Gemeinsames Treffen der CDU-Fraktionen in Rhein-Neckar- und Neckar-Odenwald-Kreis.

(ne). Sinsheim. Der Müllnotstand führte die beiden CDU-Fraktionen aus den beiden Landkreisen vor fast 30 Jahren zusammen; seitdem trifft man sich jedes Jahr einmal zum Gedankenaustausch. Diesmal bei der Abfallwirtschaftsgesellschaft des Rhein-Neckar-Kreises (AVR) in Sinsheim.

Die beiden CDU-Fraktionsvorsitzenden Karl Heinz Neser (Neckar-Odenwald-Kreis) und Bruno Sauerzapf (Rhein-Neckar-Kreis) konnten dabei insbesondere die beiden Landräte Dr. Achim Brötel und Stefan Dallinger sowie die Geschäftsführer der jeweiligen Abfallwirtschaftsbetriebe Dr. Matthias Ginter (AWN/KWiN) und Katja Deschner (AVR Kommunal) und Peter Mülbeier (AVR Umweltservice) begrüßen. Erstes Thema war die vom Gesetzgeber Ende 2016 gegebene Möglichkeit der Kommunalanstalt Öffentlichen Rechts. Im Rhein-Neckar-Kreis wird dies im Augenblick geprüft, im Neckar-Odenwald-Kreis ist sie zum 1.1.2018 schon umgesetzt. Hier übernimmt die neugegründete Kreislaufwirtschaft Neckar-Odenwald-Kreis (KWiN) die hoheitlichen Aufgaben und ist für die privaten Haushalte zuständig, während die weiterbestehende AWN sich um die gewerblichen Kunden kümmert. Hier ist ein Informationsaustausch vereinbart.

Nach der Darstellung der unterschiedlichen Sammelsysteme in den beiden Landkreisen war das nächste Thema die Bioabfallvergärung, für die die AVR auf dem Gelände der Deponie in Sinsheim eine eigene Anlage errichtet. Hier wird die Überschusswärme des Biomasseheizkraftwerks genutzt und soll Erdgas in das Netz eingespeist werden. Der Rhein-Neckar-Kreis stemmt dieses Projekt nicht allein, sondern mit Partnern; so sind an der Bio Terra GmbH die Firma Remondis und an der AVR Biogas GmbH die AVR Energie, die MVV Energie und die Stadtwerke Sinsheim beteiligt. 60.000 to Bioabfall und 5.000 to Grüngut sollen einmal aufgearbeitet werden. Der anfallende Kompost soll gütegesichert werden. Der Neckar-Odenwald-Kreis hat die Bioenergietonne in Teilen des Landkreises eingeführt und prüft, ob mit den HOT-Partnern eine Bioabfallvergärungsanlage errichtet werden kann. Er erzeugt in seinem Biomassezentrum in Buchen Kompost und Pflanzenkohle. Beide Landkreise beteiligen sich an der Kampagne „kein Plastik in den Biomüll“.

Zum vom Gesetzgeber vorgegebenen Phosphorrecycling sucht der Rhein-Neckar-Kreis gemeinsam mit den Kläranlagenbetreibern nach einem gemeinsamen Weg. 7 der 15 Kläranlagen sind davon zunächst betroffen. Man ist sich aber sicher, dass der Gesetzgeber mit der Zeit die Auflagen verschärfen wird. Im Neckar-Odenwald-Kreis ist derzeit nur eine Kläranlage betroffen. Da Phosphor ein wichtiger und rarer Rohstoff ist, wird die Bedeutung zunehmen. Ein weiteres Thema war die Breitbandversorgung, wo die beiden Landkreise unterschiedliche Wege gehen.

Zum Abschluss informierte Landrat Stefan Dallinger auf das in der Nachbarschaft der AVR entstehende Klimaerlebniszentrum, das von der Dietmar-Hopp-Stiftung finanziert wird und im Herbst 2019 in Betrieb gehen soll. Die Besucher sollen hier anschaulich über die Folgen des Klimawandels informiert werden.

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Michael Till

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