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Lieber Herr Landrat,
liebe Kolleginnen und Kollegen,
meine sehr geehrte Damen und Herren,
Die gesamtwirtschaftliche Lage in der Bundesrepublik ist augenscheinlich
noch gut,
• die Wirtschaftsentwicklung ist mehr als zufriedenstellend,
• die Arbeitslosenzahl befindet sich auf einem niedrigen Niveau
und
• die Zahl der Beschäftigten steigt,
• die Steuerquellen sprudeln.
Goldene Zeiten könnte man meinen, wenn da nicht die vertrackte
Krise um den Euro und die die Staatsverschuldung der Euro-Länder
wäre, die sich bereits negativ auf die Konjunkturerwartungen
auswirkt. Wie 2012 finanzpolitisch verläuft, wagt niemand vorauszusagen.
Es ist zu befürchten, dass sich die reale Finanzkrise auf
die Realwirtschaft und somit auf das Steu-eraufkommen auswirken
könnte. Deshalb ist im Haushalt 2012 größte Vorsicht
geboten.
Die vagen Hoffnungen auf positive Ergebnisse der Gemeindefinanzkommission
sind verflüchtigt. Mit Fug und Recht kann festgestellt werden,
dass der Berg kreißt und eine Maus gebar. Einziges greifbares
Ergebnis ist die stufenweise vollständige Erstattung der Ausgaben
bei der Grundsiche-rung und Erwerbsminderung durch den Bund, was
überdies ist dies eine Bundesaufgabe ist, jedoch unsere Haushalt
um über 4 Mio. € entlastet. Weiteres Ergebnis ist eine
stärkere Beteiligung der Gemeinden an der Gesetzgebung mit
finanziellen Auswirkungen Etwas sicherlich nichts Neues ist die
Feststellung, dass Alternativen zum kommunalen Steuersystem zwar
umsetzbar sind, jedoch in der Kommission kein Einvernehmen zu erzielen
war: Im Fazit: Dazu in Berlin nichts Neues.
Doch zunächst zur Feststellung der Jahresabschlüsse 2010,
deren Ergebnis wir bereits bei der Früh-jahressitzung diskutiert
haben.
1. Die Ergebnisse des Kernhaushaltes und des Eigenbetriebs
Bau und Vermögen waren mit über 17 Mio. € weitaus
besser als erwartet.
2. Die Verschuldung stieg nur geringfügig um 0,44 Mio. €.
3. Für bereits beschlossene Investitionen besteht eine Kreditermächtigung
in Höhe von knapp 20 Mio. €.
4. Die Liquidität erhöhte sich um 21,1 Mio. € über
60 Mio. €, die durch den Haushalt 2011 bereits auf knapp 40
Mio. € abschmelzen wird.
5. Fazit: 2010 lieferte sehr gute Voraussetzungen für den Haushalt
2012
Zum Beteiligungsbericht 2010 nur wenige Anmerkungen:
1. Mit den umfangreichen und vielseitigen Beteiligung umfasst
die Konzernbilanz des Kreises 810,5 Mio. €.
2. Das Eigenkapital mit 297,6 Mio. € beträgt nur rund
1/3 des Bilanzvolumens.
3. Die Verschuldung des Konzerns – hauptsächlich Kernhaushalt,
AVR-Gesellschaften und Gesundheitseinrichtungen beläuft sich
auf knapp 234 Mio. € - weniger als 1/3 der Gesamtvolumens.
Allerdings muss die Annuität nur rund 100 Mio. € aus Mitteln
des Kernhaushaltes finanziert werden.
Insgesamt ein ausgewogenes Verhältnis.
Doch nun zum Haushalt 2012.
In der Kreispolitik besteht ein magisches Dreieck,
mit dem wir die künftigen Herausforderungen bewältigen
müssen, und zwar:
• Erfüllung der Kreisaufgaben durch strategische
Steuerung
• Keine Neuverschuldung und Abbau von Kreditverpflichtungen
• Aufgabenerfüllung des Kreises im Einklang mit den Gemeinden.
Manche Ziele sind kongruent. Der Begriff magisch drückt jedoch
aus, dass nicht immer aller Ziele gleichzeitig erreicht werden können.
Erreichen wir 2012 dieses „magische Dreieck“?
Der Hausentwurf 2012 sieht auf den ersten Blick recht gut aus,
und zwar
• Ausgeglichener Ergebnishaushalt trotz erhöhter
Kosten
• Keine Kreditaufnahme und Rückgang der Verschuldung
• Investitionen in einer Größenordnung von über
20 Mio. €
• Rückgang des Aufkommens der Kreisumlage. Durch die
höhere Steuerkraft 2010 und die guten Ergebnisse 2011 wird
der Hebesatz um 1,0 Punkte gesenkt.
Wie konnte ein solches Ergebnis erreicht werden? Wir haben Finanzanlagen
in Anlagevermögen in einer Größenordnung von über
20 Mio. € umgeschichtet. Die Liquidität, die Kassenbestände
und Bankguthaben nehmen in diesem Umfang ab. Oder noch besser
ausgedrückt, wir verbrauchen die Zahlungsüberschüsse
aus den Vorjahren, denn Ende 2012 haben wir noch knapp
20 Mio. liquide Mittel.
Lassen sie mich auf 4 Themenbereiche eingehen, die für unsere
Fraktion im Haushalt 2012 zentrale Bedeutung haben.
1. Thema: Nachhaltige Finanzwirtschaft
Nach der mittelfristigen Finanzplanung wird der Kreis bis 2015
nur noch über eine Liquidität von 8,4 Mio. € verfügen.
Die Verschuldung des Kreises wird wieder auf unter 100 Mio. €
absinken und der Kreisumlagehebesatz könnte auf ca. 34 Punkte
ansteigen. Ich kenne allerdings keine Mifrifi, die tatsächlich
wie prognostiziert eingetroffen ist.
Das gemeinsam erarbeitete Ziel Erhaltung der finanziellen Handlungsfähigkeit
des Kreises und der kreisangehörigen Gemeinden wird allerdings
von der wirtschaftlichen Entwicklung in der BRD und insbesondere
in unserer Region abhängen. Dieses Ziel wird Kreis und Gemeinden
vor neue Heraus-forderungen stellen.
Der Hebesatz der Kreisumlage wird 2012 auf 30,5 Punkte zurückgeführt.
Wir darin einen guten Kompromiss zwischen der Leistungsfähigkeit
der Kreisgemeinden und der Aufgabenerfüllung des Kreises. Ich
will nicht verhehlen, dass in unsere Fraktion einige Mitglieder
die weitere Absenkung um 0,5 Punkte
kritisch beurteilen. Sie hätten die rund 3 Mio. € lieber
für die Schuldentilgung verwendet.
Der Stellenplan war ebenso umstritten, wobei die zusätzlichen
86 Stellen begründet sind. Die Frak-tion geht davon aus, dass
hier weitere kritische Überprüfungen erfolgen müssen.
Deshalb stimmen wir dem Antrag der FW zu, die Personalkosen um 500.000
€ zu kürzen. Wir stellen jedoch den An-trag, uns über
die Umsetzung im zuständigen Ausschuss zu informieren.
Die Verschuldung im Kernhaushalt und im Eigenbetrieb wird sich
107 Millionen zurückgeführt und die Liquidität bleibt
erhalten. Neben dem Abbau der Verschuldung hat die CDU die Zielsetzung,
Erhaltung und Verstärkung des
Basiskapitals/Eigenkapitals. Der Ressourcenverbrauch muss durch
zufließende Mittel zumindest ausgeglichen werden.
2. Thema: Bildung
Die berufliche Ausbildung im dualen System war und ist deshalb
ein Garant für die internationale Wettbe¬werbsfähigkeit
unserer Wirtschaft. Der Standard unser beruflichen Schulen und der
Sonder-schulen muss erhalten und ausgebaut werden. Der Rhein-Neckar-Kreis
verfügt an 8 Schulstandorten über ein attraktives Schulwesen
für rund 10.000 Schülerinnen und Schüler mit Klassenzimmern,
Fachräu¬men und Werkstätten auf hohem Standard. Mit
diesen Standorten betreiben wir Strukturpo-litik. Alle Standorte
sind beizubehalten. Mängel bestehen allerdings bei der Sanierung
bestehender Schulgebäude. Wir erinnern deshalb an unseren Antrag,
bei kreiseigenen Schulen die baulichen Mängel bzw. die dringend
notwendigen Gebäudeunterhaltungsmaßnahmen sowie die erforderlichen
Maßnahmen zu barrierefreien Zugängen zu erheben und ein
Konzept zur Beseitigung der Mängel vorzulegen. Dies wird –
wie der Landrat bereits bestätigt –im Schulentwicklungsplan
seinen Nie-derschlag finden.
Neben den Berufsschulen hat der Kreis aber auch die Verpflichtung,
für die Benachteiligten unserer Region, nämlich den geistig
und körperlich behinderten Kindern und Jugendlichen eine gute
Aus-bildung zu gewährleisten. Dieser Verpflichtung sind wir
mit einem großen Kraftakt beim Neubau der Martinsschule in
Ladenburg bei der Erhöhung des Zuschusses um 500.000 €
an die Tom-Mutters-Schule nachgekommen.
Die neue Landesregierung hat die
• geplante Verzahnung von Werkrealschule und beruflichen
Schulen aufgegeben,
• will die Politik der alten Landregierung mit dem Ausbau
von beruflichen Gymnasien fortsetzen,
• will mittelfristig einen Rechtsanspruch auf Besuch beruflichen
Gymnasien und
• Ganztagsangebote an Berufsschulen einführen.
Es sei angemerkt, dass bei der Einrichtung von 50 neuen Klassen
an beruflichen Gymnasien im Land der Bedarf des Rhein-Neckar-Kreises
nicht berücksichtigt wurde. Zur Erinnerung: die Alte Landesregierung
hat drei Sozialwissenschaftliche und zwei Technische Gymnasien an
unseren Be-rufsschulen genehmigt.
Wie es jedoch konkret weitergeht, wird derzeit diskutiert. Die
Konturen für eine Neuorientierung der beruflichen Schulen sind
sehr undeutlich. Es ist noch nicht erkennbar, wie sich die geplanten
Gemeinschaftsschulen auf die Berufsfachulen auswirken werden. Auch
die Trockenlegung der Werkrealschulen durch die geplante Gemeinschaftschule
und den Wegfall der Kooperation mit den Berufsschulen hat Auswirkungen
auf die Berufsfachschulen. Hier ist ein Rückgang zu befürchten.
Der Rechtsanspruch für berufliche Gymnasien auf die Schülerzahlen
unserer Schulen wird sich zu-mindest in den ersten Jahren mit höheren
Schülerzahlen mit Auswirkungen auf das Raumpro-gramm auswirken.
Ebenso die Einrichtung von Ganztagsangeboten. Außerdem sollten
400 neue Stellen für die beruflichen Schulen geschaffen werden.
Wir warten ganz gespannt auf die neuen Erkenntnisse, insbesondere
ob für die zusätzliche Lasten, die auf den Kreis zukommen,
das Konnexitätsprinzip umgesetzt wird. Fazit: Aus Stuttgart
zwar etwas Neues, jedoch sind die Konturen der neuen Schulpolitik
an den Berufsschulen nicht erkennbar.
3. Thema: Jugend, soziales und Gesundheit
Jugendhilfe und Sozialhilfe sind gesetzliche Aufgaben, die vom
Kreis erfüllt werden müssen. In den Projektgruppen allgemeine
Förderung junger Menschen, Hilfe für junge Menschen und
ihre Famili-en, Förderung von Kindern in Tageseinrichtungen
und Tagespflege, Kooperation und Vernetzung und Unterhaltsvorschussleistungen
schlagen sich die umfangreichen Aufgaben des Jugendamtes in Kosten
nieder. Es sei angemerkt, dass die Kreisumlage mit 186,4 Mio. €
nicht ausreicht, um die Netto-Aufwendungen bei der Sozial- und Jugendhilfe
mit 193,9 Mio. € zu finanzieren.
Wir begrüßen die Entscheidung der Stadt Weinheim, die
Aufgaben des Jugendamtes an den Rhein-Neckar-Kreis abzugeben. Dies
ist zunächst mit erhöhten Kosten für den Kreis verbunden,
garan-tiert jedoch eine einheitliche Arbeit der Jugendhilfe auf
Kreisebene. Allen Unkenrufen zum Trotz gibt es keine Götterdämmerung
für die Jugendhilfe in Weinheim, denn sie wird ebenso erfolgreich
wie bisher und mit fast dem gleichen Personal weitergeführt.
Bei der Sozialhilfe zeichnen sich ab 2012 zwei Entwicklungen ab:
• Entlastung des bei der Grundsicherung im Alter und
bei Erwerbsminderung.
• Umsetzung der Neuorganisation von SBG II durch die gemeinsame
Einrichtung.
Der Bund wird sich ab 2012 an den Kosten für Grundsicherung
im Alter und bei Erwerbsminderung mit 45 % beteiligen, was eine
Entlastung von 4,27 Mio. € für den Kreishaushalt bedeutet.
Ab 2014 wird der Bund die Kosten vollständig übernehmen.
Wir haben uns bei der Umsetzung der Neuorganisation im SGB II für
die gemeinsame Einrichtung entschieden. Nach wie vor die richtige
Entscheidung. Wir erwarten damit eine effektivere Arbeits-marktpolitik.
Wir legen wert darauf, an den Entscheidungsprozessen, soweit es
die gesetzlich nor-mierten Spielräume zulassen, teilzuhaben.
Deshalb haben wir heute der Bildung eines beratenden Ausschusses
zugestimmt. Wir haben bewusst darauf verzichtet, dass wir entsprechend
unserer Mandatszahl bei der Ausschussbesetzung berücksichtigt
werden, um allen Fraktionen und Gruppen im Kreistag die Teilhabe
zu ermöglichen.
Bei unserem Gespräch über die gemeinsame Einrichtung
mit der Liga der freien Wohlfahrtsverbän-de wurde angeregt,
dass geprüft werden soll, ob dort Sprechstunden in den Gemeinden
eingerichtet werden könnten und immer nur ein Ansprechpartner
und kein Call-Center für den Hilfesuchenden zur Verfügung
stehen. Der Count down läuft, die Arbeit beginnt mit dem 1.
Januar 2012.
Unsere Krankenhäuser, Pflegeheime und Geriatrischen Einrichtungen
sind gut aufgestellt. Trotz-dem besteht Handlungsbedarf, um weitere
negative Betriebsergebnisse zu vermeiden. Dies wurde von der Geschäftsführung
bereits energisch angepackt. Allerdings werden wir auch in den nächsten
Jahren Zuweisungen für notwendige Investitionen bei unseren
Häusern leisten müssen, damit die patientenfreundlich
und wirtschaftlich geführt werden können. 2,2 Mio. €
stellen wir dafür 2012 zur Verfügung.
4. Thema: Klimaschutz
Klimaschutz ist in aller Munde. Die Auswirkungen des Klimawandels
sind bereits spürbar. Die Klimaschutzleitlinien des Rhein-Neckar-Kreises
werden in einer der nächsten Sitzungen verab-schiedet. Aber
Klimaschutz darf sich nicht nur in papiernen Postulaten oder in
verbalen Aussagen wiederfinden, sondern muss konkret in Maßnahmen
umgesetzt werden. Aber es ist sicherlich nicht so, dass wir Klimaschutz
erst heute im Rhein-Neckar-Kreis betreiben.
Denn der konkrete Ausbau der Verkehrsinfrastruktur
ist Klimaschutz. Dies gilt im besonderen Maße für den
Ausbau des ÖPNV aber auch für den Straßenbau. Beides
wurde Rhein-Neckar-Kreis praktiziert. Durch den Ausbau des ÖPNV
wird die CO²-Belastung reduziert, aber auch durch Abbau von
Staus auf unserem Straßennetz.
Den Ausbau des schienengebundenen ÖPNV, der Regionalbahn
und der Straßenbahn, werden wir mit 9,2 Mio. €
2012 € fördern. Ziel muss es sein, den zweigleisigen Ausbau
der OEG-Strecke nach Weinheim abzuschließen und bis 2015 die
weitere Stufe der S-Bahn mit Ergänzung des beste-henden Streckennetzes
und Haltepunkte in Betrieb zu nehmen.
Die Aufwanddeckungsfehlbeträge beim Betrieb von Busse
und Bahnen werden 2012 11,22 Mio. € erfordern, die
Kreis 2012 mit 35 % und 2012 mit 40 % bezuschussen wird.
Eine feste Zuschussquote ist für die Gemeinden besonders wichtig,
damit sie beim Abschluss von Verträgen für die Einrichtung
neuer Linien wissen, was auch künftig auf ihren Haushalt zukommt.
Nicht zufrieden sind wir mit der Fortentwicklung des Tarifs
zwischen dem Verkehrsverbund Rhein-Neckar und dem Karlsruher Verkehrsverbund.
Schon seit 15 Jahren bemüht sich die CDU-Kreistagsfraktion
um einen Übergangstarif. Sowohl die alte als auch die neue
Landesregie-rung haben des abgelehnt, einen Teil der Durchtarifierungsverluste
zu übernehmen. Der Kreis Karl-sruhe hat deshalb – allerdings
ohne Abstimmung mit dem Rhein-Neckar-Kreis eine halbfertige ein-seitige
Lösung beschlossen. Wir bitten Sie, erneut mit dem VRN über
eine Regelung zu verhandeln. Die CDU- Fraktion ist bereit, 2012
für einen Übergangstarif außerplanmäßig
zusätzliche Mittel zu bewilligen. Wir stellen zudem den Antrag
dieses Problem – das den gesamten südlichen Teil des
Rhein-Neckar-Kreises betrifft - bei der nächsten Sitzung des
zuständigen Ausschusses auf die Ta-gesordnung zu setzen.
Wir haben über unsere Gesellschaft Energie GmbH. Ein neues
Biomassekraftwerk in Sinsheim mit Investitionen
in Höhe von 30 Mio. € in Betrieb genommen. Weitere Ergänzung
durch Pelletan-lage und Fotovoltaikanlagen werden
derzeit geplant. Wir haben den Antrag gestellt, dass unsere AVR-Energie
auch den Bau von Windkraftanlagen in unserer Region
in ihr Programm aufnimmt, damit die Wertschöpfung im Kreis
verbleibt. Dies wird bereits untersucht.
Wir beschäftigen uns schon längst nicht mehr nur mit
Fragen der Abfallbeseitigung sondern mit der Verwertung
der Wertstoffe. Wir haben mit der Grünen Tonne plus ein sehr
gutes System, das wesentlich besser funktioniert als konkurrierende
Systeme wie z. B. Gelber Sack. Allerdings droht Gefahr. Der vorliegende
Gesetzentwurf der Bundesregierung würde – wenn er in
Kraft tritt – die Abfallwirtschaft des Kreises massiv beeinträchtigen.
Denn bei der vorgesehenen Liberalisierung könnten sich in Zukunft
gewerbliche Sammler die „Rosinen“, sprich die werthaltigen
Stoffe, her-auspicken während die teure Restmüllentsorgung
am Kreis hängen bleibt. Dies kann so nicht
hingenommen. Landkreise und die neue Landesregierung haben daher
gemeinsame Initiativen ge-startet, um dies zu vermeiden. Hier verdient
die neue Landesregierung ausnahmsweise ein Lob, das allerdings nicht
auf andere Politikfelder ausgedehnt werden kann.
Im Haushaltsplanentwurf sind 2,1 Mio. € für den Klimaschutz
vorgesehen, insbesondere für
• die CO²-Bilanzierung, das Klimaschutzkonzept,
• die Projektierung und den Ausbau eines Energiemanagement
der Gebäude im Rhein-Neckar-Kreis,
• den Jahresgrundbetrag für Kliba und für Maßnahmen
des GRN und des Eigenbe-triebs vorgesehen.
Maßnahmen, die wir vollumfänglich begrüßen.
Allerdings müssen Doppelstrukturen vermieden zwischen
unsere Klima GmbH und der Kliba bei der Beratung der Gemeinden
und Bürger vermieden werden. Hierzu bedarf es der Abstimmung.
Wir werden auch keine Zuschüsse für Klimaprojekte in den
Gemeinden mittragen, weil dafür ande-ren Förderinstrumente
zur Verfügung stehen. Soweit unsere AVR-Energie Projekte für
die Gemein-den durchführt, dürfen sie nicht mit Mitteln
des Kreises gefördert werden.
Die nächsten Jahre stellen uns vor neue und alte Herausforderungen
• Durch die demografischen Entwicklung
• Bei der nachhaltigen Finanzwirtshaft
• Beim Klimaschutz
• Bei unseren Bildungseinrichtungen
• Bei Jugend, soziales und Gesundheit
Wir sind sicher, dass Kreistag und Kreisverwaltung diese Herausforderungen
mit sachlicher Dis-kussion bewältigen werden. Im Namen der
CDU danke ich der Kreisverwaltung und dem Landrat und allen Mitarbeiterinnen
und Mitarbeitern in den Kreiseinrichtungen und in den Gesellschaften
des Kreises für die Zusammenarbeit zum Wohl der Menschen in
unserem Kreis. Und allen anderen Fraktionen für die konstruktive
Zusammenarbeit.
Wir stimmen den Beschlussvorschlägen zur Jahresrechnung des
Kernhaushaltes und des Eigenbe-triebsbetriebs Bau und Vermögen
2010 sowie dem Haushalt 2012, dem Wirtschaftsplan des Eigen-betriebes
„Bau und Vermögen“ 2012 und dem Haushaltsplan der
Freiherr-von-Ulner’schen-Stiftung 2012 zu. Vom Beteiligungsbericht
2010 nehmen wir Kenntnis. |