Neckar-Kreis, sondern auf die Bürgerinnen und Bürger von Mannheim und Heidelberg. Es kann wohl nicht sein, so Bruno Sauerzapf, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion und stellv. Aufsichtsratsvorsitzender der AVR, dass mit unsere Bürgerinnen und Bürger die Zeche bezahlen und damit die Gewinne der MVV sprudeln. Deshalb ist es richtig, dass der Aufsichtsrat der AVR mit übergroßer Mehrheit die Geschäftsführung beauftragt hat, die Errichtung einer eigenen Müllverwertungsanlage im Rhein-Neckar-Kreis zu prüfen und einen Standort zu suchen. Denn die Verhandlungen mit Mannheim haben in den letzten 18 Monaten bisher zu keinem Ergebnis geführt.
Die Verwaltungsstrukturreform ist ein Erfolgsmodell
Zur Anhörung mit hochkarätigen
Experten zu den Ergebnissen der Verwaltungsstrukturreform
auf Kreisebene hatte die CDU-Kreistagsfraktion
Landtagsabgeordnete, Dezernenten und
Amtsleiter und die Personalratsvorsitzende
des Landratsamtes eingeladen. Als Gesprächsteilnehmer
standen Dr. Georg Bungenstaab (Kreisforstamt),
Johann Habla (Versorgungssamt), Dr. Lutz
Michael (Veterinäramt), Prof. Dr.
Martin Klett (Gesundheitsamt), die Personalratsvorsitzende
Erika Weidinger, Alfred Erhard (Kreiskämmerer),
Staatssekretär Georg Wacker, MdL,
sowie Bürgermeister und Kreisrat
Karl Klein, MdL, zur Verfügung.
Karl Klein als Vertreter des Landtags
verwies auf die Notwendigkeit, die Verwaltungsstruktur
in Baden-Württemberg zu verändern,
damit sie bürgernäher, kostengünstiger
und effektiver wird. Untere Sonderbehörden,
wie Landwirtschaftsämter, Vermessungsämter, Straßenbauämter,
Versorgungsämter und Schulämter,
wurden in die Stadt- und Landkreise und
die höheren Sonderbehörden,
wie Oberschulämter, Oberforstdirektionen,
Landespolizeidirektionen, Landesamt für
Flurneuordnung und Landesgesundheitsamt,
wurden in die Regierungspräsidien
eingegliedert. 12.000 Beschäftigte
wechselten von der Landesverwaltung in
die Verwaltung der Stadt- und Landkreise.
Allein der Personalbestand im Landratsamt
des Rhein-Neckar-Kreises wuchs um 700
Beschäftigte. Als Fazit stellte
der Landtagsabgeordnete fest, dass sich
die Verwaltungsstrukturreform bewährt
habe. 2007 werde darüber beraten,
welche Bereiche der Reform nachjustiert
werden müssen. Dazu wird im Frühjahr
2007 eine Anhörung im Landtag stattfinden.
Von allen Gesprächsteilnehmern
wurde positiv angemerkt, dass die seitherigen
Mitarbeiter im Landratsamt die neuen
Kollegen gut aufgenommen haben und es
kaum Reibungsverluste gab. Auch der Bürger
habe von den veränderten Zuständigkeiten
kaum etwas bemerkt. Prof. Dr. Martin
Klett und sein Kollege Dr. Lutz Michael
vermerkten, dass die Verwaltungsreform
in den Bereichen Gesundheitsamt und Lebensmittelüberwachung
erfolgreich ist, insbesondere Lebensmittelüberwachung
konnte durch die Zusammenfassung von
Fach- und Rechtsbehörde optimiert
und effizienter werden. Johann Habla
sah dies aus der Sicht des Versorgungsamtes
differenzierter. Er bestätigte,
dass die Aufnahme in den Personalkörper
des Landratsamtes sehr gut war, jedoch
er eine andere Zuordnung präferiert
hätte. Früher war der Zuständigkeitsbereich
größer. Skeptisch äußerte
er sich zu Erwirtschaftung der Effizienzrendite,
denn die Aufgabenfülle lasse kaum
weiteren Personalabbau zu. Dr. Georg
Bungenstab vertrat die Auffassung, dass
das Landratsamt bei der Eingliederung
der Forstämter im Gegensatz zu dem
Ministerium gut vorbereitet war. Er habe
sich gegen diese Eingliederung gewehrt.
Jetzt müsse jedoch nach vorne geschaut
und die bisherigen Forstämter zu
einem Kreisforstamt zusammengeführt
werden. Die Personalratsvorsitzende Erika
Weidinger sah in der Zersplitterung der
Flurneuordnung eine schlechte Lösung.
Kritisch äußerste sie sich
zur Erwirtschaftung der Effizienzrendite
durch einen weiteren Personalabbau.
Dezernatsleiter und Kämmerer Alfred
Erhard wies darauf hin, dass die Reform
nur eine Strukturreform war und noch
keinen Aufgabenabbau bedeutete. Für
das Landratsamt gelte die Devise: keine
feindliche Übernahme der bisher
selbständigen Behörden, sondern
eine gleich berechtige Integration in
die vorhandene Struktur. Die Verwaltungsstrukturreform,
so Alfred Erhard, müsse als Chance
begriffen und sinnvolle Lösungen
gefunden werden, wobei die Verwaltung
neu strukturiert werden müsse. Zu
Erwirtschaffung einen Einsparungsquote
von 20 % (Effizienzrendite) merkte er
an, das die für das Landratsamt
eine Herausforderung ist, der man sich
stellen müsse. Korrekturen müssten
bei der Straßenbauverwaltung und
den Flurneuordnungsämtern durchgeführt
werden, denn die Zersplitterung der Aufgabenbereiche
beim Straßenbau und der Flurneuordnung
(die Zuständigkeiten liegen sowohl
beim Regierungspräsidium als auch
beim Landratsamt) müsse verändert
werden.
Staatssekretär Georg Wacker teilte
mit, dass die Verwaltungsreform eine
Strukturreform war, der ein Aufgabenabbau
folgen muss. Die Verwaltungsreform hat
im großen und ganzen durch mehr
Bürgernähe und mehr Effizienz
positive Auswirkungen.
Das Resümee der Anhörung zog
Diskussionsleiter und Fraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf: „Die Verwaltungsstrukturreform
war ein mutiger Schritt zu einer zukunftsträchtigen
Lösung. Die Verwaltung wird schneller,
schlagkräftiger und kostengünstiger.
Als weiterer Schritt muss jedoch der
Abbau von Standards, die Vereinfachung
und die Straffung von Verwaltungsabläufen
sein. Korrekturbedarf besteht bei der
Straßenbauverwaltung und den Liegenschaftsämtern.
Weiterer Schritt muss ein konsequenter
Aufgabenabbau sein. Die Kreistagsfraktion
wird zur geplanten Anhörung im Landtag
im Frühjahr 2007 eine Stellungnahme
abgeben.“

v.l.n.r.
Staatssekretär
Georg Wacker; Dr. Georg Bungenstab, Kreisforstamt,
Alfred Erhard, Dezernent und Kreiskämmerer,
Karl Klein, Kreisrat und Landtagsabgeordneter,
Bruno Sauerzapf, Diskussionsleiter und
Fraktionsvorsitzender, Erika Weidinger,
Personalratsvorsitzende, Johann Habla,
Versorgungsamt, Dr. Lutz Michael, Kreisveterinäramt,
Prof. Dr. Martin Klett, Gesundheitsamt.
Kündigung des öffentlich-rechtlichen
Vertrags zwischen dem Rhein-Neckar-Kreis,
der Stadt Heidelberg und der Stadt Mannheim über
die Zusammenarbeit im Bereich der Abfallwirtschaft
Bei der Sitzung des Kreistags am 17.10.2006
gab Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf
folgende Stellungnahme ab:
„Noch kaum ein Kreisthema hat
in den letzten Jahren soviel Aufmerksamkeit
in der Presse erfahren wie ein evtl.
ins Auge gefasste Kraftwerk zur Verwertung
von Biomasse und Restabfallstoffe.
Ich werde deshalb für die CDU-Kreisrätinnen
und Kreisräte drei Fragen beantworten
-
Wie ist die derzeitige Situation?
-
Was sind die Ziele des Rhein-Neckar-Kreises?
-
Wie können
diese Ziele erreicht werden?
ie Antwort auf die erste Frage: Wie
ist die derzeitige Situation?
Nach dem antiken Vertrag von 1992 kompostiert
Heidelberg, deponiert der Rhein-Neckar-Kreis
und verbrennt Mannheim die anfallen Abfälle.
Diese Aufgaben wurden in Mannheim per
Vertrag über die eigene Abfallgesellschaft
auf die MVV, im Rhein-Neckar-Kreis auf
die AVR übertragen. 1992 stand die
Entsorgungsfrage im Vordergrund. Heute
hat sich die Welt der Abfallwirtschaft
nahezu komplett verändert. Die Abfallwirtschaft
ist weitgehend privatisiert. Nur noch
die Entsorgungspflicht der Abfälle
aus den Haushalten muss über die öffentliche
Hand erfolgen. Von über 70 Müllheizkraftwerken ist
eine Anlage im Eigentum einer Kommune.
Die Verwertung der brennbaren Abfälle
ist nahezu komplett privatisiert. Auch
die Anlage in Mannheim gehört einer
Aktiengesellschaft, die – so Presseverlautbarungen
der MVV – erhebliche Gewinne erwirtschaft – auf
Kosten der Bürger von Mannheim,
Heidelberg und des Rhein-Neckar-Kreises.
Verhandlungen über eine Preisanpassung,
die 18 Monate dauerten, blieben bis heute
ohne greifbaren Erfolg. Das Schreiben
des Vorstandsvorsitzenden der WVV
Energie ist geprägt von rein wirtschaftlichen Überlegungen
und droht Schadensersatz an – keinesfalls
im Sinne einer regionalen Zusammenarbeit.
Denn der Preis
je t Müll kostet
für unsere Bürgerinnen und
Bürger 162 €, während
die gleiche Gesellschaft eine neue Anlage
in Wiesbaden bauen will und für
110 € je t die Verwertung durch
ein Kraftwerk anbietet. Der Preisnachteil
für unsere Bürgerinnen und
Bürger beläuft sich auf ca.
4 Million €, je Einwohner auf 8 € im
Jahr.
Aus der Sicht der MVV als Aktiengesellschaft
ist dies verständlich. Der Vorstand
kann auf Grund seiner Treupflicht gegenüber
der AG den Vertrag mit der Stadt Mannheim
nicht ändern.
Außerdem sind die Vorschriften
des Europäischen Vergaberechts zu
beachten. Dies schreibt bei solchen Leistungen
die Ausschreibungspflicht vor. Nach dem
vorliegenden Gutachten verstoßen
die Verträge gegen europäisches
Recht. Ob nun der öffentlich-rechtliche
Vertrag nichtig oder nur anpassungsnotwendig
ist, hat die Rechtsprechung noch nicht
entschieden – eine nicht ganz einfache
rechtliche Situation.
Es bestehen zwei Alternativen:
Alternative 1: Es bleibt alles
so wie es ist.
Alternative 2: Wir reduzieren
durch Kündigung des öffentlich-rechtlichen
Vertrages mit anschließender
Ausschreibung die geforderten Preise.
2. Frage: Was sind die Ziele des Rhein-Neckar-Kreises?
Kurz und knapp gesagt.
- Günstige Preise für unsere
Bürgerinnen und Bürger
- Verwertung der Abfälle
- Entsorgungssicherheit
3. Frage: Wie können diese
Ziele erreicht werden?
Folgende Schritte sind notwendig.
-
Außerordentliche Kündigung
des öffentlich-rechtlichen
Vertrages zum 31. Dezember 2007.
-
Ordentliche
Kündigung
des öffentlich-rechtlichen
Vertrages zum 31. Dezember 2016
-
Europaweite
Ausschreibung der Leistungen
für einen Zeitraum
von 5 Jahren mit Optionsmöglichkeit.
-
Sollte
die Ausschreibung langfristig
zu keinem für unsere
Bürgerinnen und Bürger
günstigeren Ergebnis führen,
dann Prüfung der Errichtung
einer firmeneigenen Anlage durch
die AVR. Die Entscheidung darüber
obliegt in jedem Fall dem Kreistag.
Wenn man die Presselandschaft
aufmerksam beobachtet, dann könnte man zur
Auffassung kommen, dass kreisweit 10 – 12
Anlagen gebaut werden, die nur Schadstoffe
in die Luft blasen und zudem Geld
auf Kosten der Menschen im Kreisgebiet
verschleudert wird.
- Dass die Bürgerinnen und Bürger
von Mannheim und Heidelberg die gleichen überhöhten
Preise zahlen wie die Bürgerinnen
und Bürger im Rhein-Neckar-Kreis
werden ebenso kaum erwähnt.
- Dass eine solche Anlagen heute
kaum noch Schadstoffe an die Umwelt
abgeben, wird kaum erwähnt.
- Dass das Kraftwerk in Mannheim hervorragende
technische Werte hat, wird daher nicht
bezweifelt.
- Dass jedoch eine neue Anlage nach
dem neuesten Technologien einen noch
besseren Qualitätsstandard als
die Anlage in Mannheim hat, ist unzweifelhaft.
- Dass die Nutzung des Kraftwerks
in Mannheim regionale Zusammenarbeit
bedeutet, war vielleicht früher richtig.
Heute ist jedoch die Müllverwertung
eine Frage des Wettbewerbs europaweit.
Auch die MVV ist mittlerweile bundesweit
tätig und stuft ihren Standort
in Mannheim „auf Augenhöhe
mit ihren Standorten in Kiel, Solingen,
Ingoldstadt und Offenbach“ zurück.
Für die MVV ist regionale Zusammenarbeit
nur ein Schlagwort.
-
Heute geht es daher nicht
um regionale Zusammenarbeit.
-
Heute geht es daher nicht
um den Bau oder gar den Standort
eines Kraftwerks.
-
Heute
geht es um die einfache Frage:
Wollen wir unseren Bürgerinnen
und Bürger künftig höhere
Kosten zumuten oder Kostensenkungen
ansteuern?
Wir sind für Kostensenkungen und
stimmen deshalb dem Beschlussvorschlag
uneingeschränkt zu.
Lassen Sie mich zusammenfassen.
Dieser Beschluss
stärkt die Verhandlungsposition
des Landrats aber auch der Oberbürgermeisterin
von Heidelberg und des Oberbürgermeisters
von Mannheim – wenn auch nicht
in seiner Eigenschaft als Aufsichtsratsvorsitzender
der MVV Energie - mit dem Ziel, ihre
Bürgerinnen und Bürger von
Kosten zu entlasten.
Mit diesem Beschluss
unternimmt der Rhein-Neckar-Kreis alle
dargebotenen Möglichkeiten, um die Bürgerinnen
und Bürger des Kreises wesentlich
besser zu stellen als derzeit. Auf halbem
Weg darf man nicht stehen bleiben. Eine
Vertagung wäre fatal. Wenn 18 Monaten
keine Verhandlungslösung erfolgt,
dann wohl auch freiwillig nicht in 2
Monaten.
Den Anträgen der Grünen und der
SPD können wir deshalb nicht zustimmen.
Denn eine Verschiebung würde die Position
des Rhein-Neckar-Kreises mehr als deutlich
verschlechtern. Der Landrat wäre ein
Ritter ohne Schwert. Wir würden ihm
den Teppich unter den Füßen
wegziehen. Deshalb stehen wir zum Beschlussvorschlag.“
Landeskreisehrenmedaille in Silber für Martin-Heinrich Bitzel

Auf der Kreistagssitzung am 17.10.2006
wurde Herr CDU-Kreisrat Martin-Heinrich
Bitzel für 30 Jahre Kreistagszugehörigkeit
geehrt. Landrat Dr. Jürgen Schütz übereichte
Kreisrat Bitzel die Landeskreisehrenmedaille
in Silber und bedankte sich bei ihm für
sein ehrenamtliches Engagement und für
seinen jahrzehntelangen Einsatz für
die Interessen der Einwohnerinnen und
Einwohner des Rhein-Neckar-Kreises. Kreisrat
Bitzel bedankte sich bei Landrat Dr.
Jürgen Schütz für seine
anerkennenden Worte und erwähnte
in seiner Dankesrede, dass wenn er alle
wichtigen Entscheidungen die in seiner
30 jährigen Kreistagszugehörigkeit
beschlossen wurden, aufführen täte,
dies wohl den Rahmen dieser Sitzung sprengen
würde. „In den 30 Jahren ist
so viel passiert, dass man damit ganze
Bücher füllen könnte“,
so Martin-Heinrich Bitzel.
Kreisrat Bitzels politische
Engagement war uns ist vielseitig. Einer
seiner Schwerpunkte ist die Jugendpflege
und Jugendfürsorge
und somit die damit verbundene Arbeit
im Jugendhilfeausschuss. Er ist Mitglied
im Fraktionsvorstand der CDU Kreistagsfraktion
und Vorsitzender der CDU Gemeinderatsfraktion
Hirschberg. Die CDU-Kreistagsfraktion
gratuliert Herrn Martin-Heinrich Bitzel
zu dieser Auszeichnung und freut sich
auf weitere viele Jahre guter Zusammenarbeit.
Ein "Kuckucksnest" am
Schlossberg
CDU-Kreistagsfraktion tagt in St.
Thomas
Ein romantisches Gemäuer, wunderschön
am Schlossberg gelegen, das einen traumhaften
Blick auf Stadt und Neckar eröffnet – das
war früher St. Elisabeth und ist
heute St. Thomas. Aus der Frauenklinik
ist eine psychiatrische Klinik geworden.
Mitgetragen vom Rhein-Neckar-Kreis und
am vergangenen Montag, Ort der Vorbereitung
der CDU-Jugendhilfe-Arbeitsgruppe des
Kreistags, unter der Leitung ihres Vorsitzenden
Bruno Sauerzapf und des Sprechers der
Arbeitsgruppe Martin Bitzel.
An den berühmten Film "Einer
flog übers Kuckucksnest" mit
Jack Nicholson erinnern den Besucher
schon im Flur Menschen, die an den Wänden
sitzen, still geradeaus schauen und nicht
antworten. Frau Claudine Botte, Psychologin
und die Leiterin des Pflegedienstes Marianne
Thomas, erklären den Kreisräten
das Leiden ihrer Patientinnen und Patienten,
eine chronische Psychose, ein schizophrenes
Krankheitsbild. Sie sind unselbstständig
und verwundbar, können ihre emotionale
Innenwelt nicht von dem trennen, was
um sie herum geschieht. Deshalb sind
sie außer Stande, die Reize zu
verarbeiten. Wer nach St. Thomas kommt,
ist austherapiert. Alle Versuche, ihn
zu rehabilitieren, sind gescheitert.
Man muss ihm zunächst helfen, seine
Angst abzubauen und eine belastbare psychische
Struktur zu entwickeln. Deshalb braucht
die Therapie vor allem Zeit, im Schnitt
fünf Jahre: Einzel-, Gruppengespräche,
Medikamente und Arbeit – das Gefühl,
nützlich zu sein, baut sie auf.
Es wird auch gemalt, die Bilder hängen
in den Fluren. Eine Musiktherapeutin
soll nächstes Jahr hinzukommen.
Die Kreisräte fragen nach den Ursachen
dieser Krankheit, den Heilungschancen,
dem Alter der Patienten und – prosaisch,
aber bei Kommunalpolitikern unvermeidlich – nach
den Finanzen. Eine Prädisposition,
so Claudine Botte, bestand latent bei allen.
Die akute Erkrankung wurde durch einen
Schock ausgelöst, z.B., durch Alkoholismus
heute zunehmend Drogen, auch "weiche".
Die jüngsten der 104 Bewohner sind
Mitte zwanzig, die Ältesten wollen
nicht in Pflegeheime wechseln, sondern
in ihrem vertrauten Rahmen bleiben. Die
neu Aufgenommenen bleiben während
der ersten Jahre im Haus selbst. Zwei Psychiater,
zwei Psychologen, Sozialarbeiter und Krankenschwestern
bemühen sich um ihre seelische Stabilisierung,
um sie in einer "Außenwohngruppe" unterzubringen,
in der Nachbarschaft. Nachsorgeeinrichtungen
und betreutes Wohnen können dann folgen.
10% der Patienten werden als geheilt, sie
sind zwar nicht arbeitsfähig, können
aber in Wohngruppen autonom leben und brauchen
keine psychiatrische Behandlung mehr. Ihre
Verwundbarkeit wird bleiben. St. Thomas
ist ein gemeinnütziger Verein. Doch
die Spenden decken die Kosten nicht. Sie
liegen unter denen der psychiatrischen
Krankenhäuser, je nach Hilfebedarf
zwischen 1.800.- und 2.400.- Euro. Verfügt
ein Psychiater die Einweisung, muss geklärt
sein, wer sie übernimmt. Vermögende
Patienten zahlen zwar selbst, doch in aller
Regel müssen die Sozialämter
einspringen, da es den Krankenkassen gelungen
ist, sich von dieser Verpflichtung zu befreien.
Nach einem Rundgang und, meist, vergeblichen
Besuchen, mit Patienten zu sprechen, verabschiedeten
sich die CDU-Räte. Bruno Sauerzapf
danke für die eindrücklichen
Erlebnisse und die nachdenklich stimmenden
Erklärungen.
Pressemitteilung der Fraktionsvorsitzenden im Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises
3,4 MIO € jährlich
fehlen den Kreiskranken- häusern
und den Pflegeeinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises
ab dem Jahr 2007, sollte die Gesundheitsreform
so vom Bundestag verabschiedet werden,
wie die- se im Kabinett beschlossen wurde.
Ein Betrag, der durch Einsparungen und
Umstrukturierungen nie und nimmer erwirtschaftet
werden kann.
Dies hat die Vorsitzenden der Fraktionen
des Kreistages Bruno Sauerzapf (CDU),
Helmut Beck (SPD), Gustav Bylow (FWV),
Hans-Ulrich Sckerl
(GRÜNE) sowie Dr. Heinz Bahnmüller
(FDP) ver- anlaßt, einen Appell
an Bundeskanzlerin Angela Merkel und
Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt
zu richten, in diesem Bereich die ge-
planten massiven Einschränkungen
noch einmal zu überdenken.
Durch die geplante sog. Reform werden
gera- de die Krankenhäuser der Grund-
und Regelver- sorgung erheblich finanziell
belastet. Die Er- höhung der Mehrwertsteuer,
die Auswirkung der Tarifabschlüsse
sowie die exorbitant angestie- genen
Energiekosten führen zusätzlich
zu einer massiven finanziellen Belastung,
so die Frak- tionsvorsitzenden.
Stellenabbau und damit einhergehend mehr
Stress und weniger Zuwendung für
teils schwerstkranke Patienten werden
die Folge dieser nicht zu Ende gedachten
Reform sein. Dies alles nimmt der Bundesgesetzgeber
ganz offensichtlich billigend in Kauf.
Wir können unseren gesetzlichen
Auftrag, die be- darfsgerechte Versorgung
unserer Bevölkerung im Krankheitsfalle
durch leistungsfähige Kranken- häuser
künftig nicht mehr sicherstellen.
Die geplante Gesundheitsreform gefährdet
die ärztli- che und die pflegerische
Versorgung insbesondere unserer älteren
Mitbürgerinnen und Mitbürger,
so das negative Fazit aller fünf
Fraktionschefs des Kreistages.
Fraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf hielt bei der Kreistagssitzung
am 12. Dezember 2006 folgende Haushaltrede:
„In den letzten Haushalten haben
wir die Auswirkungen fast ausschließlich
schlechter Nachrichten von Bund und Ländern
auf unseren Kreisfinanzen verarbeiten
müssen. Diesmal beginne ich mit
den guten Nachrichten.
Einführung des Konnexitätsprinzips
beim Bund
Positive Nachrichten für die Kommunen
kommen – man höre und staune – aus
Berlin. Künftig dürfen durch
die Föderalismusreform Aufgaben
nicht mehr direkt vom Bund auf die Gemeinden
und Gemeindeverbände übertragen
werden. Neue Handlungsaufträge bedürfen
fortan eines Übertragungsaktes
der Länder. Dadurch werden die Kommunen
nach den landesverfassungsrechtlichen
Regelungen vor finanziellen Mehrbelastungen
geschützt. In den letzten Jahrzehnten
hat sich beim Bundesgesetzgeber ein Missbrauch
des Föderalismus breit gemacht.
Die kommunale Ebene wurde mehr und mehr
unmittelbar für die Erledigung öffentlicher
Aufgaben herangezogen, jedoch nicht mit
den nötigen Finanzmitteln ausgestattet.
Jüngste Beispiele sind der Ausbau
der Kinderbetreuung oder die Grundsicherung
im Alter, sowie die Erwerbsminderung
oder die Arbeitsmarktreform Hartz IV.
Diese Unsitte des Bundes ist, auf dem
direkten Weg nicht mehr möglich.
Aber -darin liegt der Pferdefuß Sinn
dieser Regelung- ist dies bei bereits
bestehenden Gesetzen weiterhin möglich.
Dieser untragbare Zustand muss in einem
weiteren Reformschritt beendet werden.
Auf
Landesebene wird das Konnexitätsprinzip
ausgebaut
Auch auf Landesebene
stand das Konnexitätsprinzip
auf der Agenda. Bei dem Kompromiss der
kommunalen Spitzenverbände über
die Einschnitte im kommunalen Finanzausgleich
wurde eine Vereinbarung getroffen. Das
in der Landesverfassung Baden-Württemberg
geregelte Konnexitätsprinzip soll
durch eine Änderung der Verfassung
und durch eine gesetzliche Regelung präzisiert
und erweitert werden. Das Konnexitätsprinzip
wird somit vom Bund und vom Land zugunsten
der Kommunen genauer beachtet. Dies darf
jedoch weder über noch unterschätzt
werden. Wie sich dies in der Praxis auswirkt,
bleibt abzuwarten.
Verbesserte Bundesbeteiligung
bei Hartz IV
Bei Hartz IV spielt die Musik zwar im
Kreis, aber komponiert wird in Berlin.
Wir müssen nach den Berliner Noten
tanzen.
Denn für die Kommunen wurde die
Zusammenlegung von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe,
auch Hartz IV genannt, immer mehr zu
einem Milliardengrab. Um die gesetzlich
zugesagte kommunale Entlastung von 2,5
Mrd. € zu erreichen, beteiligte
sich der Bund bis zum 31.12.2006
mit 29.1 % an den kommunalen Kosten für
Unterkunft und Heizung. Für das
Jahr 2007 bestand noch keine gesetzliche
Regelung. Hätte es keine neue Lösung
gegeben, wären die Kommunen mit
3,9 Milliarden € belastet worden.
Allein der Rhein-Neckar-Kreis hätte
zu den bereits vorhandenen Belastungen
von 10 Millionen € zusätzlich
12 Millionen € - mehr als 2 Punkte
Kreisumlage – aufbringen müssen.
Im Haushaltsentwurf des Bundes waren
nur zwei Milliarden Euro für die
Unterkunftskosten eingeplant. Gemeinsam
haben deshalb die SPD-Kreistagsfraktion
und die CDU-Kreistagsfraktion dieses
Anliegen der Bundeskanzlerin Dr. Angela
Merkel und dem Vizekanzler Franz Müntefering
schriftlich vorgetragen. Des weiteren
haben sie gefordert, zumindest die Beteiligungsquote
des Bundes an den Kosten für Unterkunft
bei 29,1 % über das Jahr 2006 hinaus
zu belassen und bei der nächsten
dringend notwendigen Revision des SGB
II die duale Zuständigkeit zu beenden.
Deshalb haben wir wohl alle die Entscheidung
des Finanzgipfels erleichtert zur Kenntnis
genommen, dass sich der Bund ab dem Jahre
2007 bis 2010 mit 4,3 Milliarden € beteiligt.
Das sind 400 Millionen € mehr als
bisher und entspricht einem Anteil von
31,8 % an den Unterkunftskosten für
Hartz IV –Empfänger. Beim
Rhein-Neckar-Kreis kommen davon 1 – 2,5
Mio. € zusätzlich an. Nachbesserungsbedarf
besteht jedoch nach wie vor bei den Organisationsstrukturen,
bei besseren Anreizen für den Übergang
in den Arbeitsmarkt, und beim Verteilungsschlüssel
zwischen den Ländern sowie zwischen
den Stadt- und Landkreisen in Baden-Württemberg.
Dies erfolgt jedoch unter dem Vorbehalt,
dass der Bundespräsident das Gesetz
unterzeichnet.
Eine gute Botschaft aber keine
Entwarnung bei den Finanzen
Eine weitere gute Botschaft ist bei den
Finanzen zu vernehmen. Die Steuereinnahmen
sprudeln und spülen dem Rhein-Neckar-Kreis
mehr als 2 Millionen mehr in die Kasse.
Erstmals seit 2003 ist der rasante Anstieg
der Kreisumlage gestoppt. Zur Erinnerung:
2003 betrug der Hebesatz noch 25,7 Punkte,
2006 lagen wir bereits bei 35,1 – eine
Steigerung innerhalb von 3 Jahren um
ca. 37 %. Bei gleich hohem Umlagesatz
nimmt das Aufkommen durch die hohen Steuerkraftzuwächse
von Walldorf und St. Leon-Rot um 40 Millionen € zu.
Es verbleiben jedoch durch das Finanzausgleichssystem
nur 10 Millionen € in der Kasse.
Trotzdem befinden sich die Finanzen des
Kreises noch in einer gefährlichen
Schieflage. Denn der Anstieg der Kreisumlage
in den der letzten 3 Jahren bedeutete
eine erhebliche Belastung für unsere
Gemeinden. Bundesgesetzliche Regelungen
und Entscheidungen in erheblichem Umfang
führten zu Ausgabensteigerungen.
Aktuelle Beispiele sind die Zusammenlegung
von Sozialhilfe und Arbeitslosenhilfe,
die Kürzung des Regionalisierungsmittel
für den Nahverkehr und die Kürzung
der Krankenhausbudgets im Zuge der Gesundheitsreform.
Die notwendige finanzielle Grundlage
des Kreises droht nach wie vor wegzubrechen.
Die Kreisumlage ist nicht mehr ein Instrument
der Spitzenfinanzierung, sondern zur
wichtigsten selbst gestaltbaren Einnahmequelle
des Kreises geworden. Seit der Bildung
des Rhein-Neckar-Kreises ist der Hebesatz
von 15 auf jetzt 35,1 Punkte gestiegen,
das Aufkommen daraus von 16,5 Millionen
Euro auf jetzt 194,1 Millionen €.
Umgerechnet auf den Einwohner bedeutet
dies eine Steigerung von 36,7 Euro auf 364 € Euro,
d. h. auf das 10fache. Hauptursache für
diese dramatische Entwicklung sind die
ständig wachsenden Soziallasten,
die seit 1974 immer stärker mit
Kreisumlagemitteln zu finanzieren sind.
Die Aufwendungen stiegen von 33 auf 173
Millionen € - je Einwohner von 73
auf 326 €. Noch deutlicher wird
die Situation bei einem absoluten Vergleich
der freien Mittel. Sie sind von + 36,30 € je
Einwohner und negative 38 € im Vergleichszeitraum
zurückgegangen.
Es ist absehbar, wann das derzeitige
Finanzierungssystem an seine Grenzen
stößt. Ich zitiere unseren
Landrat der als Präsident des Landkreistags,
die Tendenz drastisch verdeutlichte“:
Bei einer Steigerung der Sozialausgaben
von 5 % jährlich und einem Wachstum
der kommunalen Steuerkraft von 2 % jährlich
erreicht der durchschnittliche Kreisumlagehebesatz
bereits im Jahr 2012 knapp über
50 Punkte. Führt man dies weiter,
müssten die Gemeinden 2022 ihre
gesamte im Finanzausgleich berücksichtigte
Steuerkraft an den Rhein-Neckar-Kreis
und an das Land als Umlagen abführen.
Wir haben zwar eine Verbesserung aber
keine Erleichterung bei den Kreisfinanzen.
Deshalb ist eine Finanzreform notwendig,
die eine aufgabengerechte Finanzausstattung
der Gemeinden und Kreise gewährleistet.
Auswirkungen der Gesundheitsreform
Weniger gute oder besser gesagt
schlechte Nachrichten gibt es von der
Gesundheitsreform. Die Gesundheitsreform
gefährdet unsere Anstrengungen bei
den Gesundheitseinrichtungen. Die im
Zuge der Gesundheitsreform geplante Kürzung
des Krankenhausbudgets um 1 v.H. führt
zusammen mit der Erhöhung der Mehrwertsteuer,
der Umsetzung des Arbeitszeitgesetzes und
den Tariferhöhungen bei den Ärzten
zu Mehrbelastungen bei den Krankenhäusern
im Rhein-Neckar-Kreis von 3,2 Millionen €.
Durch den voraussichtlichen Konvergenzgewinn
werden diese Kosten zwar um über
2 Millionen € reduziert. Es verbleibt
jedoch eine Mehrbelastung von rund 1
Million €. Kosten in diesem Umfang
können unsere Häuser, die durch
die jahrelange Deckelung ihrer Ausgaben
heute schon chronisch unterfinanziert
sind, nicht mehr verkraften. Konsequenz
wäre, dass der Zwang zur Rationierung – nicht
Rationalisierung- von Leistungen weiter
zunähme und die Versorgung der Bevölkerung
im ländlichen Raum des Kreises gefährden
könnte. Die Geschäftsführer
und der Aufsichtsrat sind aufgefordert,
ein Zukunftskonzept zu entwickeln.
Alle fünf Fraktionen haben in einem
Schreiben an die Bundeskanzlerin Dr.
Angela Merkel und an die Gesundheitsministerin
Ulla Schmidt deshalb appelliert, die
Auswirkungen der Gesundheitsreform auf
die Struktur und diese Finanzen der Krankenhäuser
zu überdenken.
Zurück zu den Kreisfinanzen: Im
Gegensatz zu den Haushalten der vergangenen
Jahre planen wir eine Investitionsrate,
die nicht nur die Tilgung bestehender
Verpflichtungen vorsieht, sondern in
Höhe von 10 Mio. € für
Investitionen zur Verfügung stellt – eine
positive Entwicklung, wenn man zugleich
bedenkt, dass die Abdeckung der Fehlträge
aus den Vorjahren von über 7,4 Millionen € darin
enthalten ist. Ein Wehrmutstropfen: wir
werden, um alles finanzieren zu können,
voraussichtlich 8,3 Mio. € neue
Kredite aufnehmen. Wir müssen mittelfristig
anstreben uns nicht mehr neu zu verschulden
und langfristig die Verschuldung zurückführen,
um die künftige Generationen belasten
würde. Wir dürfen uns nicht
auf Kosten künftiger Generationen
verschulden.
In besonderer Weise anerkennen wir die
weiteren Sparbemühungen der
Verwaltung. Trotz nochmals weiter besserer
finanzieller Verhältnisse sind im
Personalbereich 800.000 € und bei
den beweglichen Anschaffungen 200.000 € als
pauschale Einsparungsziele vorgegeben.
Unsere Forderungen sind Veränderungs-
und Mehrbedarf mit Kennzahlen zu hinterlegen,
was für diesen Haushalt nicht in
dieser pauschalen Kürzungsform möglich
ist. Wir gehen jedoch davon aus, dass
die künftigen Budgets mehr durch
mechanisierte oder automatisierte Kennzahlen
aus dem Rechnungswesen nachvollziehbarer
und aussagekräftiger als die heutigen
Verrechnungen werden.
Zukunftsinvestitionen
Im
Vermögenshaushalt investieren
wir in Zukunftsaufgaben.
Wir investieren für die beruflichen
Schulzentren und die Sonderschulen in
Ladenburg 14,4 Mio. €.
Wir investieren für den Kreisstraßenausbau
14,1 Mio. €.
Wir investieren für ÖPNV 3,6
Mio. €.
Wir investieren für die Konzentration
der Verwaltung in Heidelberg und für
den Ausbau der Außenstellen 10,5
Mio. €
Die Verwaltungsreform ist ein
Erfolgsmodell
Anfangs umstritten, heute ein Erfolgsmodell,
dies ist das positive Ergebnis der Verwaltungsstrukturreform.
In keinem anderen großen Bundesland
ist es bisher gelungen, eine so umfassende
Verwaltungsreform bei der Landesverwaltung
umzusetzen. Die Verwaltungsreform
setzt im Landratsamt erhebliche Synergien
frei, die es dem Rhein-Neckar-Kreis ermöglicht,
die gesetzliche vorgegebene Effizienzrendite
von 20 % in sieben Jahren zu erreichen.
Im ersten Jahr waren es knapp 4 %. Es
ist eine Herkulesaufgabe, aber wir trauen
es der Verwaltung zu, auch in den kommenden
Jahren die angestrebte Rendite zu erwirtschaften.
Die CDU-Fraktion hat eine Anhörung
zu den Ergebnissen der Reform mit den
Betroffenen durchgeführt. Ergebnis:
Die Verwaltungsstrukturreform ist im
Rhein-Neckar-Kreis gelungen, sie verlief
geräuschlos und war ein mutiger
Schritt einer zukunftsträchtigen
Lösung. Die Verwaltung wird schneller,
schlagkräftiger und kostengünstiger.
Korrekturbedarf besteht jedoch bei der
Straßenbauverwaltung und den Flurneuordnungsämtern.
Die nächste Etappe muss jedoch der
Abbau von Standards, die Vereinfachung
und die Straffung von Verwaltungsabläufen
sein. Nur wenn Verwaltungsreform und
Aufgabenabbau nebeneinander hergehen,
lassen sich die angestrebten Einsparungen
erreichen. Die Kreistagsfraktion wird
zur geplanten Anhörung im Landtag
im Frühjahr 2007 eine Stellungnahme
abgeben.
Der dann folgende Schritt ist im Rhein-Neckar-Kreis
die räumliche Konzentration der
Verwaltung sowohl am Standort Heidelberg
durch den Ankauf der Polizeidirektion
als auch in den Außenstellen in
Weinheim und Sinsheim.
Bildung ist eine der wichtigsten
Kreisaufgaben
Das Thema Bildung
ist eine der wichtigsten Angelegenheiten.
Während das Land
für die Software – die Lehrerversorgung –zu
sorgen hat ist der Kreis für die
Hardware zuständig. Diese Aufgabe
wird durch den Kreis vorbildlich bewältigt.
Mit einem erheblichen finanziellen Kraftaufwand
werden die Berufs- und Sonderschulen
neu- und ausgebaut. Für die Martinsschule
Ladenburg werden 28,2 Millionen € von
allen Partnern benötigt. Für
die Erweiterungsmaßnahmen bei den
beruflichen Schulen in Schwetzingen,
Weinheim und Wiesloch werden weitere
17,5 Millionen € fällig,
insgesamt nahezu 46 Mio. €. Allein
2007 stellen wir dafür 14,4 Millionen € zur
Verfügung. Nun liegt es an dem Land,
auch für die dringend notwendige
Ausstattung mit Lehrern zu sorgen.
Bausteine für ein integriertes
Verkehrskonzept
Der Haushalt 2007 enthält Bausteine
für ein integriertes Verkehrskonzept.
Sowohl für den Straßenbau
als auch für den öffentlichen
Personennahverkehr sind erhebliche Mittel
vorgesehen. Beim Straßenbau für
den Tunnel Neckargemünd, die für
Ostumgehung Plankstadt, die Linienführung
Brühl-Rohrhof, die Kreisverbindungsstraße
Weinheim-Hemsbach-Laudenbach, die Fortsetzungsmaßnahme
Weiler-Waldangelloch und den Neubau der
Verbindung Leimen – Sandhausen.
All das kostet 2007 immerhin 10,2 Millionen €. Ärgerlich
sind die erheblichen Kostensteigerungen
bei der Kernsstadtumgehung Neckargemünd,
die nach ausführlichen Informationen
der Verwaltung als unvermeidbar anzusehen
sind. In dem Sektor investieren wir im
Planungszeitraum knapp 100 Millionen €.
Beim ÖPNV stehen der Ausbau der
Elsenz- und Schwarzbachtalbahn, die 2.
Stufe der S-Bahn-Rhein-Neckar und die
Stadtbahn Heilbronn-Nord, Streckenabschnitt
Sinsheim, im Vordergrund. Das bedeutet
immerhin Gemeinde- und Kreiszuschüsse
von 3,6 Millionen €. Bei dem zweigleisigen
Ausbau der OEG-Strecke Schriesheim-Weinheim
ist es mehr als verwunderlich, dass die
sich im Glanz des Titels „sonnende
Stadt“ Umwelthauptstadt Heidelberg,
von der anfangs zugesagten Beteiligung
von 50 % auf 30 % reduzierte und sich
nunmehr völlig zurückzieht.
Wir müssen deshalb neu entscheiden.
Dies könnte Konsequenzen für
die weitere Zusammenarbeit mit Heidelberg
nach sich ziehen. Durch die Kürzung
der Regionalisierungsmittel für
den Nahverkehr stehen dem Land Baden-Württemberg
in den Jahren 2006 bis 2010 pro Jahr
durchschnittlich rd. 70 Mio. € weniger
Mittel zur Verfügung. Nach dem derzeitigen
Stand der Diskussion ist zu befürchten,
dass das Land Baden-Württemberg
die ausfallenden Bundesmittel voll oder
weitgehend auf die kommunale Ebene durchreicht.
Dies hätte zur Folge, dass der ÖPNV
als kommunaler und regionaler Standortfaktor
geschwächt wird. Als Vorsitzender
des Verkehrsverbundes und als Präsident
des Landkreistages werden Sie, sehr geehrter
Herr Landrat, so wie wir Sie kennen,
Ihre Stimme erheben, um einer solchen
Entwicklung Einhalt zu bieten.
2007 stehen einige Ausschreibungen für
die Verkehrsauslastung im Busbetrieb
auf der Tagesordnung. Durch die bisherigen
Ergebnisse kann die Zuschussquote .2007
für die Gemeinden bei gleich bleibendem
Haushaltsansatz von 3 Mio. jährlich
deutlich von 30% auf nahezu. 50% erhöht
werden.
Mit der Ausschreibungspflicht für
die Verkehrsleistungen durch Busse wird
Neuland betreten. Wir erwarten, dass
durch den Wettbewerb zu günstigeren
Bedingungen eingekauft werden können.
Im Planungszeitraum investieren wir
in der Region 150 – 200 Millionen €,
die von verschiedenen Partnern finanziert
werden.
Kündigung der öffentlich – rechtlichen
Vereinbarung bei der Abfallwirtschaft
Über
die ordentliche und außerordentliche
Kündigung der öffentlich-rechtlichen
Vereinbarung zwischen Mannheim, Heidelberg
und dem Rhein-Neckar-Kreis haben wir
in der letzten Kreistagstagssitzung ausgiebig
diskutiert. Die beschlossene Kündigung
des Vertrags hat bei der MVV nicht zu
den von anderen Fraktionen befürchteten
Reaktionen geführt. Die Tür
wurde nicht zugeschlagen. Vielmehr hat
bereits am nächsten Tag der Vorstandsvorsitzende
der MVV-Energie erklärt, dass sein
Unternehmen weiterhin interessiert ist,
den Abfall aus dem Kreis zu verbrennen
und hat Gespräche angeboten. Deshalb
war und ist dieser Schritt der richtige
Weg. Zur Erinnerung: Unsere Zielvorgaben
sind:
- Günstiger Preis – Leistungsangebot
für unsere Bürgerinnen und
Bürger
- Verwertung der Abfälle
- Entsorgungssicherheit
Daran werden wir auch künftig festhalten,
zumal der Vorstandsvorsitzende der MVV
lt. der Ausgabe vom Mannheimer Morgen
am 15.11.2006 vollmundig verkündet
hat: „Der neue Goldesel der MVV
heißt Abfallwirtschaft“.
Es bleibt spannend. Im übrigen geht
die CDU-Fraktion davon aus, dass die
Gebühren zumindest stabil bleiben
oder vor dem Hintergrund der Kündigung
des öffentlich-rechtlichen Vertrags
gesenkt werden können. Dem Tagesordnungspunkt
6. „Festlegung der Abfallgebühren“ stimmen
wir zu, zumal die Gesellschaften des
Rhein-Neckar-Kreises äußerst
kostengünstig wirtschaften.
Denn die Gebühren werden trotz
Erhöhung der Mehrwertsteuer, den
steigenden Energiepreisen und den verbesserten
Serviceleistungen stabil bleiben, eine
außerordentliche Leistung. Ebenso
muss es gelingen, die Verbrennungskosten
zu senken, denn dies sind wir unseren
Einwohnern verpflichtet.
Wie immer gehört jedoch zum guten
Schluss mein besonderer Dank für
die Aufstellung des Haushalts allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern des Kreises, insbesondere
des Finanzdezernates unter der Leitung
von Herrn Kreiskämmerer Alfred Ehrhard.
Sie alle haben in diesem Jahr unter schwierigen
Bedingungen ihr Können eindrucksvoll
unter Beweis gestellt.
Ganz ausdrücklich bedanke ich mich
bei allen Fraktionen für die gute
und kollegiale Zusammenarbeit. Wesentliche
Entscheidungen wurden und werden gemeinsam
getragen.
Wir stimmen dem Haushalt 2007 zu, weil
er Meilensteine für künftige
Entwicklungen setzt.
Wir stimmen dem Haushalt 2007 zu, weil
er keine weiteren Belastungen für
die Kreisgemeinden mit sich bringt.
Wir stimmen dem Haushalt 2007 zu, weil
es ein Schritt auf dem Weg zur Netto-Neuverschuldung
ist.
Wir stimmen dem Haushalt
2007 zu, weil er mit den politischen
Zielen der CDU – Kreistagsfraktion übereinstimmt.“
Kreisrat und
Bürgermeister
Werner Knopf führte bei der Kreistagsitzung
am 12.12.2006 zur Martinsschule folgendes
aus:
Die CDU-Kreisrätinnen und –Kreisräte
befassten sich mit den Zielen ihrer künftigen
Kreispolitik, wobei die Finanzierung der künftigen
Kreisaufgaben die Grundlage für jegliches
politisches Handeln ist. Man war sich darin einig, die
Personalkosten zu begrenzen, die Effizienzrendite
aus der Verwaltungsreform zu erwirtschaften, die
Gesellschaften des Rhein-Neckar-Kreises zu optimieren,
die Folgekosten von Investitionen zu überprüfen,
kurzfristig die Verschuldung zu begrenzen und mittel-
und langfristig zurückzuführen. Allerdings – so
Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf – spiele
die Musik wegen der vom Bund auferlegten nicht
mehr solide finanzierbaren sozialen Aufwendungen
nicht mehr im Kreis, sondern im Deutschen Bundestag.
Das Konnexitätsprinzip (wer bestellt, der
bezahlt) müsse strikt eingefordert werden.
Fraktionsvorsitzender
Sauerzapf fasste die anstehenden Aufgaben
zusammen: Patientenfreundliche Krankenhäuser
und bewohnergerechte Pflegeheime müssen
gewährleistet sein, um effektiver
zu werden und so die flächenhafte
Versorgung zu gewährleisten. Die
Verwaltungsreform muss weiterhin konsequent
umgesetzt werden, weil sie die Verwaltung
verschlankt, reformiert, bündelt
und schnellere Entscheidungen ermöglicht.
Deshalb muss die künftige Unterbringung
der Verwaltung in Heidelberg und in den
Außenstellen in Sinsheim, Wiesloch
und Weinheim effizient gelöst werden.
Die Baumaßnahmen für den Ausbau
der beruflichen Schulzenten in Wiesloch
und Schwetzingen und Weinheim müssen
realisiert werden. Der bereits beschlossene
Neubau der Sonderschule Martinsschule
in Ladenburg ist durchzuführen.
Der Aufbau eines Gesamtsystems
S-Bahn Rhein-Neckar steht klar im Fokus.
Die CDU spricht sich für die 2.
Stufte der S-Bahn in der Metropolregion
nach Homburg/Saar, Worms, Biblis, Darmstadt,
Sinsheim – Eppingen, Schwetzingen – Hockenheim – Karlsruhe
und auch Germersheim – Graben-Neudorf
aus. Es muss es gelingen, diese Anbindungen
an das S-Bahn-Netz auch zeitnah zu realisieren.
Ebenso ist ein verkehrsgerechter überörtlicher
Straßenbau (Kreisstraße Weinheim – Hemsbach – Laudenbach,
Tunnel Neckargemünd, Querspange
Leimen – Sandhausen) notwendig.
Bei der Abfallwirtschaft sind umweltfreundliche
und kostengünstige Lösungen
zu realisieren, wobei der Service erhalten
werden muss.
Es wurde deutlich, dass
die CDU-Kreisräte und –Kreisrätinnen
erwarten, dass Bund und Land die kommunale
Familie nicht im Stich lassen, eine adäquate
Finanzausstattung gewährleisten,
damit die Zukunftsaufgaben bewältigt
werden können, und aus dem Lichtlein
Hoffnung eine kräftige Flamme wird.
Es geht um
den Geldbeutel unserer Bürger.
CDU fordert europaweiten Wettbewerb
zur Erzielung von Marktpreisen bei
der Abfallverbrennung
„Es geht um den Geldbeutel der
Bürgerinnen und Bürger.“ Diese
Meinung vertritt CDU-Fraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf (Leimen) zur aktuellen
Diskussion über die Kosten der
Müllverbrennung und den Rückzug
der Stadt Mannheim aus der Lieferverpflichtung
von Schlacken aus der MVA Mannheim für
die Deponie Wiesloch. Die CDU-Kreisrätinnen
und Kreisräte unterstützen
alle Maßnahmen des Rhein-Neckar-Kreises,
die zur Kostensenkung beim Müll
beitragen, dies sei ein wichtiges Ziel
der Fraktion, betonte der Fraktionsvorsitzende.
Nach dem antiken Vertrag von 1992 kompostiert
Heidelberg, deponiert der Rhein-Neckar-Kreis
und verbrennt Mannheim die anfallen Abfälle.
Diese Aufgaben wurden in Mannheim per
Vertrag auf die MVV, im Rhein-Neckar-Kreis
auf die AVR übertragen. 1992 stand
die Entsorgungsfrage im Vordergrund.
Heute hat sich die Welt der Abfallwirtschaft
nahezu komplett verändert. Die Abfallwirtschaft
ist weitgehend privatisiert. Nur noch
die Entsorgungspflicht der Abfälle
aus den Haushalten muss über die öffentliche
Hand erfolgen. Die Verwertung der Abfälle
ist nahezu komplett privatisiert. Auch
die Müllverbrennungsanlage in Mannheim
gehört einer Aktiengesellschaft,
die – so Presseverlautbarungen
der MVV – damit erhebliche Gewinne
erwirtschaft – auf Kosten der Bürger
von Mannheim, Heidelberg und des Rhein-Neckar-Kreises.
Denn der Preis je t Müll kostet
bei der MVV für diese Bürger
40 € je Tonne (insgesamt über
8 Millionen € jährlich bei
einer Anlieferung von rd. 200.000 to/a)
mehr als der Marktpreis. Deshalb hat
die CDU gemeinsam mit der FWV und der
FDP im Kreistag der ordentlichen Kündigung
des öffentlich-rechtlichen Vertrages
zwischen den Städten Mannheim und
Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis
und einer europaweiten Ausschreibung
zugestimmt. Mit dieser Ausschreibung
verbunden ist die klare Erwartung, dass
der Verbrennungsmarkt deutlich günstigere
Preise anbieten wird. Nur wenn die
Ausschreibung entgegen allen Erwartungen
langfristig zu keinem für unsere
Bürgerinnen und Bürger günstigen
Ergebnis führen würde, dann
müssen andere Lösungen gefunden
werden. Die CDU-Kreistagsfraktion fordert
daher auch die MVV auf, sich einem fairen
Wettbewerb zu stellen. Die Einwohnerinnen
und Einwohner der Metropolregion erwarten
dies. Dass sich die Gesellschaften der
Stadt Mannheim über noch bestehende
Verträge hinwegsetzen, beweist Ihr
Ausstieg aus der Schlackenlieferung an
die Deponie Wiesloch, die wesentlicher
Vertragsinhalt ist.
Die CDU-Fraktion fordert
daher Aufhebung der Verträge zur Verbrennung, Kompostierung
und Deponierung und Schaffung eines Neuanfangs
in der Abfallwirtschaft mit Chancen für
die Bürger zur Gebührensenkung.
Nicht die Gewinne der MVV sind das Maß der
Dinge, sondern die Gebührenbelastung
der Einwohner im Rhein-Neckar-Kreis,
in der Stadt Heidelberg und in der Stadt
Mannheim.
Konsequente Haltung führte zum Erfolg
Durch
die konsequente Haltung des Landrats
Dr. Jürgen Schütze und der
Beschlüsse des Kreistags, getragen
durch die Fraktionen von CDU, FWV und
F.D.P., konnte eine für die Bürgerinnen
und Bürger des Rhein-Neckar-Kreises
eine gute Lösung bei dem Konflikt über
die Verbrennungspreise der MVV Mannheim
erreicht werden“, dies erklärte
Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf.
Wie bereits berichtet wurde, konnten
zwischen den Städten Mannheim und
Heidelberg und dem Rhein-Neckar-Kreis
eine einvernehmliche Regelung über
die Reduzierung des Verbrennungspreises
von 195,5 € auf 165,1 € erreicht
werden. Dies bedeutet eine Entlastung
in Höhe von nahezu 2 Millionen € für
die Gebührenzahlen. Eine Entlastung,
die dazu beiträgt, die Gebühren
zumindest stabil (trotz Mehrwertsteuererhöhung)
zu halten. Dies war nur durch die Kündigung
der Verträge mit Mannheim und der
Suche nach anderen Lösungen möglich.
Hat sich Hartz IV bewährt?

Diese Frage stellte Bürgermeister
und Kreisrat Werner Knopf bei der Sitzung
des Schul-, Kultur- und Sozialausschusses
des Rhein-Neckar-Kreises. Dazu machte
er für die CDU-Fraktion folgende
Anmerkungen:
„1. Der bessere Durchblick der
ehrenamtlichen Kreisräte wurde nach
Meinung unserer Fraktion nur bedingt
erreicht. Die Aufstellungen, vor allem
die der Arbeitsverwaltung setzen schon
ein höheres Maß an Kenntnissen
voraus. So ist man bei der Durchsicht
dieser Unterlagen am meisten damit beschäftigt,
den vielfach verwendeten Abkürzungen
einen Sinn zu geben und ist also damit
dauernd auf der Suche.
2. Unbestritten ist, dass die Zusammenführung
der Arbeitslosenhilfe und der Sozialhilfe
richtig war. Mehr als zufällig fand
sich bisher der eine Hilfebedürftige
beim Arbeitsamt, der andere Hilfebedürftige
im Sozialamt wieder. Nur war die Vorbereitung
und Aufarbeitung dieses Gesetzes mangelhaft.
Das zeigt, dass unter Zeitdruck selten
etwas Vernünftiges herauskommt.
3. Die Kosten dieser Maßnahmen
wurden total unterschätzt. Beim
Erlass des Gesetzes ging man davon aus,
dass dieses Einsparungen bewirken sollte.
Die Tatsache sieht jedoch so aus, dass
2005 den Planungen von 14,6 Milliarden
Euro 25,6 Milliarden Euro tatsächlich
für Aufwendungen gegenüber
standen. Im Jahr 2006 war man etwas vorsichtiger – man
hatte ja dazu gelernt. Die Vorausschätzung
wurde auf 24,4 Milliarden Euro erhöht.
Tatsächlich wurden 25,2 Milliarden
Euro ausgegeben. Also immer noch ein
Anstieg von 2005 auf 2006 um weitere
800 Millionen Euro, obwohl es am Arbeitsmarkt
langsam aufwärts geht. 2007 werden
mit 21,4 Milliarden Euro gerechnet. Hoffen
wir alle, dass das Ergebnis dann auch
dank eines langsam in Schwung kommenden
Arbeitsmarktes gehalten wird.
4. Neuland betrat man bei den Kosten
der Unterbringung für Wohnung, Heizung
etc. Hier sollten die Kommunen nach dem
Willen des Gesetzgebers 2,5 Milliarden
Euro durch die wegfallende Sozialhilfe
einsparen. Tatsächlich ist es jedoch
anders gekommen. Die Zahl der Bedarfsgemeinschaften
schnellte in die Höhe. Bei Muttern
wohnenden Jugendliche haben nun auf einmal
Anspruch auf eine eigene Wohnung, die
die Allgemeinheit bezahlte.
Hier hat man zwischenzeitlich eine neue
Altersgrenze von 25 Jahren eingeführt.
Trotzdem haben wir im Rhein-Neckar-Kreis
im Jahr 2007 noch mehr als 11.000 Bedarfsgemeinschaften.
Zwar ein Rückgang gegenüber
Januar 2006, doch tatsächlich in
Euro ausgedrückt gleichbleibende
Beträge von ca. 3,6 Millionen Euro
im Monat.
Im Jahresvergleich sind es Mehrausgaben
von 6,5 bis 8 Mio Euro, also nichts mit
sparen.
5. Die Kommunen wurden wieder besseren
Wissens verpflichtet, diese 2,5 Milliarden
Euro für die Aufwendungen des Tagesbetreuungsausbaugesetzes
anzusetzen. Ich habe in einer der vorigen
Sitzung gesagt: „Hier hat man das
Fell des Bären verteilt, bevor er
erlegt wurde.“ Ich habe hier Recht
behalten.
6. Erfreulicherweise ist in diesem Zusammenhang
dass das gemeinsame Schreiben der CDU
und SPD-Fraktionsvorsitzenden an die
jeweiligen Parteivorsitzenden Früchte
getragen hat.
Die vorgesehene Bundesbeteiligung an
den Unterbringungskosten sollte ursprünglich
gekürzt oder sogar ganz zurückgenommen
werden. Nunmehr wurde die
Kostenbeteiligung sogar noch etwas aufgestockt.
Verbuchen wir dies als gemeinsamen Erfolg.
7. Die CDU Fraktion hat sich zusammen
mit den meisten anderen Fraktionen auf
die getrennte Aufgabenerledigung entschieden.
Die von der Verwaltung vorgetragenen
Gründe für diese getrennte
Arbeitsteilung haben uns überzeugt.
Wenn wir die uns überlassene Statistik
richtig gedeutet haben, stehen wir im
Vergleich zu den Arbeitsgemeinschaften
ganz gut da. Sei es im Anteil der geforderten
Integrationen oder auch bei den Eingliederungsvereinbarungen.
Erfreulich ist insbesondere, dass bei
der Eingliederungsquote wie auch bei
der Verbleibquote nach Fortbildungs-
und Weiterbildungsmaßnahmen der
Rhein-Neckar-Kreis besser ist als die
Arbeitsgemeinschaften. Dies gilt auch
im Vergleich bei den Eingliederungen,
Verbleibquoten bei Arbeitsgelegenheiten.
Damit haben sich mit
der Entscheidung für
eine getrennte Aufgabenerledigung die erwarteten
Ergebnisse bestätigt.“
Stellungnahme zu TOP 3: Eingliederungshilfe im Rhein-Neckar-Kreis

Bei der Sitzung des Ausschusses„Soziales,
Schule und Kultur“ am 13.03.2007
gab Kreisrat Alfred Rupp für die
CDU zu Fragen der Eingliederungshilfe
folgende Stellungnahme ab:
„Die Verwaltung hat uns eine umfangreiche
Datensammlung des Kommunalverbandes für
Jugend und Soziales vorgelegt. Erfreulicherweise
können wir so einen Kennzahlenvergleich
der Bundesländer untereinander als
auch einen Kennzahlenvergleich der Land-
und Stadtkreise unseres Bundeslandes
bei der Eingliederungshilfe vornehmen.
Wenn wir die Zahlen vergleichen, dann
steht der Rhein-Neckar-Kreis besser da
als der Durchschnitt im Land, pro 1000
Einwohner gesehen.
Das Ziel der Eingliederungshilfe muss
es sein, dem jeweiligen Behinderten ein
ihm adäquates Leben zu gewährleisten.
So sehr auch die Finanzen heute im Mittelpunkt
stehen, wir Christdemokraten sehen uns
auch dem „C“ verpflichtet,
und das bedeutet für uns, dass wir
eine besondere soziale Verpflichtung
den behinderten Menschen gegenüber
haben.
Die Eingliederung ist für uns eine
gesamtgesellschaftliche Aufgabe. Nicht
nur die Familie, der Staat, die Sozialverbände
und die Kirchen sind gefordert, sondern
auch die Wirtschaft muss zur Eingliederung
ihren Beitrag leisten.
Die Frage „ambulant oder stationär“ ist
für uns in erster Linie eine Frage
der Bedürftigkeit.
Zu begrüßen
ist, dass die Verwaltung mit den Leistungserbringern
den Planungsprozess konkretisieren will.“
Demografische Entwicklungen im Rhein-Neckar-Kreis
Der Altersaufbau im Rhein-Neckar-Kreis
wird in den nächsten Jahrzehnten
dramatisch verändern, dies erklärte
Bruno Sauerzapf, Vorsitzender der CDU-Kreistagsfraktion.
Zwar bleibt die Gesamtbevölkerung
bis 2025 relativ konstant, es ergeben
sich jedoch erhebliche Umschichtungen
im Altersaufbau, wie Rückgang der
Klein-, Kindergarten- und Schulkinder
und der jüngeren Erwerbsfähigen
und Zunahme der älteren Erwerbsfähigen,
der Altenbevölkerungen und der Hochbetagten.
Auf diese nicht umkehrbaren Entwicklungen
müssen sich alle Politikfelder einstehen,
auch die Kreispolitik. Der Rhein-Neckar-Kreis
hat in den letzten Jahrzehnten vorbildliche
Einrichtungen geschaffen.
Die CDU-Fraktion hat
deshalb beantragt, dass sich der Kreis
mit den mittel- und langfristig notwendigen
Umstrukturierungen in allen Bereichen,
z. B. bei der Kinderbetreuung, den Sonder-
und Berufsschulen, den Krankenhäusern,
Pflegeheimen und Reha-Einrichtungen, befasst
und Weichen für künftige Entwicklungen
stellt. Dies sollte in den zuständigen
Ausschüssen bzw. bei der GRN-GmbH
beraten werden.
Lebensmittelüberwachung im Rhein-Neckar-Kreis
„Verbraucherschutz durch Lebensmittelüberwachung“,
dieses Thema stand im Mittelpunkt der
gemeinsamen Veranstaltung der CDU-Kreistagsfraktion
und der Kommunalpolitischen Vereinigung
(KPV) der CDU Rhein-Neckar. Darüber
referierten der Amtsleiter des Veterinäramtes
und der Lebensmittelüberwachung
des Rhein-Neckar-Kreises, Dr. Lutz Michael,
und Dr. Martin Lohneis vom Chemischen
und Veterinär-Untersuchungsamt Karlsruhe.
Bruno Sauerzapf, Vorsitzender der CDU-Fraktion,
wies auf die Bedeutung des Verbraucherschutzes
hin. Der letzte Jahresbericht der Lebensmittelüberwachung
verdeutlichte dies anhand verschiedener
aufgedeckter und beseitigter Missstände,
wie dem Transport von ungekühltem
und ungenügend verpacktem Geflügelfleisch
im Kofferraum, Morphin im Backmohn und
Maden im Fleischsalat.
Dr. Lutz Michael bezeichnete den Schutz
des Verbrauchers vor Täuschung und
vor Gefahren für die Gesundheit
als vordringliche und zentrale Aufgabe
des Veterinäramts und Lebensmittelüberwachung.
An Beispielen erläuterte er, z.B.
für die Bekämpfung von Krankheiten,
die vom Tier auf den Menschen übertragbar
sind, warum die Aufgaben der Lebensmittelüberwachung
nicht von Tiergesundheits- oder Tierschutzüberwachung
zu trennen sind. Das Amt hat dabei als
Teil des europaweiten Lebensmittelüberwachungs-
und Veterinärkontrollsystems risikoorientiert
sowohl die Produktionsstätten als
auch die Vermarktungswege im Auge. Besonders
geht es auch Verbraucherbeschwerden nach.
Auch wenn der Schutz des Verbrauchers
vor Täuschung sowie dabei auch vorbeugende
Aspekte einer eher vorschauenden, gleichfalls
informativ wirkenden Lebensmittelüberwachung
inzwischen einen sehr großen Teil
des Aufgabengebietes ausmachen, so steht
doch die Gefahrenabwehr im Vordergrund.
Durch die Verwaltungsreform erfolgte
die Zusammenführung der Lebensmittelüberwachungsaufgaben
des Wirtschaftskontrolldienstes mit dem
bisherigen Veterinäramt beim Landratsamt
. Dadurch entstand eine integrative Lösung,
die sich mittlerweile bewährt hat.
Dr. Martin Lohneis stellte die Aufgaben
des Chemischen und Veterinär-Untersuchungsamtes
vor: Schutz von 2,7 Millionen Verbrauchern
im Regierungsbezirk Karlsruhe vor Gesundheitsgefährdung
und Täuschung sowie Schutz der Tierbestände
vor Krankheitserregern und auf den Menschen übertragbaren
Erregern. Im Rahmen der amtlichen Lebensmittelüberwachung
werden im Jahr 11 Proben pro 2000 Einwohner
untersucht. Die Probennahme erfolgt risikoorientiert
nach Stichprobenplänen und aus besonderem
Anlass. Von den ca. 15.500 im Jahr 2005
untersuchten Proben wurden 19 % beanstandet,
0,26 % der Proben wurden als gesundheitsschädlich
beurteilt
In seinem Schlusswort wies KPV-Vorsitzender
Dr. Christian Jung darauf hin, dass Verbraucherschutz
und Lebensmittelüberwachung auch künftig
ihre Relevanz behalten und künftig
fortentwickelt werden müssen.
Sitzung des Kreistags am 22. Mai 2007:
Die Verwaltungsstrukturreform ist ein Erfolgsmodell
- Stellungnahme Der CDU zur Evaluierung
der Verwaltungsreform -
Vorbemerkungen:
Heute geht es im Kreistag nicht um die
Beurteilung der Verwaltungsreform aus
der Sicht des Landes.
Heute geht es auch nicht um die Beurteilung,
wie die Reform in anderen Stadt- und
Landkreisen sich auswirkte.
Heute geht es vielmehr um die Beurteilung,
- wie die Verwaltungsreform
im Rhein-Neckar-Kreis umgesetzt wurde,
- ob sich die Verwaltungsreform
im Rhein-Neckar-Kreis bewährt
hat und
- ob durch die Verwaltungsreform
die 20%ige Effizienzrendite erreicht
wird und
- ob die Verwaltungsreform
im Rahmen der Evaluierung für
den Landkreis optimiert werden kann.
Stellungnahme der CDU-Fraktion
am 2. März 2004
In der Sitzung des Kreistags am 2. März
2004 hat die CDU-Fraktion folgendes erklärt:
„Wir unterstützen
nachhaltig das Ziel, die Verwaltungsstruktur
des Landes Baden-Württemberg
umfassend zu verschlanken, zu reformieren
und zu bündeln. Nur so können
Wirtschaftlichkeit und Wirksamkeit öffentlichen
Handelns verbessert werden. Die Landesverwaltung
soll dadurch schneller, schlagkräftiger
und kostengünstiger werden.
Wir erwarten Synergieeffekte im Bereich
der kommunalen Aufgaben der Landratsämter
und Stadtkreise durch Verzahnung
und Vereinfachung von Verwaltungsverfahren,
durch Bündelung von Fachkompetenz
und durch die dadurch möglichen
Optimierungen in Querschnittsbereichen. Als
weiterer Schritt muss der Abbau von überzogenen
Standards, die Vereinfachung und
die Straffung von Verwaltungsabläufen
sowie der
Wegfall unnötiger Vorschriften folgen“.
Auf der Grundlage des formulierten Auftrages
regen wir an die Stellungnahme des Landkreistages
in folgenden Punkten zu ergänzen:
- Es ist zu empfehlen, die Verwaltung
der Bundes- und Landesstraßen
den Stadt- und Landkreisen zu übertragen.
Außerdem muss es möglich
sein, durch Kooperationen kreisübergreifende
Maßnahmen in Planung und Bau
umsetzen zu können.
- Die Bediensteten der Flurbereinigungsämter
sind den Stadt- und Landkreisen zuzuordnen.
Dem Land Baden-Württemberg bzw.
dem Ministerium bleibt es vorbehalten,
für bedeutsame Landesverfahren
gegen vereinbarten Kostenersatz auf
das notwendige Personal zurückgreifen
zu können.
- Der konsequenten Fortführung
der Verwaltungsform muss der Abbau
von öffentlichen Aufgaben, von überzogenen
Standards, die Vereinfachung und die
Straffung von Verwaltungsabläufen
sowie der Wegfall von bürokratischen
im Detail geregelten Verwaltungsvorschriften
folgen. Die Landkreisverwaltung ist
aufzufordern, sich mit Vorschlägen
und Empfehlungen an diesem Prozess
zu beteiligen.
- Es ist eine generelle Revisionsklausel
in das VRG aufzunehmen, die eine
Anpassung der Landeszuweisungen für den
Fall vorsieht, dass die für die
Verwaltungsreform zur Verfügung
gestellten Mittel nicht ausreichen.
Ergebnis einer Anhörung
2006
Wir wird das Ergebnis der Reform im Rhein-Neckar-Kreis
beurteilt?
Nach gut einem Jahr Reform hat unsere
Fraktion eine Anhörung mit hochkarätigen
Experten zu den Ergebnissen der Verwaltungsstrukturreform
auf Kreisebene mit Landtagsabgeordneten,
Dezernenten und Amtsleiter und der Personalratsvorsitzenden
des Landratsamtes mit folgenden Ergebnissen
durchgeführt.
- Von allen Gesprächsteilnehmern
wurde positiv angemerkt, dass die Mitarbeiter
im Landratsamt ihre neuen Kolleginnen
und Kollegen gut aufgenommen haben
und es kaum Reibungsverluste gab. Auch
der Bürger hat von den veränderten
Zuständigkeiten nichts Nachteiliges
bemerkt.
- Die Verwaltungsreform ist in den
Bereichen Gesundheitsamt und Lebensmittelüberwachung
gut gelungen, insbesondere die Lebensmittelüberwachung
konnte durch die Zusammenfassung von
Fach- und Rechtsbehörde optimiert
und effizienter werden.
- Beim Versorgungsamt wurde die neue
Situation differenzierter gesehen.
Früher war der Zuständigkeitsbereich
größer. Skeptisch wurde
die Erwirtschaftung der Effizienzrendite
beurteilt, denn die Aufgabenfülle
lässt kaum weiteren Personalabbau
zu.
- Die Eingliederung des Forstwesens
war vom Landratsamt im Gegensatz
zu dem Ministerium gut vorbereitet.
Ursprünglich hat sich die Forstverwaltung
gegen die Eingliederung gewehrt. Jetzt
müsse nach vorne geschaut und
die bisherigen Forstämter zu einem
Kreisforstamt zusammengeführt
werden. Ebenso ist das Einheitsforstamt,
das den Staats-, Kommunal- und Privatwald
beforstet, zu erhalten.
- Der Personalrat sieht in der
Zersplitterung der Flurneuordnung eine
schlechte Lösung. Er äußerte
sich skeptisch über die Erwirtschaftung
der Effizienzrendite durch einen
weiteren Personalabbau.
- Die Verwaltungsreform ist nur eine
Strukturreform und enthält noch
keinen Aufgabenabbau. Sie wird
diesbezüglich als Chance begriffen.
Sinnvolle Lösungen müssen
gefunden werden. Die Verwaltung muss
neu strukturiert werden. Das Ziel,
eine Effizienzrendite zu erwirtschaften,
ist eine ständige Herausforderung
an uns alle.
- Korrekturen müssen bei der Straßenbauverwaltung
und den Flurneuordnungsämtern
durchgeführt werden, denn die
Zersplitterung der Aufgabenbereiche
ist zu korrigieren.
- Der Verwaltungsreform muss ein Aufgabenabbau
folgen.
- Die Verwaltungsreform hat im Großen
und Ganzen
durch mehr Bürgernähe und
mehr Effizienz positive Auswirkungen.
- Die Verwaltungsstrukturreform ist
ein mutiger Schritt für eine zukunftsträchtige
Lösung.
Zur vorgeschlagenen Stellungnahme
Im Großen und Ganzen spiegelt sich
das Ergebnis unserer Anhörung im
Entwurf der Stellungnahme wider. Die
in diesem Entwurf vorgeschlagenen Änderungen
- bei der Straßenbauverwaltung
- bei der Schulaufsicht,
- der Flurneuordnung,
- der Kostenverteilung
bei den Vermessungsämtern,
- der Personalausstattung
bei der Lebensmittelkontrolle
werden deshalb von unserer Fraktion
in vollem Umfang mitgetragen.
Nach dem derzeitigen Stand der Umsetzung
der Verwaltungsreform beim Rhein-Neckar-Kreis
hat die Verwaltung bisher sehr gute Arbeit
geleistet.
Wir verkennen dabei nicht, dass der
Landrat für die Organisationsstruktur
der Verwaltung originär zuständig
ist, zumal die eingegliederten Behörden
nur staatliche Aufgaben wahrnehmen. Unsere
Mitwirkung besteht darin,
die räumliche Unterbringung zu beschaffen
und auf die Erwirtschaftung der Effizienzrendite bei
den Haushaltsberatungen zu achten. Allerdings
erfordern Verwaltungsorganisation und
räumliche Unterbringung eine enge
Zusammenarbeit. Deshalb können wir
Herrn Landrat Dr. Schütz und die
Kreisverwaltung nur ermutigen, nach den
ersten Erfahrungen notwendige Schlüsse
zu ziehen und dort wo notwendig, Verwaltungsstrukturen
weiter zu optimieren. Die CDU-Fraktion
wird dies unterstützen.
Eine Effizienzrendite wurde bereits
durch eine Einsparungsquote von knapp
10 % erwirtschaftet. Die Realisierung
der restlichen 10 % bis 2012 wird nicht
einfach werden und erfordert das Zusammenwirken
von Verwaltung und Kreistag. Hier bitten
wir Herrn Landrat Dr. Schütz und
die Kreisverwaltung für Offenheit
und eine ehrliche Bilanz. Wenn notwendig,
sind auch unbequeme Wahrheiten zu benennen
und gemeinsam politische Veränderungen
anzustreben.
Wie bereits angedeutet muss als weiterer
Schritt nunmehr eine innere Reform der
Verwaltungsbereiche erfolgen. Wir erwarten
deshalb:
- eine Überprüfung der
Gesamtorganisation,
- die Einrichtung eines Eigenbetriebs „Gebäudebewirtschaftung“
- die Verlagerung und Zusammenfassung
von Aufgaben sowohl bei der Gesamtorganisation
als auch bei unseren Gesellschaften.
Unter diesen Voraussetzungen und mit dem
Ziel, die Verwaltungsreform erfolgreich
weiter zu entwickeln, stimmen wir der Stellungnahme
zu.
CDU-Kreistagsfraktion
tagt im Waldklassenzimmer im Walldorfer
Hochholz
Um die Sitzung des Jugendhilfeausschusses
inhaltlich vorzubereiten, trafen sich
die CDU-Mitglieder des Jugendhilfeausschusses
im Waldklassenzimmer im Walldorfer Hochholz.
Der CDU-Sprecher Martin Bitzel begrüßte
die Anwesenden und dankte dem Revierleiter
Forstamtmann Gunter Glasbrenner für
seine Bereitschaft, die Konzeption und
seine Aufgaben bei der Vermittlung der
Waldpädagogik vorzustellen.
Bei seinen Ausführungen wies Gunter
Glasbrenner darauf hin, dass es dem Gemeinderat
und der Verwaltung ein gemeinsames Anliegen
war, mit dem Bau des Waldklassenzimmers
der zunehmenden Entfremdung der Kinder
und Jugendlichen von Wald und freier
Natur entgegenzuwirken. Kinder, Jugendliche
und Erwachsene können im Holzblockhaus
an einem optimalen Standort Wissen um
Natur und Ökologie des Waldes vor
Ort erwerben. Kindergartenkinder, Grundschulkinder
und Jugendliche weiterführender
Schulen finden hier durch praktisches
Tun einen emotionalen Zugang zur belebten
Natur und werden dadurch zum umweltfreundlichen
Handeln angeleitet. Das Waldklassenzimmer,
hervorragend ausgestattet mit den notwendigen
Arbeitsgeräten und Hilfsmitteln
erfüllt eine immer wichtiger werdende
Erziehungs- und Bildungsaufgabe, was
auch die lange Warteliste für waldpädagogische
Veranstaltungen, Fortbildungen und Schulungen
im Waldklassenzimmer zeigt.
Martin Bitzel dankte Gunter Glasbrenner
für seine interessanten Ausführungen.
Sicher werde einige der anwesenden Bürgermeister
und Gemeinderäte manche Anregungen
mit nach Hause nehmen, um in der Region
noch viele „Wald- und Naturfreunde“ für
ein umweltfreundliches Handeln zu gewinnen.
Die Diskussion der
einzelnen Tagesordnungspunkte wurde durch
fachkundige Erläuterungen
des Dezernatsleiters Heinz Bönisch
und des Amtsleiters Roland Schulz vertieft.
Die CDU-Fraktionsmitglieder stellten erfreut
fest, dass im Rhein-Neckar-Kreis der qualitätsorientierte
und bedarfsgerechte Ausbau der Tagesbetreuungsangebote
schon einen hohen Stand erreicht hat und
sich weiter positiv entwickelt. Die Initiativen
des Jugendamtes, Qualifizierungskurse für
Kindertagespflegepersonen und Fortbildungsmaßnahmen
für Erzieherinnen in der Kleinkinderbetreuung
anzubieten, finden volle Zustimmung der
CDU-Fraktion. Mit Dank nahmen die Anwesenden
von den umfassenden Tätigkeitsberichten
der Erziehungsberatungsstellen Kenntnis.
Eckwerte 2008 – eine neue Hoffnung
Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf
nahm zu den Eckwerten für den Haushalt
2008 bei der Sitzung des Kreistags Stellung:
„Die wirtschaftlichen und finanziellen Rahmenbedingungen
sind gut:
- Das Wirtschaftswachstum
wird für 2007 zwischen 2,5
und 3 % prognostiziert.
- Die Steuereinnahmen steigen
voraussichtlich um 10 %.
- Die Aufwärtsentwicklung
wird voraussichtlich einige Jahre
anhalten.
Ich kann mich an die Rede eines Kreistagskollegen
erinnern, in der er bei einer vergleichbaren
Entwicklung diese auf die Fahnen der
rot-grünen Bundesregierung schrieb.
Heute könnte man behaupten, dass
die wirtschaftliche Situation durch die
neuen sozialen und wirtschaftlichen Rahmenbedingungen
der Großen Koalition entstanden
ist. Ich werde dies nicht tun. Denn Bundespolitik
wird im Bundestag entschieden und nicht
in den Kommunalparlamenten. Allerdings
haben Entscheidungen im Bundestag Auswirkungen
auf die Kommunalfinanzen – erstmals
seit Jahren mit positive Auswirkungen.
Wir sollten deshalb diese Entwicklung
mit Genugtuung zur Kenntnis nehmen. Sie
versetzt uns in die Lage, den Rhein-Neckar-Kreis
zukunftsfähig zu entwickeln. Der
1. Budgetbericht für das Jahr 2007
beweist diese erfreuliche Entwicklung,
steigt doch die freie Verfügungsmasse
mit 4,3 auf 28,5 Millionen € und
senkt die Kreditaufnahme um 5,3 Millionen
auf 10,5 Millionen €.
Wir verfolgen dabei folgende Leitziele:
- Begrenzung und Rückführung
der Verschuldung
- Erfüllung der Kreisaufgaben
- Faire Kreisumlage ausbalanciert
zwischen Kreis- und Gemeindeinteressen
Bei diesen Zielen stehen die Eckwerte
2008 auf dem Prüfstand. Welche Ziele
werden dadurch erreicht?
Begrenzung und Rückführung
der Verschuldung
Der Vorschlag
sieht eine Deckung der Verschuldung vor.
Die voraussichtlichen Kreditaufnahmen werden
auf die Tilgungsleistungen in Höhe von 7,3 Millionen € begrenzt.
Die Investitionen belaufen sich auf über
30 Millionen €. Dies kann und darf
nur der 1. Schritt sein. Wir sollten
gemeinsam versuchen, die Kredite auf
die selbst gesetzte Zielmarke von 100
Millionen € zu drücken.
1. Feststellung: Wir haben sie
Neuverschuldung gestoppt und beginnen
mit dem Schuldenabbau.
Erfüllung der Kreisaufgaben
Eigenbetrieb
Bau und Vermögen
Der von
der CDU-Fraktion angeregte Eigenbetrieb
Bau und Vermögen wird geschaffen.
Damit wird die Gebäudebewirtschaftung
in einer Hand gebunden. Wir werden uns
darüber in einem gesonderten Tagesordnungspunkt
beschäftigen.
Die Gesundheitseinrichtungen
werden zukunftsfähig
Die GRN
Gesundheitszentren Rhein-Neckar-GmbH stehen
auf gesunden Beinen. Die Finanzlage ist
unter Berücksichtigung der gesetzlichen
Möglichkeiten gut. Mit der geplanten
Gründung der GRN Medizinischen Versorgungszentren
gGmbH – über die wir heute
beschließen werden, werden unsere
Einrichtungen optimiert und die medizinische
Versorgung insbesondere im ländlichen
Bereich gesichert.
Neue Geschäftsfelder
der Abfallbeseitigungsgesellschaften
Positive Meldungen vernehmen wir bei
den Abfallwirtschafts-Gesellschaften
des Rhein-Neckar-Kreises.Die Gebühren
sind seit Jahren stabil.
- Das Eigenkapital wurde
durch nicht ausgeschüttete Gewinne
verstärkt.
- Neue Geschäftsfelder werden
durch die angestrebte Nutzung von
wieder verwendbaren Energieträgern
erschlossen.
Neben dem herkömmlichen Einsammeln,
Befördern und Sortieren der Wertstoffe
gehen wir einen Schritt weiter. Wir danken über
den zum Bau eines Biomasseheizkraftwerks
nach. Ein verbrauchernahes Konzept zur
Wärmeversorgung soll durch Erfassung
und Aufbereitung der Biomasse, durch
die Installation einer Mikrogasturbine
und den Bau einer Vergärungsanlage
entwickelt werden. Dies dient der Wettbewerbsfähigkeit
unser Gesellschaften und dem Klimaschutz.
Völlig unzufrieden sind wir mit
der Haltung der Stadt Mannheim und ihrer
Gesellschaften. Obwohl eine Einigung
zwischen den Vertragspartnern Mannheim,
Heidelberg und Rhein-Neckar-Kreis unter
der Federführung des Regierungspräsidenten
erreicht wurde, ist ein konkreter Vertrag
an der Haltung von Mannheim bzw. der
MVV gescheitert. Deshalb ist es richtig,
nunmehr die Zahlungen auf den vereinbarten
Kompromiss von 139 € - anstelle
von 164 € je
Tonne Restmüll – zu reduzieren.
Monatlich sind dies ca. 200.000 €,
die gekürzt werden müssen,
und zwar rückwirkend zum 1. Januar
2007. Sollte es zu keinem Vertragsabschluss
kommen, muss unverzüglich unsere
Menge von 85.0000 t europaweit ausgeschrieben
werden. Wir werden dann sehen, wie der
Marktpreis ist. Wir sehen keinen Anlass,
von unserer bei der Kreistagssitzung
am 17. Oktober 2006 vertretenen Haltung
abzuweichen: europaweit auszuschreiben
und ggf. andere Entsorgungswege zu beschreiten.
Dies liegt vor allem im Interesse der
Gebührenzahler.
Innere Verwaltungsreform
und dezentrale Struktur der Kreisverwaltung
Ausgelöst durch die Verwaltungsreform,
ist eine innere Reform der Verwaltungsstruktur
des Landratsamtes geboten. Die Dezernate
müssen gestrafft und die Ämter
neu gegliedert werden. Wir sind gespannt,
welche Vorschläge der Landrat uns
unterbereitet. Wir gehen davon aus, dass
dadurch weitere Synergieeffekte ausgelöst
und damit Kosten eingespart werden können.
Die Außenstellen sind zu stärken.
Nach wie vor sind wir der Auffassung, dass neben
dem Verwaltungszentrum in Heidelberg die Außenstellen
Sinsheim und Wiesloch als Bürgerservice erhalten
und entwickelt und die Außenstelle Weinheim
neu gebaut werden müssen.
Die Berufs- und Sonderschulen
entsprechen den neuen Bildungsanforderungen
Erhebliche
Mittel sind für Baumaßnahmen
an den Schulen vorgesehen, insbesondere
für die Erweiterung der Helen-Keller-Schule
Weinheim, die Martinsschule in Ladenburg
und die beruflichen Schulzentren in Schwetzingen
und in Weinheim.
Der öffentliche
Personennahverkehr wird noch besser
Der öffentliche Personennahverkehr
kommt mehr und mehr auf die Schiene.
Nachdem die 1. Stufe der S-Bahn mit sehr
großem Erfolg in Betrieb ist, steht
der weitere OEG-Ausbau Bergstraße,
der Ausbau der Elsenz- und Schwarzbachtalbahn
und die 2. Stufe der S Bahn mit Ausbau
Rheintalstrecke einschließlich
der Bahnhöfe auf der Agenda. Maßnahmen,
die unsere volle Unterstützung finden.
Die
Kreisstraßen werden weiter
ausgebaut
Die großen Baumaßnahmen
beim Kreisstraßenbau nehmen zunehmend
Gestalt an. Der Tunnel Neckargemünd
ist teilweise bereits hergestellt. Mit
dem Bau der Verbindung zwischen der Schwarzen
Brücke und der L 598 in Sandhausen
wurde bereits begonnen und der erste
Spatenstich für den Bau der Kreisverbindungsstraße
Hemsbach, Weinheim, Laudenbach steht
an.
Das ehrenamtlichen Engagements
wird gestärkt
Fraktionsübergreifend werden wir
bei den Beratungen in den Ausschüssen
beantragen, von ehrenamtlichen Übungsleitern
im Bereich Sport sowie die Fördermaßnahmen
an Vereine der Jugendhilfe deutlich um
insgesamt 50.000 € zu erhöhen.
Wir müssen das ehrenamtliche Ehrenamt
im Sport und in den Vereinen stärken.
. Ohne diese ehrenamtliche Tätigkeit
gäben wesentliche weniger Aktivitäten
bei den Sport- und im Jugendbereich
2.
Feststellung: Niemand wird nach dem Gesagten
in Frage stellen, dass die Kreisaufgaben
erfüllt werden können.
Prüftstand Kreisumlage
Die
Kreisumlage bleibt auf der gleichen Höhe.
Wir haben stets die Meinung vertreten,
dass es einen Kompromiss zwischen der
Aufgabenerfüllung des Kreises
und der Belastung der Kreisgemeinden
geben muss. Eine Senkung der Kreisumlage
könnte zwar erfolgen, würde
jedoch das Ziel der Netto-Null-Verschuldung
konterkarieren. In den schwierigen zurückliegenden
Jahren haben wir aus Solidarität
mit den Gemeinden die Kreisumlage auf
einem relativ niedrigen Stand gehalten
und so geplant, dass lediglich die gesetzlich
vorgeschriebene Mindestinvestitionszuführung
erreicht werden konnte. Zusätzlich
sind Fehlbeträge in beträchtlicher
Höhe entstanden. Für das Jahr
2008 akzeptieren wir noch den Hebesatz
von 35,1%.
Wir weisen jedoch nachdrücklich
darauf hin, dass aus dieser Aussage keine
Schlüsse für die Kreisumlage
2009 gezogen werden können. Wir
sehen dafür Diskussionsbedarf.
3. und letzte Feststellung:
Die Kreisumlage bleibt fair und berücksichtigt
sowohl Gemeinde- als auch Kreisinteressen.
Kurzum, wie nehmen die Eckwerte 2008
zur Kenntnis, stimmen dem Beschlussvorschlag
zu, wobei die endgültige Haltung unserer
Fraktion erst bei der Verabschiedung des
Haushalts 2008 getroffen werden wird.“
Für eine
Weiterentwicklung der Gesundheitszentren
im Rhein-Neckar-Kreis
Dr.
Karl-Hermann Schütz
gab für die CDU-Fraktion zur Gründung
der GRN Medizinischen Versorgungszentren
GmbH folgende Stellungnahme in der
Kreistagstagsitzung am 24.07.2007 folgende
Stellungnahme ab:
„Die GRN Gesundheitszentren
Rhein Neckar GmbH steht auf gesunden
Beinen. Und damit dies auch in Zukunft
so bleibt, muss immer wieder daran gearbeitet
werden. Denn eines dürfen wir nicht
vergessen:
Gleich in welcher Rechtsform der Landkreis
seine Gesundheits-einrichtungen führt
- soweit es Pflichtaufgaben sind -, können
wir bei dauernden Verlusten die Einrichtungen
ja nicht schließen. Wir müssen
unserer Pflichtaufgabe auf Krankheitsvorsorge
nach-kommen. Verluste müssten vom
Kreis getragen werden. Deshalb muss es
uns eine große Verpflichtung sein,
unsere Einrichtungen gut zu positionieren.
Unter dem Gesichtspunkt der Wettbewerbsfähigkeit
ist es daher nur folgerichtig, dass wir
von der CDU-Fraktion der Gründung
der GRN Medizinische Versorgungszentren
gGmbH zustimmen.
Und um jedem falschen Eindruck von vornherein
entgegen-zutreten, stellen wir klar:
Weder das Medizinische Versorgungszentrum
noch die GRN Gesundheitszentren suchen
den unbeschränkten Wettbewerb mit
den niedergelassenen Ärzten. Dies
ist der ausdrückliche Wille des
Aufsichtsrates und auch der Geschäftsführung
der GRN gGmbH. Insoweit hat die CDU-Fraktion
volles Vertrauen in die Geschäfts-führung,
dass diese mit dem neuen Instrument der
MVZ sensibel und verantwortungsbewusst
umgeht.
Mit der Gründung des MVZ soll erreicht
werden, dass ggf. auftretende Versorgungslücken,
insbesondere im ländlichen Raum
geschlossen werden können bzw. erst
gar nicht auftreten. Auf die Nennung
konkreter Beispiele in der Vergangenheit
kann ich hier verzichten.
Im Verlauf der Beratungen hat sich gezeigt,
dass die Rechtsform der gemeinnützigen
GmbH bei gleichzeitiger umsatzsteuer-rechtlicher
Organschaft mit der GRN gGmbH vorteilhafter
ist, als die Rechtsform der steuerpflichtigen
GmbH, auch wenn - zugege-benermaßen
- die Gemeinnützigkeit ein Korsett
sein kann. Im übrigen sind bzw.
werden bereits entsprechende steuerliche
Fragen mit der Finanzverwaltung im Voraus
geklärt, bevor die Gesellschaft
ihre Tätigkeit aufnimmt, um Überraschungen
zu vermeiden.
Die CDU-Fraktion teilt die Ansicht der
Verwaltung, dass es weder notwendig noch
hilfreich ist, einen eigenen Aufsichtsrat
bei der MVZ gGmbH zu etablieren. Über
entsprechende Ausgesaltungen in der Geschäftsordnung
für die Geschäftsführung
ist sicher-gestellt, dass die Geschäftsführung
für Entscheidungen mit entsprechender
Tragweite zuvor die Zustimmung des Aufsichts-rates
der Muttergesellschaft einholen muss,
so z.B. beim Erwerb eines Vertragsarztsitzes.
Insoweit kann ich auf den Entwurf des
Gesellschaftsvertrages verweisen.
In dem heute dem Kreistag vorgelegten
Entwurf des Gesellschaftsvertrages sind
im übrigen alle Anregungen, die
in der Sitzung des Verwaltungs- und Finanzausschusses
vom 10.07.2007 erörtert wurden,
berücksichtigt.
Auch halten wir eine Kapitalausstattung
von 500.000.- €, jeweils 250.000.- € Stammkapital
bzw. Kapitalrücklage für sinnvoll
und angemessen.
Aus Gründen der umsatzsteuerlichen
Organschaft ist eine Identität der
Geschäftsführer von Mutter-
und Tochtergesellschaft geboten.
Die CDU-Fraktion stimmt
den Beschlüssen
zu.“
Gedankenaustausch zum Thema „Erneuerbare Energien“
Umweltministerin Tanja Gönner bei CDU Kreistagsfraktion
Auf Einladung der CDU Kreistagsfraktion fand ein Meinungsaustausch zwischen der Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg Frau Tanja Gönner und Vertretern der Kreistagsfraktion statt. Der CDU Fraktionsvorsitzenden Bruno Sauerzapf begrüßte die Ministerin und lud zu einem Gedankenaustausch zum Thema. Erneuerbare Energien“ ein. Ein Thema, das gerade für die CDU Kreistagsfraktion hohe Bedeutung hat.
Von Herrn Landrat Dr. Schütz wurde die Vorreiterrolle des Rhein-Neckar-Kreises beim Einsatz von erneuerbaren Energien hervorgehoben und insbesondere auf die Zielsetzungen des Kreises auf diesem Sektor mit Anlagen, Planungen und Entwicklungen von lokalen Energienetzen abgehoben.
Vor diesem Hintergrund erläuterte der Geschäftsführer der AVR – Abfallverwertungsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises, Alfred Ehrhard, die Planungskonzeption seiner Gesellschaft im Bereich des Einsatzes von erneuerbaren Energien. Dabei wurde sowohl der Energiewert, der in den jährlich anfallenden Abfallmengen enthalten ist, angesprochen als auch die Entwicklung eines konkreten Projekts „Biomasseheizkraftwerk in Sinsheim“ mit der Schaffung eine neuen Nahwärmenetzes.
Dabei wurde auch herausgestellt, dass durch den Einsatz von erneuerbaren Energien ein erheblicher Beitrag zum Klimaschutz geleistet werden kann und diese Zielsetzung gerade im Blick auf die allgemeine politische Diskussion um den CO² Ausstoß eine besondere Bedeutung gewinnt.
Vor diesem Hintergrund stießen die Planungen der AVR GmbH sowohl bei der Umweltministerin Tanja Gönner als auch bei den Vertretern der CDU Fraktion auf ein positives Echo, da hier der Rhein-Neckar-Kreis in vorbildlicher Weise einen lokalen Beitrag zum Klimaschutz leisten kann.
Die Umweltministerin machte deutlich, dass für sie der Einsatz von erneuerbaren Energien einem wesentlichen Umweltfaktor darstellt. Dabei bedarf es einer differenzierten Vorgehensweise, die gegenwärtig auch auf der Bundesebene diskutiert wird mit der Rücknahme der Vergütung für die
Stromeinspeisung nach dem Erneuerbaren-Energien-Gesetz und der Weiterentwicklung der Förderung der Kraftwärmekoppelung. Frau Gönner sah in diesem Vorgehen einen richtigen Ansatz, gerade um lokale Energienetze zu entwickeln und diese auch auf einen tragfähige Basis zu stellen. Auf die Thematik des Einsatzes von Blockheizkraftwerken auf Palmölbasis wies sie daraufhin, dass für sie nur einen derartige Lösung in Frage kommen kann, wenn es sich um Palmöllieferungen aus zertifizierten Betrieben handelt.
Die Umweltministerin ermunterte die Vertreter der CDU Fraktion auf dem begonnenen Weg zum verstärkten Einsatz von erneuerbaren Energien weiterzufahren.
Ländlichen Raum attraktiv machen
Ihre traditionelle gemeinsame Sitzung führten
die beiden CDU-Kreistagsfraktionen im Winzerkeller
Wiesloch durch. Die beiden Fraktionsvorsitzenden Bruno
Sauerzapf (Leimen) und Karl Heinz Neser (Obrigheim)
hatten beiderseits interessante Themen gefunden. MdL
und Bürgermeister Karl Klein (Mühlhausen)
berichtete aus der Landespolitik.
Zunächst befasste man sich mit den Erfahrungen
des Rhein-Neckar-Kreises, der zu Jahresbeginn aus dem
Amt für Grundstücks- und Gebäudemanagement
einen Eigenbetrieb Bau und Vermögen geschaffen
hatte. Vorteile wurden darin gesehen. Dass die Finanz-
und Bauverantwortung in einer Hand liegen und durch
die Rechnungsstellung die Ämter ein stärkeres
Kostenbewusstsein entwickeln. AVR -Geschäftsführer
Alfred Erhard stellte die einzelnen Geschäftsfelder
vor, wobei insbesondere das Energiemanagement und die
Gebäudeservice GmbH interessierten. Aktuell befasst
man sich mit dem Aufbau von Wärmenetzen.
Ein wichtiges Thema der Konferenz waren die Folgen,
die aus dem Gutachten zur Bevölkerungsentwicklung
in der Region für die künftige Flächenausweisung
in den Gemeinden gezogen werden.
Die Entwicklung dürfe nicht nur an den S-Bahn-Halten
stattfinden, da sonst große Teile der Fläche
ausgeschlossen werden. Wichtige sei der weitere Ausbau
des Öffentlichen Personennahverkehrs und die DSL-Versorgung
aller Gemeinden. MdL Karl Klein sah darin das A und
O für die künftige Entwicklung; eine leistungsstarke
Breitbandversorgung sei notwendig. Das Land mache mit
seinem Programm einen Anfang, Im Grunde sei aber der
Bund gefordert. Weitere Themen waren die Schulen, Krankenhäuser
und die ärztliche Versorgung im ländlichen
Raum. Zu Beginn hatten die beiden CDU-Fraktionen das
Winzermuseum Rauenberg besichtigt.
Eckwerte 2009
Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf
bezog in seiner Rede im Kreistag am 15.7.2009
zu den Grundlagen für die Haushaltsplanung
2009 (Eckwerte) Stellung: Er stellte
zunächst fest:
- Wir schreiben seit dem Jahr 2007
eine Erfolgsgeschichte und dies mittlerweile
im 3. Jahr.
- Wir haben die Haushaltskonsolidierung
durch Handeln von Kreistag und Verwaltung
und durch eine wesentlich bessere Wirtschafts-
und Finanzlage erreicht.
- Wir sind in der Lage, Zukunftsaufgaben
des Rhein-Neckar-Kreises aus eigener
Kraft zu bewältigen und zugleich
Schulden abzubauen.
Deshalb ein Blick auf das Jahresergebnis
2007:
- Die Zuführungsrate an den Vermögenshaushalt
oder auf gut deutsch die freie Verfügungsmasse
wuchs gegenüber dem Haushaltsplan
um 11,2 Millionen € auf 35,4 Millionen € -
das Rekordergebnis seit Bestehen
des Rhein-Neckar-Kreises
- Es mussten keine Kredite aufgenommen
werden, über 7 Millionen € wurden
getilgt.
- Die Rücklage wurde mit über
10 Millionen € zusätzlich
ausgestattet.
Der 1. Budgetbericht für
das Haushaltsjahr 2008 hat kaum Auffälligkeiten.
- Der Vollzug des Haushaltsplanes
liegt im Rahmen der geplanten Zahlen.
Es gibt nur wenige Abweichungen von
den Planansätzen.
- Durch eine Fehlberechnung des Finanzministeriums
reduzieren sich die Einnahmen aus
dem Kommunalen Finanzausgleich um
1 Million €.
- Die Minderaufwendungen bei den
Sozialhilfe- und Asylleistungen kompensieren
Mehraufwendungen bei den Jugendhilfeleistungen
und bei den Personalausgaben und
weitere Veränderungen
bei den Haushaltsansätzen
Die Eckwerte 2009 spiegeln verhaltenen
Optimismus wider:
Zwar flacht voraussichtlich die wirtschaftliche
Entwicklung etwas ab. Ein geringeres
Wirtschaftswachstum wird erwartet.
Betrachten wir zunächst
den Verwaltungshaushalt.
Der Verwaltungshaushalt ist jedoch trotzdem
stabil und finanziert in vollem Umfang
die notwendigen Investitionen.
Die durch die Verwaltungsreform auferlegte
Effizienzrendite wird erreicht.
Die günstige Haushaltslage versetzt
den Kreistag in die Lage, Zukunftsaufgaben
anzupacken.
Die Demografie schlägt sich in
den Haushaltplanzahlen nieder. Die Ausgaben
für die Grundsicherung der Menschen – besonders
im Alter – nehmen zu.
Der wachsende Hilfebedarf bei den Jugendlichen
und besonders die Kosten für die
Heimunterbringung nehmen zu. Defizite
bei der Erziehung sollen durch die öffentliche
Hand kompensiert werden, was nur teilweise
gelingen kann. Denn die Jugendhilfe kann
die Versäumnisse des Elternhauses
nur sehr eingeschränkt, aber keinesfalls
vollständig ausgleichen.
Die Kosten der Eingliederungshilfe, insbesondere
für seelisch behinderte oder von
seelischer Behinderung bedrohter Kinder
und Jugendliche nehmen daher zu.
Hohe Tarifabschlüsse schlagen sich
bei den Personalkosten nieder, wobei
ich hier der Meinung bin, dass tatsächlich
ein Nachholbedarf bestand.
Beim ÖPNV können wir eine
erfreuliche Entwicklung verzeichnen.
Durch die Ausschreibung von Linienbündeln
bei den Busverkehren und geschickte Verhandlungen
mit den Verkehrsunternehmen, die
schienengebundenen Verkehr anbieten,
konnten die Aufwendungen drastisch reduziert,
die Zuschusshöhe für die Kreisgemeinden
bei gleichem Aufwand für den Kreis
erhöht werden. Gleichzeitig wurde
die Bedienungsqualität erhöht
und ein verbessertes Verkehrsangebot
erreicht.
Die Zuschüsse für die Erziehungsberatungsstellen
und für die Sportkreise wurden auf
Grund gemeinsamer Anträge aller
Fraktionen erhöht.
Durch die höheren Steuerkraftsummen
der Gemeinden steigt jedoch auch das
Kreisumlageaufkommen um 16 Millionen €.
Gleichzeitig sinken die Finanzzuweisungen
um 13,3 Millionen €. Die Kreisgemeinden
haben durch die Kreisumlage wesentlichen
Anteil an der Verbesserung der Finanzsituation.
Das Haushaltsjahr 2009 gibt, Gestaltungsspielraum.
Deshalb ist es richtig, die Kreisumlage
um 2 Punkte zu senken.
Im Ergebnis ist die freie Verfügungsmasse
trotzdem nur geringfügig auf knapp
38 € ein hervorragendes Ergebnis.
Doch nun zu dem Bereich, der
besonders die Zukunftsinvestitionen
enthält, und zwar zu den Investitionen
und Investitionszuschüsse im Kreishaushalt.
Beim ÖPNV setzen wir die begonnene
erfolgreiche Politik mit Investitionszuschüssen
für die 2. Stufe der S-Bahn, besonders
der Elsenz- und Schwarzbachtalbahn, den
nördlichen Streckenabschnitt Mannheim-Weinheim-Darmstadt,
den südlichen Streckenabschnitt
Mannheim-Schwetzingen-Karlsruhe und der
OEG-Ausbau Bergstraße fort. Insgesamt
werden 15,8 Millionen € Investitionszuschüsse
geleistet - bei 6 Millionen € Kreisanteil.
Die Gesundheitseinrichtungen des Rhein-Neckar-Kreises
erhalten Investitionszuschüsse,
denn sie müssen konkurrenzfähig
bleiben und gleichzeitig die Grundversorgung
unserer Einwohner gewährleisten.
Die Stammkapitalanteile sowohl der AVR
GmbH als auch der Stift Sunisheim
gGmbH, die beide Kreisaufgaben erfüllen, müssen
erhöht werden, damit sie den künftigen
Anforderungen gewachsen sind.
Die gemeinsame Tochter der Gesundheitseinrichtungen
GmbH und des Psychiatrischen Zentrums
Nordbaden, die gemeinsam eine Gesundheits-
und Krankenpflegeschule errichten und
betreiben soll, benötigt dazu ein
zinsloses Darlehen.
Allein die Tochterunternehmen des Kreises
haben 2009 einen Finanzmittelbedarf von
7,5 Millionen €.
Nun zum Eigenbetrieb Bau und
Vermögen.
Der Eigenbetrieb sieht Investitionen
in Höhe von 45.9 Millionen € vor,
die zur Erfüllung von Kreisaufgaben
dienen. Der Kreisanteil beläuft
sich dabei auf 20,4 Millionen. Der Rest
wird durch Zuschüsse finanziert.
Um den gestiegenen Bildungsanforderungen
in unserem Berufs- und Sonderschulwesen
gerecht zu werden, sind Mittel
in Höhe von 14 Millionen € notwendig.
Die bessere Bürgerbedienung durch
den Neubau der Außenstelle erfordert
2,7 Millionen €.
Für den Straßenbau, besonders
für den Ausbau der Kernstadtumgehung
Neckargemünd und der Kreisverbindungsstraße
Weinheim-Laudenbach, sind 26,7 Millionen € notwendig.
Zusammenfassung
Die Investitionskraft des Kreises ist
deutlich gestiegen. Denn es werden rund
65 Millionen € für Investitionen,
Investitionszuschüsse und Zuweisungen
an die Gesellschaften des Kreises zur
Verfügung gestellt..
Die Schulden des Kernhaushaltes einschließlich
des Eigenbetriebs werden reduziert. Sie
sinken von 31.12.2007 bis 31.12.2009
um 14,4 Millionen € auf 91,4 Millionen €.
Fasst man die Haushaltsjahre 2007 bis
2009 zusammen, dann
- lag das Jahr 2007 deutlich über
unseren Erwartungen
- verläuft das Jahr 2008
planmäßig und damit mehr
als befriedigend,
- enthalten die Prognosewerte
2009 einen vorsichtigen Optimismus.
Wir stimmen grundsätzlich den Prognosewerten
zu, begrüßen die Senkung der
Kreisumlage und erkennen unsere politischen
Zielsetzungen in den Prognosewerten wieder.
Dem Beschlussvorschlag stimmen wir zu.
CDU-Kreistagsfraktion zu Besuch im Großkraftwerk Mannheim

Auf Einladung der EnBW Regionalzentrum
Nordbaden besuchte die CDU-Kreistagsfraktion
des Rhein-Neckar-Kreises das Großkraftwerk
Mannheim. Freundlich wurde die Delegation,
die aus ca. 20 Kreisrätinnen und
Kreisräten bestand, von den beiden
Vorständen Wolfgang Frey und Karl-Heinz
Czychon und von Herrn Willi Parstorfer,
EnBW- Kommunalbetreuer, empfangen. Nach
einer kurzen Begrüßung
und eines Informationsfilmes machte man
sich gleich auf zur Betriebsbesichtigung.
Eindrucksvoll präsentierte sich
das GKM, welches bereits im Jahre 1921
gegründet wurde. Es ist eines der
größten und modernsten Steinkohlekraftwerke
Deutschlands, welches neben der Strom-
und Fernwärmeerzeugung auch technische
Dienstleistungen, wie z.B. für die
Deutsche Bahn leistet. Hauptaugenmerk
schenkte die Kreistagsfraktion natürlich
dem geplanten Neubau des neuen Blocks
9, dessen geplante Inbetriebnahme im
Jahr 2013 vorgesehen ist. Das 1,2 Mrd.
Euro teure Bauwerk wird mit modernster
Technik ausgestattet, mit dem das GKM
dann auch einen wesentlichen Beitrag
zum Umwelt- und Klimaschutz leisten wird.
Denn Block 9 steht für klima- und
umweltschonende Erzeugung von Strom und
Wärme. „Jedes Jahr werden
somit bis zu 1.000.000 Tonnen CO 2 -Ausstoß weniger
das Resultat sein“, so der Betriebsleiter.
Mit Block 9 ist auch die langfristige
Energieversorgung für Mannheim und
die Region gesichert, teilte der Sprecher
des Unternehmens mit.
Nach dem Rundgang traf man sich zum Abschlussgespräch
im Konferenzraum, um die Informationen
aufzuarbeiten und um das Gesehene Revue
passieren zu lassen. Gegen 18.00 Uhr machte
man sich auf den Heimweg, jedoch nicht
ohne dem GKM viel Erfolg für den geplanten
Block 9 zu wünschen.
Stellungnahme zur Gründung der „Jugendeinrichtung
Stift Sunnisheim GmbH“
Für
die CDU-Kreistagfraktion gab Kreisrat
Martin-Heinrich Bitzel im wesentlichen
folgende Stellungnahme ab:
„Die Trennung und Aufspaltung
der Jugendeinrichtungen zwischen Schloss
Stutensee und Stift Sunnisheim hat sich
bereits vor einiger Zeit angezeigt und
damit auch baulich für beide Einrichtungen
eigenständig entwickelt. Entlang
der Zielvorstellungen der örtlich
zuständigen Kreisjugendämter
und der nahen Stadtjugendämter entwickelten
sich eigene Jugendhilfe-Strukturen zwischen
dem Rhein-Neckar-Kreis und dem Landkreis
Karlsruhe.
Mit dem Kreistagsbeschluss am 15.07.2008
zur Aufspaltung mit der entsprechenden
finanziellen und personellen Auseinandersetzung
aus der ehemaligen Landeswohlfahrtsverbands-Jugendeinrichtung (LWB)
ist eine wichtige Vorentscheidungen zum
heutigen Beschlussvorschlag zur
eigenen „Jugendeinrichtung Stift
Sunnisheim GmbH“ gefallen.
Bereits damals wurde die notwendige
Erhöhung des Stammkapitals auf 250.000
EUR beschlossen und auch in den Haushalt
aufgenommen. Sehr ausführlich werden
in der Vorlage die weiteren notwendigen
Schritte aufgeführt und die zu lösenden
Aufgaben erläutert.
Dies gilt sowohl bei der Geschäftsführung,
bei der Personalübernahme, als auch
bei zukünftigen Baumaßnahmen
unter Beachtung einer optimalen Landesförderung,
der vorhandenen und geplanten Erbbaurechten
und der Vermeidung von zusätzlichen
Steuern und gerade wegen der vorgesehenen
Baumaßnahmen müssen wir jetzt
handeln.
Die CDU-Kreistagsfraktion sieht diese
Entwicklung zur Jugendeinrichtung Stift
Sunnisheim gGmbH als folgerichtig und
sinnvoll für den Landkreis, einschließlich
der 100 %tigen Übernahme an. Basis
dazu ist der neu gefasste dem Kreistag
vorliegende Gesellschaftsvertrag.
Wir brauchen diese Einrichtung und werden
sie in Zukunft noch mehr brauchen.
Nicht nur im Hinblick auf derzeit steigenden
Fallzahlen unterstützen wir den
Zweck und den Gegenstand der zu gründenden
Gesellschaft, nämlich die Förderung
der Erziehung von Kindern und jungen
Erwachsenen durch die Erbringung von
Leistungen im Rahmen des Sozialgesetzbuches
SGB VIII, das heißt u. a. Hilfe
zur Erziehung und Eingliederungshilfe
für seelisch Behinderte.
Anderer Auffassung war die CDU-Fraktion
bei § 10 Abs. 3 des Gesellschaftsvertrages,
wonach für jedes Aufsichtsratsmitglied
ein Vertreter zu wählen ist. Dabei
nehmen wir Bezug auf die Ausführungen
in der Vorlage zu Haftungsfragen. Dies
ist aber für uns keine Prinzipienfrage
und wir haben entsprechend dem Vertragsentwurf
und der Diskussion im Finanz- und Verwaltungsausschuss
Stellvertreter zusätzlich benannt.
Außerdem halten wir die vorgeschlagene
Zahl der Aufsichtsratssitze für
richtig, um allen Fraktionen nach d`Hondt
eine Vertretung im Aufsichtsrat zu ermöglichen.
Die CDU-Kreistagsfraktion stimmt dem Beschlussvorschlag
in allen 5 Punkten zu und wünscht
der vorgeschlagenen weiteren Vorgehensweise
mit dem Landkreis Karlsruhe vollen Erfolg.“
Kreishaushalt 2009 eingehend diskutiert
Die CDU-Kreisrätinnen
und –Kreisräte haben sich
bei einer außerordentlichen Fraktionssitzung
mit dem Haushaltsentwurf 2009 befasst.
Wesentliche Ziele des Arbeitsprogramms
der Faktion spiegeln sich im Haushaltsentwurf
wider, insbesondere: Erfüllung der
Aufgaben bei der Jugend- und Sozialhilfe,
Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur
durch den Ausbau des ÖPNV und den
Straußenbau und Ausbau der Berufs-
und Sonderschulen.
Auch die Höhe der Kreisumlage wurde
diskutiert. Denn bei der letzten Kreistagssitzung
wurde die Frage aufgeworfen, wer erstmals
die Senkung der Kreisumlage ins Gespräch
gebracht hat und dass eine 2 an der 2.
Stelle stehen müsste. Unsere Fraktion
hat sich an diesen Spekulationen nicht
beteiligt, sondern immer darauf hingewiesen,
dass hier die Interessen des Kreises
und der kreisangehörigen Gemeinden
abgewogen werden müssten. In der
Vergangenheit wurde dies auch in schwierigen
finanziellen Situationen immer beachtet
und folgerichtig umgesetzt.
Deshalb beteiligt sich die Fraktion
nicht an dem Spiel, wer bietet die niedrigste
Kreisumlage und wer hat als die ersten
Vorschläge unterbreitet. Denn man
könnte die Kreisumlage neben den
geplanten 2,2 Punkten mindestens um weitere
7 Punkte senken – allerdings müssten
entsprechende Kredite in Höhe von
43,7 Mio. € aufgenommen werden.
Der Haushalt wäre zwar genehmigungsfähig,
aber eine solche Entscheidung wäre
im Hinblick auf künftige Generationen
unverantwortlich.
Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf
vertrat die Auffassung, dass es nicht
entscheidend ist, ob die Kreisumlage
32,9 oder 33,00 Punkte beträgt.
Es geht übrigens dabei um 600.000 € bei
einem Haushaltsvolumen über 500
Millionen €. Entscheidend für
die CDU ist vielmehr die Frage, ob der
Kreis mit der nunmehr einvernehmlich
anvisierten Umlage von 32,9 Punkten seine
Aufgaben erfüllen und Vorsorge für
künftige Entwicklungen betreiben
kann. Dies ist der Fall.
- Denn die vorgesehenen Investitionen
können ohne Kreditaufnahme bewältigt
werden,
- Denn die Verschuldung des
Kreises im Kernhaushalt und im Eigenbetrieb
Bau und Vermögen nimmt um 7
Mio. € auf 91 Mio. € ab.
- Denn
die Rücklage wird nicht
in Angriff genommen.
Errichtung eines sozialpädagogischen Gymnasiums am Standort Wiesloch
Das Kultusministerium
hat neue Standorte für sozialpädagogische
Gymnasien festgelegt, wobei kein Standort
im Rhein-Neckar-Kreis ausgewiesen wurde.
Es ist beabsichtigt, 2009 in einer zweiten
Tranche weitere Standorte für sozialpädagogische
Gymnasien einzurichten. Fraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf und der Sprecher im Ausschuss
für Schulen, Kultur und Soziales
Werner Knopf wiesen darauf hin, dass
ein solches Gymnasium in Wiesloch das
Profil des Schulträgers Rhein-Neckar-Kreis
im Ballungs- und Wirtschaftsraum unserer
Region wesentlich stärken würde.
CDU - Kreistagsfraktion stellte deshalb
den Antrag, ein sozialpädagogisches
Gymnasium am Standort Wiesloch einzurichten.
Denn an hauswirtschaftlichen, sozialpädagogischen
und pflegerischen beruflichen Schulen
werden in Baden-Württemberg 4 verschiedene
Fachrichtungen des 3-jährigen beruflichen
Gymnasiums angeboten. Neben den in allen
berufl. Gymnasien verbindlichen allgemeinen
Fächern gilt Pädagogik und
Psychologie als berufliches Profilfach.
Das Abitur dieser Fachrichtung bietet
die Ausbildungsgrundlage für Sozial-,
Rechts-, Verwaltungswissenschaft und
Pädagogik/Psychologie /Soziologie
sowie den Arbeitsschwerpunkten Sozialpädagogik
(Einrichtungen der Kinder-, Jungend-
und Altenhilfe), Therapie (Logopädie,
Heilpädagogik u. a.), Gerontologie
und des Lehramts. Wiesloch hat mit seiner
zentralen Lage zwischen verschiedenen
Ballungsräumen ideale Voraussetzung,
denn im Berufsschulzentrum bietet sich
die Kooperation z. B. mit dem wirtschaftswissenschaftlichen
Gymnasium in den allgemeinen Fächern an.
Außerdem bestehen im Einzugsbereich
der Schule viele Ausbildungsmöglichkeiten
für diese spezielle Zielgruppe.
Zur Verabschiedung
des Haushalts 2009 gab Fraktionsvorsitzender
Bruno Sauerzapf (Leimen) folgende Stellungnahme
für die CDU-Franktion ab:
Mit solider Finanzpolitik die Zukunft sichern
war und ist die Verpflichtung
unserer Fraktion für künftige
Generationen. Deshalb sind nach wie vor
unsere Aufgaben
- Dienstleistungen optimieren
- Personalkosten begrenzen
- unsere Investitionen an neue Strukturen
und die demografische Entwicklung anpassen
- bei den Investitionen die Folgekosten
berücksichtigen
- unseren Schuldenstand zurückführen
Entwicklungen auf dem internationalen
und nationalen Spielfeld der Spekulanten
hinterlassen auch in der Kommunalpolitik
deutliche Spuren. Das erleben wir jeden
Tag- Uns interessiert aber hauptsächlich
ihre möglichen Auswirkungen auf
die kommunalen Haushalte, insbesondere
auf den Kreishaushalt.
Wir fahren in schwerer
See. Ein Sturm, sogar ein Hurrikan droht.
Wie stark wird er sein? Wie Katrina?
Die ersten Brecher haben bereits die
Gemeinden erreicht. Wir müssen alle
Anstrengungen unternehmen, um diese Gefahren
zu umschiffen oder die Wellen abzureiten
und zu glätten.
Denn durch die Banken- und Finanzkrise
wird das Wirtschaftswachstum statt der
prognostizierten 1,2 % für das kommende
Jahr in Richtung null gehen oder gar
im schlimmsten Fall zu einer Rezession
führen. Dies bleibt für die
Finanzen von Bund, Länder, Kreisen
und Gemeinden nicht ohne Folgen.
So sinken die Steuereinnahmen der öffentlichen
Hand bei einem Rückgang des Wachstums um 1 %
um 10 Milliarden €, davon tragen die Hälfte
der Bund, 35 % die Länder und den Rest, 1 – 2
Milliarden Euro fehlen uns, den Kommunen. Über
den Finanzausgleich nehmen wir an der aktuellen wirtschaftlichen
Entwicklung teil. Dies wird sich künftig mit
sinkenden Steuereinnahmen auswirken.
Die Auswirkungen einer evtl. höheren
Arbeitslosigkeit könnten den Kreishaushalt
unmittelbar belasten. Darauf werden wir
uns einstellen müssen.
Für den Kreishaushalt 2009 ist
dies noch von relativ geringer Bedeutung,
weil die Haupteinnahmequelle Kreisumlage
auf den guten Steuereinnahmen des Jahres
2007 basiert. Auswirkungen auf den Finanzausgleich
und die Grunderwerbsteuer sind absehbar.
2010 werden die Auswirkungen auch noch
relativ gering sein, aber 2011 werden
dann die Steuereinnahmen der Kreisgemeinden
Grundlage für die Berechnung der
Kreisumlage sein.
Für die Gemeinden werden sich allerdings
die Folgen von Steuermindereinnahmen viel schneller,
schon heute, 2008, bemerkbar machen.
Begonnene Maßnahmen müssen
natürlich fortgesetzt und beendet
werden. Bei neuen Maßnahmen müssen
wir allerdings die sich dann abzeichnende
Finanzlage berücksichtigen.
Der Haushaltsentwurf 2009 ist unser
Steuerungsinstrument. Die Haushaltsansätze
sind bereits durch Kreistagsbeschlüsse
vorgeprägt. Der Entwurf 2009 zeigt
ein fast idyllisches Bild
Die Kenndaten sind gut:
- Die geplante Investitionsrate von
45,2 Mio. € ist die höchste,
die jemals in einem Haushaltsentwurf
auswiesen wurde
- Die Finanzierung der Investitionen
erfolgt ohne jegliche Kreditaufnahme.
- Die Verschuldung im Kernhaushalt
und im Eigenbetrieb wird um 7 Mio. € auf
91 Mio. € zurückgeführt.
- Die Effizienzrendite nach dem Verwaltungsreformstrukturgesetz
wird erreicht.
- Die Allgemeine Rücklage wird
nur unwesentlich in Anspruch genommen.
Wesentliche Ziele des Arbeitsprogramms
unserer Faktion spiegeln sich im Haushaltsentwurf
wider:
- Wir erfüllen unsere Aufgaben
bei der Jugend- und Sozialhilfe.
- Wir bauen den Öffentlichen
Nahverkehr aus.
- Wir erhalten und erweitern unsere
Kreisstraßen.
- Mit Neu- und Ausbauten modernisieren
wir unsere Berufs- und Sonderschulen.
Ein Wort zur Höhe der Kreisumlage.
Bei verschiedenen Sitzungen, insbesondere
bei der letzten Sitzung, bei der Feststellung
der Jahresrechnung 2007, ging die Frage
um, wer erstmals die Senkung der Kreisumlage
ins Gespräch gebracht hat und dass
eine 2 in der 2. Stelle stehen müsste.
Unsere Fraktion hat sich an diesen Spekulationen
nicht beteiligt, sondern immer darauf
hingewiesen, dass hier die Interessen
des Kreises und der kreisangehörigen
Gemeinden abzuwägen sind.
In der Vergangenheit haben wir dies in
schwierigen finanziellen Situationen
immer beachtet und folgerichtig umgesetzt.
Deshalb beteiligen wir
uns nicht an dem Spiel, wer bietet die
niedrigste Kreisumlage. Ob nun die Kreisumlage
32,9 oder 33,00 Punkte beträgt,
ist für
uns nicht entscheidend. Es geht übrigens
dabei um 600.000 € bei einem Haushaltsvolumen über
500 Millionen €. Entscheidend für
die CDU ist jedoch die Frage, ob der
Kreis mit der nunmehr einvernehmlich
festgelegten Umlage von 32,9 Punkten
seine Aufgaben erfüllen und Vorsorge
für künftige Entwicklungen
betreiben kann.
Dies ist der Fall. Umlagehöhe, Investitions-
und Kreditpolitik sind kongruent.
Soziale Sicherung
Kernaufgabe des Rhein-Neckar-Kreises
Der Rhein-Neckar-Kreis
gibt mehr als 122 Millionen € für
die Sozialhilfe aus, die uns der Gesetzgeber
auflädt. Wir haben dabei kaum Gestaltungsmöglichkeiten.
Belastend für den
Kreishaushalt sind:
- Die Empfängerzahlen nehmen durch
die demografische Entwicklung zu. Da
wir, Gemeinden und Kreise mit dem Bund
und den Ländern an der Finanzierung
beteiligt sind, müssen wir unseren
Anteil an den daraus resultierenden
finanziellen Auswirkungen tragen.
- Die Eingliederungshilfe beruht
auf dem Auftrag des Grundgesetzes
und ist keineswegs eine kommunale
Selbstverwaltungsaufgabe, sondern
eine gemeinsame Aufgabe von Bund,
Ländern, Kreisen und Gemeinden.
Ihre Kosten steigen ständig
an.
- Das Wohngeldrecht wird novelliert – mit
höheren Kosten
Der Gesetzgeber muss deshalb
endlich die Dynamik der kommunalen Ausgaben
für soziale Leistungen erkennen
und die Kommunen vor finanziellen Überforderungen
schützen.
Einige Ausführungen zu den sozialen
Organisationen. Das Subsidiaritätsprinzip
hat bei uns einen hohen Stellenwert.
Die dort unverzichtbare, zum großen
Teil ehrenamtliche Arbeit, bleibt für
die CDU außerordentlich wichtig.
Deshalb unterstützt der Kreis die
sozialen Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege
und insbesondere die psychologischen
Beratungsstellen.
Dafür haben wir unsere Zuschüsse
erheblich erhöht. Hingegen ist die
Förderung des Rhein-Neckar-Kreises
bei anderen Einrichtungen kaum erhöht.
Die Kosten bei diesen Einrichtungen sind
gestiegen. Wir stellen deshalb den Antrag,
die Fördermaßnahmen des Rhein-Neckar-Kreises
im sozialen Bereich im Hinblick auf Fallzahlen
und Kostenentwicklungen bei den Ligaverbänden
zu überprüfen.
Fazit: Die Aufgabenerfüllung
bei der Sozialhilfe wird für den
Kreis immer schwieriger.
Hohe Bedeutung der Jugendhilfe
Die Bedeutung der Jugendhilfe wächst
unvermindert. Und mit ihr auch die Kosten.
Dies zeigt sich ständig in steigenden
Fallzahlen - in der klassischen Jugendhilfe
von 724 Fällen im Jahre 2000 auf
1289 Fälle im Jahre 2008 - und in
gestiegenen Aufgaben des Jugendamtes
als Wächters über das Wohl
unserer Kinder. Diese Aufgabe beginnt
beim Kleinstkind und setzt sich bis zum
jungen Erwachsenen fort. Der Einsatz
der Jugendhilfe richtet sich in erster
Linie nach staatlichen Vorgaben. Die
gefährdeten Kinder haben einen gesetzlich
verbürgten Anspruch auf Betreuung
durch die Jugendhilfe. Dafür stellt
der Kreis die Finanzmittel zur Verfügung,
voraussichtlich im Jahre 2009 rund 34 Millionen
Euro- knapp 3 Millionen € mehr als
2008 ein. Wir sind sicher, dass bei unserem
Jugendamt diese Mittel für unsere
Jugendlichen und Kinder bestmöglich
und wirtschaftlich eingesetzt werden.
Ebenfalls bedeutend ist die Arbeit der
Verbände und Gruppen innerhalb des
Kreisjugendrings.
Dieses ehrenamtliche Engagement wird
mit 130.000 € gefördert.
Die Mittel für die Erziehungsberatungsstellen,
die von freien Trägern getragen
werden, wurden fraktionsübergreifend
um 80.000 € auf 1.140.000 € erhöht.
Die Kinderbetreuung in den Kindertagesstätten
hat für die CDU hohe Priorität.
Wir müssen die Familien durch Ganztagsbetreuung
und die Betreuung von Kleinkindern unterstützen,
denn:
- die Kinderzahl nimmt ab,
- die Zahl der Alleinerziehenden nimmt
zu,
- wir beugen auf diese Weise der
Gefährdung
von Kindern vor.
Fazit: Das Kreisjugendamt wird
bei den Gemeinden auf die Erfüllung
dieser Aufgabe nachhaltig hinwirken.
Krankenversorgung und Pflege garantieren
Der Rhein-Neckar-Kreis hat vielfältige
Einrichtungen: vier Krankenhäuser
für die Grund- und Regelversorgung,
vier Pflegeheime und drei geriatrische
Reha-Kliniken. Unverzichtbare Meilensteine
der CDU-Gesundheitspolitik sind
- Unsere Einsicht in die neuen
Herausforderungen:
- die Zahl der Menschen über
65 und der Hochbetagten über
80 Jahre nimmt zu,
- die altersbedingten Krankheiten
und die Verweildauer in den Krankenhäusern
steigen, und
- der Betreuungsbedarf wächst
trotz rückläufiger Einwohnerzahl.
- Und unser Bekenntnis zur
- flächendeckenden Versorgung.
- zur weiteren Kooperation
mit niedergelassenen Ärzten,
- zur Erfüllung der
sich aus neuen Behandlungsmethoden
ergebenden Belastung,
- zur Kombination Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen
und Schwerpunktpflegeheimen,
- Zum Bau und Betrieb von Pflegeheimen
vorrangig durch karitative, soziale
und private Organisationen.
Für die Gesundheitseinrichtungen
des Rhein-Neckar-Kreises wurde auf Antrag
der CDU eine gemeinnützige GmbH
eingerichtet, die sich zwischenzeitlich
als Fels in der Brandung gestiegener
Gesundheitskosten erwiesen hat. Geschäftsführung,
Aufsichtsrat und Kreistag reagieren sehr
flexibel auf ständig neue Anforderungen.
Die Verwaltung wurde effizienter, so
können Entscheidungen viel schneller
getroffen werden als früher. Nicht
zuletzt deshalb sind unsere Einrichtungen
konkurrenzfähig und schreiben keine
roten Zahlen.
Fazit: Die Gesundheitseinrichtungen
des Rhein-Neckar-Kreis sind gesund.
Den Weg der Schulen
in die Zukunft ebnen
Bildung ist der wichtigste Rohstoff
für Wirtschaft und Gesellschaft.
Das Bildungssystem entscheidet über
die Lebenschancen und Lebensperspektiven
unserer Kinder und Jugendlichen. Eine
steigende Qualität von Bildung und
Ausbildung ist Voraussetzung dafür,
dass unser Land den immer dynamischer
werdenden gesellschaftlichen, sozialen
und technologischen Wandel bewältigen
kann.
Nur so wird es im europäischen
und weltweiten Wettbewerb der Standorte
bestehen. Dabei wachsen die Anforderungen
- bei sinkender Gesamtbevölkerung
bleibt die Zahl der Berufsschüler
bis 2012 stabil und wird erst danach
sinken
- Die Zahl der Berufsfelder
nimmt zu und die Zahl der Klassen
bleibt gleich.
- Neue Bildungsanforderungen
erfordern zusätzliche Fachräume.
Rund 10.000 Schülerinnen und Schüler
besuchen derzeit die Schulen, für
die wir als Schulträger verantwortlich
sind.
Wir haben in den vergangenen 30 Jahren
rund 100 Millionen € in den Aus-
und Neubau unseren Schulen investiert,
so dass sie ein attraktives Angebot darstellen
mit hervorragenden Lehr- und Lernmöglichkeiten.
Zur weiteren Verbesserung der Möglichkeiten
an unseren Schulen hat die CDU-Fraktion
beantragt, ein sozialpädagogisches
Gymnasium in Wiesloch einzurichten, damit
das Profil des Kreises als Schulträger
weiter gestärkt und dem Bedarf unsers
Wirtschaftsraumes Rechnung getragen wird.
Ebenso positiv stehen wir dem Antrag
der Helen-Keller-Schule Weinheim auf
Einrichtung eines sozialwissenschaftlichen
Gymnasiums und der Neueinrichtung der
Berufsoberschule Fachrichtung Soziales
gegenüber.
Diese Anträge sollten bei der nächsten
Sitzung des Schul- und Kulturausschusses
behandelt werden.
Mit dem Haushalt 2009 werden weitere
Meilensteine gesetzt:
- Für die Martinsschule in Ladenburg,
eine Einrichtung für körper-
und mehrfach behinderte Kinder, deren
Einzugsbereich Kreis- und Landesgrenzen überschreitet,
errichtet der Kreis gerade einen rund
26 Millionen Euro teuren Neubau, um
zusammen mit den Kooperationspartnern
Mannheim und Heidelberg sowie dem hessischen
Kreis Bergstraße, die Kinder
noch besser fördern und betreuen
zu können.
- Mit einem Volumen von über 6,6
Mio. € wird die Hellen-Keller-Schule
in Weinheim erweitert.
Die Ausgaben stehen dafür, dass
der Kreis sein schulisches Angebot ständig
den Anforderungen der Betreuung geistig-,
körper- und mehrfach behinderten
Kindern, den Jugendlichen und der Wirtschaft
anpasst.
Mit großem Erstaunen haben wir
zur Kenntnis genommen, dass an unseren
Berufsschulen des Rhein-Neckar-Kreises
die Ausstattung und die Lehrerversorgung
gravierende Mängel - wie vom Berufsschullehrerverband
geschildert - aufweisen soll. Die CDU-Fraktion
hat für diese Vorwürfe nicht
das geringste Verständnis.
Sie führt ihre Vorbesprechungen
zu den Sitzungen des Schul-, Kultur-
und Sozialausschusses grundsätzlich
in den Schulen des Kreises durch und
informiert sich dort aus erster Hand über
evtl. Probleme.
Bei keinem unserer Gespräche wurden
auch nur annähernd Beschwerden erwähnt,
- wie sie der Regionalvertreter des Berufsschullehrerverbandes
schilderte. Wir weisen nachdrücklich
darauf hin, dass der Kreistag ganz erhebliche
Mittel in zweistelliger Millionenhöhe
für den Ausbau und die Ausstattung
unserer Schulen ausgibt, um optimale
Bedingungen bereit zu stellen.
Für die Lehrerversorgung ist allerdings
das Land zuständig. Neu geschaffene
Stellen können allerdings mangels
Bewerber nicht besetzt werden.
Fazit:
- Die Berufsschulen müssen
weiter gestärkt und ausgebaut
werden.
- Auf neue Herausforderungen
an der beruflichen Ausbildung ist
mit Errichtung neuer Schularten zu
antworten.
- Die Sonderschulen müssen
durch den Neubau der Martinsschule
den neuen Herausforderungen insbesondere
für Mehrfachbehinderte gerecht
werden.
Ehrenamtlicher
Tätigkeit fördern
Ehrenamtliche Tätigkeit genießt
bei der CDU einen hohen Stellenwert.
Ohne ehrenamtliche Tätigkeit gäbe
es wesentlich weniger Aktivitäten
bei den Sport- und den Kulturtreibenden
Vereinen, bei den sozialen Organisationen
und der Feuerwehr sowie im Jugendbereich
schlechthin. Ehrenamtliche Tätigkeit
zu fördern, bleibt für die
CDU außerordentlich wichtig. Deshalb
fördert der Rhein-Neckar-Kreis:
- Soziale Einrichtungen der
Liga der freien Wohlfahrtspflege
(Caritas, Diakonie, Rotes Kreuz und
Deutscher Paritätischer Wohlfahrtsverband)
- Psychologische Beratungsstellen
(Erziehungsberatungsstellen)
- Sportjugend und Sportverbände
und den
- Kreisjugendring
Ganz besonders freuen wir uns darüber,
dass die Fördergelder der Wohlfahrtspflege
um 18.000 Euro zu erhöhen und die Übungsleiterpauschale
bei der Sportförderung für
die Übungsleiter um 25.000 € aufzustocken
im Haushalt 2009 berücksichtigt
werden. Dies ist ein besonderes Zeichen
für die gute Zusammenarbeit mit
Sportkreisen und der Liga der Wohlfahrtsverbände.
Mit der Aufstockung des Budgets kann
mehr geleistet werden. Das Ehrenamt der Übungsleiter
bekommt die notwendige Anerkennung. Wir
danken allen ehrenamtlich Tätigen
in den Sportvereinen sowie in den kulturtreibenden
und sozialen Organisationen.
Fazit: Die ehrenamtliche Tätigkeit
muss weiter gefördert werden.
Intelligente Verkehrsinfrastruktur
realisieren
Wir verbessern ständig unsere Verkehrsinfrastruktur
und passen sie den Erfordernissen unseres
Erholungs- und Wirtschaftsraumes an.
Eine Daueraufgabe. Gefragt sind intelligente
Verkehrssysteme. Das bedingt sowohl den
Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs
als auch einen bedachtsamen überörtlichen
Straßenbau, denn:
- Die Mobilität der
Menschen nimmt zu.
- Der Klimaschutz hat höchste
Priorität.
- Der Nahverkehrsplan und
der Kreisstraßenverkehrsplan
sind umzusetzen.
- Der Öffentliche Personennahverkehr
ist zu optimieren und S-Bahn-Netz
weiter auszubauen.
- Unsere Kreisstraßen
müssen verkehrsgerecht und
- umweltschonend unterhalten
und, wo notwendig, erweitert werden.
Deshalb ist es gut und richtig, im Haushalt
2009 dafür erhebliche Mittel zur
Verfügung zu stellen. Allein der
Förderbeitrag des Kreises zu den
Aufwanddeckungsfehlbeträgen der
Gemeinden beläuft sich auf 2,7 Mio. €.
Für die künftige Entwicklung
jedoch weitaus wichtiger sind die geplanten
Ausbaumaßnahmen der S-Bahn Rhein-Neckar,
der OEG an der Bergstraße, der
Elsenz- und Schwarzbachtalbahn, der Stadtbahn
Heilbronn und der Ausbau des S-Bahn-Haltespunktes
Sinsheim. Hier hat sich die CDU bereits
sehr frühzeitig für eine 50%ige
Förderung ausgesprochen.
Insgesamt werden diese Maßnahmen mit
6,3 Mio. € aus Kreismitteln mitfinanziert.
Dank der mittlerweile durchgeführten
Bündelausschreibungen, besonders
bei den Buslinien, wurden die Aufwanddeckungsfehlbeträge
um 3,6 Mio. € reduziert. Wettbewerb
lohnt sich!
Die Fortschreibung des Nahverkehrsplanes
steht für den nächsten Kreistag
auf der Agenda. Die CDU sieht dabei ihre
Verpflichtung, den ÖPNV nicht nur
zu erhalten, sondern im Interesse der
Menschen in unserer Region weiter auszubauen,
um die bisherigen Erfolge fortzuschreiben.
Einen weiteren Schwerpunkt bildet der
Ausbau der Kreisstraßen. Allein
für ihren Unterhalt stehen 6,5 Mio. € zur
Verfügung. Hinzu kommen Investitionsmaßnahmen
mit den Schwerpunkten Kernstadtumgehung
Neckargemünd und Kreisverbindungsstraße
Weinheim-Hemsbach-Laudenbach, insgesamt
immerhin brutto 29,1 Mio. €, bei
einem Eigenanteil von 12,6 Mio. €.
Fazit: Wir verbessern ständig
unsere Verkehrsinfrastruktur.
Bürgerfreundliche
Abfallwirtschaft erhalten
Die Abfallwirtschaft stellt uns vor
ständig neuen Herausforderungen.
Unsere abfallwirtschaftlichen Ziele sind:
- Gebührenstabilität
und Erhaltung unseres Bürgerservices
- Erwirtschaftung von Deckungsbeiträgen
zur Stabilisierung der Gebühren
aus privatwirtschaftlichen Aktivitäten
der Abfallverwertungsgesellschaft
- Hohe Qualität unseres
Abfuhrsystems
- Erhaltung der bewährten
grünen Tonne plus
- Einstieg in die energetische
Verwertung der Biomasse
Für das Jahr 2009 können wir
zufrieden feststellen, dass durch die
Inanspruchnahme der Gebührenausgleichsrücklage
in Höhe von 2,4 Mio. € unsere
Abfallgebühren auf niedrigem Niveau
gehalten werden.
.
In Sinsheim planen wir den Einstieg in
die Energieerzeugung aus der Verwertung
von Biomasse. Für uns als Kreis
ist es eine Verpflichtung, über
unsere GmbH bei der CO2-Reduzierung eine
aktive Rolle zu übernehmen.
Zudem wird das Eigenkapital unserer
Abfallbeseitigungsgesellschaft mit fünf
Millionen € gestärkt.
Fazit: Unsere Abfallwirtschaft
ist bürgerfreundlich.
Zur Mitgliedschaft im Unesco-Geopark
Die Mitgliedschaft im Unesco-Geopark
wurde in unserer Fraktion sehr kontrovers
diskutiert. Die Befürworter sehen
im Beitritt des Rhein-Neckar-Kreises
eine wesentliche Aufwertung des Parks
und eine weitere Möglichkeit,
die Benachteiligung des ländlichen
Raumes abzumindern. Die Gegner eines
Beitritts sind nicht prinzipiell gegen
den Geopark, sehen jedoch in einem
Beitritt die Öffnung des
Kreises zur Mitgliedschaft in andere
Organisationen, z. B. Rheinauen, die
Mittel in einer Größenordnung
von mehreren 100.000 € jährlich
erfordern könnten. Deshalb kann
ich keine einheitliche Fraktionsmeinung
vortragen.
Jedes Fraktionsmitglied wird wie immer
nach seiner Überzeugung votieren.
Herr Landrat, liebe Kolleginnen und
Kollegen heute verabschiedet der jetzt
amtierende Kreistags zum 5. und letzten
Male den Haushalt. Wenn wir zurückblicken,
können wir eine gute Bilanz vorlegen.
- Die Kreisfinanzen haben sich deutlich
verbessert. Die Talsohle mit höherer
Verschuldung liegt hinter us.
- Bei der Jugend- und Sozialhilfe
erfüllt
der Rhein-Neckar-Kreis seine Verpflichtung
für die nachwachsende Generation
und für die sozial Schwachen.
- Das Gesundheitswesen wurde durch
die Gründung der gGmbH optimiert.
Unsere Krankenhäuser und Pflegeheime
sind patientenfreundlich ausgelegt
und schreiben insgesamt schwarze
Zahlen.
- Das Berufsschulwesen wurde ausgebaut.
Mit dem Neubau der Martinsschule
für
mehrfach Behinderte wurde begonnen.
- Das S-Bahn-System und der nicht
schienengebundene Nahverkehr wurden
durch den Verkehrsverbund optimiert – ein großes
und in diesem Maße nicht erwartetes
Erfolgserlebnis.
- Erhebliche Mittel wurden für
den Straßenbau ausgegeben. Bedeutende
Projekte, wie Kernstadtumgehung Neckargemünd
und Verbindungsstraße Weinheim – Hemsbach – Laudenbach
wurden begonnen.
- Die Abfallwirtschaft wurde bürgerfreundlich
strukturiert.
Den neuen Kreistag erwarten neue Herausforderungen:
- Bei der demografischen Entwicklung
- Bei der aktuellen finanziellen Situation
- Bei den ständig steigenden
Kosten im Sozial- und Jugendhilfebereich
- Bei den sich ständig verändernden
Berufsfeldern und ihren Auswirkungen
für unsere Schulen
- Bei der weiteren Verbesserung des öffentlichen
Personennahverkehr und des Straßenbaus
- Bei den sich ständig ändernden
gesetzlichen Grundlagen für
das Gesundheitswesen und der Abfallwirtschaft
Im Namen der CDU danke ich der Kreisverwaltung
und dem Landrat genauso wie den anderen
Fraktionen des Kreistags für die
gute bis sehr gute Zusammenarbeit zum
das Wohl der Menschen in unserem Kreis.
Wir stimmen dem Haushalt
2009, dem Wirtschaftsplan des Eigenbetriebes „Bau und Vermögen“,
dem Wirtschaftsplan des GRN und dem Haushaltsplan
der Freiherr-von-Ulner’schen-Stiftung
zu. Dazu gibt es keine realistische Alternative.
Herausforderungen annehmen und meistern
Auf dem Seminar für die Kandidaten
für die kommende Kreistagswahl wurden
die Ziele der CDU für die nächsten
5 Jahre abgesteckt. Herausforderungen
annehmen und meistern, dies ist der Leitgedanke
der CDU-Kreistagsfraktion bei der Kreistagswahl
2009, betonte der Fraktionsvorsitzende
Erster Bürgermeister Bruno Sauerzapf
(Leimen).
In den kommenden Jahren gilt
es, als stärkste Kraft im Kreistag
des Rhein-Neckar-Kreises die erfolgreiche
Politik gemeinsam mit den anderen Fraktionen
fortzusetzen. Wie werden wir die Zukunft
des Rhein-Neckar-Kreises gestalten? Welche
Auswirkungen hat die demografische Entwicklung?
Welche Strukturen müssen überdacht
werden? Der neue Kreistag muss Antwort
auf diese Fragen geben. Die künftige
Kreisentwicklung wurde von den Kreisräten
Oskar Schuster (Finanzen), Werner Knopf
(Soziales, Schulen und Kultur), Dr. Wolfgang
Androsch (ÖPNV und Straßenbau),
Bernhard Martin (Gesundheitspolitik),
Hans-Dieter Weis (Abfall- und Wertstoffwirtschaft)
und Roland Schilling (Metropolregion)
vorgetragen, deren Ausführungen
haften Beifall fanden. Folgende Leitsätze
wurden entwickelt:
Es gilt die finanzielle Leistungskraft
des Kreises zu erhalten, die Mobilität
zu stärken, die S – Bahn insbesondere
mit dem Neubau der Strecken Elsenz- und
Schwarzbachtal und entlang der Bergstraße
auszubauen und mit dem Straßennetz
den Wirtschaftsstandort Rhein-Neckar
zu stärken.
Den Menschen zu helfen,
Kinder und Jugendliche zu schützen,
ist traditionelle Aufgabe des Kreises.
Besonders wichtig ist es, die Berufsschulen
zu stärken und 10.000 Schülerinnen
und Schülern Zukunft zu geben.
Neue Wege werden beschritten mit einem Biomassenkraftwerk
gilt es, das Wertstoffe energetisch verwertet.
Durch Förderung der Sport- und Kulturvereine
und der sozialen Organisationen wird
das Ehrenamt unterstützt. In 4 Krankenhäusern,
4 Pflegeheimen und 3 Rehabilitationseinrichtungen
ist es oberstes Gebot, Gesundheit und
Lebensqualität zu erhalten bzw.
wieder herzustellen.
Die CDU – Kreistagsfraktion
hat deshalb ein besonderes Arbeitsprogramm
für
die nächsten 5 Jahre formuliert, denn „im
Kreis ist es wichtig, Arbeit für den
Menschen in unserer Region zu leisten“,
so formulierte es abschließend Fraktionsvorsitzender
Sauerzapf.
Die CDU garantiert Finanzpolitik
Nach wie
vor ist eine gute Finanzpolitik ist
Grundlage für alle künftigen
Entwicklungen. Dies muss auch
in finanziell und wirtschaftlich
schwierigen Situationen beachtet
werden. Krisen sind Herausforderungen,
die bewältigt werden müssen.
Diesen Herausforderungen stellen
sich die Bewerberinnen und Bewerber
der CDU für ein Kreistagsmandat,
betonte der Vorsitzende Bruno Sauerzapf.
In der letzten Wahlperiode ist es gelungen,
gemeinsam mit den anderen Fraktionen.
ist es gelungen, die Finanzen stabil
zu halten, Wert wurde immer auf die Erfüllung
der Kreisaufgaben (Sozial- und Jugendhilfe,
Berufs- und Sonderschulen, Krankenhausversorgung,
Abfallwirtschaft, Öffentlicher Personennahverkehr
und Kreisstraßenbau). 2008 und
2009 wurde und wird die Verschuldung
reduziert. Eine stolze Leistungsbilanz,
so Bruno Sauerzapf.
Hauptaufgabe der nächsten Amtsperiode
ist die Sicherung der Aufgabenerfüllung
durch solide Finanzpolitik. Deshalb müssen
die Dienstleistungen in den Einrichtungen
des Rhein-Neckar-Kreises optimiert, die
Investitionstätigkeit an die demografische
Entwicklung anpasst, die Folgekosten bei
den Investitionen abgeschätzt und
die Verschuldung zurückgeführt
werden. Dafür garantieren die CDU – Kandidatinnen
und Kandidaten.
Kreistagswahl 2009 - Herausforderungen meistern
Kreistagswahl 2009 – Herausforderungen
meistern, dies ist der Leitgedanke der
CDU-Kreistagsfraktion bei der Kreistagswahl
2009, betonte der Fraktionsvorsitzende
Erster Bürgermeister Bruno Sauerzapf
(Leimen). In den kommenden Jahren gilt
es, als stärkste Kraft im Kreistag
des Rhein-Neckar-Kreises die erfolgreiche
Politik gemeinsam mit den anderen Fraktionen
fortzusetzen. Der Rhein-Neckar-Kreis
ist solide finanziert.
Zukunft geben – Berufs-
und Sonderschulen stärken
Wichtigstes
Anliegen für die CDU
ist, Kindern und Jugendlichen Zukunft
zu geben. Das Bildungssystem entscheidet über
ihre Lebenschancen und Lebensperspektiven.
Dafür stellt der Rhein-Neckar-Kreis
attraktive Berufs- und Sonderschulen
für 10.000 Schülerinnen und
Schülern mit Klassenzimmern, Fachräumen
und Werkstätten auf hohem Standard
zur Verfügung. Die Berufsfelder
nehmen immer mehr zu. Neue Bildungsanforderungen
erfordern zusätzliche Fachräume.
Die Behinderten bedürfen besonderer
Fürsorge. Deshalb müssen die
Berufsschulen (in Sinsheim, Weinheim,
Wiesloch und Schwetzingen) und die Sonderschulen
(Neubau der Martinsschule in Ladenburg,
Sanierung der Maria-Montessori-Schule/Kindergarten
in Weinheim) weiter gestärkt und
ausgebaut, um den neuen Herausforderungen
sowohl für Berufsschüler als
auch für Behinderte und Mehrfachbehinderte
gerecht zu werden.
Lebensqualität erhalten – Gesundheit
wiederherstellen
Die von der
CDU – Kreistagsfraktion
initiierte gemeinnützige GmbH mit
der Zusammenfassung aller Gesundheitseinrichtungen
unter einem Dach hat sich überaus
bewährt. Die CDU bekennt sich zur
flächendeckenden Versorgung und
wird den Weg der Kooperation mit den
niedergelassenen Ärzten weitergehen.
Neue Behandlungsmethoden erfordern zusätzliche
Anforderungen an die Krankenhäuser.
Deshalb sind unsere Krankenhäuser,
Pflegeheime und Rehabilitationskliniken
(in Weinheim, Sinsheim, Schwetzingen,
Wiesloch) weiter patientengerecht zu
entwickeln.
Mobilität und Wirtschaftsstandort
Rhein-Neckar stärken – S-Bahn
und Straßen ausbauen
Die Verkehrsinfrastruktur muss stets
verbessert werden. Die Mobilität
der Menschen nimmt zu, insbesondere Jugendliche
und Senioren benutzen verstärkt
die öffentlichen Verkehrsmittel.
Das bedingt sowohl den Ausbau des öffentlichen
Personennahverkehrs (S-Bahn-Netz im Elsenz-
und Schwarzbachtal und der Bergstraße)
- als auch einen bedachtsamen überörtlichen
Straßenbau (Kernstadtumgehung Neckargemünd,
Verbindungsstraße Weinheim – Hemsbach – Laudenbach).
Der Wirtschaftstandort Rhein-Neckar erfordert
ein leistungsfähiges überörtliches
Straßennetz.
Menschen helfen – Kinder
und Jugendliche fördern
Menschen in Not zu helfen, ist traditionelle
Kreisaufgabe. Der Rhein-Neckar-Kreis
trägt die Kosten der Sozialhilfe
von über 134 Millionen €. Die
Höhe der Leistungen der Sozialhilfe
bestimmt der Bundestag. fremdbestimmt.
Es kann und darf nicht sein, dass immer
mehr Lasten den Kreisen und Gemeinden
aufgebürdet werden. Dies muss geändert
werden. Die Lasten müssen von Bund,
Land und Kreisen gemeinsam mit vertretbaren
Anteilen getragen werden. Kinder und
Jugendliche schützen und fördern
ist ebenso Kreisaufgabe. Die Jugendhilfe
nimmt mit einem Volumen von 34 Millionen € einen
breiten Raum ein. Präventive Maßnahmen,
wie Jugendsozialarbeit und Schulsozialarbeit,
haben absoluten Vorrang vor der Heimunterbringung.
Ehrenamtliche Tätigkeit der Vereine
in der Jugendarbeit zu fördern,
ist nach wie vor für die CDU außerordentlich
wichtig.
Abfälle – Umwelt
und Energie – Wertstoffe
stofflich und thermisch verwerten
Die
Abfallwirtschaft stellt uns vor neue
Herausforderungen. Wir müssen
Gebührenstabilität
und Bürgerservice erhalten, Abfälle
stofflich und thermisch verwerten,
die Qualität unseres Abfuhrsystems
und die bewährte grüne Tonne
plus erhalten. Der Kreis muss mit seinen
Einrichtungen zu einer Verringerung der
Kohlendioxidbelastung einsetzen. Dies gilt
sowohl für die energetische Modernisierung
der kreiseigenen Liegenschaften, die Nutzung
der Solar- und Photovoltaikanlagen als
auch für den Bau eines Biomassekraftwerks
zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe und
von Altholz. . Der Rhein-Neckar-Kreis hat
großflächige Natur- und Landschaftsschutzgebiete.
41,3 % seiner Fläche sind unter Schutz
gestellt. Diese naturräumlichen Gebiete
gilt es weiter zu entwickeln. Die CDU-Kreistagsfraktion
wird sich im Verband „Region Rhein-Neckar
für die deutliche Verringerung des
Landschaftsverbrauches einsetzen.
„Anpfiff ins Leben“ –ein Leitbild ganzheitlicher Nachwuchsförderung
Die Mitglieder der CDU-Fraktion
trafen sich zur Vorbereitung einer Sitzung
des Jugendhilfeausschusses im Dietmar-Hopp-Jugendförderzentrum
in Walldorf. Stefanie Ullrich und Theo
Streu stellten dabei die Räumlichkeiten
und die Konzeption „Anpfiff ins
Leben“ vor, das sich ganzheitlich
um sportbegeisterte Jugendliche in den
Bereichen Schule, Beruf, Soziales und
um die sportliche Weiterentwicklung kümmert.
Umfangreiche Kooperationen mit Schulen,
Universitäten und Hochschulen
sowie die Zusammenarbeit mit Verbänden
und Vereinen aus dem Sport , aus dem
sozialen Sektor und der Industrie stellen
sicher, dass die Jugendlichen nicht
nur auf den Sport, sondern auch auf
ihr späteres Leben vorbereitet
werden. Der Zugewinn an sozialer Kompetenz
steht mit an erster Stelle auf dem
Spielfeld, aber auch in der Schule,
im späteren Berufsleben und im
privaten Umfeld. “Anpfiff ins
Leben“ will die Anlagen der Jugendlichen
weiterentwickeln, aber auch Leistungen
einfordern und Verbindlichkeiten für
vereinbarte Ziele fordern. Die Förderung
will natürlich Talente hervorbringen,
aber ebenso wichtig ist die Teilnahme
möglichst vieler junger Menschen
an den vielfältigen Angeboten.
Kreisrat Martin Heinrich
Bitzel, Hirschberg dankte namens der
CDU-Fraktion und des AK Jugendhilfe Stefanie
Ullrich und Theo Streu für die Vorstellung
einer Jugendförderung, die Soziales,
Schule, Beruf und Sport in idealer Weise
verbindet. Die Dietmar-Hopp-Stiftung
bietet in der Metropolregion Rhein-Neckar
zurzeit an sechs Standorten diese außergewöhnliche
Jugendförderung an, und das alles
ohne öffentliche Mittel, nur mit
Hilfe eines privaten Sponsors und engagierter
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Bitzel dankte besonders Kreisrat Manfred
Helm, Walldorf für die Vermittlung
zum Förderstützpunkt Jugendsport
e.V. in Walldorf. Er erinnerte daran,
dass Manfred Helm für den nächsten
Kreistag nicht mehr kandidiert und damit
auch aus dem Jugendhilfeausschuss des
Landkreises ausscheidet. Mit einem Weinpräsent
wurde Manfred Helm für seine jahrzehntelange
Arbeit im Jugendhilfeausschuss, die sicher
noch lange Zeit nachwirkt unter dem Beifall
der Ausschussmitglieder gedankt.
Die Tagesordnung
der kommenden JHA-Sitzung wurde ausführlich
im Anschluß vorberaten,
darunter viele Kenntnisnahmen von neuen
Gesetzen aber auch Tätigkeitsberichte
der Erziehungsberatungsstellen, Interkulturelle
Lernbegleiter, das Perinatale Präventionsnetz,
die Gewährung von Geldleistungen für
Kinder in der Kindertagespflege, sowie
Vollzeitpflege nach SGB VIII.
Perspektiven 2009 - Rechenschaftsbericht vom Kreisparteitag am 27. Juni 2009
Die Ausgangssituation
der Kreistagswahl 2009 war durch
die bundespolitisch bedinge Großwettlage
sehr schwierig. Die Kreistagswahl hat
nicht das von uns gewünschte Ergebnis
gebracht. Bei den Kreistagswahlen 1999
und 2004 haben wir herausragende Ergebnisse
erzielt (Opposition der CDU im Bundestag).
Wir haben von 45 Mandaten 7 eingebüßt
und sind auf das Ergebnis der Wahl 1994,
bei dem wir ebenfalls 38 Mandate erreicht
hatten, zurückgefallen. Allerdings
sind wir nach wie vor mit 38 Mandaten
die weitaus stärkste Kraft im Kreistag.
Die SPD hat 24 Mandate, die FWV 17, die
Grünen 12, die FDP 9 und DIE LINKE
3 Mandate erzielt.

Unsere Leistungsbilanz – Unsere
künftigen Aufgaben
Mit solider
Finanzpolitik die Zukunft sichern
war und ist die Verpflichtung
unserer Fraktion für künftige
Generationen. Deshalb sind nach wie vor
unsere Aufgaben
- Dienstleistungen optimieren,
- Personalkosten begrenzen,
- unsere Investitionen an neue Strukturen
und die demografische Entwicklung anpassen,
- bei den Investitionen die Folgekosten
berücksichtigen,
- unseren Schuldenstand zurückführen.
Dank großer finanzieller Disziplin
und einer Reihe von Einschnitten ist
es gelungen, die Finanzen stabil zu halten,
2008 und 2009 wird die Verschuldung abgebaut.
Bei der Kreisumlage ist es gelungen,
stets die Leistungsfähigkeit der
Gemeinden mit dem Finanzbedarf des Kreises
in Einklang zu bringen. Der Kreis finanziert
keine Prestigeobjekte, sondern als Faustregel
lässt sich sagen, dass die Kreisumlage
nur die Aufwendungen der Sozial- und
Jugendhilfe für die Menschen in
den Gemeinden deckt.
Entwicklungen auf dem internationalen
und nationalen Spielfeld der Spekulanten
hinterlassen in der Kommunalpolitik deutliche
Spuren. Das erleben wir jeden Tag. Uns
interessieren hauptsächlich ihre
möglichen Auswirkungen auf die kommunalen
Haushalte, insbesondere auf den Kreishaushalt.
Wir fahren in schwerer
See. Ein Sturm, sogar ein Hurrikan droht.
Wie stark wird er sein? Wie Katrina?
Die ersten Brecher haben bereits die
Gemeinden erreicht. Wir müssen alle
Anstrengungen unternehmen, um diese Gefahren
zu umschiffen oder die Wellen abzureiten
und zu glätten.
Denn durch die Banken-
und Finanzkrise ist kein Wirtschaftswachstum
mehr vorhanden, vielmehr haben wir eine
Rezession. Dies bleibt für die Finanzen
von Bund, Länder, Kreisen und Gemeinden
nicht ohne Folgen. Über den Finanzausgleich
nehmen wir an der aktuellen wirtschaftlichen
Entwicklung teil. Dies zeigt sich bei
den sinkenden Steuereinnahmen. Die Auswirkungen
einer evtl. höheren Arbeitslosigkeit
könnten den Kreishaushalt unmittelbar
belasten. Darauf werden wir uns einstellen
müssen.
Für den Kreishaushalt
2009 ist dies noch von relativ geringer
Bedeutung, weil die Haupteinnahmequelle
Kreisumlage auf den guten Steuereinnahmen
des Jahres 2007 basiert. Auswirkungen
auf den Finanzausgleich und die Grunderwerbsteuer
sind absehbar. Der 1. Budgetbericht des
Rhein-Neckar-Kreises signalisiert ein
Defizit von knapp 7 Millionen €,
was derzeit durch eine Rücklagenentnahme
ausgeglichen werden kann. 2010 werden
die Auswirkungen auch noch relativ gering
sein, aber 2011 werden dann die Steuereinnahmen
der Kreisgemeinden Grundlage für
die Berechnung der Kreisumlage sein.
Für die Gemeinden haben sich die
Folgen von Steuermindereinnahmen bereits
ausgewirkt. Begonnene Maßnahmen
müssen natürlich fortgesetzt
und beendet werden. Bei neuen Maßnahmen
müssen wir allerdings die sich dann
abzeichnende Finanzlage berücksichtigen.
Wesentliche Ziele des Arbeitsprogramms
unserer Faktion spiegeln sich im Haushalt
2009 wider:
- Wir erfüllen unsere Aufgaben
bei der Jugend- und Sozialhilfe.
- Wir bauen den Öffentlichen
Nahverkehr aus.
- Wir erhalten und erweitern unsere
Kreisstraßen.
- Mit Neu- und Ausbauten modernisieren
wir unsere Berufs- und Sonderschulen.
Soziale Sicherung
Kernaufgabe des Rhein-Neckar-Kreises
Der Rhein-Neckar-Kreis
gibt mehr als 122 Millionen € für
die Sozialhilfe aus, die uns der Gesetzgeber
auflädt. Wir haben dabei kaum Gestaltungsmöglichkeiten.
Belastend für den
Kreishaushalt sind:
- Die Empfängerzahlen nehmen durch
die demografische Entwicklung zu. Da
wir, Gemeinden und Kreise mit dem Bund
und den Ländern an der Finanzierung
beteiligt sind, müssen wir unseren
Anteil an den daraus resultierenden
finanziellen Auswirkungen tragen.
- Die Eingliederungshilfe beruht auf
dem Auftrag des Grundgesetzes und ist
keineswegs eine kommunale Selbstverwaltungsaufgabe,
sondern eine gemeinsame Aufgabe von
Bund, Ländern, Kreisen und Gemeinden.
Ihre Kosten steigen ständig an.
- Das Wohngeldrecht wird novelliert – mit
höheren Kosten
Der Gesetzgeber muss deshalb
endlich die Dynamik der kommunalen Ausgaben
für soziale Leistungen erkennen
und die Kommunen vor finanziellen Überforderungen
schützen.
Das Subsidiaritätsprinzip
hat bei uns einen hohen Stellenwert.
Die dort unverzichtbare, zum großen
Teil ehrenamtliche Arbeit, bleibt für
die CDU außerordentlich wichtig.
Deshalb unterstützt der Kreis die
sozialen Einrichtungen der freien Wohlfahrtspflege
und insbesondere die psychologischen
Beratungsstellen. .
Fazit: Die Aufgabenerfüllung
bei der Soziahilfe wird für den
Kreis immer schwieriger.
Hohe Bedeutung
der Jugendhilfe
Die Bedeutung der Jugendhilfe
wächst unvermindert. Und mit ihr
auch die Kosten. Dies zeigt sich ständig
in steigenden Fallzahlen - in der klassischen
Jugendhilfe von 724 Fällen im Jahre
2000 auf 1289 Fälle im Jahre 2008
- und in gestiegenen Aufgaben des Jugendamtes
als Wächters über das Wohl
unserer Kinder. Diese Aufgabe beginnt
beim Kleinstkind und setzt sich bis zum
jungen Erwachsenen fort. Der Einsatz
der Jugendhilfe richtet sich in erster
Linie nach staatlichen Vorgaben. Die
gefährdeten Kinder haben einen gesetzlich
verbürgten Anspruch auf Betreuung
durch die Jugendhilfe. Dafür stellt
der Kreis die Finanzmittel zur Verfügung,
voraussichtlich im Jahre 2009 rund 34 Millionen
Euro ein. Wir sind sicher, dass bei unserem
Jugendamt diese Mittel für unsere
Jugendlichen und Kinder bestmöglich
und wirtschaftlich eingesetzt werden.
Ebenfalls bedeutend ist die Arbeit der
Verbände und Gruppen innerhalb des
Kreisjugendrings. Dieses ehrenamtliche
Engagement wird mit 130.000 € gefördert.
Die Mittel für die Erziehungsberatungsstellen,
die von freien Trägern getragen
werden, wurden um 80.000 € auf 1.140.000 € erhöht.
Die Kinderbetreuung in
den Kindertagesstätten hat für
die CDU hohe Priorität. Wir müssen
die Familie durch Ganztagsbetreuung und
die Betreuung von Kleinkindern unterstützen,
denn die Kinderzahl nimmt zwar ab, die
Zahl der Alleinerziehenden nimmt jedoch
zu.
Fazit: Das Kreisjugendamt
wird bei den Gemeinden auf die Erfüllung
dieser Aufgabe nachhaltig hinwirken.
Krankenversorgung
und Pflege garantieren
Der Rhein-Neckar-Kreis
hat vielfältige Einrichtungen: vier
Krankenhäuser für die Grund-
und Regelversorgung, vier Pflegeheime
und drei geriatrische Reha-Kliniken.
Die Ausgangsbedingungen sind:
- Die Zahl der Menschen über 65
und der Hochbetagten über 80 Jahre
nimmt zu,
- Die altersbedingten Krankheiten und
die Verweildauer in den Krankenhäusern
steigen.
- Der Betreuungsbedarf wächst
trotz rückläufiger Einwohnerzahl.
Unverzichtbare Meilenstein
der CDU-Gesundheitspolitik ist unser
Bekenntnis
- zur flächendeckenden Versorgung,
- zur weiteren Kooperation mit niedergelassenen Ärzten,
- zur Erfüllung der sich aus neuen
Behandlungsmethoden ergebenden Belastung,
- zur Kombination Krankenhäuser, Reha-Einrichtungen
und Schwerpunktpflegeheimen,
- zum Bau und Betrieb von Pflegeheimen
vorrangig durch karitative, soziale
und private Organisationen.
Für die Gesundheitseinrichtungen
des Rhein-Neckar-Kreises wurde auf Antrag
der CDU eine gemeinnützige GmbH
eingerichtet, die sich zwischenzeitlich
als Fels in der Brandung gestiegener
Gesundheitskosten erwiesen hat. Geschäftsführung,
Aufsichtsrat und Kreistag reagieren sehr
flexibel auf ständig neue Anforderungen.
Die Verwaltung wurde effizienter, so
können Entscheidungen viel schneller
getroffen werden als früher. Nicht
zuletzt deshalb sind unsere Einrichtungen
konkurrenzfähig und schreiben keine
roten Zahlen.
Fazit: Die Gesundheitseinrichtungen
des Rhein-Neckar-Kreis sind gesund.
Den Weg der
Schulen in die Zukunft ebnen
Bildung ist der wichtigste
Rohstoff für Wirtschaft und Gesellschaft.
Das Bildungssystem entscheidet über
die Lebenschancen und Lebensperspektiven
unserer Kinder und Jugendlichen. Eine
steigende Qualität von Bildung und
Ausbildung ist Voraussetzung dafür,
dass unser Land den immer dynamischer
werdenden gesellschaftlichen, sozialen
und technologischen Wandel bewältigen
kann.
Nur so wird es im europäischen
und weltweiten Wettbewerb der Standorte
bestehen. Dabei wachsen die Anforderungen
- bei sinkender Gesamtbevölkerung
bleibt die Zahl der Berufsschüler
bis 2012 stabil und wird erst danach
sinken.
- Die Zahl der Berufsfelder nimmt zu
und die Zahl der Klassen bleibt gleich.
- Neue Bildungsanforderungen erfordern
zusätzliche Fachräume.
Rund 10.000 Schülerinnen
und Schüler besuchen derzeit die
Schulen, für die wir als Schulträger
verantwortlich sind. Wir haben in den
vergangenen 30 Jahren rund 100 Millionen € in
den Aus- und Neubau unseren Schulen investiert,
so dass sie ein attraktives Angebot darstellen
mit hervorragenden Lehr- und Lernmöglichkeiten.
Immer wieder bemühen sich die Schulen
und der Kreis auch um die Einrichtung
neuer Schularten. Zur weiteren Verbesserung
der Möglichkeiten an unseren Schulen
hat die CDU-Fraktion beantragt, ein sozialpädagogisches
Gymnasium in Wiesloch einzurichten, damit
das Profil des Kreises als Schulträger
weiter gestärkt und dem Bedarf unsers
Wirtschaftsraumes Rechnung getragen wird.
Ebenso positiv stehen wir dem Antrag
der Helen-Keller-Schule Weinheim auf
Einrichtung eines sozialwissenschaftlichen
Gymnasiums und der Neueinrichtung der
Berufsoberschule Fachrichtung Soziales
gegenüber.
Für die Martinsschule
in Ladenburg, eine Einrichtung für
körper- und mehrfach behinderte
Kinder, deren Einzugsbereich Kreis- und
Landesgrenzen überschreitet, errichtet
der Kreis gerade einen rund 26 Millionen
Euro teuren Neubau, um zusammen mit den
Kooperationspartnern Mannheim und Heidelberg
sowie dem hessischen Kreis Bergstraße,
die Kinder noch besser fördern und
betreuen zu können. Mit einem Volumen
von über 6,6 Mio. € wird die
Hellen-Keller-Schule in Weinheim erweitert.
Die Ausgaben stehen dafür,
dass der Kreis sein schulisches Angebot
ständig den Anforderungen der Betreuung
geistig-, körper- und mehrfach behinderten
Kindern, den Jugendlichen und der Wirtschaft
anpasst.
Fazit:
- Die Berufsschulen müssen
weiter gestärkt und ausgebaut
werden.
- Auf neue Herausforderungen
an der beruflichen Ausbildung ist
mit Errichtung neuer Schularten zu
antworten.
- Die Sonderschulen müssen
durch den Neubau der Martinsschule
den neuen Herausforderungen insbesondere
für Mehrfachbehinderte gerecht
werden.
Ehrenamtlicher
Tätigkeit fördern
Ehrenamtliche Tätigkeit
genießt bei der CDU einen hohen
Stellenwert. Ohne ehrenamtliche Tätigkeit
gäbe es wesentlich weniger Aktivitäten
bei den Sport- und den Kulturtreibenden
Vereinen, bei den sozialen Organisationen
und der Feuerwehr sowie im Jugendbereich
schlechthin. Ehrenamtliche Tätigkeit
zu fördern, bleibt für die
CDU außerordentlich wichtig. Deshalb
fördert der Rhein-Neckar-Kreis:
- Soziale Einrichtungen der Liga der
freien Wohlfahrtspflege (Caritas, Diakonie,
Rotes Kreuz und Deutscher Paritätischer
Wohlfahrtsverband)
- Psychologische Beratungsstellen (Erziehungsberatungsstellen)
- Sportjugend und Sportverbände
und den
- Kreisjugendring
Fazit: Die ehrenamtliche
Tätigkeit muss weiter gefördert
werden.
Intelligente
Verkehrsinfrastruktur realisieren
Wir verbessern ständig
unsere Verkehrsinfrastruktur und passen
sie den Erfordernissen unseres Erholungs-
und Wirtschaftsraumes an. Eine Daueraufgabe.
Gefragt sind intelligente Verkehrssysteme.
Das bedingt sowohl den Ausbau des öffentlichen
Personennahverkehrs als auch einen bedachtsamen überörtlichen
Straßenbau, denn:
- Die Mobilität der Menschen nimmt
zu.
- Der Klimaschutz hat höchste
Priorität.
- Der Nahverkehrsplan und der Kreisstraßenverkehrsplan
sind umzusetzen.
- Der Öffentliche Personennahverkehr
ist zu optimieren und S-Bahn-Netz weiter
auszubauen.
- Unsere Kreisstraßen müssen
verkehrsgerecht und umweltschonend
unterhalten und, wo notwendig, erweitert
werden.
Deshalb ist es gut und
richtig, im Haushalt 2009 dafür
erhebliche Mittel zur Verfügung
zu stellen. Allein der Förderbeitrag
des Kreises zu den Aufwanddeckungsfehlbeträgen
der Gemeinden beläuft sich auf 2,7
Mio. €. Für die künftige
Entwicklung jedoch weitaus wichtiger
sind die geplanten Ausbaumaßnahmen
der S-Bahn Rhein-Neckar, der OEG an der
Bergstraße, der Elsenz- und Schwarzbachtalbahn,
der Stadtbahn Heilbronn und der Ausbau
des S-Bahn-Haltespunktes Sinsheim. Hier
hat sich die CDU bereits sehr frühzeitig
für eine 50%ige Förderung ausgesprochen.
Insgesamt werden diese Maßnahmen
mit 6,3 Mio. € aus Kreismitteln
mitfinanziert. Dank der mittlerweile
durchgeführten Bündelausschreibungen,
besonders bei den Buslinien, wurden die
Aufwanddeckungsfehlbeträge um 3,6
Mio. € reduziert. Wettbewerb lohnt
sich!
Die Fortschreibung des
Nahverkehrsplanes steht für den
nächsten Kreistag auf der Agenda.
Die CDU sieht dabei ihre Verpflichtung,
den ÖPNV nicht nur zu erhalten,
sondern im Interesse der Menschen in
unserer Region weiter auszubauen, um
die bisherigen Erfolge fortzuschreiben.
Einen weiteren Schwerpunkt
bildet der Ausbau der Kreisstraßen.
Allein für ihren Unterhalt stehen
6,5 Mio. € zur Verfügung.
Hinzu kommen Investitionsmaßnahmen
mit den Schwerpunkten Kernstadtumgehung
Neckargemünd und Kreisverbindungsstraße
Weinheim-Hemsbach-Laudenbach, insgesamt
immerhin brutto 29,1 Mio. €, bei
einem Eigenanteil von 12,6 Mio. €.
Fazit: Wir verbessern
ständig unsere Verkehrsinfrastruktur.
Bürgerfreundliche
Abfallwirtschaft erhalten
Die Abfallwirtschaft stellt
uns vor ständig neuen Herausforderungen.
Unsere abfallwirtschaftlichen Ziele sind:
- Gebührenstabilität und
Erhaltung unseres Bürgerservices
- Erwirtschaftung von Deckungsbeiträgen
zur Stabilisierung der Gebühren
aus privatwirtschaftlichen Aktivitäten
der Abfallverwertungsgesellschaft
- Hohe Qualität unseres Abfuhrsystems
- Erhaltung der bewährten grünen
Tonne plus
- Einstieg in die energetische Verwertung
der Biomasse
In Sinsheim planen wir
den Einstieg in die Energieerzeugung
aus der Verwertung von Biomasse. Für
uns als Kreis ist es eine Verpflichtung, über
unsere GmbH bei der CO2-Reduzierung eine
aktive Rolle zu übernehmen.
Fazit: Unsere Abfallwirtschaft
ist bürger- und umweltfreundlich.
Gute Bilanz
in der letzten Wahlperiode
Wenn wir zurückblicken,
können wir eine gute Bilanz vorlegen.
- Die Kreisfinanzen haben sich stabilisiert
und deutlich verbessert.
- Bei der Jugend- und Sozialhilfe erfüllt
der Rhein-Neckar-Kreis seine Verpflichtung
für die nachwachsende Generation
und für die sozial Schwachen.
- Das Gesundheitswesen wurde durch
die Gründung der gGmbH optimiert.
Unsere Krankenhäuser und Pflegeheime
sind patientenfreundlich ausgelegt
und schreiben insgesamt schwarze Zahlen.
- Das Berufsschulwesen wurde ausgebaut.
Mit dem Neubau der Martinsschule für
mehrfach Behinderte wurde begonnen.
- Das S-Bahn-System und der nicht schienengebundene
Nahverkehr wurden durch den Verkehrsverbund
optimiert – ein großes
und in diesem Maße nicht erwartetes
Erfolgserlebnis.
- Erhebliche Mittel wurden für
den Straßenbau ausgegeben. Bedeutende
Projekte, wie Kernstadtumgehung Neckargemünd
und Verbindungsstraße Weinheim – Hemsbach – Laudenbach
wurden begonnen.
- Die Abfallwirtschaft wurde bürgerfreundlich
strukturiert.
Den neuen Kreistag erwarten
neue Herausforderungen bei:
- der demografischen Entwicklung,
- der aktuellen finanziellen Situation,
- den ständig steigenden Kosten
im Sozial- und Jugendhilfebereich,
- den sich ständig verändernden
Berufsfeldern und ihren Auswirkungen
für unsere Schulen,
- der weiteren Verbesserung des öffentlichen
Personennahverkehr und des Straßenbaus,
- den sich ständig ändernden
gesetzlichen Grundlagen für das
Gesundheitswesen und der Abfallwirtschaft.
Ich bin sicher, dass wir mit den neu- und
wiedergewählten Kreisrätinnen
und Kreisräten wesentlich dazu beitragen
werden, dass auch künftig das Kreisschiff
sicher über Untiefen hinweg, Klippen
umschifft und trotz stürmischer See
geführt werden kann damit der Kreis
seine Aufgaben erfüllt. Zum Wohle
der Menschen in unserer Region.
Bruno Sauerzapf als CDU-Fraktionsvorsitzender einstimmig wiedergewählt
Die CDU-Kreisrätinnen
und -Kreisräte bestätigten
bei der konstituierenden Sitzung der
Fraktion ihren langjährigen Vorsitzenden
erneut einstimmig als 1. Vorsitzenden.
Stellv. Vorsitzende sind Horst Althoff,
Neckargemünd (Verwaltung und Finanzen).
Frank Broghammer, Rauenberg (Bau und
Vermögen), Werner Knopf, Malsch
(Schule, Sport und Kultur), Claudia Stauffer,
Brühl (Soziales), Volker Pauli,
Hemsbach (Umwelt und Technik), Martin
Bitzel, Hirschberg (Jugendhilfe), Schatzmeisterin
ist Jutta Schuster, Plankstadt und Pressereferent/Internetbeauftragter
ist Marcus Zeitler, Schönau. Bei
seiner Dankesrede wies Bruno Sauerzapf
auf die Herausforderungen hin, die auf
den neuen Kreistag zukommen, und zwar
bei der demografischen Entwicklung, der
aktuellen finanziellen Situation, den
ständig steigenden Kosten im Sozial-
und Jugendhilfebereich, den sich ständig
verändernden Berufsfeldern und ihren
Auswirkungen auf unsere Schulen, der
weiteren Verbesserung des öffentlichen
Personennahverkehrs und des Straßenbaus
und den sich ständig ändernden
gesetzlichen Grundlagen für das
Gesundheitswesen und der Abfallwirtschaft.
Bruno Sauerzapf ist überzeugt, dass
die neu- und wiedergewählten CDU-Kreisrätinnen
und -Kreisräte wesentlich beitragen
werden gemeinsam mit den anderen Fraktionen
auch künftig das Kreisschiff, trotz
stürmischer See sicher über
Untiefen hinweg zu führen werden
kann und der Kreis seine Aufgaben erfüllt
- zum Wohle der Menschen in unserer Region.
Eckwerte 2010
Die Eckwerte für den Haushalt 2010 wurden in der Sitzung des Kreistags am 28.7.2009 beschlossen. Dazu gab Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf folgende Stellung für die CDU ab:
1. Ungewisse Entwicklungen
Eines steht fest: Wir haben die befürchtete rezessive Entwicklung unserer Wirtschaft. Einher gehen Steuerausfälle, deren Größenordnung vielleicht für 2009 noch eingeschätzt werden kann, Prognosen für 2010 sind jedoch sehr schwierig, für 2011 noch wesentlich ungewisser. Vor dieser Situation stehen wir bei der Festlegung der Eckwerte für die Aufstellung des Haushalts 2010.
2. Unsere Ziele für eine konstruktive Kreispolitik
Die CDU-Kreisrätinnen und –Kreisräte haben sich für die jetzige Amtsperiode folgende – zugegebenermaßen nicht neue aber jederzeit gültige Ziele gesetzt: Das magische Viereck der Kreispolitik
- Erfüllung der Kreisaufgaben, sei es bei der Jugend- und Sozialhilfe, bei den beruflichen Schulen und Sonderschulen, beim Straßenbau und öffentlichen Personennahverkehr bei unseren Gesundheitseinrichtungen und bei der Abfall- und Energiewirtschaft.
- Rückführung der Verschuldung.
- Aufgabenerfüllung unter Berücksichtigung der Leistungsfähigkeit der Gemeinden.
- Stabilität der Kreisumlage
3. Welche Kreisumlage benötigt der Rhein-Neckar-Kreis?
Wie können diese Ziele eingehalten werden? Um diese Fragen geht es bei der Verabschiedung des Haushaltes 2010. Wir haben die Eckwerte vor uns liegen.
- Die begonnenen Vorhaben werden fortgesetzt, einige notwendige neue Maßnahmen, z. B. Bau der Außenstelle Weinheim mit Einrichtungen für des Krankenhaus Weinheim werden begonnen.
- Die Zuführungsrate, der Zahlungsmittelüberschuss, fällt um knapp 5 auf 42,2 Mio. €
- Die Verschuldung wird auf 85 Mio. € weiter zurückgeführt.
- Die Kreisumlage erhöht sich bei gleichbleibendem Hebesatz von 32,9 Punkten um 33,3 Mio. € auf die Rekordhöhe von 238 Mio. €.
Durch die bereits 2009 erheblich zurückgehende Finanzkraft der Gemeinden, mit weiteren Einbrüchen in 2010, erhebt sich nunmehr die Frage, ob der Haushalt mit einem Hebesatz von 32,9 Punkten verabschiedet werden soll.
Für eine Senkung der Umlage sprechen die erheblichen finanziellen Einbußen der Gemeinden im Jahre 2010.
Prüfen wir nunmehr die Eckwertevorlage mit unserem magischen Viereck der Kreispolitik.
1. Aufgabenerfüllung
Die Aufgabenerfüllung ist gewährleistet.
2. Rückführung der Verschuldung
Die Verschuldung wird zurückgeführt. Es ist keine Kreditaufnahme vorgesehen.
3. Stabilität der Kreisumlage
Der Kreisumlagehebesatz bleibt gleich. Das Umlageaufkommen und die Belastung der Gemeinden erhöhen sich.
4. Balance zwischen der Leistungskraft der Kreisgemeinden und dem Rhein-Neckar-Kreis
Wir tragen als Kreisrätinnen und Kreisräte sowohl Verantwortung für den Rhein-Neckar-Kreis als auch für die kreisangehörigen Gemeinden, deshalb in eine Balance zwischen der Leistungskraft der Kreisgemeinden und des Rhein-Neckar-Kreises besonders wichtig.
4.1 Zur Situation der Gemeinden
Durch das hohe Steueraufkommen 2008 erhöht sich die Kreisumlage 2010 bei fast allen Kreisgemeinden. 2008 konnten fast alle Gemeinden sehr gute Jahresabschlüsse vorweisen, die zum großen Teil zu einer Rücklagenbildung geführt haben oder durch die notwendige Sanierungsmaßnahmen nachgeholt wurden. Allerdings bleibt festzuhalten, dass 2008 ein höheres Steueraufkommen vorhanden war und es war 2008 bereits vorhersehbar, dass dadurch im Jahr 2010 höhere Umlagen bezahlt werden müssen. Die Kreisgemeinden werden 2010 mit großer Sicherheit erheblich Einnahmerückgänge hinnehmen müssen, die 2008 nicht vorhersehbar waren – schätzungsweise zwischen 15 und 20 % bei den Steuern und Steuerüberweisungen.
4.2 Zur Situation des Kreises
Damit die Frage der Balance zwischen Gemeinden und Kreis beantwortet werden kann, stellen wir den Antrag, eine Prognose über die voraussichtliche Entwicklung der Umlage im Jahr 2011 und darüber hinaus zu wagen. Wir wissen, dass dies bei der gegenwärtigen Entwicklung sehr schwierig sein dürfte. Jedoch ist zumindest für 2011 eine Prognose über die Entwicklung der Umlage auf der Grundlage der Steuerschätzung im Mai 2009 möglich. Außerdem kann bei den Gemeinden mit einem hohen Gewerbesteueraufkommen nachgefragt werden wie die Entwicklung für 2009 eingeschätzt wird.
Wir müssen über den Tellerrand des Jahres 2010 hinaussehen. Die mittelfristige Finanzplanung gewinnt einen hohen Stellenwert, insbesondere mit der Aussage, welche begonnenen Investitionen fortgesetzt werden müssen und mit welchen Vorhaben begonnen werden sollte.
Sobald diese Daten vorliegen, ist eine endgültige Entscheidung über die Höhe der Kreisumlage erst möglich.
Für den Haushaltsentwurf geht die Verwaltung derzeit von einem gleichbleibenden Hebesatz aus, wobei die CDU über die endgültige Höhe der Kreisumlage erst nach Prüfung aller Fakten festlegen wird – insbesondere unter Berücksichtigung der voraussichtlichen Entwicklung der Gemeindefinanzen.
Wir schlagen deshalb vor und beantragen, den Beschlussvorschlag so zu ändern, dass der Kreistag zur Kenntnis nimmt, dass die Verwaltung bei der Aufstellung des Haushaltsplanes 2010 von einem unveränderten Hebesatz von 32,9 % und keiner Kreditaufnahme ausgeht.
CDU – Kreistagsfraktion bildet neuen Vorstand
In seiner konstituierenden Sitzung hat die CDU Kreistagsfraktion den Vorstand in machen Bereichen neu besetzt. Fraktionsvorsitzender ist und bleibt Bruno Sauerzapf, der einstimmig wieder zum Vorsitzenden gewählt wurde. Frank Broghammer wurde zum Arbeitskreisvorsitzenden des Betriebsausschusses gewählt und Horst Althoff übernimmt den Verwaltungs- und Finanzausschuss, nachdem Oskar Schuster nicht mehr für den Kreistag kandidiert hatte. Ebenso neu im Amt sind Claudia Staufer, als Arbeitskreisvorsitzende des Sozialausschusses und Volker Pauli, der die Nachfolge von Wolfgang Androsch als Arbeitskreisvorsitzender des Ausschusses für Umwelt und Technik übernimmt. Beim Ausschuss für Schulen, Kultur und Sport, sowie beim Jugendhilfeausschuss blieb alles gleich. Werner Knopf und Heinrich-Martin Bitzel wurden als Arbeitskreisvorsitzende im Amt bestätigt. Pressereferent wurde Marcus Zeitler und als Schatzmeisterin wurde Jutta Schuster einstimmig wiedergewählt. Dem Fraktionsvorstand gehören weiterhin an, Georg Kletti, Roland Schilling, Helena Moser, Hans-Dieter Weis, Werner Kleiber, Dr. Horst Sieber, Bernhard Martin und Margarethe Frank.
CDU im Kreistag: Aufgabenerfüllung hat Vorrang
Die CDU-Kreisrätinnen und –Kreisräte haben sich für die neue Amtsperiode des Kreistags zukunftsträchtige Ziele gesetzt, dies erklärte der Vorsitzende, Erster Bürgermeister Bruno Sauerzapf. Hauptziel ist die stete Erfüllung der Kreisaufgaben. Dabei müssen die durch die Finanz- und Wirtschaftskrise auf uns zukommenden Belastungen im sozialen Sektor besonders berücksichtigt werden. Bei der Jugendhilfe ist es notwendig, präventiv vorzugehen. Der Ausbau der beruflichen Schulen, insbesondere durch die Erweiterung der Helen-Keller-Schule, und der Sonderschulen, besonders bei dem Neubau der Martins-Schule in Ladenburg, ist dringend geboten. Denn Bildung ist der Rohstoff, den unsere Gesellschaft dringend benötigt. Weiterhin müssen die Kreisstraßen in einem verkehrssicheren Zustand erhalten werden und die begonnenen Maßnahmen, wie Kreisverbindungsstraße Hemsbach-Weinheim-Laudenbach und Kernstadtumgehung Neckargemünd, festiggestellt werden. Besonderes Augenmerk legt die Fraktion auf den Ausbau des öffentlichen Personennahverkehrs, insbesondere der Elsenz- und Schwarzbachtalbahn und des S-Bahnnetzes. Bei den Kreiskrankenhäusern und Pflegeeinrichtungen ist stets ein hoher Standard notwendig bei einer wirtschaftlichen Betriebsführung. Weiter ist die Abfallwirtschaft mehr und mehr zu einer Verwertungs- und Energiewirtschaft umzubauen.
Weiterhin ist es notwendig, die Verschuldung in Grenzen zu halten und möglichst zurückzuführen.
Besonderen Wert legt die Fraktion darauf, bei dieser Aufgabenerfüllung eine Balance zwischen den Belastungen der Kreisgemeinden zu finden. Daraus resultiert die Frage, welche Kreisumlage benötigt der Rhein-Neckar-Kreis? Darum wird es bei der Verabschiedung der künftigen Haushalte gehen. Selbstverständlich müssen begonnene Maßnahmen fortgesetzt, werden. Ob und wann Neues begonnen wird, hängt von der Belastbarkeit der Gemeinden ab.
Für eine Senkung der Umlage sprechen natürlich die erheblichen finanziellen Einbußen der Gemeinden 2010 und noch mehr in den folgenden Jahren. Hinzu kommt, dass durch das hohe Steueraufkommen in den Gemeinden im Jahre 2008 sich die Kreisumlage erhöht. Denn 2008 konnten fast alle Gemeinden sehr gute Jahresabschlüsse vorweisen, die zum großen Teil auch zu einer Rücklagenbildung geführt haben oder mit denen notwendige Sanierungsmaßnahmen nachgeholt wurden. Allerdings bleibt festzuhalten, dass 2008 ein höheres Steueraufkommen vorhanden war und dass 2008 bereits vorhersehbar war, dass dadurch höhere Umlagen in Jahre 2010 bezahlt werden müssen.
Damit die Frage der Balance zwischen Gemeinden und Kreis beantwortet werden kann, stellte CDU-Kreistagsfraktion den Antrag, eine Prognose über die voraussichtliche Entwicklung im Jahr 2011 und darüber hinaus zu wagen. Wir wissen, dass dies bei der gegenwärtigen Entwicklung sehr schwierig sein dürfte. Jedoch ist zumindest für 2011 eine Prognose über die Entwicklung der Steuern entsprechend der Steuerschätzung Mai 2009 möglich. Außerdem kann bei den Gemeinden mit einem hohen Gewerbesteueraufkommen nachgefragt werden, wie die Entwicklung für 2009 dort eingeschätzt wird.
Bei der künftigen finanziellen Entwicklung muss über den Tellerrand 2010 hinaus gesehen werden. Die mittelfristige Finanzplanung gewinnt dabei einen hohen Stellenwert, insbesondere welche begonnenen Investitionen fortgesetzt werden müssen und mit welchen Vorhaben begonnen werden sollte. Erst wenn diese Daten vorliegen, ist eine endgültige Entscheidung über die Höhe der Kreisumlage möglich.
Sollte der Hebesatz der Kreisumlage gesenkt werden, dann muss eine solide Gegenfinanzierung entweder durch Streichen von Vorhaben oder durch eine Neuverschuldung erfolgen. Deshalb kann die endgültige Höhe der Kreisumlage erst nach Prüfung aller Fakten bei der Verabschiedung des Haushalts 2010 festgelegt werden.
Stefan Dallinger ist der Kandidat der CDU-Kreistagsfraktion
In der letzten Fraktionssitzung sprach sich die CDU – Kreistagsfraktion für Stefan Dallinger, als zukünftigen Landrat, aus. „Wir werden die Kandidatur von Stefan Dallinger mit vollen Kräften unterstützen“, so der Fraktionsvorsitzende Bruno Sauerzapf. Stefan Dallinger, der zurzeit Verbandsdirektor der Metropolregion Rhein-Neckar ist, überzeugte in seiner Vorstellung auf ganzer Linie. Hohe Fachkometenz und ein breit fundiertes Wissen waren nicht alleine die ausschlaggebenden Argumente, warum sich die CDU-Fraktion für Stefan Dallinger entschieden hat. Vor allem die Ziele seiner zukünftigen Arbeit waren es, welche den ausschlaggebenden Punkt ausmachten. Enge Zusammenarbeit mit der Wirtschaft, Förderung des Tourismus, Gleichbehandlung aller Kreisgemeinden, Miteinbeziehung der Städte und Gemeinden des ländlichen Raums sowie die Betrachtung der demographischen Entwicklung waren Schwerpunkte seiner Ausführungen.
Im Vorfeld hatten sich auch die beiden anderen Bewerber, der Bürgermeister der Gemeinde St. Leon-Rot, Alexander Eger und der Oberbürgermeister der Stadt Sinsheim, Rolf Geinert, bei der CDU – Kreistagsfraktion vorgestellt. „Auch diese beiden Kandidaten haben sich gut präsentiert“, so Bruno Sauerzapf. Entscheidend für das Votum Dallinger war aber am Ende die überzeugendere Vorstellung. Stefan Dallinger freute sich über den Rückhalt und bedankte sich bei der Kreistagsfraktion. Sein Ziel wird es aber sein, auch die anderen Fraktionen mit ins Boot zu nehmen, denn eine parteiübergreifende Arbeit, mit allen Fraktionen des Kreistages, ist ihm sehr wichtig. „Nur wenn wir gemeinsam an einem Strang zieht, werden wir die großen Herausforderungen, welche in den nächsten Jahren auf den Rhein-Neckar-Kreis zukommen, bewältigen können“ so Stefan Dallinger.
Herausforderungen, Möglichkeiten und Chancen 2010
Bei der Abschlusssitzung der Kreistagsfraktion gab Fraktionsvorsitzender Bruno Sauerzapf einen Ausblick auf die Herausforderungen, Möglichkeiten und Chancen für das neue Jahr. Danach sind die Rahmenbedingungen sind nicht gut. Nachdem sich in den vergangenen Jahren die Freudenbotschaften überschlugen, hervorragende Wirtschafts-, Konjunktur- und Arbeitsmarktdaten vorlagen und die Steuerquellen sprudelten, hat sich die Welt innerhalb eines Jahres verändert. Hiobsbotschaften kamen von den Finanzmärkten. Die Finanzblase platzte. Die Konjunktur ging in den Keller. Die Steuerschätzungen haben sich mittlerweile auf einem niedrigen Niveau stabilisiert. Die Finanzlage des Kreises ist angesichts dieser Daten für 2010 noch relativ gut, weil auf der Grundlage des guten Steuerjahres 2010 die Kreisumlage einen noch nie gekannten Höchststand erreicht hat, während die Gemeinden Steuereinbrüche bis zu 20 % verzeichnen müssen. Die CDU-Kreisrätinnen und –Kreisräte haben stets darauf geachtet, dass eine Balance zwischen der Leistungskraft der Kreisgemeinden und den finanziellen Erfordernissen des Rhein-Neckar-Kreises eingehalten wird. Deshalb wurden die Gemeinden durch die Senkung der Kreisumlage um 13,8 Mio. € entlastet.
Für die CDU-Fraktion gelten wie die Grundsätze Achtung der Würde des Menschen bei der Sozial- und Jugendarbeit; Chancengleichheit bei Bildung und Ausbildung, Stärkung der Wirtschaftskraft unsere Kreises und der Region sowie Schutz der natürlichen Umwelt. Bei all diesen Zielen muss demografische Entwicklung berücksichtigt werden.
Bei der Sozialarbeit steht für die CDU-Kreisrätinnen und –Kreisräte das Wohl der Hilfeempfänger im Mittelpunkt. Die Aufwendungen sind das Abbild der sich verändernden gesellschaftspolitischen Gegebenheiten. Bei der Jugendhilfe hat die Prävention Vorrang vor der stationären Unterbringung, die das letzte und ultimative Mittel bleiben muss.
Für die Sozialpolitik bestehen zahlreiche Herausforderungen: Auswirkungen der demografischen Entwicklung auf die sozialen Sicherungssystemen, steigende Arbeitslosenzahlen durch die Finanz- und Wirtschaftskrise verbunden mit dem Auslaufen der Bezüge aus dem Arbeitslosengeld, höhere Pflegesätze durch die Erhöhung der Bezüge nach dem neuen Tarifvertrag für Erzieherinnen und Pflegekräfte, geringere Lebensarbeitszeit mit Auswirkungen auf die Rentenbezüge und die Grundsicherung. Die finanziellen Auswirkungen dieser Herausforderungen müssen sowohl bei den laufenden Leistungen als auch bei den Investitionskosten gemeinsam von Bund, Ländern und Gemeinden mit einer anteiligen Finanzierungsstruktur getragen werden. Die Eingliederungshilfe beruht auf dem Auftrag des Grundgesetzes und ist keineswegs eine kommunale Selbstverwaltungsaufgabe.
Der Rhein-Neckar-Kreis hat Herausragendes für die Berufs- und Sonderschulen geleistet und wird das auch künftig leisten. Die Schulzentren in Schwetzingen, Wiesloch und Sinsheim wurden erweitert. Der Bestand der Schulen in Eberbach ist gesichert. Die Helen-Keller-Schule in Weinheim wird erweitert. Die Sonderschule in Ladenburg steht vor der Inbetriebnahme. Die Hardware steht. Die Software muss das Land zur Verfügung stellen. Die CDU stellt sich den künftigen Herausforderungen: Weiterentwicklung der Berufs- und Sonderschulen, Einrichtung neuer Schularten, Neu- und Ausbau von Schulen, soweit dies erforderlich wird. Besonders wichtig ist der Ausbau der beruflichen Gymnasien.
Der Rhein-Neckar-Kreis hat ein gutes und gleichzeitiges intelligentes Verkehrskonzept, das den demografischen Entwicklungen Rechnung trägt. Beim Ausbau des ÖPNV haben wir viel erreicht. Die Kernstadtumgehung Neckargemünd steht vor der Vollendung, und die Kreisstraße Hemsbach – Sulzbach-Weinheim ist im Bau. Wir haben ein Kreisstraßennetz auf einem guten Niveau. Zur Verbesserung der Bahninfrastruktur und der Kreisstraßen müssen die schienengleichen Bahnübergänge in Schwetzingen, Zuzenhausen und Meckesheim beseitigt werden. Die 1. Stufe der S-Bahn ist ein Erfolgsmodell. Die Fahrgastzuwächse erreichen Rekordzahlen. Die Verlängerung der Bahnsteige und neues rollendes Material sind notwendig. Die 2. Stufe insbesondere entlang der Bergstraße mit einem Volumen von mehreren Hundert Millionen € muss realisiert werden.
Bei der unsern Krankenhäusern und Pflegeheimen muss der Kreis als Träger dieser Einrichtungen die Personalkostensteigerungen aus dem Tarifabschluss 2008/2009 verkraften, die Angebotsstrukturen in unseren Häusern verbessern, weiterhin Facharztpraxen bei den Krankenhäusern ansiedeln und die erreichten Synergieeffekten bei Verwaltung und Organisation weiterentwickeln.
Die Abfallwirtschaft des Rhein-Neckar-Kreises ist mit den Abfallbeseitigungsgesellschaften gut aufgestellt: Wir haben eine moderne und außerordentlich wirtschaftliche Abfallentsorgung, Die Gebühren sind stabil, es ist keine Gebührenanhebung geplant, Das Gebührenniveau kann sich dem Vergleich mit Städten und anderen Kreisen ohne weiteres stellen. Künftige Aufgaben der AVR liegen in der Nutzung erneuerbaren Energien, lokaler Energieerzeugung, in der Entwicklung von Energiedörfern mit den Gemeinden und einem umfassendes Energiemanagement. Der Baubeginn des Biomasseheizkraftwerks in Sinsheim ist geplant. Eine umfassende Regelung der Betreuung und Steuerung aller Energieerzeugungsanlagen in den einzelnen Kreiseinrichtungen ist Aufgabe des Eigenbetriebs Bau und Vermögen und der AVR Energie Service GmbH. Hierzu ein deutliches Wort. Wir sind keine Konkurrenz zu den teilweise vorhandenen Stadtwerken, sondern Partner. Wir wollen die Gemeinden unterstützen und beraten und eine umfassende Energiekompetenz gewährleisten. Die CDU-Kreisrätinnen und –Kreisräte setzen auf diesen neuen Schwerpunkt der Kreispolitik durch den Einsatz erneuerbarer Energien zur Reduzierung der CO²-Belastung.
Der neue Landrat heißt Stefan Dallinger Im ersten Wahlgang mit 53 Stimmen gewählt
Der Kreistag des Rhein-Neckar-Kreises hat heute in Walldorf den neuen Landrat gewählt. In der Astoriahalle stimmten 53 Kreisrätinnen und Kreisräte für Stefan Dallinger, der damit dritter Landrat in der Geschichte des einwohnerstärksten Landkreises in Baden-Württemberg sein wird. Die Entscheidung fiel im ersten Wahlgang, nachdem Stefan Dallinger (CDU) sowie seine Mitbewerber Alexander Eger (parteilos) und Rolf Geinert (SPD) dem Gremium ihre Gedanken und Ideen für eine Amtsführung erläutert hatten. Auf Alexander Eger entfielen acht Stimmen, auf Rolf Geinert 38 Stimmen. Im ersten Wahlgang mussten mindestens 52 Stimmen der insgesamt und vollzählig anwesenden 103 Kreisrätinnen und Kreisräte für die erfolgreiche Wahl erreicht werden, zwei Stimmen waren ungültig, die Kandidaten Eger und Geinert durften wegen Befangenheit nicht mitwählen. Über 300 Bürgerinnen und Bürger aus dem gesamten Rhein-Neckar-Kreis, darunter ehemalige Kreisrätinnen und Kreisräte sowie die Bürgermeister der Städte und Gemeinden, folgten den Vorstellungen mit großer Aufmerksamkeit. Landrat Dr. Jürgen Schütz, dessen Amtszeit am 30. April 2010 endet, sprach im Blick auf die Vorstellungsreden und dem Ambiente der Kreistagssitzung, zum ersten Mal wurde ein Landrat nicht im Großen Sitzungssaal des Heidelberger Landratsamts gewählt, „von einer Sternstunde des Kreistags“.
In ihren Vorstellungsreden hatten alle drei Bewerber auf gute Arbeit des Rhein-Neckar-Kreises in der Vergangenheit hingewiesen. Für die Zukunft setzte Stefan Dallinger, Verbandsdirektor des Verbandes Region Rhein-Neckar und Geschäftsführer der Metropolregion Rhein-Neckar GmbH, auch im Blick auf kommende finanziell schwieriger werdende Zeiten, seine Schwerpunkte bei der Wirtschaftförderung, bei der Bildung, der Ökologie sowie in der Sozial- und Jugendförderung. Alexander Eger, Bürgermeister von St. Leon-Rot, wollte ebenfalls bei Bildung, Wirtschaftsförderung, im ÖPNV und bei der Bewältigung des demografischen Wandels sowie im Sozialhilfebereich Initiativen ergreifen. Für Rolf Geinert, Oberbürgermeister der Großen Kreisstadt Sinsheim, galt es, das vorhandene positive Profil des Rhein-Neckar-Kreises in Schule, Kultur und bei den Gesellschaften weiter zu entwickeln, präventive Jugend- und Sozialarbeit zu fördern sowie den Gemeinden ein konstruktiver, hilfsbereiter und verlässlicher Partner zu sein. Alle Kandidaten hatten ihre Vorstellungen knapp und präzise vorgetragen, keiner die ihm zustehenden 15 Minuten ausgeschöpft.
Der nun zum Landrat gewählte Stefan Dallinger war in seiner Rede auf seine enge, auch familiäre Verwurzelung mit der Kurpfalz eingegangen und hatte betont, dass es bei allen seinen bisherigen Tätigkeiten als Amtsleiter im Landratsamt, Erster Bürgermeister der Stadt Schwetzingen und seit 2006 als Verbandsdirektor der Metropolregion sein Ziel gewesen war, „nahe an den Menschen und für die Bürgerinnen und Bürger tätig zu sein“. Deshalb habe er auch „mit voller Überzeugung und Neigung“ zusagen können, als er gefragt wurde, um das Amt des Landrates im Rhein-Neckar-Kreis zu kandidieren. Er unterstrich, dass der Kreis „sich als erfolgs- und zukunftsorientiert etabliert“ habe, wie viele Untersuchungen beweisen. Auf der guten Arbeit des bisherigen Landrates Dr. Schütz und dem Kreistag aufbauend, wolle er diese zusammen mit den Kreisrätinnen und Kreisräte sowie den Bediensteten des Landratsamts fortsetzten, neue Ideen einbringen sowie eigene Akzente und Schwerpunkte setzten. Dabei steht für ihn der Kontakt zu den Menschen im Mittelpunkt, deren Sorgen und Nöte er ernst nehme. Im Blick auf die Finanz- und Wirtschaftskrise gelte es Ideen zu entwickeln, um die Folgen zu bewältigen, ohne die Gemeinden über Gebühr zu belasten.
Wichtig sei ihm dazu auch die Wirtschaftförderung, denn der Rhein-Neckar-Kreis ist nicht nur herausragender Wohn- und Erholungsort für die Menschen der Region, sondern auch ein guter Standort für Unternehmen, sagte er. Bestandspflege und Ansiedlung neuer Unternehmen sind ihm wichtig, einen hierfür kompetenten Ansprechpartner für Handwerker, Mittelstand, Unternehmen sowie für Kommunen und kommunale Wirtschaftsförderer will er benennen. Weiter gilt es für ihn, das schon ausgezeichnete Bildungsangebot weiter zu verbessern. Aufgrund seiner bisherigen Erfahrungen sei er in der Lage, Ökologie und Ökonomie sinnvoll zu verbinden, zumal ihm der Klima-, Umwelt- und Naturschutz von großer Bedeutung sei. Dazu gehörten auch energiesparende Maßnahmen.
„Jeder Euro für Jugendhilfe ist sinnvoll angelegt und trägt menschliche Zinsen“, sagte er im Blick auf den Sozialbereich. Nirgendwo wende der Kreis so viel Geld auf wie im Sozialen und in der Jugendförderung, was zeige, dass auch Schwache und Benachteiligte mit dem Rhein-Neckar-Kreis einen fairen Partner haben. „Dies wird im Falle meiner Wahl so bleiben“, stellte er fest. Als Landrat wünschte er sich eine offene und faire Zusammenarbeit mit allen Fraktionen im Kreistag, gleichgültig welche politischen Parteien und Gruppierungen sie vertreten.
Stefan Dallinger, der verheiratet ist und zwei Kinder hat, wird sein neues Amt als Landrat des Rhein-Neckar-Kreises am 1. Mai 2010 antreten. Die Amtszeit beträgt acht Jahre.
Urkunde dem künftigen Landrat überreicht
Bei der Sitzung des Kreistags am Dienstag 23. März, überreichte Bruno Sauerzapf, erster stellvertretender Vorsitzender des Kreistags dem künftigen Landrat Stefan Dallinger die Ernennungsurkunde. Bruno Sauerzapf beglückwünschte ihn namens aller Fraktion nochmals zu seiner Wahl. Gleichwünsche sprach er den Wunsch zu einer kreisdienlichen Zusammenarbeit aller Kreisrätinnen und Kreisräte mit dem neuen Landrat aus, um die bisherige positive Entwicklung des Kreises fortzusetzen. Stefan Dallinger machte in seiner kurzen Ansprache deutlich, dass er ebenso ein gutes Teamwork mit dem Kreistag für unerlässlich hält..
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