Das Bildungssystem entscheidet über ihre Lebenschancen und Lebensperspektiven. Eine steigende Qualität von Bildung und Ausbildung ist Voraussetzung, dass unser Land den immer dynamischer werdenden gesellschaftlichen, demografischen, sozialen und technologischen Wandel bewältigen kann. Nur so wird es im europäischen und weltweiten Wettbewerb der Standorte bestehen.

Folgende Entwicklungen müssen beachtet werden:
- Die Zahl der Berufsschüler wird um 20 - 30 % zurückgehen.
- Die Zahl der Berufsfelder nimmt zu, und die Zahl der Klassen bleibt gleich.
- Neue Bildungsanforderungen erfordern zusätzliche Fachräume.
- Die Zahl der Behinderten nimmt durch die verbesserte Betreuung und den medizinischen Fortschritt zu.

Der Rhein-Neckar-Kreis hat ein umfangreiches Angebot an attraktiven Berufsschulen (Berufsschule, Berufliches Gymnasium, Berufskolleg, Berufsfachschule, Berufsoberschule und Fachschule) und Sonderschulen für mehr als 10.000 Schülerinnen und Schülern mit Klassenzimmern, Fachräu­men und Werkstätten mit hohem Standard zur Verfügung. Rund 70 % aller Schülerinnen und Schüler durchlaufen eine der beruflichen Schulen.

Das Schulsystem in Baden-Württemberg wird derzeit neu gestaltet. Neben der demografischen Entwicklung ist die Schulpolitik der Landesregierung zu berücksichtigen, von der die Gemeinschaftsschule präferiert wird. Durch die Einführung dieser Schulart werden die Werkrealschule/Hauptschule und die 2jährige Berufsfachschule ausgetrocknet . Der Bestand der Realschulen wird gefährdet.

Diese Schüler werden von der Gemeinschaftsschule aufgesogen. Die in der Gemeinschaftsschule propagierte Oberstufe ist bereits in den beruflichen Schulen durch das Berufskolleg und das 3- bzw. 6-jährige berufliche Gymnasium vorhanden. Sowohl die Fachhochschulreife (Fachabitur) als auch das Abitur mit der Allgemeinen Hochschulreife werden angeboten. Mittlerweile vergeben die beruflichen Schulen mehr als 50 % der Zugangsberechtigungen zu den Universitäten und zu den Fachhochschulen. Deshalb könnten die beruflichen Gymnasien und die Berufskollegs als Oberstufe für neue Schulformen genutzt werden. Doppelstrukturen kosten viel Geld und müssen vermieden werden.

Bereits im Jahr 2009 hat die CDU-Kreistags-fraktion den Antrag gestellt, einen Schulentwicklungsplan des Landkreises zu erarbeiten. Darin hat die CDU beantragt, die Situation unserer Berufsschulen zu analysieren, um Strukturdaten für die über die künftige Entwicklung unserer Berufsschulen, insbesondere für die berufliche Gymnasien zu erhalten, die demografische Entwicklung einzubeziehen und die künftigen Berufschancen zu ermitteln. Der Schulentwicklungsplan wird gemeinsam mit den Stadtkreisen Mannheim und Heidelberg aufgestellt und liegt vor.

Die Zahl der Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf nimmt zu. Damit ihre Lebensqualität damit Schritt hält, ist es unumgänglich, die UN-Behindertenrechtskonvention umzusetzen. Darin ist der Anspruch der geistig und körperlich Behinderten verankert, sich am Leben in der Gesellschaft in allen Bereichen zu beteiligen. Deshalb ist Inklusion von behinderten Schülern in die beruflichen Schulen und die Auswirkungen auf die Sonderschulen des Kreises zu beachten .

Fazit und Arbeitsziele
- Aufstellung und Umsetzung des Schulentwicklungsplans
- Auswirkungen der demografischen Entwicklung berücksichtigen
- Stärkung und Ausbau der beruflichen Schulen
- Erweiterung des Angebots der beruflichen Gymnasien.
- Keine Oberstufe in den neuen Gemeinschaftsschulen
- Einrichtung neuer Schularten
- Neu- und Ausbau von Schulen, soweit dies erforderlich wird., Neubau der Luise-Otto-Peters-Schule in Hockenheim
- Sonderschulen auf die neuen Herausforderungen ausrichten
- Umsetzung der Inklusion